Natur Turkmenistan
Die Geschichte Turkmenistans ist unglaublich tief verwurzelt und reicht weit in die Antike zurück. Schon vor Jahrtausenden war diese Region ein wichtiger Korridor für große Armeen auf ihrem Weg durch Asien. Alexander der Große hinterließ hier seine Spuren, bevor das Land Teil des Partherreichs wurde. Später brachten arabische Eroberer neue kulturelle Einflüsse mit, bis schließlich im 11. Jahrhundert das Reich der Seldschuken entstand und die Region prägte.
Ein großer Einschnitt war die Zeit der Mongolen unter Dschingis Khan, die das Gebiet unter ihre Kontrolle brachten. Viel später, gegen Ende des 19. Jahrhunderts, gliederte das Russische Reich Turkmenistan ein. Nach den Wirren der russischen Revolution wurde das Land 1924 zu einer Teilrepublik der Sowjetunion. Erst mit dem Zerfall der Union im Jahr 1991 erlangte Turkmenistan seine volle Unabhängigkeit und geht seitdem seinen ganz eigenen Weg.
Die Natur Turkmenistans ist ein echter Kontrast zur wechselvollen Geschichte. Es ist ein Land der extremen Landschaften, das von riesigen Sanddünen über schroffe Kalksteinfelsen bis hin zu grünen Flusstälern reicht. Es gibt dort Berge, die noch aus der Jurazeit stammen, sowie faszinierende Wasserfälle und Seen. Das Kaspische Meer im Westen bietet zudem einen ganz eigenen Lebensraum und eine malerische Kulisse für die Küstenregionen.
In den vielen Naturschutzgebieten des Landes kann man seltene Pflanzen und Tiere entdecken, die es oft nur noch hier gibt. Die Pflanzenwelt ist erstaunlich vielfältig, obwohl das Land so trocken ist. Es wachsen dort über 2500 verschiedene Pflanzenarten. Allein in der scheinbar kargen Karakum-Wüste findet man etwa 700 Arten, die sich perfekt an die Hitze angepasst haben. Besonders wertvoll ist der uralte Wacholder, der dort seit Jahrhunderten gedeiht.
Ein echtes Naturwunder steht im Dorf Karakala im Aydere-Tal. Dort wächst der berühmte Schahhoz, ein Walnussbaum, der stolze 500 Jahre alt ist. Er wird oft als der König der Nüsse bezeichnet. Neben solchen Einzelstücken gibt es ganze Wälder aus wilden Obst- und Nussbäumen sowie Pistaziensavannen und weite Bestände an Saxaul-Bäumen, die typisch für die zentralasiatische Landschaft sind.
Abgesehen von den schmalen Waldstreifen entlang der Flüsse haben sich fast alle Pflanzen an die extreme Trockenheit angepasst. Man sieht oft Zwergsträucher, Wüstenschilf oder spezielle Flechten, die mit minimalem Wasser auskommen. In den Bergregionen wandelt sich das Bild dann zu weiten Grassteppen. Diese verschiedenen Lebensräume bieten Platz für eine Tierwelt, die man in einer Wüste vielleicht gar nicht so zahlreich vermuten würde.
Klima Turkmenistan
Wenn man über das Wetter in Turkmenistan spricht, sollte man auf Extreme vorbereitet sein. Das Klima ist sehr trocken und kontinental geprägt. Das bedeutet im Grunde, dass die Winter ziemlich ungemütlich kalt sein können, während die Sommer oft mit einer sengenden Hitze und unerbittlichem Sonnenschein daherkommen. Da verschiedene Luftmassen über das Land ziehen, ist das Wetter oft recht launisch und wechselt schnell von eiskalt zu glühend heiß.
Der Sommer ist lang, extrem heiß und meistens staubtrocken. Nur ganz selten gibt es mal ein paar heftige Gewitter oder kurze Regenschauer, die dann aber ordentlich vom Himmel kommen können. Im krassen Gegensatz dazu steht der Winter, der zwar oft moderat ist, aber viele Regentage mitbringt. Schnee sieht man hier eher selten. Die Durchschnittstemperaturen im Januar schwanken zwischen leichtem Frost und milden Plusgraden, was die Winterjacke aber trotzdem unverzichtbar macht.
