Natur Nepal
In Nepal ist die Natur einfach überwältigend, was vor allem an den extremen Höhenunterschieden liegt. Auf engstem Raum findet man dort so viele verschiedene Pflanzen und Tiere wie kaum irgendwo sonst auf der Welt. Das liegt daran, dass sich das Klima und die Feuchtigkeit von Tal zu Tal total unterscheiden. Im Süden, im Terai, fühlt man sich fast wie in einer afrikanischen Savanne mit extrem hohem Gras.
Früher gab es dort dichten Dschungel, aber die Menschen haben viel davon abgeholzt, um Felder anzulegen. Heute wächst dort vor allem Zuckerrohr und jede Menge verschiedener Bambusarten. Trotzdem findet man in den feuchteren Ecken noch Reste der alten, immergrünen Wälder. Wenn man dann langsam höher Richtung Himalaja steigt, verändert sich die Vegetation komplett und wird deutlich kühler.
In den tieferen Lagen des Gebirges wachsen Monsunwälder, in denen man sogar noch Palmen und Farne sieht. Sobald man aber das Mahabharat-Gebirge erreicht, dominieren plötzlich Eichen, Magnolien und riesige Kiefern. Es riecht dort ganz anders, viel frischer und irgendwie nach Wald, wie wir ihn kennen. Bis auf eine Höhe von fast 3000 Metern findet man dann eher Kirschbäume und Kastanien.
Geht man noch weiter nach oben, kommen die echten Nadelwälder mit Tannen, Fichten und Zedern. Ab 3000 Metern wird die Luft dünner und die Bäume kleiner, bis schließlich nur noch Rhododendren und Wacholderbüsche wachsen. Wer im Frühling dort ist, sieht die Hänge in den tollsten Farben leuchten, wenn alles blüht. Das ist ein Anblick, den man sein Leben lang nicht mehr vergisst.
Ab einer Höhe von etwa 5000 Metern hört der Spaß für die meisten Pflanzen dann endgültig auf. Dort oben findet man nur noch ein paar hartnäckige Moose, Gräser oder ganz flache Polsterpflanzen. Der Rest ist eigentlich nur noch nackter Fels, Eis und Schnee, wo kaum noch Leben möglich ist. Aber genau diese karge Landschaft hat ihren ganz eigenen, rauen Charme.
Die Tierwelt in Nepal ist genauso spannend und vielfältig wie die Landschaft selbst. In den Wäldern und Savannen leben Nashörner, wilde Schweine und sogar Tiger und Leoparden. Man kann dort auch Affen beobachten, die durch die Bäume turnen, oder verschiedene Hirscharten entdecken. Sogar Bären und Wölfe streifen durch die abgelegeneren Gebiete des Landes.
Besonders faszinierend ist der Schneeleopard, den man aber nur mit extrem viel Glück in den hohen Bergen zu Gesicht bekommt. Auch für Vogelliebhaber ist Nepal ein echtes Paradies mit über 800 verschiedenen Arten. Der bunte Himalaja-Fasan ist sogar das Nationalsymbol des Landes und sieht einfach fantastisch aus. In den Flüssen und Sümpfen kann man zudem seltene Störche und viele Zugvögel beobachten.
Klima Nepal
Das Klima in Nepal ist eigentlich subäquatorial, aber das täuscht ein bisschen, weil es durch die Berge oft viel kälter ist. Im Sommer strömt warme Luft vom Äquator ins Land, während im Winter eher trockene, tropische Winde wehen. Was man dort sofort merkt, ist, dass die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht viel krasser sind als zwischen den Jahreszeiten. Man muss also immer für jedes Wetter gepackt haben.
Je höher man kommt, desto mehr verändert sich das Wetter, was man als Höhenstufung bezeichnet. Im Sommer und Herbst fegen oft tropische Wirbelstürme über das Land, die von weit her über das Meer kommen. Die Berge haben dabei einen riesigen Einfluss darauf, wie viel Regen an einer bestimmten Stelle tatsächlich runterkommt. Das führt dazu, dass es in einem Tal sonnig sein kann, während es nebenan schüttet.
Im Süden, also im Terai, muss man im Sommer immer mit Überschwemmungen rechnen, wenn der Regen kommt. Von Dezember bis Februar ist es dort hingegen meistens furztrocken und sehr angenehm. Selbst im tiefsten Winter fallen die Temperaturen dort eigentlich nie unter 15 Grad Celsius. In den subtropischen Bergregionen herrscht dann das klassische Monsunklima, das viele Reisende anzieht.
Im Winter hat es dort im Schnitt etwa 17 Grad, während es im Sommer auf angenehme 26 Grad hochgeht. Die beste Zeit für einen Besuch ist definitiv zwischen Oktober und Mai, wenn der Himmel klar ist. Wer höher als 2000 Meter steigt, kommt in die gemäßigte Zone, wo es schon deutlich kühler wird. Ab 3000 Metern fühlt es sich dann schon richtig nach Hochgebirge an.
