Natur Ukraine
Die Geschichte der Ukraine ist so tiefgreifend und komplex, dass sie wie ein spannender Roman voller Wendungen wirkt. Schon vor langer Zeit war das Gebiet die Heimat verschiedener Nomadenstämme, unter denen die Kimmerier, Skythen und Goten besonders hervorzuheben sind. Auch die großen Imperien der Antike, wie Griechenland und Rom, hinterließen ihre Spuren und gründeten florierende Städte an den sonnigen Küstenabschnitten. Diese frühen Siedlungen legten den Grundstein für die kulturelle Vielfalt, die das Land bis in die heutige Zeit hinein auszeichnet und überall spürbar ist.
Ein echter Wendepunkt war das zehnte Jahrhundert, als die Kiewer Rus als einflussreicher Stadtstaat rund um die heutige Hauptstadt entstand. In den darauffolgenden hundert Jahren entwickelte sich dieses Reich zum flächenmäßig größten Imperium in ganz Europa. Unter der Herrschaft von Wladimir dem Großen im Jahr neunhundertachtzig schlug das Land einen christlichen Kurs ein, was die kulturelle Identität nachhaltig prägte. Seinen absoluten Glanzpunkt erreichte das Reich unter Jaroslaw dem Weisen, bevor es im zwölften Jahrhundert langsam zu zerfallen begann und schließlich von den Mongolen schwer gezeichnet wurde.
In den darauffolgenden Jahrhunderten war das Schicksal der Ukraine oft eng mit dem ihrer mächtigen Nachbarn verknüpft. Lange Zeit gehörten weite Teile des Territoriums zu Polen oder zum Russischen Reich, was zu einer ständigen Vermischung von Traditionen und Einflüssen führte. Erst mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahr neunzehnhunderteinundneunzig erlangte die Ukraine schließlich ihre volle Unabhängigkeit zurück. Seitdem geht das Land seinen eigenen Weg als souveräner Staat, der stolz auf seine bewegte Vergangenheit blickt und gleichzeitig modern in die Zukunft schaut.
Geografisch betrachtet besteht das Herzstück der Zentralukraine vor allem aus weiten Plateaus und unglaublich fruchtbaren Ebenen, die man oft als Steppen bezeichnet. Diese Landschaften sind geprägt von sanften Hügeln, saftigen Wiesen und weiten Flächen, die mit Sträuchern bewachsen sind. Im äußersten Süden geht das Land in das Schwarzmeertiefland über, das direkt an die Küste angrenzt. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich das Erscheinungsbild des Bodens und der Pflanzenwelt verändert, je weiter man sich von der Mitte des Landes in Richtung der südlichen Grenzen bewegt.
Klima Ukraine
Wenn man über die Ukraine spricht, darf man die beeindruckende Tier- und Pflanzenwelt auf keinen Fall vergessen, denn sie ist an Vielfalt kaum zu übertreffen. In den dichten Wäldern des Landes fühlen sich Tiere wie Elche, Hirsche und Wildschweine pudelwohl, während man mit etwas Glück auch Füchse, Wölfe oder sogar Braunbären entdecken kann. Es ist ein echtes Erlebnis, durch diese ursprünglichen Zonen zu wandern und die Geräusche der Natur in sich aufzusaugen. Eichhörnchen huschen flink durch die Bäume und Kaninchen springen über die Waldlichtungen, was der Szenerie etwas sehr Friedliches verleiht.
Die weiten Steppen, die sich über den zentralen Teil des Landes erstrecken, bieten wiederum einen völlig anderen Lebensraum für spezialisierte Tierarten. Hier begegnet man eher kleineren Bewohnern wie Hamstern, Zieseln oder verschiedenen Feldmäusen, die im hohen Gras Deckung suchen. Über diesen offenen Flächen kreisen oft majestätische Steppenadler auf der Jagd nach Beute, während der Gesang von Lerchen und Wachteln die Luft erfüllt. Es ist eine offene, windgepeitschte Landschaft, die eine ganz eigene, fast schon magische Atmosphäre ausstrahlt und bis zum Horizont zu reichen scheint.
Auch unter der Wasseroberfläche der zahlreichen ukrainischen Gewässer herrscht ein reges Treiben, das Angler und Naturliebhaber gleichermaßen fasziniert. In den vielen Flüssen und Seen findet man Klassiker wie Karpfen, Barsche, Brassen und Hechte, die hier ideale Lebensbedingungen vorfinden. Besonders in den klaren und kalten Gebirgsbächen der Karpaten kann man zudem prächtige Forellen beobachten, die flink gegen die Strömung schwimmen. Diese Wasserwege sind nicht nur ökologisch wertvoll, sondern bieten auch den Menschen vor Ort wichtige Ressourcen und Orte der Erholung.
