Natur Malta
Malta hat zwar alle typischen Merkmale, die man von einem Land im Mittelmeer erwartet, aber bei genauerem Hinsehen entdeckt man viele Besonderheiten. Die Natur auf dem Archipel ist wirklich einzigartig, denn hier gibt es Pflanzen und Tiere, die man sonst nirgendwo auf der Welt findet. Da die Inseln genau zwischen dem östlichen und dem westlichen Teil des Mittelmeers liegen, haben sich hier Arten aus beiden Zonen vermischt und angesiedelt. Das macht die Biologie der Inseln zu einer Art Brücke zwischen den verschiedenen Regionen.
Es gibt insgesamt 21 Pflanzenarten, die ausschließlich auf dem maltesischen Archipel heimisch sind und dort ihren Ursprung haben. Besonders beeindruckend ist die Steineiche, die hier noch in ihrer wilden Form wächst und teilweise ein stolzes Alter von bis zu 800 Jahren erreicht. Viele der lokalen Gewächse werden schon seit Generationen als Heilpflanzen genutzt. Da Malta von der letzten Eiszeit verschont geblieben ist, geben uns manche Pflanzen heute noch eine gute Vorstellung davon, wie die Flora in Europa vor der großen Kälte aussah.
Auch in der Tierwelt gibt es einige Spezialisten, die nur hier zu finden sind. Ein gutes Beispiel ist die unbewohnte kleine Insel Filfla, die ein paar Kilometer südlich von Malta liegt. Dort lebt eine riesige Kolonie der Sturmschwalbe, eines Vogels, der im restlichen Mittelmeerraum inzwischen leider ziemlich selten geworden ist. Diese Vögel sehen auf den ersten Blick fast wie Tauben aus, sind aber ein ganzes Stück größer und kräftiger gebaut. Sie graben kleine Höhlen in den Boden, um dort geschützt ihre Jungen aufzuziehen.
Während ihre Verwandten im hohen Norden im Winter oft weite Strecken nach Süden fliegen müssen, haben es die maltesischen Sturmschwalben viel bequemer. Das milde Klima im Mittelmeer sorgt dafür, dass sie das ganze Jahr über bleiben können, ohne vor dem Frost fliehen zu müssen. Sie ernähren sich hauptsächlich von kleinen Fischen, die sie geschickt im Flug direkt von der Wasseroberfläche schnappen. Neben diesen Vögeln ist das Archipel auch ein ganz wichtiger Rastplatz für unzählige Zugvögel auf ihrem Weg nach Afrika.
Wer gerne Vögel beobachtet, kann hier verschiedene Arten von Grasmücken, Ammern und sogar bunte Bienenfresser entdecken, die auf den Inseln eine Pause einlegen. Wenn man über die trockenen Felsen wandert, huschen zudem ständig Eidechsen über den Weg. Unter diesen Reptilien gibt es ebenfalls eine spezielle Art, die weltweit nur auf diesen Inseln vorkommt. Das macht jeden Spaziergang durch die karge, aber lebendige Landschaft zu einer kleinen Entdeckungstour für Naturfreunde.
Unter der Wasseroberfläche geht das Leben genauso vielfältig weiter wie an Land. In den Küstengewässern rund um Malta tummeln sich Schwärme von Thunfischen, Makrelen und Sardinen. Es ist einer der letzten Orte im Mittelmeer, an dem man noch regelmäßig auf Zackenbarsche stoßen kann. Auch Krustentiere und verschiedene Muschelarten fühlen sich in dem klaren Wasser pudelwohl. Gelegentlich lassen sich sogar Delfine in Küstennähe blicken, was für Beobachter immer ein ganz besonderes Highlight ist.
Sogar die selten gewordene Mittelmeer-Mönchsrobbe stattet den Inseln ab und zu noch einen Besuch ab. Taucher berichten oft davon, dass sie in den Felsspalten Muränen oder beim Schwimmen im tieferen Wasser Barrakudas und sogar Schwertfische gesehen haben. Bei den Insekten ist vor allem die Vielfalt der Schmetterlinge beeindruckend, von denen man über 600 verschiedene Arten gezählt hat. Dazu gesellen sich zahlreiche Bienen- und Ameisenarten, während es bei den Amphibien erstaunlicherweise nur eine einzige Froschart auf der Insel gibt.