In diesen Höhen regnet es oft auch dann, wenn der Rest von Nepal strahlenden Sonnenschein hat. Die Winter dort oben sind richtig knackig kalt und sehr trocken, was man nicht unterschätzen sollte. Ab 4500 Metern liegt der Schnee das ganze Jahr über und schmilzt auch im Sommer nicht mehr weg. Alles über 5000 Meter gehört zum ewigen Eis, wo es lebensfeindlich wird.
Dort oben ist es nicht nur eisig kalt, sondern es wehen auch oft heftige Stürme oder sogar Orkane. Im mittleren Teil Nepals sorgt der Monsun zwischen Juni und September für ordentlich Niederschlag. In dieser Zeit fallen zwischen 1400 und 1900 Millimeter Regen, was die Natur zwar grün macht, aber das Reisen erschwert. Es ist dort meistens viel kühler als in der flachen Tiefebene im Süden.
Interessanterweise merkt man den Monsun in den ganz hohen Lagen des Himalaja fast gar nicht mehr. Dort oben fällt kaum noch Niederschlag, oft nur zwischen 250 und 600 Millimeter im Jahr. Das liegt daran, dass die hohen Berge die Regenwolken einfach abblocken. Das Wetter wird dort oben also eher durch die Höhe und die Form der Berge bestimmt.
Wenn die Regenzeit in Nepal so richtig losgeht, sollte man beim Reisen extrem vorsichtig sein. Die Straßen weichen auf und es kommt leider immer wieder zu gefährlichen Erdrutschen in den Bergen. Auf unbefestigten Wegen kommt man dann kaum noch voran, und der Matsch macht keinen Spaß. Die schönsten Erlebnisse hat man eigentlich nur dann, wenn es trocken ist und die Sicht auf die Berge frei bleibt.
Transport in Nepal
Wer in Nepal von A nach B kommen will, landet oft schneller im Flugzeug, als er denkt. Das liegt schlichtweg daran, dass es viel einfacher ist, eine kleine Landebahn zu bauen, als Straßen durch das krasse Gebirge zu ziehen. Es gibt insgesamt 48 Flughäfen im Land, was für so eine relativ kleine Fläche echt eine Menge ist. Ohne diese Flugverbindungen wären viele Orte in den Bergen quasi komplett von der Außenwelt abgeschnitten.
Allerdings spielt das Wetter oft nicht mit, und während der Regenzeit bleiben viele Flieger einfach am Boden. Ein echtes Abenteuer ist die Landung auf dem Flughafen in Lukla, der als einer der gefährlichsten der Welt gilt. Die Landebahn ist nur einen halben Kilometer lang und endet direkt an einem tiefen Abgrund. Auf der anderen Seite kracht man direkt in eine Felswand, wenn man nicht rechtzeitig bremst.
Die meisten Maschinen, die im Land herumfliegen, sind klein und bieten Platz für etwa 20 bis 30 Leute. Manchmal nehmen die Airlines es mit dem Gewicht nicht so genau und laden mehr Passagiere ein, als eigentlich erlaubt wäre. Das sorgt bei Touristen oft für ein mulmiges Gefühl, gehört dort aber irgendwie zum Alltag. Sicherheit wird dort manchmal ein bisschen lockerer gesehen als bei uns in Europa.
Der einzige internationale Flughafen des Landes befindet sich in der Hauptstadt Kathmandu. Wenn man ihn mit großen Flughäfen in anderen Ländern vergleicht, wirkt er fast schon winzig und bescheiden. Es gibt dort tatsächlich nur eine einzige Start- und Landebahn für alle internationalen Flüge. Immerhin sind die Terminals mittlerweile einigermaßen modern und erfüllen ihren Zweck für die Reisenden.
Am Boden sind die meisten Menschen in Nepal mit dem Bus unterwegs, was ein Erlebnis für sich ist. Die Busse sind oft so vollgestopft, dass man kaum noch atmen kann oder Leute auf dem Dach mitfahren. Wenn man sichergehen will, dass man einen Platz bekommt, sollte man sein Ticket unbedingt schon Tage im Voraus kaufen. Viele der Fahrzeuge haben ihre besten Jahre schon lange hinter sich und stammen gefühlt aus den 50ern.
Dazu kommt, dass die Straßen oft in einem miserablen Zustand sind, weshalb man für kurze Strecken ewig braucht. Es kann auch gut vorkommen, dass man sich den Bus mit ein paar Ziegen oder Hühnern teilen muss. Auf den Hauptstrecken zwischen den großen Städten gibt es mittlerweile aber auch modernere Busse. Für Touristen werden oft extra Busse eingesetzt, die etwas komfortabler sind und sogar Klimaanlagen haben.
Züge sucht man in Nepal fast vergeblich, da es nur eine einzige kleine Bahnlinie gibt, die für Reisende kaum eine Rolle spielt. In den Städten kommt man am besten mit dem Taxi voran, die eigentlich überall an den Straßenecken stehen. Obwohl Taxis teurer sind als Busse, sind die Preise für uns immer noch ziemlich günstig. Man sollte aber vor der Fahrt unbedingt den Preis aushandeln, damit es keine Überraschungen gibt.