Was die Landwirtschaft angeht, ist die Ukraine mit den berühmten Schwarzerdeböden gesegnet, die zu den fruchtbarsten der Welt gehören. Das ist auch der Grund, warum hier im großen Stil Weizen, Mais und Sonnenblumen angebaut werden, die oft das Bild der endlosen Felder prägen. Obwohl nur etwa sechzehn Prozent des Landes bewaldet sind, ist die Vielfalt der Bäume mit Kiefern, Buchen, Eichen und Weiden beachtlich. In diesen Wäldern wachsen zudem unzählige Wildfrüchte, Pilze und Heilkräuter, die von der lokalen Bevölkerung seit Generationen geschätzt und für verschiedene Zwecke gesammelt werden.
Transport in Ukraine
Das Klima in der Ukraine lässt sich am besten als gemäßigt-kontinental beschreiben, wobei es je nach Region deutliche Unterschiede gibt, die man bei der Reiseplanung beachten sollte. Während es entlang der Küsten im Winter eher kühl und feucht ist, können die Temperaturen im Landesinneren deutlich tiefer sinken und für knackigen Frost sorgen. Die Sommer hingegen zeigen sich oft von ihrer großzügigen Seite und bringen angenehme Wärme oder sogar richtige Hitzeperioden mit sich. Es ist diese Abwechslung der Jahreszeiten, die den besonderen Reiz ausmacht und dafür sorgt, dass sich die Landschaft alle paar Monate komplett verwandelt.
Im Vergleich zu Mitteleuropa empfinden viele Reisende das Wetter in der Ukraine als etwas unbeständiger, aber dafür auch sehr charakterstark. Wer gerne am Strand entspannt, kann dies in den warmen Monaten wunderbar tun, auch wenn das Meerwasser mit maximal zweiundzwanzig Grad eher eine erfrischende Abkühlung bietet. Als die absolut beste Reisezeit gelten im Allgemeinen die Monate von Mai bis September, wenn alles grünt und blüht. Wer allerdings den Winter mit all seiner Pracht und dem glitzernden Schnee liebt, sollte seinen Besuch eher für die Zeit zwischen Dezember und Februar planen.
Ein Blick auf die statistischen Werte verrät, dass die durchschnittlichen Jahrestemperaturen in der kontinentalen Zone meistens zwischen fünf und sieben Grad liegen. Dabei ist es im Nordwesten tendenziell am kühlsten, während der Südosten oft mit etwas milderen Werten aufwarten kann. Diese Unterschiede sind zwar spürbar, aber für die meisten Menschen gut verträglich, solange man die passende Kleidung im Gepäck hat. Interessant ist auch, wie sich die Luftfeuchtigkeit und die Winde je nach Entfernung zum Meer verändern und das persönliche Wohlbefinden beeinflussen.
Ein echter Pluspunkt für alle Sonnenanbeter ist die Tatsache, dass die Ukraine ein sehr helles Land mit vielen wolkenlosen Tagen ist. Statistisch gesehen darf man sich im Laufe eines Jahres auf etwa zweihundertdreißig bis zweihundertsechsunddreißig sonnige Tage freuen, was die Stimmung natürlich enorm hebt. Selbst wenn es mal regnet, dauert es meistens nicht lange, bis die Sonne wieder durch die Wolken bricht und das Land in ein goldenes Licht taucht. Diese Beständigkeit des schönen Wetters macht Ausflüge in die Natur oder Stadtbesichtigungen zu einem echten Vergnügen für jeden Besucher.
Geld und Einkaufen in Ukraine
Sich in der Ukraine fortzubewegen ist dank eines gut ausgebauten Netzes an öffentlichen Verkehrsmitteln eigentlich kein Problem und oft sogar ein kleines Abenteuer für sich. Man hat die Wahl zwischen klassischen Zügen, Bussen, den berühmten Marschrutkas, Trolleybussen, Straßenbahnen und natürlich Taxis oder der U-Bahn in den Metropolen. Die Marschrutkas sind dabei ein ganz spezielles Phänomen, denn diese privaten Kleinbusse halten oft genau dort, wo es der Fahrgast gerade wünscht. Sie sind bei den Einheimischen das beliebteste Mittel der Wahl, um schnell und unkompliziert von einem Ort zum anderen zu kommen.
