Natur Saudi-Arabien
Wenn man sich die Geografie Saudi-Arabiens ansieht, wird schnell klar, dass man es hier mit einer extremen Landschaft zu tun hat. Das Land liegt auf einem riesigen Wüstenplateau, das an manchen Stellen bis zu 1600 Meter in die Höhe ragt. Das Relief wird fast überall von weiten Hochebenen dominiert, auf denen nur sehr wenig wächst. Wegen der gnadenlosen Sonne und der ständigen Trockenheit sucht man natürliche Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen, meist vergeblich.
Um die Landwirtschaft und die Menschen zu versorgen, greift man auf riesige unterirdische Wasservorkommen zurück, die an Hunderten von Stellen im Land angezapft werden. Ein echtes Juwel ist dabei die Oase Al-Ahsa im Osten des Landes, die als die größte ihrer Art gilt. Nur etwa 60 Kilometer vom Persischen Golf entfernt, bietet sie mit ihren glasklaren Quellen einen krassen Kontrast zur staubigen Umgebung.
Trotz der Hitze ist die Tier- und Pflanzenwelt erstaunlich vielfältig und hält so manche Überraschung für Naturfreunde bereit. Man kann hier zum Beispiel Wildkatzen entdecken, deren Vorfahren schon auf den Wandmalereien der alten Ägypter verewigt wurden. Die Wüste beheimatet Dutzende Arten von Eidechsen und Schlangen sowie eine beeindruckende Zahl an Säugetieren. Und natürlich darf das Kamel nicht fehlen, das mit seiner Fähigkeit, in kürzester Zeit enorme Mengen Wasser zu speichern, ein wahres Überlebenswunder ist.
In speziellen Schutzgebieten wie Jabal Shada leben sogar die seltenen Karakale, die man an ihren markanten schwarzen Pinseln an den Ohren erkennt. Diese eleganten Raubkatzen wirken wie Wesen aus einer anderen Zeit. Doch Vorsicht ist geboten, denn in der Wüste lauern auch Gefahren in Form von giftigen Ottern. Wenn man ein verdächtiges Zischen hört, sollte man sofort stehen bleiben, die Lage sondieren und sich dann ganz ruhig zurückziehen.
Auch Skorpione gehören zu den Bewohnern, die sich tagsüber gerne unter Steinen oder in kühlen Erdspalten verstecken. Ein kleiner, aber faszinierender Bewohner ist der Äthiopische Igel, der in den dichten Gebüschen der Wüste lebt. Er ist ein geschickter Nachtjäger und verbringt die heißen Stunden des Tages tief in seinem Bau. Obwohl er kaum größer als eine Handfläche ist, kann er bei Gefahr erstaunlich schnell werden.
In der Luft und am Boden wimmelt es zudem von verschiedenen Nagetieren wie Zieseln oder Springmäusen, die oft die Beute von Falken und Geiern werden. Besonders interessant ist die Vielfalt an Füchsen, von denen der winzige Fennek wohl der bekannteste ist. Manche dieser kleinen Wüstenfüchse werden wegen ihres charmanten Aussehens sogar als Haustiere gehalten.
Wer einen Blick unter die Wasseroberfläche wirft, wird von der Pracht im Meer völlig überwältigt sein. In den Korallenriffen tummeln sich Tausende von Arten, darunter stolze Segelfische, riesige Thunfische und farbenfrohe Doraden. Es ist eine vollkommen andere Welt, die nur wenige Meter vom trockenen Wüstensand entfernt beginnt.
Was die Pflanzenwelt angeht, so findet man in der sandigen Einöde vor allem den weißen Saxaul und dornige Kamelbüsche. Diese Disteln werden von den Einheimischen sogar als traditionelles Heilmittel gegen Husten verwendet. In den Bergregionen sieht es dagegen viel grüner aus, dort wachsen wilde Akazien, Tamarisken und sogar Olivenbäume. Die Oasen wiederum sind der Ort, an dem saftige Dattelpalmen, Bananen und Zitrusfrüchte gedeihen, die die Märkte des Landes bereichern.
Klima Saudi-Arabien
Das Wetter in Saudi-Arabien ist alles andere als einseitig und kann Reisende immer wieder vor neue Herausforderungen stellen. Es ist durchaus möglich, dass in einem Teil des Landes ein heftiger Sandsturm tobt, während woanders die Sonne gnadenlos bei Rekordtemperaturen vom Himmel brennt. Das Klima ist im Kern tropisch bis subtropisch geprägt und zeichnet sich durch eine extreme Trockenheit aus.