Noch billiger, aber deutlich langsamer, sind die Fahrrad-Rikschas, die sich durch den dichten Verkehr schlängeln. Es gibt auch Motorrad-Rikschas und man kann sich sogar selbst ein Auto oder Moped mieten. Aber Vorsicht, die Verkehrsregeln in Nepal existieren meistens nur auf dem Papier und jeder fährt so, wie er gerade möchte. Boote oder Schiffe gibt es als Verkehrsmittel überhaupt nicht, da die Flüsse dafür viel zu wild sind.
Geld und Einkaufen in Nepal
Die offizielle Währung in Nepal ist die Rupie, die man in 100 Paisa unterteilen kann, auch wenn man die Kleinstbeträge kaum sieht. Es gibt Geldscheine in allen möglichen Werten, angefangen bei 5 bis hin zu 1000 Rupien. Münzen findet man zwar auch ab und zu, aber sie spielen im täglichen Leben eigentlich fast keine Rolle mehr. Der Wert der Rupie ist im Vergleich zum Euro oder Dollar ziemlich niedrig, was das Reisen günstig macht.
Interessant ist, dass auf den Scheinen oft verschiedene Jahreszahlen stehen, weil Nepal mehrere eigene Kalender nutzt. Erst seit dem Jahr 2007 wird zusätzlich auch unser gewohnter Kalender auf das Geld gedruckt. Geld wechseln kann man problemlos in den großen Städten und touristischen Gebieten des Landes. Am liebsten nehmen die Wechselstuben Euro, US-Dollar oder auch indische Rupien an, was fast überall klappt.
In den abgelegenen Bergdörfern sieht das Ganze schon anders aus, da gibt es oft gar keine Möglichkeit zum Wechseln. Wer dort unterwegs ist, sollte also immer genug Bargeld in kleinen Scheinen dabei haben. Viele Touristen nutzen die Reise auch, um sich mit schönen Edelsteinen wie Saphiren, Topasen oder Aquamarinen einzudecken. Besonders Schmuck aus Gold und Silber ist in Nepal sehr beliebt und oft handwerklich toll gemacht.
Einfache Souvenirs wie Gebetsketten oder kleine Schalen findet man wirklich an jeder Ecke, aber die Qualität schwankt stark. Was man auf jeden Fall mitnehmen sollte, ist der nepalische Tee, der einfach unglaublich gut schmeckt. Auch die Auswahl an Gewürzen auf den Märkten ist riesig und verströmt einen wunderbaren Duft. Die besten Schnäppchen macht man meistens auf den lokalen Basaren und nicht in den Hotelshops.
Dort verkaufen die Händler oft Kleidung aus Naturstoffen, die sich auf der Haut richtig gut anfühlen. Besonders berühmt ist die Pashmina-Wolle, die extrem weich und hochwertig ist, wenn es sich um das Original handelt. Man sollte aber vorsichtig sein, denn echte Pashmina-Schals kosten meistens mindestens 40 bis 50 Dollar. Es werden viele Fälschungen für 10 Dollar angeboten, die zwar auch okay sind, aber eben nicht die echte Qualität haben.
Auch Sachen aus Yakwolle sind sehr beliebt, weil sie extrem warm halten und langlebig sind. Kleidung aus Fleece kann man in Nepal ebenfalls gut kaufen, da die Qualität dort oft überraschend hoch ist. Bei Profi-Ausrüstung für Bergsteiger sollte man hingegen eher vorsichtig sein und genau hinschauen, was man kauft. Oft handelt es sich dabei um Kopien, die im Ernstfall am Berg vielleicht nicht halten, was sie versprechen.
Ein tolles Mitbringsel sind auch Pflegeprodukte oder Medizin aus der ayurvedischen Tradition, die dort eine lange Geschichte hat. Manche Leute schwören auch auf die handgeknüpften Teppiche aus Tibet, die man in Kathmandu finden kann. Bei Antiquitäten muss man allerdings aufpassen, da man für viele Stücke eine offizielle Erlaubnis für den Export braucht. Nepal hat auch sehr talentierte Holzschnitzer, deren Kunstwerke echt beeindruckend sind.
Ob man sich eine der bunten traditionellen Masken an die Wand hängen will, muss jeder für sich selbst entscheiden. Wer auf Messer steht, wird die berühmten Kukri-Messer der Gurkha-Soldaten lieben, die es in allen Größen gibt. Ein weiteres schönes Geschenk ist das handgeschöpfte Lokta-Papier, das fast unkaputtbar ist. Auf diesem Papier bleiben Notizen oder Zeichnungen über Jahrzehnte hinweg erhalten, ohne zu verblassen.