Für längere Strecken durch das weite Land ist die Bahn definitiv die entspannteste und günstigste Variante, die man sich vorstellen kann. Das Schienennetz ist so dicht gewebt, dass man fast jeden Winkel erreicht, ohne dabei tief in die Tasche greifen zu müssen. In Städten wie Kiew oder Charkiw ist die Metro unschlagbar, wenn es darum geht, dem dichten Straßenverkehr zu entkommen und pünktlich ans Ziel zu gelangen. Taxis findet man an jeder Ecke, wobei es üblich ist, den Preis vor der Abfahrt auszuhandeln, wenn man sie direkt auf der Straße anspricht, da Taxameter eher selten sind.
Wer gerne shoppen geht, wird in den modernen Einkaufszentren der großen Städte alles finden, was das Herz begehrt, von internationalen Marken bis hin zu lokalen Designerstücken. Besonders spannend sind die kleinen Geschäfte, die traditionelle ukrainische Kleidung mit einem modernen Twist anbieten und damit echte Unikate schaffen. Überall im Land kann man zudem die beeindruckende Handwerkskunst bewundern, die sich in bunten Stickereien, Keramiken und aufwendigen Holzschnitzereien widerspiegelt. Diese Stücke sind oft mit geometrischen Mustern oder Blumenmotiven verziert, die eine tiefe symbolische Bedeutung haben.
Ein ganz besonderes Souvenir ist die Pysanka, ein kunstvoll bemaltes Osterei, das als uraltes Symbol für Liebe und das Leben gilt. Auch die Wyschywanka, das traditionelle Stickhemd, ist ein absolutes Muss und wird von den Ukrainern heute wieder mit großem Stolz im Alltag getragen. Wer es lieber süß mag, sollte unbedingt die berühmte Kiewer Torte probieren oder sich handgemachte Pralinen aus der Schokoladenmanufaktur in Lwiw gönnen. Diese Leckereien werden oft noch nach alten Rezepten und mit viel Liebe zum Detail hergestellt, was man bei jedem einzelnen Bissen schmecken kann.
Hauptattraktionen Ukraine
Wer heute durch die Ukraine reist, entdeckt eine Welt voller Kontraste, in der die Zeit an manchen Ecken fast stillzustehen scheint. Das Land besticht durch eine beeindruckende kulturelle Vielfalt, die sich in zahlreichen Festivals und einer Architektur widerspiegelt, die über Jahrhunderte hinweg gewachsen ist. Von den sanften Hügeln der weiten Landschaften bis hin zu den engen, kopfsteingepflasterten Gassen der alten Stadtzentren gibt es überall etwas zu entdecken. Besonders die historischen Bauten erzählen Geschichten aus längst vergangenen Epochen und ziehen Besucher fast magisch an.
Ein absolutes Highlight ist der Besuch der Sophienkathedrale, die mit ihrer prachtvollen Erscheinung ein wahres Juwel darstellt. Nicht weit davon entfernt befindet sich das Kiewer Höhlenkloster, das bereits im Jahr 1051 gegründet wurde. Es war einst das religiöse Herzstück der Kiewer Rus und beeindruckt noch heute durch seine tiefe spirituelle Bedeutung und die weitläufigen unterirdischen Gänge. Wer sich für alte Wehrtechnik interessiert, kommt an der Festung Chotyn nicht vorbei. Diese Anlage gilt als eines der bedeutendsten Denkmäler der Festungsbaukunst und thront imposant über der Landschaft.
Für Fans modernerer Attraktionen ist der Brunnen namens Süße Liebe ein Muss, da er als größter schwimmender Springbrunnen in ganz Europa gilt. Ein weiteres architektonisches Wunder ist die Pokrowska-Burgenkirche, die zwischen dem 14. und 18. Jahrhundert entstand. Ihre Bauweise ist so außergewöhnlich, dass man kaum etwas Vergleichbares auf der Welt findet. Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie damals Verteidigung und Glaube in einem einzigen Gebäude vereint wurden.
Überhaupt lohnt sich ein Abstecher zu den vielen Schlössern des Landes, etwa in Kamenez-Podolski, Olesko oder Mukatschewo. Auch die Burg in Ostrog sollte man auf seiner Liste haben. Diese alten Festungen dienten früher oft als Schutzschilde gegen feindliche Invasionen aus allen Himmelsrichtungen. Zwar sind im Laufe der Zeit nicht alle Befestigungsanlagen erhalten geblieben, doch die Ruinen und restaurierten Bauten, die man heute noch besichtigen kann, sind jede Reise wert.