In den Sommermonaten steigen die Temperaturen tagsüber oft auf über 42 Grad an, was für Europäer erst einmal ein kleiner Schock sein kann. Nachts kühlt es sich zwar etwas ab, aber mit 25 Grad bleibt es immer noch angenehm warm für lange Abende im Freien. Ganz anders sieht es in den Bergen aus, wo im Winter sogar regelmäßig Schnee fallen kann. Dort sind auch die Niederschlagsmengen deutlich höher als in den flachen Wüstengebieten.
Die meiste Zeit des Jahres bleibt es staubtrocken, und Regen fällt eigentlich nur in der Zeit zwischen Dezember und April. Eine der extremsten Regionen ist die Wüste Rub al-Chali, wo das Thermometer tagsüber auf unglaubliche 50 Grad klettern kann. Sobald die Sonne jedoch untergeht, sinken die Temperaturen rapide ab und können nachts sogar fast den Gefrierpunkt erreichen.
Wenn man plant, das Land im Winter zu besuchen und in den Norden nach Tabuk reist, sollte man unbedingt warme Kleidung und einen Schirm einpacken. In den Bergregionen von Asir muss man zu dieser Zeit zudem mit dichten Nebelfeldern rechnen, die die Sicht stark einschränken können. Es gibt Orte in der Wüste, an denen es jahrelang keinen einzigen Tropfen regnet, was die Natur dort sehr speziell macht.
Regelmäßig treten in diesen Gebieten saisonale Winde auf, die gewaltige Sandstürme verursachen können. In solchen Momenten sinkt die Sichtweite praktisch auf Null, und der feine Staub legt sich wie eine Decke über Häuser und Autos. Das ist ein beeindruckendes, aber auch beängstigendes Naturschauspiel, das meist nach einer Phase extremer Hitze auftritt.
Der Frühling beginnt in der Regel Mitte März und zieht sich bis in den Juni hinein. In dieser Übergangszeit wehen oft die heißen Winde namens Samum und Chamsin, die viel Staub mit sich führen. Während es in der Hauptstadt Riad nachts dann meist um die 20 Grad warm ist, bleibt es im kühleren Norden oft bei deutlich frischeren Werten.
Wer die perfekte Reisezeit sucht, sollte den November ins Auge fassen. Das Meer ist dann noch herrlich warm, die Lufttemperatur ist angenehm und man kann perfekt baden oder Wassersport treiben, ohne ins Schwitzen zu geraten. In der Hauptstadt Riad ist das Klima wegen der Höhenlage von 500 Metern ohnehin etwas moderater als direkt an der Küste.
In Städten wie Mekka kann die Hitze im Sommer dagegen wirklich extrem werden und die 50-Grad-Marke knacken. Wer dort unterwegs ist, sollte auf leichte, atmungsaktive Kleidung aus Naturstoffen achten, die aber trotzdem Knie und Schultern bedeckt. Ein guter Sonnenschutz und eine Kopfbedeckung sind absolut überlebenswichtig, wenn man sich länger im Freien aufhält. Am schwülsten ist es an der Ostküste, wo die Luftfeuchtigkeit bei 40 Grad oft die 90-Prozent-Marke überschreitet, was sich wie ein tropisches Gewächshaus anfühlt.
Transport in Saudi-Arabien
Die Fortbewegung in Saudi-Arabien ist dank der modernen Infrastruktur mittlerweile sehr komfortabel und unkompliziert. Das Land verfügt über insgesamt vier große internationale Flughäfen, die in Riad, Dschidda, Medina und Dammam liegen. Diese werden von zahlreichen Fluggesellschaften aus aller Welt angeflogen, sodass die Anreise aus Europa völlig problemlos verläuft. Zusätzlich gibt es über 15 Inlandsflughäfen, mit denen man selbst die entlegensten Winkel des Reiches schnell erreicht.
Ein großer Vorteil für alle Autofahrer sind die weltweit wohl niedrigsten Benzinpreise, die oft nur einen Bruchteil dessen kosten, was man in Europa bezahlt. Daher ist es kein Wunder, dass das Auto das mit Abstand wichtigste Transportmittel im Land ist. Die Autobahnen sind in einem hervorragenden Zustand und erstrecken sich über Zehntausende Kilometer quer durch die Wüste.
