Natur Oman
Die Natur im Oman ist ein echtes Wunder, wenn man bedenkt, wie trocken es dort eigentlich ist. Die Pflanzenwelt hat sich perfekt an die Hitze angepasst, auch wenn sie auf den ersten Blick vielleicht etwas karg wirkt. In den tiefen Wüstenregionen gibt es Ecken, in denen fast gar nichts wächst, aber dann wandelt sich das Bild plötzlich in eine Savanne mit vereinzelten Bäumen und Gräsern. Es ist erstaunlich, was Akazien, Tamarisken und natürlich die berühmten Dattelpalmen alles aushalten können.
In den versteckten Tälern der Berge findet man sogar kleine Wälder mit Feigenbäumen, Platanen und Eichen, was man in dieser Gegend kaum vermuten würde. Das meiste Grün konzentriert sich aber um die Oasen herum. Das Geheimnis dahinter ist das sogenannte Afladj-System, eine uralte Technik zur Bewässerung. Dabei wird Wasser aus unterirdischen Quellen in den Bergen über Kanäle direkt zu den Feldern und Brunnen geleitet.
Diese Kanäle sind so einzigartig und wichtig für die Kultur, dass sie seit 2006 sogar zum Weltkulturerbe der UNESCO gehören. Aber nicht nur die Pflanzen sind interessant, auch die Tierwelt hat einiges zu bieten. Wenn man durch die Savannen streift, kann man Gazellen und Antilopen beobachten. Wer Glück oder Pech hat, begegnet vielleicht auch mal einer Hyäne oder einem arabischen Wolf, die dort nachts auf die Jagd gehen.
Reisende bekommen oft bunte Geckos oder Chamäleons zu Gesicht, die sich in der Sonne aufwärmen. Und natürlich darf man in der Wüste die Skorpione nicht vergessen, die zum typischen Bild dazugehören. Der Oman tut zum Glück viel für den Naturschutz und hat spezielle Reservate eingerichtet. So konnten seltene Arten wie die Arabische Oryx-Antilope oder der Arabische Leopard vor dem Aussterben bewahrt werden.
Auch der Schutz des Tahr, einer wilden Bergziege, ist eine echte Erfolgsgeschichte des Sultanats. Ein recht junges Projekt ist der As-Salil-Park, der kleinen Wildkatzen, Nagetieren und Gazellen ein sicheres Zuhause bietet. Besonders magisch ist es an den Stränden von Ras-al-Dschunaiz und Ras-al-Hadd. Dort kommen jedes Jahr riesige Meeresschildkröten an Land, um ihre Eier im Sand abzulegen.
Damit die Tiere dabei nicht gestört werden, ist es streng verboten, in der Brutzeit Gegenstände vom Strand mitzunehmen, und manche Inseln werden für Besucher komplett gesperrt. Für Vogelliebhaber ist der Oman ein absolutes Paradies, da er auf der Route vieler Zugvögel liegt. Auf den Damaniyat-Inseln und im Reservat Barr-al-Hikman sieht man unzählige Arten, von rosa Flamingos bis hin zum seltenen Sokotra-Kormoran.
Sogar mächtige Greifvögel wie Schmutzgeier und Berberfalken ziehen dort ihre Kreise am Himmel. Aber das eigentliche Highlight wartet oft im Wasser vor der Küste. Dort tummeln sich Wale, Haie und verspielte Delfine. Eine Gruppe von Buckelwalen lebt sogar das ganze Jahr über in den omanischen Gewässern. Wer eine Tour mit einem traditionellen Dhau-Boot macht, hat gute Chancen, diese sanften Riesen hautnah zu erleben.
Klima Oman
Das Wetter im Oman ist so eine Sache für sich und hängt stark davon ab, wo man sich gerade aufhält. Grundsätzlich ist es tropisch heiß, wobei es an der Küste eher schwül ist und im Landesinneren eine knochentrockene Hitze herrscht. Man kann das Land eigentlich in drei verschiedene Klimazonen einteilen, die durch die imposanten Gebirgsketten voneinander getrennt werden. Da gibt es die Küste am Golf von Oman, die vom Al-Hadschar-Gebirge begrenzt wird.