Klima Malta
Es ist kein Zufall, dass sich schon die Menschen in der Urzeit auf den maltesischen Inseln niedergelassen haben. Das Klima dort ist so angenehm, dass man theoretisch den ganzen Winter über ohne eine klassische Heizung auskommen könnte. Im Sommer sorgt die frische Brise vom Meer dafür, dass es nicht ganz so extrem heiß wird wie im nahen Afrika. Die Jahreszeiten gehen hier sehr sanft ineinander über, ohne dass man plötzliche Wetterumschwünge befürchten muss.
Viele Leute aus kälteren Regionen merken erst auf Malta, wie komfortabel sie es eigentlich zu Hause haben, wenn es um das Wohnen im Winter geht. In nordeuropäischen Wohnungen sorgt die Zentralheizung dafür, dass man es immer gemütlich warm hat, egal wie es draußen stürmt. Der maltesische Winter ist zwar offiziell frostfrei und es fällt fast nie Schnee, aber in den Häusern kann es ohne Heizung doch ziemlich ungemütlich und klamm werden. Da die Gebäude meist aus Stein gebaut sind, speichern sie die Feuchtigkeit im Winter recht stark.
Wenn man nach der perfekten Reisezeit sucht, sind eigentlich nur zwei Monate wirklich ideal für jeden Geschmack. Das sind der April und der Oktober, wenn die Temperaturen genau richtig sind, um draußen aktiv zu sein. Ab Mai spürt man dann schon deutlich den Einfluss der Sahara, und die Hitze Afrikas legt sich über das gesamte Archipel. In den Sommermonaten kann es dann richtig heiß werden, was vor allem die tägliche Arbeit im Freien ziemlich anstrengend macht.
Die Einheimischen sind vom Hochsommer oft gar nicht so begeistert, wie man vielleicht meinen könnte. Sie leiden unter der stehenden Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit, während sie trotzdem ihrem normalen Alltag und Job nachgehen müssen. Man sieht Malteser deshalb während der Mittagshitze auch eher selten am Strand, das überlassen sie lieber den Urlaubern. Wenn dann der Herbst kommt, kann sich das Wetter auch mal von seiner wilden Seite zeigen und heftige Stürme oder kurze Überschwemmungen mit sich bringen.
In den Monaten Januar und Februar wird es dann in den Wohnräumen oft richtig ungemütlich kühl. Obwohl es statistisch gesehen nur alle dreißig Jahre mal ein paar Schneeflocken gibt, fühlt sich die feuchte Kälte für viele sehr intensiv an. Die Menschen auf Malta freuen sich trotzdem auf den Winter, weil die Natur dann endlich wieder grün wird und aufblüht. Um die Kälte aus den Häusern zu vertreiben, nutzen sie meist elektrische Heizgeräte, versuchen dabei aber wegen der hohen Stromkosten sparsam zu sein.
Durch dieses feuchtkalte Raumklima im Winter fangen sich viele Leute schneller mal eine Erkältung ein, als man bei einer Mittelmeerinsel denken würde. Eine typische Beschwerde, mit der viele ältere Malteser zu kämpfen haben, ist Arthritis, was oft auf die hohe Luftfeuchtigkeit in den alten Steinhäusern zurückgeführt wird. Trotzdem überwiegen die sonnigen Tage bei weitem, und die Lebensqualität ist durch das viele Licht und die gute Luft das ganze Jahr über sehr hoch. Das entspannte Lebensgefühl der Inselbewohner scheint eng mit diesem besonderen Rhythmus der Natur verbunden zu sein.
Transport in Malta
Malta ist eine so kompakte Insel, dass man wirklich jedes Ziel bequem mit dem Bus erreichen kann. Das Bussystem ist das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs und man erkennt die Fahrzeuge sofort an ihrer auffälligen Lackierung. Die nationalen Farben Weiß und Gelb, die durch einen markanten orangefarbenen Streifen getrennt sind, prägen das Bild auf den Straßen. In der Hauptstadt Valletta befindet sich der zentrale Busbahnhof direkt am Eingang zur historischen Altstadt, was die Orientierung sehr einfach macht.