Einen Mietwagen zu bekommen, ist in allen größeren Städten und direkt an den Flughäfen ein Kinderspiel. Man muss lediglich mindestens 21 Jahre alt sein, einen internationalen Führerschein besitzen und eine Kreditkarte vorlegen können. Eine besonders erfreuliche Entwicklung gab es im Jahr 2018, als das Fahrverbot für Frauen endlich aufgehoben wurde. Seitdem sieht man immer mehr Frauen am Steuer, und sie dürfen sogar schwere Lastwagen oder Motorräder führen.
Man sollte wissen, dass im Land Rechtsverkehr herrscht und die Straßen in den Städten oft achtspurig ausgebaut sind. Sobald man jedoch die großen Zentren verlässt und in ländliche Provinzen fährt, können die befestigten Straßen auch mal in Schotterpisten übergehen. Wer nicht selbst fahren möchte, kann auf ein gut ausgebautes Busnetz zurückgreifen, das alle wichtigen Städte miteinander verbindet.
Die staatlichen Busunternehmen setzen moderne Fahrzeuge mit Klimaanlagen ein, was die Reise auch bei hohen Temperaturen angenehm macht. Allerdings muss man fairerweise sagen, dass eine Busreise deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt als eine Fahrt mit dem Taxi oder dem eigenen Wagen. Taxis sind überall verfügbar, wobei man zwischen offiziellen Anbietern und privaten Fahrern unterscheidet, die preislich oft etwas variieren.
Ein weiteres Highlight ist das Schienennetz, das in den letzten Jahren massiv ausgebaut wurde und sich über Hunderte von Kilometern erstreckt. Die Züge verbinden die Hauptstadt mit den wichtigen Häfen am Persischen Golf und bieten einen sehr hohen Komfortstandard. Fahrkarten lassen sich ganz bequem an den Bahnhöfen kaufen, und die Sauberkeit in den Abteilen ist vorbildlich.
Nicht zu vergessen ist der Schiffsverkehr, der für die Wirtschaft des Landes eine existenzielle Rolle spielt. Durch den Export von Erdöl haben sich riesige Hafenanlagen entwickelt, die zu den modernsten der Welt gehören. Auch wenn der Passagiertransport auf dem Wasser eher eine untergeordnete Rolle spielt, ist die logistische Bedeutung der Seehäfen für Saudi-Arabien kaum zu überschätzen.
Geld und Einkaufen in Saudi-Arabien
Was die Sicherheit angeht, gehört Saudi-Arabien zu den unkompliziertesten Reisezielen, sodass man sich um sein Geld kaum Sorgen machen muss. Die offizielle Währung ist der Saudi-Riyal, der wiederum in 100 Halala unterteilt ist. Überall im Land findet man Möglichkeiten, Geld zu wechseln, sei es direkt am Flughafen, in den Banken oder in den großen Einkaufszentren.
Die Banken haben in der Regel vormittags ab 9:30 Uhr geöffnet und schließen am späten Nachmittag. Wer lieber mit Karte zahlt, wird keine Probleme haben, da moderne Geldautomaten fast an jeder Straßenecke zu finden sind. Gängige Kreditkarten wie Visa oder Mastercard werden fast überall akzeptiert, was den Alltag für Touristen sehr erleichtert.
Das Einkaufen in Saudi-Arabien ist ein Erlebnis für sich, da es eine faszinierende Mischung aus traditionellen Märkten und hochmodernen Luxus-Boutiquen gibt. Ein klassisches Mitbringsel ist die sogenannte Kufiya, das bekannte Kopftuch mit dem typischen Karomuster. Aber auch handgefertigte Gebetsketten, filigraner Goldschmuck oder traditionelle arabische Dolche sind sehr beliebte Souvenirs.
Auf den Basaren, die hier Souks genannt werden, duftet es verführerisch nach Gewürzen, Parfümölen und süßen Leckereien wie Baklava oder Sorbet. Ein Geheimtipp ist die Kamelmilch, die es heute oft in praktischen, versiegelten Packungen für den Transport gibt. Viele Besucher lassen sich auch von der Kunst der arabischen Kalligrafie begeistern und kaufen kunstvoll beschriebene Pergamente als Wandschmuck.
Besonders berühmt ist die Stadt Medina für ihre Ajwa-Datteln, die nicht nur hervorragend schmecken, sondern denen auch eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Diese Datteln sind außen etwas fester und trocken, aber im Inneren wunderbar weich und süß. Sie gelten unter Reisenden als eines der wertvollsten Geschenke, die man aus dem Königreich mitbringen kann.