Der Frühling ist in Turkmenistan eine sehr kurze Phase. Es regnet dann zwar etwas mehr, aber die Mengen bleiben insgesamt gering. Danach folgt ein meist trockener Herbst. Richtig heftig wird es zwischen Mai und September. In dieser Zeit steigen die Temperaturen tagsüber oft auf weit über 40 Grad Celsius an. Das ist eine Hitze, die man als Reisender erst einmal gewohnt sein muss, da die Sonne ununterbrochen brennt.
In der Karakum-Wüste im Norden zeigt sich das kontinentale Klima von seiner härtesten Seite. Da im Winter kalte Luft aus Sibirien ungehindert einströmen kann, sinken die Temperaturen nachts manchmal auf bis zu minus 35 Grad. Normalerweise bewegen sich die winterlichen Werte aber eher zwischen minus sechs und plus fünf Grad. Da es kaum Schnee gibt, kann der Frost tief in den Boden ziehen. Im Sommer kehrt sich das Ganze um und es wird mit Werten bis zu 50 Grad fast unerträglich heiß.
Der Süden des Landes ist zum Glück nicht ganz so stark von diesen extremen Schwankungen betroffen wie der Norden. Hier klettern die Temperaturen im Winter selten unter minus fünf Grad und erreichen tagsüber oft angenehme elf Grad. Schnee ist in dieser Region eine echte Seltenheit. Wenn der Sommer kommt, steigen die Werte auf etwa 38 Grad am Tag, während es nachts mit 24 Grad noch relativ warm bleibt.
In der Hauptstadt Aschgabat ist die Luft im Sommer oft drückend und trocken, der Himmel zeigt sich dabei fast immer in einem strahlenden Blau. Die Winter sind hier jedoch sehr kalt und ebenfalls trocken. Die beste Zeit, um dem Land einen Besuch abzustatten, ist entweder das Frühjahr von März bis Juni oder der Herbst von September bis November. In diesen Monaten entgeht man der schlimmsten Hitze und der klirrenden Kälte des Winters.
Transport in Turkmenistan
Wer in Turkmenistan von A nach B kommen möchte, hat eigentlich eine ganz gute Auswahl an Möglichkeiten. Das Verkehrsnetz besteht aus einer Mischung aus Inlandsflügen, Zügen, Bussen und natürlich den allgegenwärtigen Taxis. Besonders zwischen den großen Städten wie Aschgabat, Mary oder Turkmenbashi ist man heutzutage in modernen und ziemlich bequemen Reisebussen unterwegs, was das Reisen recht angenehm macht.
Wenn man jedoch in kleinere Orte oder abgelegenere Gegenden will, muss man oft auf etwas ältere Busse oder private Minivans umsteigen. Das ist zwar weniger komfortabel, aber man kommt ans Ziel. Innerhalb der großen Städte gibt es zudem ein sehr günstiges Netz an Stadtbussen. Das ist eine tolle Möglichkeit, sich unter die Einheimischen zu mischen und für wenig Geld die verschiedenen Stadtviertel zu erkunden.
Ein echtes Erlebnis ist die Fahrt mit der Eisenbahn. Die Züge verbinden alle wichtigen Zentren des Landes und folgen oft den alten Routen der Seidenstraße. Es ist eine der preiswertesten Arten zu reisen. In den Zügen gibt es verschiedene Klassen, von einfachen Sitzen bis hin zu Schlafwagen mit weichen Betten. Sogar Speisewagen sind oft mit dabei, sodass man während der Fahrt gemütlich etwas essen kann.
Taxis findet man in jeder größeren Stadt an fast jeder Ecke. Viele dieser Autos werden privat betrieben und haben keine offizielle Lizenz. Deshalb ist es absolut ratsam, den Preis für die Fahrt schon vor dem Einsteigen festzulegen, damit es am Ende keine Überraschungen gibt. In Aschgabat gibt es mittlerweile auch einen modernen Online-Taxidienst namens TIZ.TAXI. Über eine App kann man dort ganz bequem sein Auto rufen und den Preis vorab checken.