Alle Buslinien auf der Insel werden von einem einzigen Verkehrsunternehmen betrieben, was das Umsteigen und die Ticketnutzung sehr unkompliziert macht. Die Busse starten schon in den frühen Morgenstunden und bringen Fahrgäste bis spät in die Nacht ans Ziel. Am Wochenende gibt es zusätzlich Nachtbusse, damit man auch nach einem Abend in der Stadt sicher wieder zurückkommt. In der Regel muss man nicht lange warten, da die meisten Linien in einem Takt von etwa zehn bis fünfzehn Minuten verkehren.
Für die Fahrt kann man sich entweder ein Einzelticket direkt beim Fahrer kaufen oder auf verschiedene Langzeitkarten zurückgreifen. Ein normales Ticket für eine zweistündige Fahrt kostet derzeit etwa zwei Euro und zwanzig Cent, was für die gebotene Strecke ein fairer Preis ist. Wer länger bleibt, greift oft zu Monatskarten oder Pässen für drei Monate, um noch günstiger wegzukommen. So bleibt man flexibel und muss sich nicht jedes Mal um Kleingeld kümmern, wenn man in den Bus einsteigt.
Auf der Nachbarinsel Gozo funktioniert das Ganze nach demselben Prinzip, auch wenn es dort alles ein wenig beschaulicher zugeht. Der zentrale Knotenpunkt ist dort die Stadt Victoria, von wo aus man in jedes noch so kleine Dorf der Insel gelangt. Ein kleiner Unterschied ist die Optik, denn die Busse auf Gozo sind grau mit einem roten Streifen lackiert. Man kann seine Fahrkarten bequem am Terminal oder direkt beim Einsteigen erwerben, was den Aufenthalt für Besucher sehr stressfrei gestaltet.
Um von einer Insel zur anderen zu gelangen, nutzt man am besten die regelmäßigen Fährverbindungen, die wie eine schwimmende Brücke funktionieren. Die großen Fähren pendeln ständig zwischen Malta und den Inseln Gozo sowie Comino hin und her. Es gibt auch eine kleinere, sehr praktische Fähre, die direkt zwischen Valletta und dem Einkaufsviertel in Sliema verkehrt. So eine Überfahrt dauert meistens nur eine halbe Stunde und bietet zudem einen fantastischen Ausblick auf die Küste vom Wasser aus.
Diese Schiffe transportieren nicht nur Fußgänger, sondern sind auch groß genug, um Autos mitzunehmen. Die Preise für eine Überfahrt schwanken ein bisschen je nach Saison, liegen für Erwachsene aber meistens zwischen vier und fünf Euro. Wenn man ein Auto dabei hat, zahlt man entsprechend mehr, was sich je nach Fahrzeugtyp zwischen acht und fünfzehn Euro bewegt. Besonders beliebt bei Urlaubern ist die kurze Tour von Valletta nach Sliema, die mit anderthalb Euro wirklich ein Schnäppchen ist.
Natürlich gibt es auf Malta auch Taxis, aber die gelten eher als eine etwas teurere Art der Fortbewegung. Wer direkt vom Flughafen zu seinem Hotel möchte, muss je nach Entfernung mit Kosten zwischen zehn und fünfunddreißig Euro rechnen. Es gibt insgesamt fünf größere Taxiunternehmen, die den Markt unter sich aufteilen und ihre Dienste überall anbieten. In den belebten Gegenden stehen die Autos oft an festen Plätzen bereit, man kann sie aber auch telefonisch oder per App bestellen.
Trotz des guten Busnetzes mieten sich viele Urlauber am liebsten ein eigenes Auto, um völlig unabhängig zu sein. Dafür reicht normalerweise der nationale Führerschein aus, solange er gültig ist. Eine wichtige Regel ist jedoch das Alter, denn unter 25 Jahren bekommt man meistens keinen Mietwagen oder muss hohe Zusatzgebühren zahlen. Wenn man diese Hürde genommen hat, stellt man fest, dass die Mietpreise auf Malta oft sogar günstiger sind als auf dem europäischen Festland.
Geld und Einkaufen in Malta
Da die Republik Malta fest zur Europäischen Union gehört, zahlt man hier überall ganz bequem mit dem Euro. Während die Scheine genau so aussehen wie überall in Europa, haben die maltesischen Münzen ihr eigenes Design mit dem berühmten achtspitzigen Malteserkreuz. Für Sammler sind diese Münzen ein tolles Mitbringsel, weil man sie im restlichen Europa eher selten im Portemonnaie findet. Es ist ein kleines Detail, das die nationale Identität der Insel auch im Geldbeutel widerspiegelt.
