Schweizer Tradition: Die legendären Bernhardiner am Großen St. Bernhard 2026
In der majestätischen Kulisse der Schweizer Alpen, hoch oben am Großen St. Bernhard-Pass, wird eine jahrhundertealte Tradition auch im Jahr 2026 mit Stolz gepflegt. Die Bernhardiner, die wohl bekanntesten Hunde der Schweiz, patrouillieren noch immer auf jenen Bergpfaden, auf denen ihre Vorfahren einst verschneite Reisende aus den Lawinen retteten. Während die Tiere in der Höhe die Geschichte lebendig halten, feiert im Tal ein ganz besonderer Ort seinen jngsten Erfolg: Das Barryland in Martigny, ein lebendiges Museum, das dem Schweizer Nationalhund gewidmet ist.
Seit das Barryland im vergangenen Sommer in seine neuen, deutlich größeren Räumlichkeiten umgezogen ist, hat es sich zu einem wahren Publikumsmagneten entwickelt. Über 130.000 Besucher wurden bereits gezählt, was das immense Interesse an der Geschichte und dem Erbe dieser sanften Riesen unterstreicht. Die Direktorin des Parks, Mélanie Glassey-Roth, betont, dass die Nachfrage nach Informationen über die Zucht und die kulturelle Bedeutung der Bernhardiner stetig wächst. Der neue Park bietet nicht nur mehr Platz, sondern auch moderne Erlebnisse wie Augmented-Reality-Touren, bei denen Gäste die gefährlichen Passüberquerungen früherer Zeiten virtuell miterleben können.
Ein Hospiz als Wiege einer Legende
Die Wurzeln dieser besonderen Verbindung zwischen Mensch und Hund liegen auf 2.469 Metern über dem Meeresspiegel. Der Große St. Bernhard-Pass, an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien gelegen, gilt seit jeher als einer der gefährlichsten Übergänge der Alpen. Bereits im Jahr 1050 gründete Bernhard von Aosta dort ein Hospiz, um Pilgern und Händlern Zuflucht zu bieten. Ab der Mitte des 17. Jahrhunderts begannen die Mönche, große Berghunde zu halten. Ursprünglich als Wachhunde gedacht, entwickelten die Tiere bald einen außergewöhnlichen Instinkt für das Aufspüren von Menschen, die in Nebel und Schnee die Orientierung verloren hatten.
Weltweite Berühmtheit erlangte die Rasse durch die Soldaten Napoleon Bonapartes, die den Pass zu Beginn des 19. Jahrhunderts überquerten und die Geschichten über die tapferen Rettungshunde in ganz Europa verbreiteten. Der legendärste unter ihnen war Barry I., der zwischen 1800 und 1812 gelebt haben soll und dem die Rettung von über 40 Menschenleben zugeschrieben wird. Zu seinem Gedenken trägt die Barry-Stiftung, die heute für die Zucht verantwortlich ist, stets einen Rüden namens Barry in ihrem Bestand.
Die moderne Rolle der Bernhardiner
Obwohl die Bernhardiner heutzutage nicht mehr für aktive Bergrettungen eingesetzt werden — moderne Rettungshubschrauber bevorzugen leichtere Rassen wie den Australian Shepherd —, ist ihre Bedeutung für die Region ungebrochen. Die 32 Hunde der Stiftung, die von über 20 Pflegern betreut werden, erfüllen heute neue, wertvolle Aufgaben. Sie sind als Sozial- und Therapiehunde im Einsatz und besuchten allein im letzten Jahr über 600-mal Krankenhäuser, Pflegeheime und Schulen in der gesamten Schweiz.
- Besucher können im Barryland die tägliche Pflege und Physiotherapie der Hunde beobachten.
- Die Welpenaufzucht ist ein zentraler Bestandteil des Museums, wobei jährlich etwa 20 reinrassige Welpen geboren werden.
- Im Sommer kehren viele der Hunde zurück auf den Pass, um dort in den verbleibenden Schneefeldern zu spielen und die historische Verbindung zum Hospiz zu wahren.
Für die Pfleger ist die Arbeit mit den Bernhardinern mehr als nur ein Job; es ist eine Herzensangelegenheit. Sie begleiten die Tiere von der Geburt an, unterstützen sie bei der Sozialisierung und bleiben ein Leben lang an ihrer Seite. So bleibt der Bernhardiner auch im Jahr 2026 nicht nur ein Symbol für Rettung und Hilfe, sondern auch ein lebendiger Teil der Schweizer Identität, der Tradition und modernstes Tierwohl miteinander verknüpft.
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