Ein weiteres Luxusgut ist das kostbare Oud-Öl, das aus dem Harz des Adlerholzbaumes gewonnen wird und die Basis für viele edle Parfüms bildet. Die Holzsplitter selbst werden oft als Weihrauch verbrannt, besonders zu festlichen Anlässen, was dem ganzen Land diesen typischen, schweren Duft verleiht. Kleine Säckchen mit diesen Holzstückchen sind ein wunderbares Souvenir, um den Duft des Orients mit nach Hause zu nehmen.
Wer auf der Suche nach authentischen Stücken ist, sollte den Al-Thumairi Markt in Riad besuchen, der für seine Qualität bekannt ist. In Medina hingegen lohnt sich ein Abstecher zum historischen Basar, wo man von günstigen Alltagsgegenständen bis hin zu exklusiven Luxuswaren alles findet. Das Handeln gehört auf diesen Märkten einfach dazu, und man kann oft einen deutlich besseren Preis erzielen, wenn man ein wenig Geduld mitbringt.
Ein wichtiger Hinweis für die Zeitplanung: Während der täglichen Gebetszeiten schließen fast alle Geschäfte für etwa eine halbe Stunde. Wer es lieber etwas ruhiger mag und den großen Menschenmassen aus dem Weg gehen möchte, sollte seine Shopping-Tour am besten auf die frühen Morgenstunden legen. Dann ist die Atmosphäre entspannt und man kann in aller Ruhe durch die Gassen schlendern.
Hauptattraktionen Saudi-Arabien
Wenn man an Saudi-Arabien denkt, kommt einem als Erstes die Stadt Mekka in den Sinn. Sie ist zweifellos das Herzstück des Landes und ein Ort voller Geschichte. Hier erblickte der Prophet Mohammed das Licht der Welt, was die Stadt zur heiligsten Stätte des Islam macht. Nur eine kurze Autofahrt von etwa einer Stunde trennt diesen besonderen Ort von der Küste des Roten Meeres. Wer das Glück hat, die Stadt zu besuchen, wird von der Mischung aus uralten Denkmälern und beeindruckender Architektur förmlich erschlagen.
Es ist schon faszinierend, wie jedes Jahr Millionen von gläubigen Menschen hierher pilgern, um ihren religiösen Pflichten nachzukommen. Man muss jedoch wissen, dass der Zugang zu Mekka streng reglementiert ist. Die Stadt ist ausschließlich Muslimen vorbehalten, während Menschen anderen Glaubens das Stadtgebiet leider nicht betreten dürfen. Das verleiht dem Ort eine ganz eigene, fast schon geheimnisvolle Atmosphäre der Exklusivität. Inmitten dieser spirituellen Metropole findet man das Heiligtum der Kaaba, ein Bauwerk, das man gesehen haben muss.
Einer alten Legende nach wurde dieser schwarze Kubus von Engeln erbaut, die dafür direkt aus dem Himmel herabstiegen. Die Form ist rechteckig und das Gebäude ragt stolz über 13 Meter in die Höhe. Besonders edel wirken die feinen goldenen Verzierungen und Inschriften, die sich vom dunklen Hintergrund abheben. Seit dem frühen 7. Jahrhundert wird immer wieder an diesem Bauwerk gearbeitet, um es für die Nachwelt zu erhalten. Es ist der absolute Bezugspunkt für Muslime weltweit, die sich beim Gebet genau in diese Richtung verbeugen.
An bestimmten Tagen haben Gläubige sogar die seltene Chance, ganz nah an das Bauwerk heranzutreten oder die Mauern zu berühren. Aber nicht nur Religiöses hat das Land zu bieten, wie der gigantische Springbrunnen von König Fahd beweist. Dieses technische Wunderwerk wurde 1983 eingeweiht und übertrifft sogar die Höhe des Eiffelturms. Es ist kein Wunder, dass er einen festen Platz im Guinness-Buch der Rekorde sicher hat. Die Wasserfontäne schießt mit einer unglaublichen Wucht 312 Meter hoch in den Himmel.