Der Lebensstandard auf den Inseln ist vergleichbar hoch wie in vielen anderen europäischen Ländern, was man auch bei den Preisen merkt. Wenn man einen Urlaub plant, sollte man mit einem Budget von etwa 50 bis 100 Euro pro Tag rechnen, um gut über die Runden zu kommen. Darin sind dann Mahlzeiten, kleine Besorgungen und der Transport schon enthalten. Ein Tagesticket für den Bus kostet zum Beispiel nur etwa zwei Euro sechzig, was das Erkunden der Insel sehr günstig macht.
Für die Fähre nach Gozo und zurück zahlt man weniger als fünf Euro, und wer sich für Kultur interessiert, kann für dreißig Euro ein Kombiticket für die wichtigsten Museen kaufen. Ein schönes Abendessen im Restaurant inklusive Wein liegt preislich meist bei fünfzig Euro pro Person, während man in einfachen Cafés schon für zehn Euro satt wird. Kleinigkeiten wie ein Bier oder Zigaretten kosten etwa zwei bis fünf Euro, und auch der Kraftstoff für das Auto ist preislich ähnlich wie bei uns.
In fast allen Geschäften und Restaurants kann man problemlos mit Kreditkarte bezahlen, da die gängigen Systeme überall akzeptiert werden. Nur in ganz kleinen Läden oder beim Ticketkauf im Bus wird oft noch Bargeld verlangt, weshalb man immer ein paar Euro in der Tasche haben sollte. Geldwechseln ist auf der Insel überhaupt kein Problem, da es am Flughafen und in den Städten viele Wechselstuben und Banken gibt. Sogar am Wochenende findet man in den Ferienorten Automaten, die rund um die Uhr Scheine wechseln.
Beim Service ist es auf Malta üblich, ein Trinkgeld von etwa fünf bis zehn Prozent zu geben, wenn man mit dem Essen und der Bedienung zufrieden war. Es gibt auf der Insel auch ein System zur Steuererstattung für Touristen, das allerdings an ein paar Bedingungen geknüpft ist. Man muss für eine Erstattung mindestens 55 Euro auf einmal ausgegeben haben, und der Gesamtwert aller Einkäufe muss über 315 Euro liegen. Wer das nutzen möchte, sollte unbedingt alle Belege und die speziellen Formulare vom Händler gut aufbewahren.
Besonders lohnenswert ist ein Einkaufsbummel nach Weihnachten, wenn der große Winterschlussverkauf mit Rabatten von bis zu 70 Prozent beginnt. Da viele Kleidungsstücke direkt in Europa produziert werden, ist die Qualität oft besser als bei billiger Massenware. In den Einkaufszentren von Sliema findet man viele bekannte Marken, aber auch Labels, die es in anderen Ländern vielleicht gar nicht gibt. Das macht das Shoppen dort zu einem spannenden Erlebnis, bei dem man sicher das ein oder andere Einzelstück findet.
Wer ein authentisches Souvenir sucht, sollte nach Produkten aus lokaler Ziegenwolle Ausschau halten, wie zum Beispiel handgestrickten Schals oder Pullovern. Diese Sachen sind extrem haltbar und halten durch die spezielle Wolle viel wärmer als normale Textilien. Auch Schmuck aus Silber, oft in Form des Malteserkreuzes gearbeitet, ist ein sehr beliebtes Andenken. Die maltesischen Silberschmiede sind für ihre feine Arbeit bekannt und bieten ihre Stücke zu wirklich fairen Preisen an.
Ein weiteres traditionelles Handwerk ist das Klöppeln von feinen Spitzen aus Leinen, die von den Frauen auf der Insel oft noch in Handarbeit hergestellt werden. Ebenso berühmt ist das maltesische Glas, aus dem wunderschöne Schalen, Vasen und kleine Tierfiguren geformt werden. Jedes Stück ist ein Unikat und zeigt das Geschick der lokalen Handwerker. Viele Urlauber nehmen auch gerne kulinarische Spezialitäten wie Ziegenkäse, Honig oder den süßen Kaktuslikör mit nach Hause, um ein Stück Malta in der Küche zu haben.