Hauptattraktionen Nepal
Es hat wenig Sinn, lange über die majestätischen Gipfel des Himalayas zu sprechen, da dieses Thema bereits in zahllosen Reiseberichten ausführlich behandelt wurde. Viel spannender ist das, was Reisende direkt nach ihrer Ankunft in Nepal erwartet, noch bevor sie den ersten Bergpfad betreten. Die Hauptstadt Kathmandu ist ein Ort, der Besucher sofort in seinen Bann zieht, weil sie eine so seltsame und doch faszinierende Mischung aus prächtigen Palästen und winzigen, verwinkelten Gassen bietet. Wenn man durch diese Straßen geht, hat man oft das Gefühl, dass die Zeit vor Jahrhunderten einfach stehen geblieben ist, während die alten Häuser ihre ganz eigene Geschichte flüstern.
Eigentlich kann man die gesamte Stadt als eine einzige große Sehenswürdigkeit betrachten, aber ein Ort sticht ganz besonders hervor: der Durbar Square. Dieser Platz ist das pulsierende Herz der Geschichte, umgeben von etwa fünfzig Palästen und Tempelanlagen, die stumme Zeugen der dramatischsten Momente des Landes sind. Man spürt förmlich die Last der Vergangenheit, wenn man zwischen den massiven Steinmauern und kunstvollen Holzschnitzereien wandelt, die die Macht der früheren Könige widerspiegeln. Es ist ein Ort, an dem sich Geschichte nicht wie ein trockenes Buch anfühlt, sondern wie etwas, das man anfassen kann.
Ein weiterer wichtiger Stopp auf jeder Reise ist das Heiligtum des Shiva, bekannt als Pashupatinath, das weit über die Grenzen Nepals hinaus berühmt ist. Dieser Ort ist vor allem für seine rituellen Feuerbestattungen bekannt, die direkt am Flussufer unter freiem Himmel stattfinden und einen tiefen Einblick in das spirituelle Verständnis von Leben und Tod geben. Wer sich hingegen mehr für den Buddhismus interessiert, sollte unbedingt den Bodhnath-Tempel besuchen, dessen riesige Stupa bereits im sechsten Jahrhundert errichtet wurde. Die Atmosphäre dort ist einzigartig, besonders wenn man beobachtet, wie die Gläubigen ihre Runden drehen, während drumherum kleine Läden und gemütliche Restaurants zum Verweilen einladen.
In der Stadt Bhaktapur geht die Zeitreise weiter, denn hier findet man auf engem Raum etwa zweihundert Tempel und zahlreiche Monumente des Hinduismus. Früher war dieser Ort die Hauptstadt eines kleinen eigenständigen Staates, und dieser einstige Glanz spiegelt sich noch heute in den prunkvollen Palastanlagen und den beeindruckenden Stadttoren wider. Es ist fast so, als würde man durch ein lebendiges Freilichtmuseum spazieren, in dem jede Ecke ein neues handwerkliches Detail offenbart. Die Architektur hier ist so dicht und gut erhalten, dass man sich leicht in den Gassen verlieren kann.
Wenn man sich nach der ganzen Architektur nach Natur sehnt, ist Pokhara genau das richtige Ziel, denn hier stehen nicht Gebäude, sondern die Landschaften im Vordergrund. Nach einem kurzen Besuch im Bergmuseum kann man sich ganz der Bewunderung der extrem hohen Berggipfel widmen, die sich im klaren Wasser der Seen spiegeln. Ein Abstecher zur Mahendra-Höhle, in der zahlreiche Fledermäuse leben, sorgt für eine mystische Abwechslung zum hellen Tageslicht. Bevor man die Stadt verlässt, sollte man sich einen Spaziergang über den sieben Kilometer langen Basar nicht entgehen lassen, denn es ist fast unmöglich, dort nichts zu finden, was man als Erinnerung mitnehmen möchte.
Ein Ausflug nach Lumbini ist ebenfalls ein Erlebnis, das lange im Gedächtnis bleibt, auch wenn man dort selten allein ist. Da es ein bedeutender spiritueller Ort ist, muss man sich auf größere Menschenmengen einstellen, die alle denselben tiefen Respekt vor der Geschichte verspüren. Wenn man schon einmal dort ist, gehört die Besichtigung des Maya-Devi-Tempels fest zum Programm, da dieser Ort eine ganz besondere Aura ausstrahlt. Es ist einer dieser Plätze, an denen die spirituelle Energie Nepals fast körperlich greifbar wird.
Für Naturliebhaber führt kein Weg am Sagarmatha-Nationalpark vorbei, denn hier thront der Mount Everest über allem. Doch neben dem legendären höchsten Gipfel der Welt gibt es dort auch wunderschöne buddhistische Klöster und traditionelle Bauwerke zu entdecken, die sich perfekt in die raue Hochgebirgslandschaft einfügen. Wer dagegen die wilde Tierwelt Nepals aus nächster Nähe erleben möchte, sollte den Chitwan-Nationalpark wählen, wo man eine ganz andere, grüne und lebendige Seite des Landes kennenlernt.
Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Orte, die eine Erwähnung wert sind, wie das Kloster Kopan oder der Tempel Kumari Ghar, in dem die lebende Göttin residiert. Auch der Phewa-See, das Massiv des Kanchenjunga oder der markante Bhimsen-Turm gehören zu den Highlights, die eine Reise nach Nepal so abwechslungsreich machen. Es ist diese ständige Abfolge von kulturellen Schätzen und atemberaubender Natur, die das Land so einzigartig macht und dafür sorgt, dass man immer wieder Neues entdeckt.
Tourismus in Nepal
Wenn man sich die Berichte über Nepal ansieht, könnte man leicht den Eindruck gewinnen, dass sich dort alles nur um alte Tempel, Klöster und religiöse Zeremonien dreht. Aber das ist nur die halbe Wahrheit, denn das Land bietet weit mehr als nur spirituelle Erfahrungen und architektonische Meisterwerke. Tatsächlich ist Nepal ein wahres Paradies für alle, die sich gerne bewegen und die Natur auf aktive Weise erkunden wollen, sei es beim Bergsteigen, Wandern oder bei ökologischen Entdeckungstouren. Viele Reisende kommen gar nicht wegen der Geschichte, sondern wegen der körperlichen Herausforderung und der unberührten Wildnis.
Manche Leute entscheiden sich sogar gegen den mühsamen Aufstieg zu Fuß und wählen stattdessen den Luftweg, um die gigantischen Gipfel aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen. Paragliding oder Fahrten mit dem Heißluftballon sind großartige Möglichkeiten, um über die Täler zu schweben und das Panorama des Himalayas ohne Anstrengung zu genießen. Wer lieber festen Boden unter den Rädern hat, nutzt die anspruchsvollen Strecken für Mountainbikes, die durch abgelegene Dörfer und über hohe Pässe führen. Auch wenn das nepalische Safari-Erlebnis nicht so weltberühmt ist wie das in Afrika, bietet es doch spannende Begegnungen mit der Tierwelt in den dichten Wäldern des Tieflands.
Für diejenigen, die die Berge lieben, aber keine Profi-Ausrüstung mitschleppen oder sich an die höchsten Gipfel wagen wollen, ist Trekking die perfekte Lösung. Es gibt kaum etwas Schöneres, als auf ausgetretenen Pfaden oder völlig neuen Wegen durch die Landschaft zu wandern und dabei die Ruhe der Natur aufzusaugen. Jede Route hat ihren eigenen Charme und bietet Ausblicke, die man so schnell nicht wieder vergisst, egal ob man nur ein paar Tage oder mehrere Wochen unterwegs ist. Diese Art des Reisens ermöglicht es einem, das Land in seinem ganz eigenen Tempo kennenzulernen und abseits der Massen zu wandern.
Auch Wassersportler kommen in Nepal voll auf ihre Kosten, denn die Flüsse des Landes bieten hervorragende Bedingungen für Rafting und Kajakfahren. Das ist eine wunderbare Chance, die Natur und abgelegene Winkel zu sehen, die man zu Fuß oder mit dem Auto niemals erreichen würde. Man hat dabei oft die Wahl zwischen ganz unterschiedlichen Erlebnissen. Während die einen es vorziehen, entspannt auf ruhigen Gewässern dahinzugleiten und die vorbeiziehende Landschaft zu genießen, suchen andere den Adrenalinkick in den reißenden Stromschnellen der Gebirgsflüsse. Zu den bekanntesten Flüssen für solche Abenteuer gehören der Trisuli, der Kali Gandaki und der Bhote Koshi.
Doch Nepal hat auch für Menschen, die es lieber etwas ruhiger angehen lassen, eine Menge zu bieten. Besonders Vogelliebhaber finden hier ihr persönliches Glück, da man unzählige Arten in ihrer natürlichen Umgebung beobachten kann. Allein im Kathmandu-Tal leben etwa fünfhundert verschiedene Vogelarten, von denen viele nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind. Man braucht eigentlich nur ein gutes Fernglas und etwas Geduld in einem der Nationalparks, um die bunten Wesen zu entdecken. Und wer weiß, vielleicht bekommt man neben den Vögeln auch noch Tiger, Nashörner oder Elefanten vor die Linse, die in den geschützten Gebieten leben.
Falls man doch noch nach einer Portion Nervenkitzel sucht, ohne sich gleich in ein Boot zu setzen, ist Bungee-Jumping eine Überlegung wert. Es gibt Orte, an denen man sich aus hundert oder sogar hundertsechzig Metern Höhe in die Tiefe stürzen kann, was definitiv für weiche Knie sorgt. Erfahrene Instruktoren sorgen dafür, dass alles sicher abläuft, sodass man sich voll und ganz auf den freien Fall und das anschließende Hochgefühl konzentrieren kann. Es ist eine extreme Erfahrung, die den Puls garantiert in die Höhe treibt und perfekt in die abenteuerliche Atmosphäre des Landes passt.