Für alle, die lieber selbst am Steuer sitzen, gibt es in den Städten Autovermietungen. Man kann alles mieten, vom kleinen Flitzer für die Stadt bis hin zum Geländewagen für Ausflüge in die Natur. Das Straßennetz ist gut ausgebaut und lädt dazu ein, das Land auf eigene Faust zu entdecken. Es ist ein besonderes Gefühl von Freiheit, auf den langen Landstraßen durch die weiten Landschaften zu fahren.
Sogar auf dem Wasser kann man in Turkmenistan unterwegs sein. Auf dem Fluss Amu Darja verkehren Passagierboote, die vor allem im Nordosten des Landes wichtig sind. Das ist eine eher ungewöhnliche, aber sehr reizvolle Art, zum Beispiel nach Turkmenabat zu gelangen. Der Fluss markiert dort einen Teil der Grenze und bietet vom Wasser aus ganz neue Perspektiven auf die Umgebung.
Für längere Strecken innerhalb des Landes sind Inlandsflüge die beste Wahl. Turkmenistan verfügt über insgesamt fünf moderne Flughäfen. Der internationale Flughafen in Aschgabat ist das wichtigste Drehkreuz und beeindruckt schon durch seine Architektur. Die anderen Flughäfen in Städten wie Mary oder Dashoguz werden regelmäßig von der nationalen Fluggesellschaft Turkmenistan Airlines angeflogen, was das Reisen im Land erheblich beschleunigt.
Geld und Einkaufen in Turkmenistan
In Turkmenistan bezahlt man mit dem Manat. Eine wichtige Sache, die man wissen sollte: Bargeld ist hier immer noch König. Fast alles wird direkt bar bezahlt. Kreditkarten werden eigentlich nur in den ganz großen Hotels oder in sehr gehobenen Restaurants in der Hauptstadt akzeptiert. Geldautomaten sind selbst in Aschgabat eher selten gesät und außerhalb der Metropole so gut wie gar nicht zu finden.
Es ist daher klug, immer genug Bargeld dabei zu haben. Dollar werden oft gerne gesehen und lassen sich fast überall problemlos in die Landeswährung umtauschen. Das Herz des gesellschaftlichen Lebens und auch des Handels sind die lokalen Basare. Diese riesigen Märkte gibt es in jeder Stadt. Sie sind seit Jahrhunderten fest in der Kultur verankert und bieten ein Erlebnis für alle Sinne, das man sich nicht entgehen lassen sollte.
Wenn es um Mitbringsel geht, kommt man an dem berühmten Seidenstoff Keteni nicht vorbei. Die Seidenraupenzucht hat in Turkmenistan eine uralte Tradition. Dieser handgewebte Stoff ist wegen seiner unglaublichen Festigkeit und der leuchtenden Farben auf der ganzen Welt geschätzt. Man kann wunderbare Meterware kaufen, um sich daraus Kleidung, Tischdecken oder edle Bettwäsche fertigen zu lassen. Ein Stück dieser Seide ist ein echtes Stück turkmenischer Kultur.
Noch bekannter sind wahrscheinlich nur die turkmenischen Teppiche. Sie sind ein echtes Nationalsymbol und fallen sofort durch ihr tiefes Rot und die charakteristischen Muster auf. Es gibt sie in allen erdenklichen Größen, vom kleinen Läufer für die Wand bis hin zum riesigen Teppich für das Wohnzimmer. Jeder Teppich erzählt seine eigene Geschichte und ist ein handwerkliches Meisterwerk, das Generationen überdauert.
Ein nettes und eher handliches Souvenir sind die traditionellen Keramikpfeifen. Wenn man hineinbläst, klingen sie wie ein plätschernder Bach oder der Wind in der Wüste. Das ist ein schönes Geschenk, nicht nur für Kinder. Wer es ganz traditionell mag, kann sich eine Telpek kaufen. Das ist eine große, flauschige Mütze aus weißer Schafwolle. Auch die typischen bestickten Käppchen, die Tubeteika genannt werden, sind sehr beliebt.