Hauptattraktionen Malta
Auf Malta gibt es so viele antike Schätze, dass man kaum weiß, wo man anfangen soll. Es ist kein Wunder, dass die Insel als Kulisse für Welterfolge wie Gladiator, Troja oder Game of Thrones diente. Wer hier durch die Straßen spaziert, fühlt sich oft wie auf einem riesigen Filmset unter freiem Himmel.
Wenn ihr euren Trip plant, solltet ihr im Hinterkopf behalten, dass sonntags fast alle Museen und lokalen Geschäfte zu sind. Das ist eine gute Zeit, um einfach mal am Meer zu entspannen oder spazieren zu gehen. Ansonsten bietet sich die Hauptstadt Valletta perfekt für den Start eurer Erkundungstour an.
Da Valletta nach europäischen Maßstäben eher klein ist, reicht meist ein halber Tag, um die wichtigsten Ecken zu sehen. Ein guter Startpunkt ist der imposante Triton-Brunnen direkt vor den Toren der Stadt. Gleich daneben ragen die gewaltigen Festungsmauern auf, die einen sofort in eine andere Zeit versetzen.
Von dort aus könnt ihr gemütlich über die Republic Street schlendern, das ist die Hauptader der Stadt. Auf der rechten Seite trefft ihr auf ein modernes Open-Air-Theater. Es wurde auf den Ruinen des alten Opernhauses errichtet, das im Zweiten Weltkrieg leider zerstört wurde.
Das absolute Highlight in dieser Straße ist aber die St. John’s Co-Cathedral. Diese Kirche könnt ihr an jedem Wochentag außer sonntags besichtigen. Sie stammt aus dem 16. Jahrhundert und sieht von außen fast schlicht aus, aber innen haut sie einen regelrecht um.
Im Inneren warten echte Weltschätze und Kunstwerke, die man gesehen haben muss. Es ist nicht nur ein Gotteshaus, sondern im Grunde ein prachtvolles Museum. Danach lohnt sich ein Abstecher zum St. George’s Square, wo der Präsidentenpalast und das Parlament stehen.
Der Platz ist mit Brunnen geschmückt und wirkt sehr lebendig. Ihr könnt dort das Waffenmuseum oder den Sitzungssaal besuchen. Ein Audioguide hilft euch dabei, die Geschichte hinter den Mauern besser zu verstehen.
Wer wissen will, wie der Adel früher gelebt hat, sollte zur Casa Rocca Piccola gehen. Das ist ein alter Palast aus dem 16. Jahrhundert, der noch heute bewohnt wird. Die Führungen dort sind meistens auf Englisch und geben tolle Einblicke in die aristokratische Geschichte.
Der Eintritt ist zwar oft mit einer kleinen Spende verbunden, aber das Geld ist gut investiert. Wenn ihr dann von der Republic Street nach rechts abbiegt, landet ihr in den Lower Barrakka Gardens. Das ist ein kleiner, friedlicher Park mit einer tollen Aussicht auf den Hafen.
Nicht weit davon entfernt liegen die Upper Barrakka Gardens. Auch hier kostet der Eintritt nichts, aber der Blick über den Grand Harbour ist unbezahlbar. Pünktlich um 12 und 17 Uhr gibt es dort eine Zeremonie, bei der Kanonenschüsse abgefeuert werden.
Direkt beim Ausgang findet ihr ein Museum über die Verteidigung Maltas im Zweiten Weltkrieg. Dort gibt es auch Erklärungen auf Deutsch, allerdings kostet der Besuch etwas. Ganz in der Nähe könnt ihr auch einen Blick auf den Amtssitz des maltesischen Premierministers werfen.
Die Stadt hat aber noch mehr zu bieten, falls ihr Zeit habt. Das Fort St. Elmo mit seinem Militärmuseum ist für Geschichtsfans ein Muss. Auch die Karmeliterkirche und die St. Paul’s Cathedral prägen die Silhouette der Stadt und sind einen Besuch wert.
Wer gerne Briefmarken sammelt, wird sich im Postmuseum wohlfühlen. Malta ist klein, aber die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist wirklich enorm. Man kann hier an fast jeder Ecke etwas Neues entdecken und tief in die bewegte Vergangenheit der Insel eintauchen.