Stellen Sie sich vor, dass in jedem Moment etwa 19 Tonnen Wasser in der Luft über dem Becken schweben. Das Wasser rast mit einer Geschwindigkeit von 375 Stundenkilometern nach oben, was für jeden Beobachter ein absolut fesselndes Spektakel ist. Ein weiterer Weltrekord findet sich in der Stadt Yanbu, wo jedes Jahr ein riesiges Blumenfestival gefeiert wird. Dort kann man den größten Blumenteppich bestaunen, den man sich vorstellen kann, und sogar seltene Schmetterlingsarten entdecken. Für Familien gibt es tolle Fahrgeschäfte und am Abend erleuchten prachtvolle Feuerwerke den Himmel.
Wer sich eher für Kunst interessiert, sollte unbedingt das Freilichtmuseum Al-Hamra besuchen. Dort stehen über 20 Skulpturen von weltberühmten Künstlern wie Joan Miró oder Henry Moore einfach so in der Landschaft. Es ist toll zu sehen, wie moderne Kunst und die karge Umgebung miteinander verschmelzen. Überhaupt lohnt sich eine Reise in das Königreich wegen der unglaublichen Vielfalt der Landschaft. Von schroffen Berggipfeln über weiße Sandstrände bis hin zu smaragdgrünem Wasser ist alles dabei, was das Herz begehrt. Man kann Wüstensafaris unternehmen oder in Parks seltene Tiere beobachten, die man sonst nirgendwo zu Gesicht bekommt.
Tourismus in Saudi-Arabien
Die Strände in Saudi-Arabien sind wirklich etwas Besonderes und verteilen sich auf zwei völlig unterschiedliche Küsten. Im Osten erstreckt sich der Persische Golf, während man im Westen die traumhaften Ufer des Roten Meeres findet. Das Wasser ist an beiden Seiten herrlich warm und so klar, dass man fast bis zum Grund schauen kann. Der Sand ist an den meisten Stellen schneeweiß und so weich, dass man am liebsten barfuß stundenlang spazieren gehen möchte. Man sollte sich allerdings vor dem Sprung ins kühle Nass kurz mit den lokalen Gepflogenheiten vertraut machen.
Die Einheimischen halten sich streng an ihre religiösen Regeln und gehen daher nur in geschlossener Kleidung schwimmen. Für uns Urlauber bedeutet das, dass Männer am besten ein T-Shirt und längere Shorts tragen sollten. Frauen greifen idealerweise zu speziellen Badeanzügen, die den Körper weitgehend bedecken, um respektvoll mit der Kultur umzugehen. Die meisten beliebten Urlaubsziele liegen am Roten Meer, wo die Infrastruktur für Reisende am besten ausgebaut ist. Orte wie Yanbu-el-Bahr oder der Silver Sands Beach bieten alles, was man für einen entspannten Tag braucht.
Dort findet man sehr gepflegte Strandabschnitte mit sauberen Liegen, Sonnenschirmen und Spielplätzen für die Kleinen. Wer es lieber etwas wilder und ursprünglicher mag, sollte sich auf den Weg zum Strand von Haql machen. Das Besondere hier ist die Aussicht, denn man kann von dort aus tatsächlich bis nach Ägypten hinüberschauen. Für alle, die im Urlaub gerne aktiv sind, ist die Küste des Persischen Golfs ein echter Geheimtipp. Besonders der Half Moon Bay Strand hat sich zu einem Zentrum für Wassersport entwickelt.
Das Angebot dort ist riesig und reicht von Ausflügen auf luxuriösen Yachten bis hin zu rasanten Fahrten auf Wasserski. Auch Angler kommen hier voll auf ihre Kosten und können ihr Glück beim Fischen versuchen. Das Rote Meer hingegen ist ein wahres Paradies für alle, die gerne den Kopf unter Wasser stecken. Beim Schnorcheln oder Tauchen entdeckt man eine Unterwasserwelt, die einen sprachlos macht. Es gibt dort Korallenriffe in den seltensten Farben, sogar tiefschwarze Korallen kann man mit etwas Glück finden.
Da Saudi-Arabien für Touristen lange Zeit kaum zugänglich war, ist die Natur hier noch unglaublich unberührt geblieben. In den Tiefen des Roten Meeres tummeln sich nicht nur Tausende bunte Fischarten, sondern auch Buckelwale und Delfine. Wer mutig genug ist, kann beim Tauchen sogar Muränen, Seeigel oder verschiedene Haiarten beobachten. Die beste Zeit, um die Unterwasserwelt zu erkunden, sind definitiv der Frühling und der Herbst. In diesen Monaten regnet es so gut wie nie und die Bedingungen sind einfach perfekt.