Schmuck ist ebenfalls eine tolle Geschenkidee. Besonders der Silberschmuck ist von hervorragender Qualität und wird oft in einem ganz speziellen nationalen Stil gefertigt. Ein Stein, der dabei fast immer verwendet wird, ist der rote Karneol. Er gilt in Turkmenistan als wichtiger Schutzstein und Glücksbringer. Solch ein Schmuckstück zu verschenken, hat also auch eine sehr schöne symbolische Bedeutung für den Beschenkten.
Natürlich darf man die kulinarischen Schätze nicht vergessen. Die Nüsse und Trockenfrüchte aus der Region sind einfach köstlich und zudem sehr preiswert. Ein echter Geheimtipp sind Trockenfrüchte, die mit Schokolade überzogen sind, vor allem jene mit der berühmten turkmenischen Melone als Füllung. Wer gerne einen edlen Tropfen mag, sollte nach dem lokalen Cognac Ausschau halten, wobei Sorten wie Serkerde einen besonders guten Ruf genießen.
Natürlich findet man auf den Märkten auch die üblichen Kleinigkeiten wie Magnete, Schlüsselanhänger oder bedruckte T-Shirts. Aber es sind vor allem die handgemachten Dinge und die regionalen Spezialitäten, die eine Reise nach Turkmenistan unvergesslich machen. Wenn man mit offenen Augen über den Basar geht, findet man garantiert etwas, das einen immer an dieses außergewöhnliche Land erinnern wird.
Hauptattraktionen Turkmenistan
Wer heute nach Turkmenistan reist, betritt eine Welt, die wie kaum eine andere von Kontrasten und einer tief verwurzelten Geschichte geprägt ist. Es ist ein Land, das seine Besucher nicht einfach nur empfängt, sondern sie regelrecht in eine andere Zeit entführt. Auf den ersten Blick mag die weite Landschaft karg erscheinen, doch bei genauerem Hinsehen offenbart sich ein Reichtum an kulturellen Schätzen, die ihresgleichen suchen. Überall im Land finden sich Spuren vergangener Epochen, von uralten Festungsanlagen über prunkvolle Mausoleen der Seldschuken bis hin zu kunstvoll verzierten Minaretten und Moscheen aus dem Mittelalter. Es ist fast so, als würde man durch ein lebendiges Geschichtsbuch wandern, in dem jede Ruine ihre eigene Geschichte zu erzählen hat.
Besonders stolz ist man hier auf die Stätten, die es auf die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes geschafft haben. Orte wie die alte Festung Nisa, die einst das Herz des Partherreichs war, oder das legendäre Merw, das einst zu den größten Städten der Welt zählte, sind mehr als nur Steine. Auch Köneürgenç im Norden zeugt von der einstigen Macht und dem architektonischen Genie der Region. Die Hauptstadt Aschgabat bildet dazu einen fast schon surrealen Kontrast. Eingebettet zwischen der endlosen Weite der Karakum-Wüste und den markanten Ausläufern des Kopet-Dag-Gebirges, glänzt die Stadt heute als moderne Metropole aus weißem Marmor. Hier steht auch die monumentale Kiptschak-Moschee, die mit ihrer prachtvollen Erscheinung und den riesigen Dimensionen als eines der bedeutendsten Symbole des modernen Turkmenistans gilt.
Ein absolutes Highlight, das man so wohl nirgendwo sonst auf der Welt findet, ist der Gaskrater von Darvaza. Die Einheimischen nennen diesen brennenden Schlund mitten in der Wüste treffend das Tor zur Hölle. Wenn man nachts am Rand dieses riesigen, glühenden Beckens steht und die Flammen gegen den schwarzen Himmel lodern sieht, ist das ein Anblick, den man nie wieder vergisst. Es ist ein Ort, der die Fantasie beflügelt und gleichzeitig Respekt vor der Kraft der Natur einflößt. Aber auch die stillen Wunder wie die Yangykala-Canyons mit ihren bizarren Kalksteinformationen, die über Jahrtausende durch Wind und Wasser geformt wurden, lassen einen ehrfürchtig werden.