Tourismus in Malta
Ein absolutes Muss bei jeder Malta-Reise ist ein Abstecher auf die Nachbarinsel Gozo. Man kommt ganz unkompliziert mit der Fähre rüber und landet in einer völlig anderen, ruhigeren Welt. Die Insel ist grüner und wirkt noch ein Stück ursprünglicher als die Hauptinsel.
Einer der bekanntesten Orte dort ist die Dwejra Bay, wo früher das berühmte Azure Window stand. Auch wenn der Felsbogen vor ein paar Jahren eingestürzt ist, bleibt die Bucht ein magischer Ort. Hier kann man wunderbar tauchen oder sich von Fischern mit kleinen Booten durch die Höhlen fahren lassen.
In der Inselhauptstadt Victoria solltet ihr unbedingt zur Zitadelle hochsteigen. Der Eintritt in die Anlage selbst ist kostenlos und man hat von oben einen fantastischen Rundblick über die ganze Insel. Es ist der perfekte Ort, um tolle Fotos zu machen und die Weite zu genießen.
Für Geschichtsinteressierte sind die Ggantija-Tempel eine Sensation. Diese riesigen Steinstrukturen sind tatsächlich älter als Stonehenge und sogar älter als die ägyptischen Pyramiden. Es ist fast unvorstellbar, wie die Menschen damals solche massiven Felsbrocken bewegen konnten.
Wenn euch nach Entspannung und gutem Essen ist, solltet ihr zur Xlendi Bay fahren. Das ist eine wunderschöne Bucht mit einer kleinen Grotte und vielen Restaurants direkt am Wasser. Dort kann man frischen Fisch genießen und einfach die Seele baumeln lassen.
Ein weiterer spiritueller Ort auf Gozo ist die Ta' Pinu Basilika. Sie gilt als Nationalheiligtum und wirkt inmitten der kargen Landschaft fast schon majestätisch. Auch die Nordküste der Insel hat mit der Calypso Cave und der Wied il-Ghasri Schlucht einiges zu bieten.
Wied il-Ghasri ist wie ein kleiner versteckter Fjord, wo man super schwimmen kann. Ganz in der Nähe liegen auch die alten Salzpfannen, in denen heute noch auf traditionelle Weise Salz gewonnen wird. Das sieht besonders im Abendlicht sehr beeindruckend aus.
Wieder zurück auf der Hauptinsel wartet das Städtchen Mdina auf euch. Das ist die ehemalige Hauptstadt Maltas und wird oft die stille Stadt genannt. Hier dürfen kaum Autos fahren, was für eine ganz besondere und friedliche Atmosphäre sorgt.
In Mdina kann man wunderbar durch die engen Gassen spazieren und die Kathedrale St. Paul bewundern. Direkt vor den Toren der Stadt liegt Rabat, wo man in die unterirdischen Katakomben abtauchen kann. Wer sich für Technik interessiert, findet in der Nähe auch ein spannendes Luftfahrtmuseum.
Ein ganz anderes Erlebnis ist das Popeye Village. Das ist das ehemalige Filmset für das Musical über den starken Seemann und liegt in einer traumhaften Bucht. Heute ist es ein Freizeitpark mit Strand, Pool und Animatoren, was besonders für Familien ein riesiger Spaß ist.
Natürlich gibt es noch viel mehr zu entdecken, wie die Megalith-Tempel Hagar Qim und Mnajdra. Oder das unterirdische Hal-Saflieni Hypogäum, das allerdings oft schon Monate im Voraus ausgebucht ist. Auch das Aquarium oder das Fort Rinella sind tolle Ausflugsziele für zwanzig verschiedene Interessen.
Malta ist eigentlich das ganze Jahr über eine Reise wert. Die Insel zieht Menschen aus aller Welt an, vor allem aber Europäer schätzen die kurze Flugzeit. Es gibt so viele Gründe, warum die Leute immer wieder hierher zurückkommen.
Unterkunft in Malta
Die Gastfreundschaft der Malteser ist wirklich etwas Besonderes. Fast jeder hier spricht fließend Englisch, was die Verständigung für Reisende extrem einfach macht. Man fühlt sich sofort willkommen, egal aus welcher Ecke der Welt man gerade kommt.