Die Wassertemperatur liegt dann meistens zwischen angenehmen 25 und 28 Grad Celsius. Ein großer Pluspunkt für Taucher ist die Sichtweite unter Wasser, die oft bis zu 30 Meter beträgt. So entgeht einem garantiert kein Detail der faszinierenden Meeresbewohner. Es ist diese Mischung aus Ruhe an einsamen Stränden und dem Abenteuer unter der Wasseroberfläche, die einen Urlaub hier so einzigartig macht. Man merkt an jeder Ecke, dass die Natur hier noch Vorrang hat und der Massentourismus noch nicht alles verändert hat.
Unterkunft in Saudi-Arabien
Wenn man die ausgetretenen Pfade verlassen möchte, sollte man unbedingt einen Ausflug in das Asir-Gebirge planen. Es sind die höchsten Berge des gesamten Königreichs und sie bieten einen Anblick, den man in dieser Region vielleicht nicht sofort erwartet. Dort oben blühen wunderschöne Gärten voller Granatäpfel und Limetten, was in der trockenen Umgebung fast wie eine Fata Morgana wirkt. Man wandert durch Wälder mit Pflanzen, die es nur dort gibt, und hat gleichzeitig einen atemberaubenden Blick auf die endlose Wüste tief unten. Es ist ein krasser Gegensatz, der einen wirklich zum Staunen bringt.
In der Wüste selbst geht es oft deutlich rasanter zu, besonders wenn die Einheimischen ihre Geländewagen herausholen. Ein ziemlich verrückter Trend dort sind Autorennen, bei denen die Wagen in Schräglage auf nur zwei Rädern über die Dünen brettern. Wer den totalen Adrenalinkick sucht, klettert während der Fahrt sogar auf das Dach des Autos. Das sieht von außen absolut lebensgefährlich aus, gehört aber für viele junge Leute dort zum ultimativen Freizeitspaß dazu. Aber keine Sorge, es geht im Land auch deutlich gediegener zu, was den Sport betrifft.
Golf und Fußball sind in Saudi-Arabien extrem beliebt und überall präsent. Eine tolle Entwicklung der letzten Zeit ist, dass nun auch Frauen bei sportlichen Wettkämpfen als Zuschauerinnen dabei sein dürfen. Über das ganze Land verteilt gibt es erstklassige Golfplätze, auf denen auch Touristen Kurse belegen und ihr Handicap verbessern können. Ein ganz besonderes kulturelles Erbe ist jedoch die Falknerei, die in der Geschichte des Landes tief verwurzelt ist. Früher war der Falke ein überlebenswichtiger Jagdbegleiter, heute ist der Besitz eines solchen Vogels ein echtes Statussymbol.
Manche dieser edlen Tiere kosten ein kleines Vermögen, wobei die Preise locker bei 60.000 Dollar starten können. Die Besitzer, oft wohlhabende Scheichs, kümmern sich rührend um ihre Vögel und behandeln sie fast wie eigene Kinder. Es ist kein Witz, dass manche Falken sogar in der ersten Klasse im Flugzeug mitfliegen dürfen. Um diese faszinierende Tradition hautnah zu erleben, kommen Besucher aus aller Welt zum König-Abdul-Aziz-Falkenfestival. Es ist eines der größten Events dieser Art und zeigt eindrucksvoll, wie stolz die Menschen auf ihre Wurzeln sind.
Saudi-Arabien ist ein Land, das auf den Ruinen alter Zivilisationen erbaut wurde und eine unglaublich reiche Geschichte besitzt. Überall spürt man den Geist der Vergangenheit, egal ob man in den modernen Städten oder an heiligen Orten unterwegs ist. In den letzten Jahren hat sich auch in Sachen Unterbringung viel getan, sodass es heute an nichts mehr fehlt. Wer auf Luxus steht, findet eine riesige Auswahl an Hotels, die jeden erdenklichen Komfort bieten und den Reichtum des Orients widerspiegeln. Jedes Haus versucht, den Gästen die traditionelle arabische Gastfreundschaft auf höchstem Niveau näherzubringen.
Es ist diese Mischung aus uralten Bräuchen und modernster Technik, die den Reiz ausmacht. Man kann morgens noch eine Falkenjagd beobachten und abends in einem High-Tech-Stadion ein Fußballspiel verfolgen. Das Land öffnet sich immer mehr und zeigt dabei stolz seine Schätze. Egal ob man das Abenteuer in den Bergen sucht oder sich für die feinen Details der Geschichte interessiert, man wird hier fündig. Es ist eine Welt, die einen fordert und gleichzeitig mit ihrer Schönheit und Gastfreundschaft belohnt.