Dann haben wir die südliche Region Dhofar mit den Al-Kara-Bergen und schließlich das riesige Hochplateau in der Mitte, das irgendwann in die berühmte Wüste Rub-al-Chali übergeht. Die Küstenebene Al-Batina ist durch die Berge ein bisschen vom Rest des Landes isoliert, was dazu führt, dass die feuchte Meeresluft dort hängen bleibt. In Maskat klettert das Thermometer im Sommer locker auf 32 Grad, und Spitzenwerte von über 43 Grad sind keine Seltenheit.
Besonders die hohe Luftfeuchtigkeit macht einem da zu schaffen, weil man das Gefühl hat, keine Luft zu bekommen. Deshalb ist die beste Reisezeit für diese Ecke eigentlich von Herbst bis April. Dann liegen die Temperaturen bei angenehmen 20 bis 30 Grad, was sich fast wie ein europäischer Sommer anfühlt. Die Winter sind dort wunderbar mild, und man braucht selten mehr als eine dünne Jacke, wenn es nachts mal auf 17 Grad abkühlt.
Ganz anders sieht es im Süden aus, wo ein völlig anderes Klima herrscht. Von Juni bis September fegt dort der Monsun über die Küste und bringt ordentlich Regen und Nebel mit sich. Während der Rest des Landes fast vertrocknet, fallen in den Bergen von Dhofar bis zu 500 mm Regen im Jahr. Das verwandelt die ganze Gegend in ein saftig grünes Paradies, das man in dieser Region der Welt niemals erwarten würde.
Dank des Monsuns ist es dort auch viel kühler als im Norden, was viele Leute aus den Nachbarländern anlockt, die vor der Sommerhitze fliehen. Die Böden dort sind so fruchtbar, dass man richtig Landwirtschaft betreiben kann. Im krassen Gegensatz dazu steht das Landesinnere mit seinen riesigen Kiesebenen und der Wüste. Rub-al-Chali bedeutet übersetzt das Leere Viertel, und der Name ist Programm.
Dort herrscht eine der extremsten Klimabedingungen weltweit. Im Juli und August brennt die Sonne so heiß vom Himmel, dass Temperaturen von 50 Grad absolut normal sind. Es regnet dort fast nie, vielleicht mal mickrige 35 mm im ganzen Jahr. Abgesehen vom grünen Süden ist Regen im Oman sowieso ein seltenes Geschenk, das nur ein paar Mal im Jahr vorkommt. Die Einheimischen freuen sich riesig über jeden Tropfen und sagen, ein Regentag sei ein Glückstag.
Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass die Sonne an mehr als 330 Tagen im Jahr scheint. Flüsse, die das ganze Jahr über Wasser führen, sucht man im Oman vergeblich. Es gibt nur die sogenannten Wadis, das sind ausgetrocknete Flussbetten, die sich nach einem Sturm blitzschnell mit Wasser füllen können. Da das Wasser aber genauso schnell wieder verschwindet, baut das Sultanat überall Dämme, um die kostbaren Vorräte für schlechte Zeiten zu speichern.
Transport in Oman
Wer in den Oman reisen möchte, hat heute zum Glück viele Möglichkeiten, egal ob über die Luft, das Wasser oder auf dem Landweg. Das Land hat sich in den letzten Jahrzehnten verkehrstechnisch wahnsinnig entwickelt. Die beiden wichtigsten Tore zur Welt sind die internationalen Flughäfen. Im Norden landet man meistens direkt in der Hauptstadt Maskat, während für Reisen in den Süden der Flughafen von Salala in der Region Dhofar ideal ist.
Es gibt direkte Flugverbindungen, aber viele Reisende nutzen auch die Drehkreuze in den Emiraten für einen Zwischenstopp. Wenn man über Dubai fliegt, ist man ohne die Wartezeit am Boden in etwa sechs Stunden am Ziel. Die nationale Fluggesellschaft Oman Air ist sehr modern und verbindet nicht nur die großen Städte im Inland, sondern fliegt auch viele Ziele in Europa und Asien an.
Falls man lieber auf vier Rädern unterwegs ist, kann man auch über die Nachbarländer einreisen. Von den Vereinigten Arabischen Emiraten aus gibt es gleich fünf verschiedene Grenzübergänge, die alle gut ausgebaut sind. Sogar aus dem Jemen kann man über den Posten Al-Mazyuna einreisen, auch wenn das aktuell eher ungewöhnlich ist. Das Straßennetz im Oman ist noch gar nicht so alt, der richtige Ausbau begann erst nach den 1970er Jahren.