Neben diesen steinernen Zeugen der Vergangenheit gibt es unzählige Museen und sogar Delfinarien, die für Abwechslung sorgen. Viele Schlösser sind zudem mit mythologischen Skulpturen und Ornamenten verziert, die dem Betrachter Rätsel aufgeben. Die Ukraine hat eine so tiefe historische Substanz, dass man an fast jeder Ecke auf Denkmäler der Verteidigungsarchitektur stößt. Es werden zahlreiche Exkursionen angeboten, die es ermöglichen, tief in die Geschichte einzutauchen und die besten Burgen zu erkunden, von denen sich die meisten im hügeligen Westen des Landes befinden.
Tourismus in Ukraine
Die Geschichte der Ukraine ist so tief verwurzelt, dass man sie fast spüren kann, wenn man durch die weiten Landschaften wandert. Überall im Land finden sich Spuren der Vergangenheit, insbesondere im Bereich der Verteidigungsarchitektur. Es ist wirklich spannend, an einer der vielen geführten Touren teilzunehmen, die einen direkt in die Zeit der Ritter und Fürsten zurückversetzen. Vor allem im westlichen Teil des Landes, wo die Landschaft durch Hügel und majestätische Berge geprägt ist, stehen einige der schönsten Burgen und Festungsanlagen, die man sich vorstellen kann.
Aber das Land hat noch viel mehr zu bieten als nur alte Mauern und geschichtsträchtige Orte. Die Natur in der Ukraine ist an vielen Stellen noch völlig unberührt und wild. Besonders die Gebirgsflüsse sind ein echtes Erlebnis für jeden, der das Abenteuer sucht. Das Wasser ist dort kristallklar und bietet die perfekten Bedingungen für Aktivitäten wie Rafting oder Touren mit dem Kajak und dem Kanu. Es ist ein unglaubliches Gefühl, sich von der Strömung treiben zu lassen und dabei die frische Bergluft einzuatmen.
Wer es lieber etwas ruhiger angehen möchte, findet an den Ufern der großen Flüsse fantastische Plätze zum Angeln. Besonders der größte Fluss des Landes bietet hierfür unzählige Möglichkeiten. Auch Wanderungen durch die dichten und duftenden Kiefernwälder sind eine wunderbare Art, um vom Alltag abzuschalten. Dabei kann man in geschützte Gebiete vordringen, in denen die Flora und Fauna noch so sein darf, wie die Natur es vorgesehen hat. Die Vielfalt an Nationalparks und Reservaten ist wirklich beeindruckend.
Ein ganz besonderes Kapitel sind die ukrainischen Karpaten. Die Gipfel sind oft in mystischen Nebel gehüllt, was der gesamten Gegend eine fast märchenhafte Atmosphäre verleiht. Wenn man oben ankommt, wird man mit einer Aussicht belohnt, die einem den Atem raubt. Im Winter verwandelt sich diese Region in ein Paradies für Skifahrer. Dabei hat man die Wahl zwischen riesigen, modernen Resorts mit allem Komfort und kleinen, gemütlichen Dörfern, die nur ein paar Pisten haben. Das Beste daran ist, dass man hier ein tolles Erlebnis zu wirklich fairen und erschwinglichen Preisen bekommt.
Man kann hier Tage damit verbringen, einfach nur die Natur zu genießen oder die kleinen Museen in den Dörfern zu besuchen, die oft private Schätze beherbergen. Es ist diese Mischung aus wilder Natur und der Einladung, die Seele baumeln zu lassen, die eine Reise in diese Region so besonders macht. Ob man nun den Kick auf dem Fluss sucht oder die Stille des Waldes bevorzugt, man findet hier genau das, was man braucht, um neue Kraft zu tanken.
Unterkunft in Ukraine
Wenn man eine Reise durch die Ukraine plant, stellt sich natürlich sofort die Frage nach der passenden Unterkunft. Die gute Nachricht ist, dass es hier wirklich für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel das Richtige gibt. Die Palette reicht von ganz einfachen, preiswerten Zimmern bis hin zu echtem Luxus, bei dem keine Wünsche offen bleiben. In den letzten Jahren sind vor allem Gästehäuser immer beliebter geworden, was eine tolle Entwicklung ist. Diese Häuser sind meist kleiner als klassische Hotels und bieten eine viel persönlichere Atmosphäre, fast so, als wäre man bei Freunden zu Besuch.