In der Nähe der modernen Stadt Änew kann man zudem die Ruinen einer berühmten Moschee bewundern, die vor allem für ihre außergewöhnlichen Mosaike bekannt ist. Besonders die Darstellungen von Drachen sind hier ein seltenes und faszinierendes Motiv. Wer weiter in den Norden nach Daschoguz reist, findet dort zwar eine geschäftige Stadt, doch die wahren Schätze liegen etwas außerhalb. Dort ragen das Minarett von Kutlug Timur, eines der höchsten in ganz Asien, und die prachtvollen Mausoleen von Sultan Tekesch oder Turabeg Khanum in den Himmel. Diese Bauwerke sind stumme Zeugen einer Zeit, in der diese Region ein strahlendes Zentrum der Gelehrsamkeit und Kunst war. Es ist diese Mischung aus unberührter Natur und jahrtausendealter Zivilisation, die eine Reise durch Turkmenistan so unvergleichlich macht.
Tourismus in Turkmenistan
Die Natur in Turkmenistan ist voller Überraschungen, die man so vielleicht nicht in einem Wüstenland erwarten würde. Besonders unter der Erde verbergen sich wahre Naturwunder, wie etwa die berühmten Karlyuk-Höhlen. Diese Höhlensysteme, die sich an den Hängen des Kugitangtau-Gebirges entlangziehen, gelten unter Experten als absolut einmalig in ganz Eurasien. Es ist eine verborgene Welt aus Tropfsteinen und unterirdischen Hallen, die so kostbar ist, dass sie völlig zu Recht unter dem Schutz der UNESCO steht. Wenn man dort unten steht, vergisst man völlig, wie heiß die Sonne draußen über der Wüstenlandschaft brennen kann.
Ein völlig anderes, aber ebenso faszinierendes Naturschauspiel findet man im Westen des Landes. Dort gibt es rund 30 Schlammvulkane, die in ihrer Form und ihrem Aussehen extrem variieren. Der älteste von ihnen ist der Boyadag, der wie ein Relikt aus einer anderen Zeit wirkt. Diese Vulkane spucken keinen glühenden Stein, sondern grauen Schlamm aus der Tiefe, was der Landschaft ein fast schon mondähnliches Aussehen verleiht. Um diese einzigartigen Ökosysteme zu bewahren, wurden große Naturschutzgebiete wie Badhyz, Repetek oder Krasnowodsk eingerichtet, in denen seltene Tiere und Pflanzen ihren Lebensraum finden.
Wer sich für die ganz frühe Geschichte unseres Planeten interessiert, sollte unbedingt den Kugitang-Nationalpark besuchen. Dort kann man tatsächlich auf den Spuren von Dinosauriern wandeln, deren Fußabdrücke im Stein für die Ewigkeit festgehalten wurden. Es ist ein seltsames Gefühl, seine eigenen Schritte dort zu setzen, wo vor Millionen von Jahren diese riesigen Kreaturen unterwegs waren. Nach so viel Abenteuer bietet sich ein Abstecher zur Archabil-Schlucht an. Dieses schmale Tal erstreckt sich über zehn Kilometer und ist mit seinem kleinen Gebirgsbach Firjusinka eine wahre Oase der Ruhe. Hier kann man wunderbar durch den Naturpark spazieren und die frische Bergluft genießen.
Aber Turkmenistan hat auch eine ganz andere Seite, die eng mit dem Wasser verbunden ist. Im Westen grenzt das Land an das Kaspische Meer, was Möglichkeiten bietet, die man hier kaum vermuten würde. Man kann dort tatsächlich tauchen oder surfen gehen, auch wenn die Küste oft noch sehr ursprünglich und wild wirkt. Wer es lieber entspannt mag, sollte das unterirdische Schwefelwasser des Kow-Ata-Sees ausprobieren. Das Wasser dort ist das ganze Jahr über angenehm warm und hat heilende Eigenschaften. Es ist ein fast schon mystischer Ort, tief in einer Höhle gelegen, wo man im dampfenden Wasser die Sorgen des Alltags vergessen kann.