Inzwischen sind die Hauptstraßen fast alle asphaltiert und in einem super Zustand, auch wenn es abseits der Städte noch viele Pisten aus Schotter gibt, für die man ein ordentliches Auto braucht. Da der Oman eine lange Tradition als Seefahrernation hat, spielen die Häfen natürlich eine riesige Rolle. Die alten Piratennester von früher sind heute moderne Häfen für den Welthandel und den Tourismus.
Kreuzfahrtschiffe legen oft im Hafen Qaboos in Matrah an, aber auch Salala und Sohar sind wichtige Anlaufstellen. Es ist ein toller Anblick, wenn die riesigen Luxusliner neben den kleinen, traditionellen Dhaus aus Holz liegen, die immer noch für den Transport von Waren zwischen den Küstenorten genutzt werden. Einen Zug sucht man im Oman übrigens vergeblich, das Schienennetz existiert einfach nicht.
Dafür klappt das Reisen mit dem Fernbus erstaunlich gut und ist zudem noch richtig günstig. Man kann für wenig Geld fast das ganze Land durchqueren, auch wenn man manchmal umsteigen muss. Innerhalb der Städte sind Taxis das Hauptverkehrsmittel, die man leicht an ihrer weiß-orangenen Lackierung erkennt. Ein wichtiger Tipp für Touristen ist, dass es keine Taxameter gibt, man muss den Preis also vorher aushandeln.
An den Hotels oder am Flughafen stehen oft Fahrer, die etwas höhere Preise aufrufen, deshalb lohnt es sich manchmal, ein Stück zu laufen und ein Taxi am Straßenrand heranzuwinken. Wer lieber flexibel sein will, nimmt sich einfach einen Mietwagen. Dafür braucht man eine Kreditkarte und einen internationalen Führerschein. Man muss mindestens 21 Jahre alt sein und den Schein schon ein Jahr besitzen. Gefahren wird ganz normal auf der rechten Seite, und die Schilder sind meistens auch auf Englisch beschriftet.
Geld und Einkaufen in Oman
Im Oman bezahlt man mit dem Omanischen Rial, und man merkt schnell, dass das eine ziemlich starke Währung ist. Ein Rial wird in tausend Baisas unterteilt, was am Anfang etwas verwirrend sein kann. Geld wechseln kann man problemlos bei Banken oder in den vielen Wechselstuben, die man überall findet. Manchmal kann man auch mit US-Dollar oder Dirhams aus den Emiraten bezahlen, aber der Kurs ist dann meistens so schlecht, dass man lieber bei der Landeswährung bleiben sollte.
Mit einer normalen Visa oder Mastercard kommt man in den größeren Städten und Hotels sehr weit. Bei anderen Karten kann es schon mal haken, deshalb sollte man immer etwas Bargeld dabei haben. Es gibt zwar überall Geldautomaten, aber die akzeptieren manchmal nur lokale Karten. In den großen Banken oder Hotels kann man zur Not auch noch Reisechecks einlösen, was ja heute fast schon eine Seltenheit ist.
Die Läden machen meistens morgens gegen acht Uhr auf. In den Touristengegenden wird oft bis spät in den Abend verkauft, allerdings machen fast alle eine lange Mittagspause, wenn die Hitze am schlimmsten ist. Auf dem Land ist nach dem Mittagessen oft komplett Schluss. Da der Oman ein islamisches Land ist, ist der Freitag der freie Tag der Woche, und am Donnerstag machen viele Geschäfte schon früher zu.
Ein absolutes Muss für jeden Besucher sind die Souks, die traditionellen Märkte. Der älteste und bekannteste ist der Basar in Matrah, wo es nach Gewürzen und Abenteuer riecht. Dort kann man wunderbare handgefertigte Dinge finden, vor allem Sachen aus Metall wie die berühmten Kandschar-Dolche oder kunstvoll verzierte Schwerter. Auch der Schmuck aus Gold und Silber ist dort von einer Qualität, die man selten woanders sieht.