Natürlich gibt es in den großen Metropolen auch die bekannten internationalen Hotelketten. Wer Wert auf einen gewissen Standard legt, findet dort meistens Häuser in der Kategorie von vier oder fünf Sternen. Diese Hotels sind oft sehr zentral gelegen und bieten den gewohnten Komfort, den man weltweit erwartet. Aber auch abseits der großen Namen gibt es viele charmante Unterkünfte, die ihren ganz eigenen Reiz haben und oft mit viel Liebe zum Detail geführt werden.
Für Reisende mit kleinem Budget oder für Leute, die gerne neue Kontakte knüpfen, sind Hostels eine hervorragende Wahl. In den wichtigsten Städten und in den touristischen Regionen gibt es mittlerweile weit über 65 solcher Unterkünfte, und ständig kommen neue hinzu. In einem Hostel teilt man sich meistens die Zimmer, wobei es oft getrennte Bereiche für Männer und Frauen gibt. Viele Hostels bieten inzwischen aber auch Privatzimmer für Paare oder Familien an, sodass man trotz des günstigen Preises ein bisschen Privatsphäre genießen kann.
Die Ausstattung in den Hostels ist solide. Kissen und Decken bekommt man eigentlich überall gestellt, und die Bettwäsche ist entweder schon im Preis enthalten oder man kann sie sich für ein paar Münzen ausleihen. Das ist besonders praktisch, wenn man mit leichtem Gepäck unterwegs ist. Neben Hotels und Hostels gibt es auch die Möglichkeit, sich eine ganze Wohnung, ein Haus oder ein Reihenhaus zu mieten. Das ist vor allem dann super, wenn man länger bleiben möchte oder mit einer größeren Gruppe unterwegs ist. Die Preise hängen dabei stark davon ab, wie lange man bleibt und wo genau man wohnen möchte.
Für die echten Abenteurer unter uns gibt es noch eine ganz andere Option: Camping. Besonders in den spektakulären Schluchten und Canyons des Landes ist das Zelten ein unvergessliches Erlebnis. Es gibt dort so viele fantastische Orte, an denen man für ein paar Tage sein Lager aufschlagen kann. Man sitzt abends mit Freunden oder der Familie am Lagerfeuer, schaut in den Sternenhimmel und genießt die totale Freiheit. Es ist die perfekte Art, die Natur hautnah zu erleben und dem Trubel der Stadt für eine Weile komplett zu entkommen.
Küche und Geschirr Ukraine
Die ukrainische Küche hat eine ganz besondere Eigenart, die sie von vielen anderen unterscheidet. Bevor Fleisch oder Gemüse geschmort oder im Ofen gebacken werden, werden die Zutaten oft erst einmal in der Pfanne angebraten oder kurz gekocht. Das verleiht den Gerichten ein ganz eigenes Aroma und eine besondere Tiefe im Geschmack. Überhaupt sind die Menschen hier sehr experimentierfreudig und lieben es, verschiedene kulinarische Einflüsse in ihren Alltag zu integrieren. Da die Ukraine flächenmäßig riesig ist, findet man regional ganz unterschiedliche Spezialitäten.
In den Karpaten spürt man zum Beispiel deutlich den Einfluss der ungarischen Küche, was die Gerichte oft ein bisschen würziger macht. In Lemberg hingegen ist der kulinarische Mix fast schon legendär. Dort fließen jüdische, österreichische und deutsche Traditionen zusammen, was die Speisekarten der Stadt unglaublich vielfältig macht. In der Hauptstadt Kiew bekommt man natürlich die absoluten Klassiker serviert, während man unten in Odessa am Meer vor allem auf frischen Fisch und Meeresfrüchte setzt.
Obwohl in vielen traditionellen Rezepten Fleisch eine wichtige Rolle spielt, kommen auch Vegetarier voll auf ihre Kosten. Es gibt eine riesige Auswahl an fleischlosen Gerichten, bei denen oft Kartoffeln, Kohl, saure Gurken oder Karotten die Hauptrolle spielen. Auch Quark ist eine Zutat, die man ständig findet, besonders wenn es um Süßspeisen geht. Ein absolutes Muss sind natürlich die berühmten Teigtaschen, die zusammen mit dem Borschtsch die kulinarische Flagge des Landes in der ganzen Welt hochhalten.