Ein ganz besonderer Teil der turkmenischen Identität ist jedoch die enge Verbindung zu Tieren, allen voran dem Pferd. Die Achal-Tekkiner sind weltberühmt für ihre Eleganz, Ausdauer und Schönheit. Es heißt, diese Pferde seien so treu wie kaum ein anderes Tier. Wer die Gelegenheit hat, auf einem dieser edlen Tiere durch die Steppe zu reiten, wird verstehen, warum die Einheimischen so stolz auf ihre Zuchttradition sind. Aber auch das Kamel gehört fest zum Bild Turkmenistans. Eine Reise auf dem Rücken eines Kamels durch die Weiten der Karakum ist wohl die authentischste Art, die Wüste zu erleben. Man spürt die endlose Stille und bekommt eine Ahnung davon, wie die Karawanen früherer Zeiten sich gefühlt haben müssen.
Unterkunft in Turkmenistan
Das Reisen in Turkmenistan ist ein echtes Abenteuer für die Sinne, vor allem wenn man sich abseits der bekannten Pfade bewegt. Für Menschen, die das Unbekannte suchen, ist eine Fahrt durch die Wildnis des Landes genau das Richtige. Man kann sich auf alte Karawanenpfade begeben, die einst die Region Choresm mit dem Kaspischen Meer verbanden. Diese Wege führen durch weite Salzebenen und unberührte Natur, wo man weit und breit keiner anderen Menschenseele begegnet. Es ist eine Herausforderung für jeden Reisenden, aber die Belohnung sind Ausblicke und Eindrücke, die man mit keinem Geld der Welt kaufen kann.
Besonders faszinierend ist es, die kleinen Wüstendörfer zu besuchen und die Menschen kennenzulernen, die dort oft noch halbnomadisch leben. Die Gastfreundschaft ist hier keine Floskel, sondern eine Lebenseinstellung. Man wird oft auf eine Tasse Tee eingeladen und erfährt aus erster Hand, wie das Leben in einer der trockensten Regionen der Erde funktioniert. Wer möchte, kann die Karakum-Wüste in seiner ganz eigenen Geschwindigkeit erkunden, sei es bei einem Trip zu den archäologischen Ausgrabungen von Gonur-Tepe oder bei einer Wanderung durch die zerklüfteten Landschaften des Kaplankyr-Plateaus, das ideal für Trekkingtouren ist.
Wenn es um die Unterkunft geht, bietet Turkmenistan eine überraschende Vielfalt. In den großen Städten wie Aschgabat, Daschoguz oder Turkmenbaschi findet man modernen Luxus, der keinen Vergleich scheuen muss. Die Hotels dort sind oft architektonische Meisterwerke mit individuellem Design, das versucht, die Wärme und den Glanz des Orients einzufangen. Man findet dort alles, was das Herz begehrt, von riesigen Poolanlagen über Wellnessbereiche bis hin zu schicken Restaurants. Es ist der perfekte Ort, um nach einem langen Tag voller Besichtigungen zur Ruhe zu kommen und sich verwöhnen zu lassen.
Aber es muss nicht immer das Fünf-Sterne-Hotel sein. In vielen Städten gibt es charmante Pensionen oder gemütliche Hostels, die oft sehr zentral liegen und eine persönliche Atmosphäre bieten. Für diejenigen, die länger bleiben wollen oder mehr Unabhängigkeit suchen, ist das Mieten einer Wohnung oder eines Ferienhauses eine tolle Option. Besonders schön sind die kleinen Landhäuser in den Bergen, wo man die absolute Privatsphäre und die saubere Luft genießen kann. Es gibt kaum etwas Schöneres, als morgens mit dem Blick auf die Gipfel aufzuwachen und den Tag ganz entspannt zu beginnen.