Wer Holz mag, sollte nach Schnitzereien aus Sandelholz Ausschau halten, die herrlich duften. Auch die traditionelle Kleidung der Omanis ist ein schönes Souvenir, weil sie so ganz anders ist als das, was wir kennen. Ein tolles Mitbringsel ist auch omanischer Kaffee, der oft mit Kardamom, Zimt oder Nüssen verfeinert wird. Am besten kauft man ihn vakuumverpackt, damit das Aroma auch die Heimreise übersteht.
Natürlich sollte man auch mal über die Märkte für Datteln und frisches Obst schlendern, das ist ein Erlebnis für alle Sinne. Ganz besonders stolz sind die Omanis aber auf ihren Weihrauch. Die Region Dhofar gilt als das Weltzentrum für die Produktion dieses edlen Harzes. Schon seit über fünftausend Jahren wird von dort aus die ganze Welt beliefert. Es gibt da verschiedene Qualitätsstufen, die man kennen sollte.
Die beste Sorte heißt Al-Hojari, das sind kleine, milchig-weiße Klümpchen, die einen unglaublich intensiven Duft verströmen. Dann gibt es noch Ashazri, den man am häufigsten auf den Märkten findet und der eher bernsteinfarben ist. Die Sorte Annajdi ist etwas dunkler und wird oft zu Hause benutzt, um die Räume zu beduften. Die einfachste Qualität heißt Asha’bi, die meistens direkt in den Export geht und oft noch Reste von Baumrinde enthält.
Hauptattraktionen Oman
Wenn man den Oman bereist, fühlt es sich oft so an, als würde man durch die Seiten eines alten Märchenbuchs blättern, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Das Land ist tief verwurzelt in seinen jahrtausendealten Geschichten, während es gleichzeitig eine moderne Seite zeigt, die besonders in der Hauptstadt Maskat ins Auge fällt. Dort kann man die beeindruckende Große Sultan-Qabus-Moschee bewundern, die anlässlich des dreißigjährigen Regierungsjubiläums des Sultans errichtet wurde und heute ein Symbol für Stolz und Glauben ist.
Nicht weit davon entfernt liegt der Al-Alam-Palast, der zeremonielle Hauptsitz des Herrschers, der mit seiner außergewöhnlichen Architektur in Blau und Gold sofort auffällt. Auch das königliche Opernhaus von Oman ist ein Muss für jeden, der die Verbindung von orientalischer Ästhetik und moderner Baukunst schätzt. Es ist eines der wenigen Häuser dieser Art in der Region und zieht Besucher aus aller Welt an.
Ein ganz anderes Lebensgefühl vermittelt der Stadtteil Matrah, der früher ein eigenständiges Dorf war und heute das pulsierende Herz der Hauptstadt bildet. Hier befindet sich einer der ältesten Basare der arabischen Welt, dessen Wurzeln bis ins Mittelalter zurückreichen und der mit dem Duft von Weihrauch und Gewürzen verzaubert. Über der Bucht thront das majestätische Fort Al-Jalali, ein Relikt aus der Zeit der portugiesischen Besatzung, das einst zum Schutz gegen Angriffe aus dem Osmanischen Reich diente.
Insgesamt gibt es im Sultanat heute etwa 500 dieser beeindruckenden Festungen, die über das ganze Land verteilt sind. Das Fort Bahla, das bereits im 13. Jahrhundert in einer grünen Oase entstand, gilt als die älteste Wehranlage und wurde von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes aufgenommen. Es erzählt von einer Zeit, in der Mauern noch über Schicksale entschieden.
In der Nähe der Stadt Nizwa, dem spirituellen Zentrum des Landes, findet man das prachtvolle Fort Jabrin aus dem 17. Jahrhundert. Es diente den Imamen nicht nur als Schutzraum, sondern auch als prächtige Residenz mit prunkvollen Deckenmalereien. Wer durch die Gänge wandert, kann auch heute noch die alten Wohn- und Wirtschaftsräume besichtigen und so einen Einblick in den Alltag vergangener Epochen gewinnen.
Ein weiteres Highlight für Geschichtsinteressierte ist die archäologische Stätte Al-Baleed in der Nähe von Salalah, die ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört. Hier können Besucher hautnah miterleben, wie die Überreste der antiken Stadt Zafar freigelegt werden. Die Altstadt von Salalah, bekannt als Haffa, ist der ideale Ort für alle, die das authentische, bunte Treiben des Orients suchen und lieben.