Zusätzlich zu all diesen Aktivitäten bietet Nepal noch viele weitere kleine Abenteuer an, die den Urlaub bereichern können. Man kann zum Beispiel Rundflüge in Ultraleichtflugzeugen buchen, um sich wie ein Vogel zu fühlen, oder ausgedehnte Touren mit dem Mountainbike unternehmen. Nach einem langen Tag voller Action gibt es zudem nichts Entspannenderes, als eine der natürlichen heißen Quellen zu besuchen. Das heiße Wasser hilft dabei, die müden Muskeln zu regenerieren und den Tag in aller Ruhe ausklingen zu lassen, während man bereits das nächste Ziel plant.
Unterkunft in Nepal
Die Auswahl an Unterkünften in Nepal ist erstaunlich groß und bietet für jeden Geldbeutel das passende Dach über dem Kopf. Wer mit einem sehr knappen Budget reist, findet einfache Gästehäuser bereits für fünf bis zehn Dollar pro Nacht. Günstig bedeutet hierbei nicht zwangsläufig schlecht, denn mit ein bisschen Suchen lassen sich durchaus saubere und ordentliche Zimmer finden, auch wenn man natürlich keine Luxusausstattung erwarten darf. Wenn man bereit ist, etwa vierzig Dollar auszugeben, bekommt man in der Regel schon einen Standard, der qualitativ wirklich hochwertig ist und kaum Wünsche offen lässt.
Was dagegen oft enttäuschend sein kann, ist das Mieten von richtigen Wohnungen, vor allem wenn man die Preise betrachtet. Man zahlt dort schnell zweihundert Dollar im Monat oder sogar mehr, was für lokale Verhältnisse recht viel ist. Das Problem dabei ist oft, dass der Zustand dieser Immobilien nicht unbedingt dem hohen Preis entspricht. Oft fährt man mit einem gemütlichen Zimmer in einem Gästehaus deutlich besser, da man dort meist nur die Hälfte zahlt und mehr Service bekommt. Zudem sollte man bedenken, dass beim Mieten einer Wohnung oft noch Extrakosten anfallen, zum Beispiel für die Gasflaschen zum Kochen.
In den beliebten Städten wie Kathmandu, Pokhara oder im Chitwan-Nationalpark kosten durchschnittliche Hotels meist zwischen fünfzig und sechzig Dollar. In diesem Preis ist das Frühstück normalerweise schon enthalten, was den Start in den Tag sehr unkompliziert macht. Auf den großen internationalen Buchungsportalen findet man jedoch überwiegend die teureren Hotels der gehobenen Klasse. Wer wirklich sparen möchte, sollte deshalb lieber erst vor Ort nach einer Bleibe suchen, da man durch direktes Nachfragen oft viel bessere Preise erzielt als bei einer Vorabreservierung im Internet.
In Kathmandu konzentrieren sich die meisten guten und beliebten Hotels im Viertel Thamel, während man in Pokhara am besten entlang der Lakeside-Straße sucht. Wenn man den ganzen Tag unterwegs ist, um sich die vielen Sehenswürdigkeiten anzusehen, und eigentlich nur zum Schlafen ins Zimmer kommt, reicht oft auch eine einfachere Unterkunft. Auf diese Weise kann man seine Reisekosten locker um die Hälfte oder sogar noch mehr reduzieren. Das gesparte Geld lässt sich dann viel sinnvoller in Ausflüge oder gutes Essen investieren, anstatt es für ein leeres Luxuszimmer auszugeben.
Für Reisende, die auf den großen Trekkingrouten unterwegs sind, gibt es eine ganz eigene Form der Unterkunft: die sogenannten Teehäuser oder Lodges. Das sind kleine, oft recht einfache Pensionen, die eigentlich immer ein schlichtes Restaurant dabei haben, in dem man sich nach der Wanderung stärken kann. Die Qualität und Ausstattung dieser Teehäuser schwankt extrem und es ist vorher fast unmöglich zu wissen, was einen erwartet. In der Nebensaison kann man dort schon für fünf Dollar unterkommen, während in der Hauptreisezeit die Preise für ein Doppelzimmer auf bis zu zwanzig Dollar steigen können.
Eine ganz andere Erfahrung ist es, direkt bei einer Sherpa-Familie zu übernachten, was allerdings eher etwas für Leute ist, die keine Berührungsängste haben. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man hier auf fast jeglichen Komfort verzichten muss, den man von zu Hause gewohnt ist. Es ist eine sehr ursprüngliche Art zu leben, bei der moderne Annehmlichkeiten keine Rolle spielen. Für die meisten Reisenden ist dies eher eine Notlösung für extreme Situationen oder eine bewusste Entscheidung, um die lokale Kultur so authentisch wie möglich zu erleben.
In den Städten gibt es zudem eine recht unkonventionelle Methode, um eine Bleibe zu finden: Man geht einfach in ein kleines Restaurant und fragt dort nach. Meistens finden sich schnell Leute, die jemanden kennen oder selbst Zimmer vermitteln können. Oft handelt es sich dabei um Agenten oder Vermittler, die genau wissen, wer gerade einen Platz frei hat und zu welchen Bedingungen. Bevor man jedoch fest zusagt, sollte man unbedingt prüfen, ob das Wasser zuverlässig fließt und ob es eine Notstromversorgung gibt, da Stromausfälle in Nepal keine Seltenheit sind.