Das Wetter auf der Insel ist natürlich ein riesiger Pluspunkt. Der Sommer geht gefühlt von Mai bis September und bietet Sonne satt. Sogar im Winter wird es tagsüber selten kälter als fünfzehn Grad, auch wenn es dann mal windiger oder regnerischer sein kann.
Die Strände auf Malta sind top gepflegt und oft sauberer als in klassischen Urlaubshochburgen wie der Türkei. Viele davon tragen die Blaue Flagge, was für die hervorragende Wasserqualität spricht. Das Wasser im Mittelmeer rund um die Insel gilt sogar als eines der klarsten überhaupt.
Für alle, die nicht nur faul am Strand liegen wollen, gibt es jede Menge Action. Man kann super wandern, vor allem in den Naturschutzgebieten an der Küste. Auch Wassersportler kommen beim Segeln, Windsurfen oder Wasserskifahren voll auf ihre Kosten.
Besonders beliebt ist Malta bei Tauchern. Die Unterwasserwelt mit ihren Wracks und Höhlen ist legendär. Wer lieber an Land bleibt, kann sich ein Mountainbike mieten und so die versteckten Ecken der Insel erkunden, die man mit dem Auto gar nicht erreicht.
Auch kulturell wird es nie langweilig, da das ganze Jahr über Festivals stattfinden. Von Jazz- und Rock-Events bis hin zu klassischer Musik oder dem beliebten Bierfestival ist alles dabei. Im Oktober gibt es sogar ein echtes Grand Prix Autorennen und große Segelregatten.
Wer das Nachtleben liebt, ist in Paceville genau richtig. Dort gibt es unzählige Discos und Bars, in denen im Sommer die besten DJs Europas auflegen. Aber auch Pferderennen in Qormi oder ein Besuch im Casino gehören zum Freizeitangebot der Insel.
Ein großer Teil der Faszination macht natürlich die Geschichte aus. Die prähistorischen Tempel, die hier herumstehen, sind teilweise zweitausend Jahre älter als die Pyramiden in Ägypten. Man kann hier förmlich spüren, wie alt die Zivilisation an diesem Ort eigentlich ist.
Die Ritter des Johanniterordens haben die Insel ebenfalls massiv geprägt. Ihre Festungen und Paläste sind heute noch das Gesicht von Valletta. Überall auf der Insel findet man alte Kirchen, Kapellen und Wachtürme, die ihre ganz eigene Geschichte erzählen.
Wenn man sich mal so richtig verwöhnen lassen will, gibt es zahlreiche Heilquellen und Kurhäuser. In vielen Hotels findet man erstklassige Spas, die von Massagen bis hin zu speziellen Peelings alles anbieten. So kann man den Kulturstress perfekt mit ein bisschen Wellness kombinieren.
Was die Übernachtung angeht, ist Malta weder extrem billig noch übertrieben teuer. Es ist ein Reiseziel, das vor allem auf den Durchschnittstouristen zugeschnitten ist. Wer ein bisschen Geld sparen will, schaut sich am besten nach einer Unterkunft auf Gozo um.
Es gibt eigentlich für jeden Geldbeutel das Richtige, von einfachen Apartments bis hin zu Luxusvillen. Hotels findet man in jeder Kategorie, vom einfachen Zwei-Sterne-Haus bis zum Fünf-Sterne-Resort. Interessanterweise sind Doppelzimmer oft im Verhältnis günstiger als Einzelzimmer.
Küche und Geschirr Malta
Bei der Buchung einer Unterkunft auf Malta gibt es ein paar Kniffe, die man kennen sollte. Familien mit Kindern bekommen zum Beispiel oft in fast jeder Saison ordentliche Rabatte. Das macht die Insel für einen Familienurlaub ziemlich attraktiv und bezahlbar.
Man sollte aber genau hinschauen, was im Preis enthalten ist. Für Extras wie einen direkten Meerblick oder Verpflegung wie Halbpension muss man oft draufzahlen. Wenn man sich in einem Aparthotel einmietet, zahlt man meist pro Zimmer und nicht pro Person.
Manchmal kommt es vor, dass in diesen Apartments die Nutzung der Klimaanlage separat abgerechnet wird. Da lohnt es sich, vorher kurz nachzufragen, damit am Ende keine Überraschung wartet. Villen sind eine tolle Option, wenn man mit einer größeren Gruppe unterwegs ist.