Für Abenteurer ist eine Reise in die endlosen Weiten der Wüsten und Oasen unverzichtbar. In der Rub al-Chali, der größten Sandwüste der Erde, erheben sich gewaltige Dünen, die fast wie kleine Berge wirken und bis zu 250 Meter in den Himmel ragen. Es ist ein Ort der absoluten Stille, der einen ehrfürchtig werden lässt vor der Kraft der Natur.
In der Wüste Wahiba hingegen findet man nicht nur hohe Dünen, die an riesige Hochhäuser erinnern, sondern auch komfortable Camps, in denen man unter einem unglaublichen Sternenhimmel übernachten kann. Ganz im Gegensatz zur trockenen Wüste stehen die Wadis wie das Wadi Bani Khalid oder das Wadi Damm, die sich in der Regenzeit mit kristallklarem Wasser füllen.
Diese Schluchten bieten eine willkommene Abkühlung und speisen durch kleine Bäche und Kanäle die fruchtbaren Oasen an ihrem Fuß. Besonders empfehlenswert ist eine Übernachtung in der Region Ash Sharqiyah, um den nächtlichen Himmel über den Wadis zu beobachten. Es ist ein Anblick, den man so schnell nicht vergisst, wenn die Sterne so nah wirken, dass man sie fast berühren könnte.
Tourismus in Oman
Lange Zeit war der Oman für die Außenwelt ein gut gehütetes Geheimnis, fast wie ein verschlossener Garten. Bis zur Machtübernahme von Sultan Qabus bin Said blieb das Land weitgehend isoliert und öffnete seine Grenzen für neugierige Reisende erst im Jahr 1987. Seitdem hat sich viel getan, denn die Regierung setzt heute massiv darauf, den Tourismus als wichtige Säule des Landes zu etablieren.
Die Menschen hier empfangen Gäste mit einer Herzlichkeit, die man selten findet, und sind stolz auf ihre unberührte Natur und ihre tiefen historischen Wurzeln. Aber was genau zieht die Urlauber eigentlich in diesen Teil der arabischen Halbinsel? Die Antwort ist so vielfältig wie das Land selbst, denn hier findet jeder genau das, was er für eine perfekte Auszeit braucht.
Für Sonnenanbeter und Wasserratten bietet der Oman kilometerlange, traumhafte Sandstrände, die meist flach ins Meer abfallen. Die besten Resorts befinden sich in der Region Al-Batinah, in der Hauptstadt Maskat sowie im fernen Süden in Salalah. Wer sich ein wenig von den belebten Stadtstränden entfernt, entdeckt schnell kleine, einsame Buchten, in denen man fast ganz für sich allein ist.
Geschichtsinteressierte kommen ebenfalls voll auf ihre Kosten, denn die menschliche Zivilisation hinterlässt hier bereits seit über neun Jahrtausenden ihre Spuren. Man hat in der Region Siegel mit den ersten Schriftzeichen der Menschheit entdeckt und es heißt, dass einst die legendäre Königin von Saba hier regierte. Sogar biblische Stätten wie das Grab des Propheten Hiob bei Salalah kann man hier besichtigen.
Erzählungen besagen zudem, dass der berühmte Seefahrer Sindbad seine Reisen von der Hafenstadt Sohar aus startete. Wer lieber in der Natur unterwegs ist, wird von der landschaftlichen Vielfalt überrascht sein. Von kargen Bergplateaus über endlose Sandwüsten bis hin zu üppigem tropischem Grün während der Monsunzeit in Salalah bietet das Land alles, was das Auge begehrt.
Es gibt zahlreiche Naturschutzgebiete, die für Besucher zugänglich sind und zeigen, wie wichtig den Omanern der Erhalt ihrer Umwelt ist. Für Menschen, die im Urlaub gerne aktiv sind, ist der Oman nach Ägypten die wichtigste Adresse für Taucher in der Region. Die Unterwasserwelt ist spektakulär und bietet Begegnungen mit Meeresbewohnern, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt.
An der Wasseroberfläche sind Sportarten wie Wasserski oder Rennen mit den traditionellen Dau-Booten sehr beliebt. Die Einheimischen lieben den Wettbewerb, weshalb es eine fast endlose Liste an Aktivitäten gibt. Man kann beim Sandboarding die Dünen hinuntergleiten, bei Kamelrennen mitfiebern oder sich beim Quadfahren in der Wüste austoben.