Küche und Geschirr Saudi-Arabien
Wer nach Saudi-Arabien reist, wird schnell feststellen, dass das Angebot an Unterkünften riesig ist. Von prunkvollen Palästen bis hin zu gemütlichen, preiswerten Hotels ist für jeden Geldbeutel und Geschmack etwas dabei. Das Land hat sich in den letzten Jahren sehr bemüht, für Reisende attraktiv zu werden, und das merkt man an der Qualität der Unterkünfte. Fast alle großen internationalen Hotelketten haben mittlerweile ihre Häuser in den wichtigen Städten eröffnet. Es ist also kein Problem, den gewohnten Standard zu finden, wenn man das möchte.
Eine ganz besondere Art zu übernachten sind die Paläste, die oft in Hotels umgewandelt wurden. Hier kann man sich für ein paar Tage wie ein König fühlen und in purer Opulenz schwelgen. Wer es etwas ruhiger mag, sollte sich nach den vielen Resorts und Chalets umsehen, die über die gesamte Halbinsel verteilt sind. Oft liegen diese direkt am Meer oder in idyllischen Oasen und bieten den perfekten Rückzugsort vom Trubel der Stadt. Man findet dort eigentlich immer genau den Service, den man sich für seinen Traumurlaub vorstellt.
Für junge Leute oder Reisende mit einem kleineren Budget gibt es eine gute Nachricht. Die Jugendherbergen im Land sind modern und eine hervorragende Möglichkeit, viel zu sehen, ohne das ganze Ersparte auszugeben. Oft gibt es dort coole Extras wie kostenloses WLAN oder ein ordentliches Frühstück direkt im Preis inbegriffen. Manchmal hat man sogar Glück und bekommt ein eigenes Zimmer mit privatem Bad zu einem wirklich fairen Preis. Übernachtungen in einfachen Pensionen findet man manchmal schon ab etwa 32 Dollar pro Nacht.
Wenn man plant, etwas länger im Land zu bleiben, ist das Mieten einer Immobilie oft eine kluge Entscheidung. Im Vergleich zu den Nachbarländern wie den Emiraten oder Katar ist das Wohnen hier meist deutlich günstiger. Ein großer Vorteil ist zudem, dass in der Miete oft schon die Kosten für Strom, Wasser und die Wartung enthalten sind. So hat man am Ende des Monats keine bösen Überraschungen bei den Ausgaben. Aber Saudi-Arabien hat noch eine ganz andere Seite, die man unbedingt ausprobieren sollte: das Camping.
Es gibt kaum etwas Schöneres, als sein Zelt in den majestätischen Bergen oder mitten in der stillen Wüste aufzuschlagen. Die Atmosphäre bei einem Campingausflug ist unglaublich entspannend und die Aussichten sind oft einfach nicht in Worte zu fassen. Man kann tagsüber wandern gehen und nachts den wohl klarsten Sternenhimmel seines Lebens bewundern. Abends sitzt man am Lagerfeuer, genießt die Ruhe der Natur und lässt die Seele baumeln. Solche Erlebnisse in den historischen Tälern des Landes vergisst man so schnell nicht wieder.
Es ist diese Vielfalt an Möglichkeiten, die das Reisen in diesem Land so unkompliziert macht. Egal ob man den absoluten Luxus in einer Suite sucht oder lieber im Schlafsack unter freiem Himmel liegt, man findet seinen Platz. Die Menschen vor Ort sind zudem sehr hilfsbereit, wenn man mal nicht weiterweiß oder eine Empfehlung braucht. Man merkt an jeder Ecke, dass Gäste hier willkommen sind und man stolz darauf ist, was man dem Rest der Welt zeigen kann. Saudi-Arabien überrascht einen immer wieder aufs Neue mit seiner Vielseitigkeit.
Kultur und Traditionen Saudi-Arabien
Die Küche in Saudi-Arabien ist eng mit den alten Traditionen der Einheimischen verwoben und stark vom Islam geprägt. Man schmeckt in jedem Gericht die Geschichte der Völker, die hier seit Jahrhunderten leben. Die Basis der meisten Mahlzeiten bilden Lammfleisch, frischer Fisch aus den angrenzenden Meeren und viel frisches Gemüse wie Gurken und Tomaten. Auch Datteln, Zitrusfrüchte und verschiedene Getreidesorten spielen eine riesige Rolle auf dem Speiseplan. Was das Essen aber wirklich besonders macht, ist der großzügige Einsatz von Gewürzen, die jedes Gericht veredeln.