Ein Snack, der in keiner ukrainischen Küche fehlen darf, ist Salo. Das ist Speck, der als sehr nahrhaft gilt und eine lange Tradition hat. Er lässt sich fast ewig lagern und wird meistens ganz klassisch auf einer Scheibe Schwarzbrot serviert. Wer es lieber warm mag, sollte unbedingt Deruny probieren. Das sind Kartoffelpuffer, die frisch aus der Pfanne am besten schmecken und oft mit einem Klecks Schmand serviert werden. Ein einfaches, aber absolut ehrliches Essen für jede Tageszeit.
Und dann gibt es da noch die Holubtsi. Das sind Kohlrouladen, die mit einer Mischung aus Hackfleisch und Reis gefüllt sind. Für manche Touristen mag das im ersten Moment etwas ungewöhnlich klingen, aber für die Einheimischen gehören sie bei jeder großen Feier einfach dazu. Ähnlich verhält es sich mit Cholodez, einer Art Fleischsülze, die aus einer kräftigen Brühe hergestellt wird. Dazu kommen hausgemachte Würstchen, dünne Pfannkuchen namens Nalysnyky oder Banusch, ein herzhaftes Maisgericht aus den Bergen. Man merkt schnell, dass man hier auf keinen Fall hungrig nach Hause gehen wird.
Kultur und Traditionen Ukraine
Wenn man sich mit der Kultur der Ukraine beschäftigt, stolpert man sofort über das beeindruckende Bildungssystem, das schon vor langer Zeit dafür sorgte, dass fast jeder im Land lesen und schreiben konnte. Diese frühe Liebe zum Wissen hat dazu geführt, dass im Laufe der Jahrhunderte wahre Meisterwerke entstanden sind. Das gilt für den Buchdruck genauso wie für die Architektur und die Literatur. Auch in der Wissenschaft wurden immer wieder beachtliche Fortschritte erzielt, die weit über die Landesgrenzen hinaus Beachtung fanden. Es ist ein Erbe, auf das die Menschen heute noch sehr stolz sind.
Ein ganz lebendiger Teil der Kultur sind die traditionellen Tänze und Tanzspiele, die man oft bei Festen beobachten kann. Viele dieser Bewegungsformen haben ihren Ursprung in den alten Kosakendörfern auf dem Land. Einige der Tänze lassen sich sogar bis zu uralten Kulten zurückverfolgen, was ihnen eine fast mystische Note verleiht. Heutzutage sind diese Tänze wie ein Fenster, durch das die ganze Welt einen Blick auf die ukrainische Seele werfen kann. Besonders bekannte Tanzensembles tragen diese Tradition mit viel Energie und Leidenschaft in die großen Theater weltweit.
Apropos Theater: Ein Besuch dort ist in der Ukraine absolut erschwinglich und ein tolles Erlebnis. Man kann sich klassische ukrainische Opern ansehen, die oft von packenden und emotionalen Geschichten erzählen. Diese Stücke sind tief im lokalen Geist verwurzelt und ziehen einen sofort in ihren Bann. Neben der Oper gibt es natürlich auch viele Bühnen, auf denen Volkstänze gezeigt werden oder wo man den melodischen Klängen traditioneller Lieder lauschen kann. Es ist eine wunderbare Art, einen Abend zu verbringen und dabei tief in die Atmosphäre einzutauchen.
In den letzten Jahren hat sich aber auch eine sehr moderne Festivalszene entwickelt, besonders in den großen Städten. Es gibt mittlerweile eine riesige Auswahl an Veranstaltungen, die jedes Jahr Tausende von Menschen anlocken. Internationaler Jazz ist dabei genauso vertreten wie große Open-Air-Konzerte, bei denen bis spät in die Nacht gefeiert wird. Auch das Thema Street Food hat eine eigene Festivallandschaft hervorgebracht, auf der man sich durch alle möglichen Leckereien probieren kann.
Überhaupt scheint das kulturelle Leben im Sommer förmlich zu explodieren. Überall finden kleine und große Events statt, die zeigen, wie lebendig und offen die Gesellschaft ist. Ob man nun in einer Ausstellung moderne Kunst bewundert, sich im Kino einen neuen Film ansieht oder bei einem Straßenfest mit den Einheimischen tanzt – die kulturelle Vielfalt ist einfach riesig. Es ist diese Mischung aus tiefem Respekt vor der eigenen Geschichte und der Lust auf Neues, die die heutige ukrainische Kultur so spannend und lebenswert macht.