Auch religiös interessierte Reisende finden spannende Ziele, allen voran die beeindruckende Große Moschee in Maskat. Ein besonderer Tipp ist die Moschee von Sultan Taimur bin Faisal, die auch für Nicht-Muslime zugänglich ist und somit eine seltene Gelegenheit bietet, die islamische Architektur von innen zu erleben. Nizwa, die alte Stadt der Imame, ist ein weiterer spiritueller Fixpunkt, der tiefen Einblick in die Traditionen gewährt.
Egal ob man Entspannung am Meer sucht, in die Tiefen der Geschichte eintauchen möchte oder den Adrenalinkick in der Wüste braucht, dieser Teil der Welt bietet eine Mischung, die man so schnell nicht wiederfindet. Es ist die Kombination aus alter Tradition und modernem Komfort, die den Aufenthalt hier so besonders macht.
Unterkunft in Oman
Wer in den Oman reist, wird schnell feststellen, dass sich das touristische Leben vor allem in den Küstenstädten der Region Al-Batinah abspielt. In der Hauptstadt Maskat erwartet die Besucher ein Service auf internationalem Spitzenniveau, der keine Wünsche offen lässt. Hier gibt es luxuriöse Wellness-Resorts und Fünf-Sterne-Hotels, die perfekt für alle sind, die sich einmal so richtig verwöhnen lassen wollen.
Die Gastronomie in der Stadt ist hervorragend, wobei fangfrische Meeresfrüchte fast überall auf der Speisekarte stehen. Für Abwechslung sorgen modern ausgestattete Strände, Parks für lange Spaziergänge und sogar ein kleines, feines Nachtleben. Es ist kein Wunder, dass Maskat nicht nur Gäste aus den Nachbarstaaten anzieht, sondern auch immer mehr Reisende aus Europa, die den Mix aus Luxus und Tradition schätzen.
Obwohl das Land erst vor wenigen Jahrzehnten seine Türen für den Tourismus geöffnet hat, sind in der Hauptstadt bereits viele bekannte Hotelketten vertreten. Die Auswahl ist groß und für jeden Reisetyp gibt es das passende Angebot. Manche Häuser haben sich auf Familien mit Kindern spezialisiert, während andere eher auf Geschäftsreisende oder Luxusurlauber ausgerichtet sind, die Wert auf Exklusivität legen.
Wer es lieber etwas persönlicher und bodenständiger mag, findet auch charmante Privathotels oder Apartmentanlagen, die einen soliden Standard bieten. Es ist mittlerweile auch ganz einfach möglich, Unterkünfte direkt von privat zu mieten. Das Angebot reicht von gemütlich eingerichteten Zimmern bis hin zu prächtigen Villen direkt am Ufer des Ozeans, was eine ganz eigene Art des Reisens ermöglicht.
Abseits der großen Hauptstadt geht es in Städten wie Sur, Sohar oder Salalah deutlich ruhiger und beschaulicher zu. Diese Orte sind ideal für Entdecker, die mehr über die lokale Kultur erfahren wollen und weniger Wert auf große Shoppingmeilen legen. Meist gibt es dort eine Handvoll exzellenter Hotels und eine gute Auswahl an Mittelklassehäusern, die direkt im Stadtgeschehen liegen.
Sobald man das Hotelgelände verlässt, taucht man mitten in das tägliche Leben der Omani ein. Wer eine Rundreise plant, zum Beispiel in die historischen Städte rund um Nizwa oder in die weiten Wüstengebiete, muss sich keine Sorgen um die Unterkunft machen. Entlang der Routen findet man immer wieder gute Übernachtungsmöglichkeiten, die mindestens einen Drei-Sterne-Standard bieten und perfekt für einen Zwischenstopp sind.
In Salalah gibt es eine Besonderheit: Dort ist der Mietmarkt stark auf Gäste aus Saudi-Arabien oder Katar zugeschnitten. Diese kommen im Sommer in den Süden, um der extremen Hitze in ihrer Heimat zu entfliehen und das mildere Klima der Monsunzeit zu genießen. Da sie oft mit der ganzen Familie reisen, bevorzugen sie geräumige Gästehäuser statt kleiner Hotelzimmer.