Ein Erlebnis, das man sich auf keinen Fall entgehen lassen sollte, ist das Campen in der Wüste. Es hat etwas Magisches, wenn die Sonne langsam hinter den Dünen versinkt und der Himmel in den unglaublichsten Farben leuchtet. In der Karakum-Wüste zu übernachten, vielleicht direkt in der Nähe des brennenden Kraters von Darvaza oder in den Tiefen der Yangykala-Canyons, ist einfach unbeschreiblich. Man schläft in hochwertigen Zelten und wird oft mit einem traditionellen Essen am Lagerfeuer versorgt. Wenn dann der riesige Sternenhimmel über einem aufgeht, merkt man erst, wie klein der Mensch eigentlich ist und wie wunderschön unsere Welt sein kann.
Küche und Geschirr Turkmenistan
Die Küche Turkmenistans ist ein Spiegelbild der Geschichte und des Lebensstils seiner Menschen. Was einen sofort beeindruckt, ist die ehrliche Einfachheit der Gerichte, die trotzdem mit einem unglaublichen Geschmack überzeugen. Die Rezepte haben sich über Jahrhunderte kaum verändert und sind eng mit dem früheren Nomadenleben verknüpft. Man kocht hier mit dem, was die Natur hergibt, und das Ergebnis ist nahrhaft, frisch und herzhaft. Je nachdem, in welcher Region man sich befindet, stehen entweder Fleisch oder Fisch im Mittelpunkt der Mahlzeiten.
Besonders beliebt ist das Fleisch von Schafen oder jungen Kamelen, aber auch Geflügel und Wildbret landen oft im Topf. In den Gegenden am Kaspischen Meer spielt Fisch natürlich eine viel größere Rolle. Stör, Hering oder andere regionale Fischarten werden hier oft auf eine Weise zubereitet, die man so vielleicht nicht erwartet hätte. Es ist gar nicht ungewöhnlich, dass Fisch mit Zutaten wie Granatapfelsaft, Aprikosen oder Sesam kombiniert wird, was den Gerichten eine ganz besondere, feine Note verleiht. Es lohnt sich definitiv, diese ungewöhnlichen Kombinationen einmal zu probieren.
Das Herzstück jeder Mahlzeit ist jedoch das Brot, das hier Tschorek genannt wird. Für die Turkmenen ist Brot heilig und die Zubereitung ist fast schon eine eigene Kunstform. Meistens wird es in einem traditionellen Lehmofen, dem Tanyr, gebacken. Egal ob einfaches Fladenbrot oder aufwendiger Schichtteig, frisch aus dem Ofen schmeckt es einfach am besten. Ein weiteres Gericht, das auf keinem Fest fehlen darf, ist der Plov. Dieser Reis wird klassisch mit Lammfleisch, Zwiebeln und gelben Karotten zubereitet und ist das Symbol der Gastfreundschaft. Oft wird dazu eine Schurpa gereicht, eine kräftige Fleischbrühe mit Kartoffeln und Tomaten, die herrlich wärmt.
Wer es etwas handlicher mag, sollte Gutap probieren. Das sind gefüllte Teigtaschen, die entweder mit Fleisch, Kürbis oder Spinat gefüllt sind und meistens in der Pfanne goldbraun gebraten werden. Und natürlich darf der Schaschlik nicht fehlen. Die saftigen Fleischstücke werden über glühender Holzkohle gegrillt und traditionell mit rohen Zwiebeln und einer würzigen Essigsauce serviert. Man findet Schaschlik fast überall, vom schicken Restaurant bis zum kleinen Stand an der Straßenecke. Die Qualität des Fleisches ist hier meistens hervorragend, da die Tiere oft draußen auf den weiten Weiden grasen können.
Turkmenistan ist aber auch ein Paradies für alle, die Obst lieben. Die turkmenischen Melonen sind legendär und ihr Duft nach Honig ist auf jedem Markt wahrnehmbar. Es heißt, sie seien die süßesten der Welt. Auch bei den Milchprodukten gibt es viel zu entdecken. Aus Schaf- oder Kamelmilch werden durch Fermentierung Getränke wie Tschal oder Agaran hergestellt, die nicht nur erfrischend sind, sondern auch als sehr gesund gelten. Zum Abschluss einer Mahlzeit gibt es meistens etwas Süßes wie Halva oder Paschmak, oft begleitet von einem Glas grünem Tee, der in dieser Hitze das beste Getränk ist, um den Durst zu löschen.