Küche und Geschirr Nepal
Wenn man an nepalisches Essen denkt, kommt man an Dal-Bhat einfach nicht vorbei, denn es ist das Nationalgericht schlechthin. Im Grunde besteht es aus gekochtem Reis, der zusammen mit einer kräftigen Linsensuppe serviert wird, wobei dazu meist noch verschiedene Beilagen gereicht werden. Traditionell ist diese Mahlzeit vegetarisch, was sie sehr bekömmlich macht, aber wer möchte, kann sich in vielen Restaurants auch Fleisch dazu bestellen. Es ist das Essen, das die Einheimischen oft zweimal am Tag zu sich nehmen, weil es nahrhaft ist und lange satt macht.
Ein weiteres Highlight, das man unbedingt probieren sollte, sind Momos, die nepalische Antwort auf Teigtaschen oder Pelmeni. Man muss allerdings ehrlich sagen, dass sie nicht jedem sofort schmecken, da die Zubereitung und Füllung je nach Koch sehr unterschiedlich ausfallen kann. In manchen Läden sind sie fantastisch, in anderen eher mittelmäßig, weshalb man ruhig verschiedene Orte ausprobieren sollte. Momos werden entweder gedämpft oder gebraten und immer mit einer scharfen Sauce serviert, die dem Ganzen erst die richtige Würze verleiht. Es ist der perfekte Snack für zwischendurch oder als leichte Mahlzeit am Abend.
Die Küche in Nepal ist ein spannender Mix, der stark von den kulinarischen Traditionen Chinas und Indiens geprägt wurde. Über die letzten Jahrzehnte hinweg sind aber auch immer mehr europäische Einflüsse dazugekommen, was die Speisekarten in den touristischen Gebieten sehr vielseitig macht. Was jedoch immer bleibt, ist der großzügige Einsatz von Gewürzen wie Kreuzkümmel, Kurkuma, frischem Ingwer, Knoblauch und natürlich Pfeffer. Diese Zutaten geben den Gerichten ihr typisches Aroma und sorgen dafür, dass das Essen in Nepal nie langweilig schmeckt.
Sehr beliebt bei Einheimischen und Touristen gleichermaßen ist Sekuwa, was man sich wie eine lokale Variante von Schaschlik vorstellen kann. Hierfür wird oft Hühnerfleisch verwendet, aber man findet auch Varianten mit Schwein oder sogar Wasserbüffel, die über offenem Feuer gegrillt werden. Aus der tibetischen Nachbarschaft wurde zudem die Thukpa übernommen, eine wärmende Nudelsuppe, die besonders in den kühleren Bergregionen sehr geschätzt wird. Fladenbrote wie Naan oder Chapati, die aus Weizenteig bestehen, sind ebenfalls fester Bestandteil fast jeder Mahlzeit und dienen oft dazu, Saucen aufzunehmen.
Ein interessantes Gericht, das man oft als Beilage findet, ist Alu-Pokoda, wobei es sich um Kartoffelstücke handelt, die in einem würzigen Teigmantel ausgebacken werden. Durch die Zugabe verschiedener Gewürze direkt in den Teig schmecken diese kleinen Häppchen alles andere als gewöhnlich. Wer Fleisch liebt, sollte sich Choila nicht entgehen lassen. Dabei wird Fleisch vom Huhn oder Wasserbüffel kurz gekocht und anschließend scharf angebraten, wobei Zwiebeln, Knoblauch und reichlich Gewürze mit in die Pfanne kommen. Es ist ein sehr geschmacksintensives Gericht, das oft als Vorspeise serviert wird.
Auch Hülsenfrüchte spielen eine große Rolle, wie zum Beispiel bei Geda-Gudi, einer Mischung aus verschiedenen Bohnenarten, die mit frischem Koriander und Zwiebeln verfeinert wird. Was die Getränke angeht, so hat Nepal auch dort einiges zu bieten, wie den bekannten Reiswein namens Roxy oder den Hirsewein. Eine weitere lokale Spezialität ist Tongba, eine Art selbstgebrannter Schnaps, der oft in geselliger Runde getrunken wird. Und wer gerne Bier trinkt, sollte das einzigartige Reisbier namens Chang probieren, das einen ganz eigenen, leicht säuerlichen Geschmack hat.
Ein besonderes kulinarisches Erlebnis ist der Sizzler, bei dem Fleisch, oft sogar vom Yak, auf einer heißen Eisenplatte serviert wird, sodass es am Tisch noch weiter brutzelt. Fischliebhaber können nach Sanya suchen, was getrockneter Fisch ist, der oft in Suppen oder Eintöpfen verwendet wird. Kwa Ghasa ist eine solche dicke Suppe, in die neben viel Gemüse auch verschiedene Fleischsorten hineinkommen. Abgerundet wird das Angebot durch traditionelle Dinge wie den Tsampa-Brei, fermentierte Gundruk-Blätter oder die säuerliche Beerensuppe Paunchha, die zeigen, wie kreativ die Menschen mit den verfügbaren Lebensmitteln umgehen.