Das führt dazu, dass viele Einheimische während der Hauptsaison ihre eigenen Häuser an die arabischen Touristen vermieten. In dieser Zeit ziehen die Familien oft für ein paar Monate in Zelte um, was für sie kein Problem darstellt, da sie so genug Geld für das ganze restliche Jahr verdienen können. So entstehen rund um Salalah im Sommer ganze Zeltstädte, die das Stadtbild prägen.
Für die Planung der Reise ist es am einfachsten, die gängigen Online-Portale oder die Webseiten der Hotels zu nutzen. Im günstigeren Preissegment findet man online oft deutlich bessere Konditionen als über Reisebüros. Wenn man allerdings eine Unterkunft im absoluten Premium-Bereich sucht, kann es sich lohnen, den Kontakt zu lokalen Agenturen zu suchen, die oft exklusive Angebote vermitteln können.
Küche und Geschirr Oman
Die Küche im Oman ist eine faszinierende Welt für sich, die sehr eigenständig geblieben ist und sich deutlich von den Gerichten der Nachbarländer unterscheidet. Wer hier isst, bekommt meist eine ehrliche und unverfälschte Mahlzeit serviert, die oft aus einer Basis von Reis besteht. Dazu gibt es würziges Lammfleisch oder frisch gefangenen Fisch, ergänzt durch süße Datteln und natürlich den obligatorischen Kaffee oder Tee.
Obwohl die Liste der Grundzutaten gar nicht so lang ist, schaffen es die Köche, eine enorme Vielfalt auf den Tisch zu zaubern. Das Geheimnis liegt in den vielen Gewürzen und der Art und Weise, wie die Speisen zubereitet werden. Reis ist hier nicht gleich Reis: Mal wird er locker und körnig serviert, mal zu einem sämigen Brei gekocht, gelb oder rötlich eingefärbt oder mit Nüssen und Rosinen verfeinert.
Besonders beliebt sind Fleischgerichte vom Lamm oder der Ziege. Die Zubereitungsarten sind dabei sehr traditionell: Das Fleisch wird oft über offenem Feuer gebraten, in einer Erdgrube langsam gegart oder am Spieß geröstet. Oft wird es auch stundenlang mit Gemüse und Gewürzen geschmort, bis es fast von selbst vom Knochen fällt. Als Beilage dienen häufig Tomaten und Okraschoten, die mit viel Zwiebeln zubereitet werden.
Rindfleisch findet man eher selten auf der Speisekarte, da Rinder hauptsächlich in den feuchten Hochlagen der Region Dhofar gezüchtet werden. An den Küsten hingegen spielt Fisch die Hauptrolle. Neben den klassischen Varianten wie Grillen oder Dünsten wird Fisch im Oman auch oft getrocknet. Ein bekanntes Gericht ist getrocknetes Haifleisch, das lokal Uaal genannt wird und oft als Basis für eine kräftige Suppe dient.
Frisches Obst und Gemüse gehören im Oman fest zum Alltag. Datteln, Bananen und saftige Wassermelonen werden fast überall angebaut und sind fester Bestandteil jeder Mahlzeit. In den fruchtbaren Tälern wachsen zudem Limetten und Mangos, während in den kühleren Bergregionen sogar Trauben, Pfirsiche, Walnüsse und Kokosnüsse geerntet werden können, was für eine enorme Frische sorgt.
Interessanterweise ist das Essen im Oman trotz der vielen Gewürze meist nicht scharf. Gewürze wie Kurkuma, Safran, Kardamom und Zimt werden eher dazu genutzt, dem Essen eine feine Tiefe und eine schöne Farbe zu verleihen. Es geht mehr um das Aroma als um die Schärfe, was die Gerichte sehr bekömmlich macht und auch europäischen Gaumen sehr entgegenkommt.
Das soziale Leben findet im Oman oft bei einer Tasse Kaffee oder Tee statt. Die Einheimischen trinken ihren Kaffee am liebsten sehr stark, während Tee eher als Zeichen der Gastfreundschaft gereicht wird. Beide Getränke werden oft mit Kardamom, Ingwer oder Rosenwasser verfeinert. Zu jedem Heißgetränk bekommt man in der Regel Datteln gereicht, die entweder getrocknet oder kandiert sind.