Kultur und Traditionen Turkmenistan
Die Kultur in Turkmenistan ist tief in den alten Traditionen der verschiedenen Stämme verwurzelt, aus denen das Volk hervorgegangen ist. Auch wenn heute alle stolz darauf sind, Turkmenen zu sein, haben sich die verschiedenen Clans ihre eigenen Dialekte und sogar eigene Stile in der Kleidung bewahrt. Was jedoch alle verbindet, ist eine Gastfreundschaft, die man heute nur noch selten findet. Es gibt ein schönes Sprichwort im Land, das besagt: Wenn dein Nachbar glücklich ist, wirst du es auch sein. Dieser Zusammenhalt und der gegenseitige Respekt, besonders gegenüber den Älteren, prägen das tägliche Miteinander.
Religion spielt im Leben vieler Menschen eine wichtige Rolle, wobei der Großteil der Bevölkerung dem sunnitischen Islam angehört. Dennoch gibt es ein friedliches Miteinander mit der christlichen Minderheit, die meist der orthodoxen Kirche angehört. Diese Toleranz und die Offenheit gegenüber anderen Kulturen sind feste Bestandteile der turkmenischen Identität. Das zeigt sich auch in der Kunst, die über Generationen hinweg gepflegt wurde. Besonders das Teppichknüpfen ist hier viel mehr als nur ein Handwerk. Jeder Teppich erzählt mit seinen Mustern und Farben die Geschichte eines Stammes und gilt als eines der höchsten Kulturgüter des Landes.
Neben den Teppichen sind auch der Schmuck und die Handwerkskunst aus Leder oder Keramik weit über die Grenzen hinaus bekannt. Man spürt in jedem Stück die Liebe zum Detail und die Verbundenheit zur eigenen Geschichte. Das gilt auch für die Musik. Die traditionellen Lieder begleiten die Menschen durch alle Phasen des Lebens, von der Wiege bis zur Hochzeit. Besonders verehrt werden die Bachschi, Musiker und Geschichtenerzähler, die mit ihrer Musik und ihren Erzählungen die alten Mythen und Legenden lebendig halten. Wenn ein Bachschi anfängt zu spielen, hört man ihm mit höchster Aufmerksamkeit zu.
Auch der Sport hat in Turkmenistan eine lange Tradition, die eng mit der Kriegskunst und dem Reiten verbunden ist. Schon seit Jahrtausenden messen sich die Männer im Ringen, dem sogenannten Goresch. Dieser Sport ist tief in der Kultur verwurzelt und gehört zu jedem größeren Fest dazu. Überhaupt sind Kampfsportarten extrem beliebt, egal ob Sambo, Judo oder Taekwondo. Es ist dieser Kampfgeist und die körperliche Disziplin, die viele junge Turkmenen motivieren, sich in internationalen Wettbewerben zu beweisen. Es geht dabei nicht nur um den Sieg, sondern um Ehre und Durchhaltevermögen.
Die Feiertage sind im Land immer ein großes Ereignis. Neben dem Unabhängigkeitstag gibt es ganz besondere Feste wie den Tag der Melone, der die süßen Früchte des Landes ehrt. Auch religiöse Feste wie Eid al-Fitr oder das Frühlingsfest Nowruz werden ausgiebig gefeiert. Bei diesen Gelegenheiten kommt die ganze Gemeinschaft zusammen, es wird getanzt, gelacht und natürlich gemeinsam gegessen. Es ist diese lebendige Mischung aus Stolz auf die eigene Vergangenheit und der Freude am gemeinsamen Feiern, die das Leben in Turkmenistan so einzigartig macht. Wer das Land besucht, wird von dieser Energie fast automatisch angesteckt.