Wenn man als Gast kommt, wird man sofort die unglaubliche Gastfreundschaft spüren, die den Saudis im Blut liegt. Zur Begrüßung gibt es fast immer einen heißen, duftenden Kaffee und süße Datteln, um den ersten Hunger zu stillen. Es gilt als große Ehre, seine Gäste so richtig satt zu bekommen, weshalb die Portionen oft riesig sind. In den Restaurants werden die Speisen meist auf massiven Platten serviert, die man sich oft mit seinen Begleitern teilt. Zu jeder Mahlzeit, egal ob warm oder kalt, gehört das frisch gebackene Fladenbrot namens Lafa.
Es ist hauchdünn, kommt direkt aus dem heißen Ofen und erinnert ein wenig an den bekannten Lavash. Bevor das eigentliche Hauptgericht kommt, serviert man gerne verschiedene Salate wie Hiniyni oder Fattoush. Hiniyni ist eine spannende Mischung aus Datteln, Brot, Kardamom und Butter, während Fattoush eher frisch mit Gemüse und Kräutern zubereitet wird. Als Vorspeise darf man sich oft auf Auberginen- oder Zucchini-Kaviar freuen, dazu gibt es meist leckeren Käse und Oliven. Eines der bekanntesten Hauptgerichte ist Arisa, eine traditionelle Speise aus Fleisch und gekochtem Weizen.
Sehr beliebt ist auch Mansaf, bei dem zartes Lammfleisch entweder mit Reis oder Bulgur serviert wird. Fleischliebhaber sollten auch Haniz oder Mandi probieren, die in einem speziellen Ofen im Boden, dem Tandoor, gegart werden. Während des Fastenmonats Ramadan wird oft Sarid serviert, eine Art kräftige Suppe mit Brotstücken und Fleisch oder Fisch. Zum Frühstück oder Abendessen gibt es oft Shakschuka, Eier in einer würzigen Tomatensauce mit Chili. Auch die kleinen frittierten Kichererbsenbällchen, bekannt als Falafel, findet man an jeder Ecke.
Als süßen Abschluss gibt es oft Muhallabia, einen cremigen Milchpudding mit Reismehl und Zuckersirup. Der Legende nach wurde dieser Nachtisch nach einem arabischen General benannt, der von dem Geschmack völlig begeistert war. Getrunken wird am liebsten schwarzer Tee, der oft mit verschiedenen Kräutern verfeinert wird. Tee und Kaffee sind im Königreich nicht nur Getränke, sondern ein wichtiger Teil des sozialen Lebens. Man trinkt sie bei Geschäftsterminen genauso wie bei einem zufälligen Treffen auf der Straße, meist mit einer Prise Kardamom.
Das gesellschaftliche Leben im Land ist stark von religiösen Gesetzen geprägt, die für jeden gelten, sogar für die Königsfamilie. Es gibt eine Sittenpolizei, die darauf achtet, dass die konservativen Regeln im öffentlichen Raum eingehalten werden. In letzter Zeit hat sich jedoch vieles gewandelt, besonders für die Frauen im Land. Sie dürfen nun eigene Pässe besitzen, Autofahren, arbeiten und sogar Sportveranstaltungen besuchen, was früher undenkbar war. Trotzdem ist die Gesellschaft nach wie vor patriarchalisch organisiert, und der Mann ist das Oberhaupt der Familie.
Glücksspiel und Alkohol sind streng verboten und werden hart bestraft, was man als Reisender unbedingt beachten sollte. Auch bei der Kleidung gibt es Regeln: Männer tragen oft das traditionelle Tobe-Gewand und ein Kopftuch, die Gutra. Frauen tragen in der Öffentlichkeit meist die Abaya, ein langes Gewand, das die Figur nicht betonen soll. Interessant ist auch, dass Hunde als unrein gelten und selten im Haus gehalten werden, während Katzen sehr geschätzt werden. Beim Grüßen sollte man immer die rechte Hand benutzen, da die linke als unrein gilt. Man sollte auch vorsichtig sein, was man fotografiert, besonders bei Frauen oder Regierungsgebäuden ist Zurückhaltung geboten.