Eine echte Besonderheit ist die omanische Halva, die man unbedingt probieren sollte. Auch wenn der Name bekannt klingt, unterscheidet sie sich stark von der Halva, die man aus anderen Regionen kennt. Sie ist weicher und hat eine ganz eigene, fast geleeartige Konsistenz. Alkohol spielt im öffentlichen Leben übrigens kaum eine Rolle und ist meist nur in lizenzierten Restaurants für Touristen erhältlich, da der Konsum für die Einheimischen nicht üblich ist.
Kultur und Traditionen Oman
Wenn man den Oman verstehen will, muss man wissen, dass man hier in eine tief religiöse und traditionelle Welt eintaucht. Die Kultur unterscheidet sich spürbar von der anderer arabischer Staaten und weist viele Ähnlichkeiten mit der des Jemen auf. Besonders auf dem Land spielen der Stamm und der Clan noch immer eine sehr große Rolle im sozialen Gefüge, während diese Strukturen in den wachsenden Städten langsam an Bedeutung verlieren.
Trotz der tiefen Verwurzelung in patriarchalen Strukturen ist die Gesellschaft im Oman erstaunlich offen und oft liberaler als in den direkten Nachbarstaaten. Das zeigt sich besonders bei den Rechten der Frauen, die im Oman sehr fortschrittlich sind. Frauen haben Zugang zu Bildung und nehmen am Berufsleben teil, und es ist keine Seltenheit, dass Frauen sogar wichtige politische Ämter wie Ministerposten bekleiden.
Die Omaner sind sehr stolz auf ihre Bräuche und tun viel dafür, diese für die nächste Generation zu bewahren. Das sieht man schon an der Kleidung, denn die meisten Menschen tragen auch im Alltag ihre traditionellen Gewänder. Neben den religiösen Festen werden auch staatliche Feiertage groß gefeiert, wie zum Beispiel der Nationalfeiertag oder der Geburtstag des amtierenden Sultans, was das Gemeinschaftsgefühl stärkt.
Die Kleidung der Frauen ist oft ein farbenfrohes Schauspiel mit vielen Stickereien und Schmuckelementen. Sie tragen meist eine lange Tunika über einer weiten Hose und bedecken ihr Haar mit einem leichten Schal oder einem Hidschab. Die Männer hingegen kleiden sich in die Dishdasha, ein schlichtes, knöchellanges Gewand aus Baumwolle, und tragen dazu einen kunstvoll gewickelten Turban aus Wolle oder Baumwolle.
Ein besonderes Statussymbol für Männer ist der Krummdolch, der Jambia genannt wird. Er wird an einem prunkvollen Gürtel getragen und ist ein stolzes Erbe aus der kriegerischen Vergangenheit des Landes. Heute wird er vor allem zu festlichen Anlässen angelegt. Überhaupt ist das Handwerk im Oman hoch angesehen, egal ob es um die Herstellung von Waffen oder um filigranen Schmuck aus Gold und Silber geht.
Auf den lokalen Märkten findet man auch heute noch wunderbare Schnitzereien aus Holz und handgewebte Stoffe, die mit viel Liebe zum Detail gefertigt wurden. Der Staat fördert diese traditionellen Berufe aktiv, damit das Wissen nicht verloren geht. Auch in der Architektur legt das Sultanat großen Wert darauf, dass neue Gebäude zum historischen Stadtbild passen und die eigene Identität gewahrt bleibt.
Alte Festungen und Häuser werden mit großem Aufwand restauriert, anstatt sie durch moderne Glasbauten zu ersetzen. Ein technisches Wunderwerk sind die uralten Bewässerungskanäle, die Aflaj genannt werden. Einige von ihnen sind bereits zweitausend Jahre alt und funktionieren heute noch genauso gut wie am ersten Tag. Sie versorgen die Dörfer und Felder zuverlässig mit Wasser und sind ein Beweis für die kluge Baukunst der Vorfahren.
Selbst in den modernen Stadtvierteln erkennt man immer wieder klassische islamische Stilelemente, wie zum Beispiel Rundbögen oder verzierte Fenstergitter. Diese Liebe zum Detail sorgt dafür, dass der Geist der arabischen Welt im Oman überall spürbar bleibt, egal wie schnell sich die Welt um das Land herum dreht. Es ist diese gelassene Beständigkeit, die Reisende so sehr fasziniert.