Kultur und Traditionen Nepal
Die kulturelle Identität Nepals ist ein faszinierendes Geflecht, das nicht nur durch die Einflüsse der großen Nachbarn China und Indien geprägt wurde, sondern auch tiefe Wurzeln in der mongolischen und tibetischen Geschichte hat. Das merkt man besonders deutlich bei den traditionellen Tänzen, die eine unglaubliche Vielfalt an den Tag legen. Je nachdem, in welcher Region oder in welcher Höhenlage man sich befindet, unterscheiden sich die Schritte und Rhythmen erheblich. In der Musik und im Tanz werden oft ganz alltägliche Dinge verarbeitet, wie die harte Arbeit bei der Ernte, vergangene Kriege oder freudige Ereignisse wie Hochzeiten.
In der Architektur ist vor allem der Pagodenstil weltberühmt, der so typisch für Nepal ist, dass man ihn sofort wiederkennt. Tatsächlich haben die Chinesen und viele andere asiatische Völker diesen Baustil ursprünglich von hier übernommen und weiterverbreitet. Neben den Pagoden prägen auch die massiven Stupas das Bild des Landes, die oft als spirituelle Zentren dienen. Schon seit der Antike sind die Nepalesen zudem für ihre meisterhaften Holzschnitzereien und die Herstellung kunstvoller Skulpturen bekannt, wobei sie in diesen Handwerken eine Perfektion erreicht haben, die ihresgleichen sucht.
Interessant sind auch die sozialen Strukturen, die sich je nach Region stark unterscheiden können. Während im Norden Nepals teilweise noch die Polyandrie vorkommt, bei der eine Frau mehrere Ehemänner haben kann, ist dies im Süden fast gar nicht verbreitet. Ein wichtiges Tabu betrifft den Berg Machapuchare, der als heilig gilt und deshalb unter keinen Umständen bestiegen werden darf. Was die Religion angeht, so ist der Hinduismus mit etwa siebzig Prozent der Bevölkerung die dominierende Kraft im Land, was den Alltag und die vielen Feste maßgeblich beeinflusst.
In der nepalischen Kultur wird großer Wert auf Zurückhaltung gelegt, vor allem wenn es um das Zeigen von Gefühlen in der Öffentlichkeit geht. Selbst unter engen Verwandten sind stürmische Umarmungen oder Küsse nicht üblich, was Reisende unbedingt respektieren sollten, um niemanden in Verlegenheit zu bringen. Eine weitere Besonderheit ist, dass viele Menschen ihre Mahlzeiten vorzugsweise mit den Händen essen, wobei es feste Regeln gibt, welche Hand dafür benutzt wird. Es ist ein sehr traditionelles Land, in dem Höflichkeit und das Wahren des Gesichts eine zentrale Rolle spielen.
Wenn man Menschen fotografieren möchte, gebietet es der Anstand, vorher kurz um Erlaubnis zu fragen, anstatt einfach die Kamera draufzuhalten. Auch bei der Begrüßung gibt es eine klare Hierarchie: Man grüßt immer zuerst die älteren Personen oder diejenigen, die einen höheren sozialen Status haben. Ein Händeschütteln, wie wir es im Westen kennen, ist in Nepal eher unüblich. Stattdessen nutzt man die traditionelle hinduistische Geste, bei der man die Handflächen vor der Brust zusammenlegt und sich leicht verneigt, was Respekt und Wertschätzung ausdrückt.
Es gibt auch einige Gesten, die man unbedingt vermeiden sollte, wie zum Beispiel mit dem Finger auf Menschen oder religiöse Gebäude zu zeigen. Das gilt als grobe Beleidigung; stattdessen benutzt man eine offene Handbewegung, um auf etwas aufmerksam zu machen. Genauso tabu ist es, die Füße anderer Leute ohne triftigen Grund zu berühren, da die Füße als der unreinste Teil des Körpers gelten. Der Kopf hingegen wird als heilig angesehen und sollte ebenfalls nicht ungefragt berührt werden, was man besonders bei Kindern beachten sollte, auch wenn es nett gemeint ist.
Das neue Jahr wird in Nepal übrigens nicht im Januar, sondern Mitte April gefeiert, was mit vielen bunten Festivitäten einhergeht. Ein weiterer großer Unterschied zu europäischen Bräuchen ist der Umgang mit den Toten, die hier nicht beerdigt, sondern traditionell kremiert werden. Viele Nepalesen leben aus religiösen Gründen vegetarisch, was jedoch in einem seltsamen Kontrast dazu steht, dass fast vierzig Prozent der Bevölkerung rauchen. Dennoch ist das Rauchen in Tempeln und an heiligen Orten absolut untersagt. Insgesamt sind die Menschen sehr konservativ, wenn es um ihre familiären Traditionen und ihren Lebensstil geht.