Das sind meist freistehende Häuser mit eigenem Garten und oft sogar einer Grillecke. Diese werden normalerweise wochenweise vermietet und kosten dann eben mal tausend Euro oder mehr pro Woche. Wer länger als ein halbes Jahr bleibt, zahlt übrigens deutlich geringere Raten.
Falls ihr lieber eine ganz normale Wohnung mieten wollt, müsst ihr wissen, dass die Vermieter oft Vorauskasse verlangen. Auch Wasser und Strom werden meistens exakt nach Zählerstand abgerechnet. Bei der Vermittlung über Agenturen kann es sogar sein, dass man sein Einkommen nachweisen muss.
Für kurze Aufenthalte von ein paar Tagen orientieren sich die Preise für Wohnungen meist an günstigen Hotels. Die Kosten schwanken natürlich stark je nach Monat. In der Hochsaison ziehen die Preise ordentlich an, während man im Winter echte Schnäppchen machen kann.
Die nationale Küche auf Malta ist ein spannender Mix aus mediterranen, spanischen und arabischen Einflüssen. Man merkt sofort, dass hier viel mit Oliven, Kapern und frischem Fisch gearbeitet wird. Eine Besonderheit ist, dass die Malteser Kaninchenfleisch über alles lieben.
Rind oder Huhn findet man zwar auch, aber der Hase ist quasi das Nationalgericht. Dazu gibt es oft kräftige Soßen mit Kräutern wie Majoran oder viel Knoblauch. Die Beilagen bestehen meist aus reichlich Gemüse, das entweder gebacken, gedünstet oder im Eintopf serviert wird.
Auch lokaler Käse gehört fast zu jeder Mahlzeit dazu. Die Auswahl an Gebäck und Süßigkeiten erinnert stark an arabische Rezepte. Als kleiner Snack zwischendurch sind belegte Brote sehr beliebt, die oft direkt aus dem Holzofen kommen.
Dieses Brot wird mit Olivenöl beträufelt, mit Tomatenmark bestrichen und dann mit Oliven, Kapern und Thunfisch belegt. Salate basieren oft auf Bohnen und werden mit einer kräftigen Vinaigrette aus Essig oder Zitronensaft angemacht. Die Malteser lieben es einfach herzhaft.
Suppen stehen ebenfalls hoch im Kurs, egal ob mit Fisch, Fleisch oder rein vegetarisch. Sie sind meistens ziemlich gehaltvoll und werden oft mit Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchten gestreckt. Da wird man auf jeden Fall satt, denn Schonkost ist das meistens nicht.
Eine echte Besonderheit ist die Verwendung von Innereien in der maltesischen Küche. Man findet hier Gerichte mit Schnecken, Pferdefleisch oder sogar Hirn vom Schaf oder Rind. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, gehört aber zur Tradition der Insel.
Kultur und Traditionen Malta
Für die Malteser sind Nudeln viel mehr als nur eine einfache Beilage wie in Italien. Sie sehen Pasta oft als eigenständiges Hauptgericht an. Da kommen dann Eier, Gemüse, Speck und Erbsen hinein, kombiniert mit einer würzigen Tomaten-Knoblauch-Soße.
Auch Ricotta oder ein spezielles Erbsenpüree werden gerne unter die Nudeln gemischt. Wenn es um Meeresfrüchte geht, hat man die Qual der Wahl. Von Sardellen und Kabeljau über Thunfisch bis hin zu Schwertfisch oder Oktopus kommt alles frisch auf den Tisch.
Der Fisch wird meistens gebraten oder geschmort und mit Kartoffeln serviert. Besonders beliebt ist auch gefüllter Tintenfisch, bei dem die Füllung oft aus einer Nudelmischung besteht. Wer Süßes mag, wird die maltesischen Leckereien lieben.
Es gibt kleine Teigtaschen mit verschiedenen Füllungen, die von Käse bis hin zu kandierten Nüssen reichen. Sehr typisch sind auch Honigringe oder Puddings, die mit den Früchten des Johannisbrotbaums verfeinert werden. Auch die lokale Halva mit Sonnenblumenkernen ist ein Hit.
Eis aus echter Sahne oder Marzipankuchen runden das Angebot ab. Aber nicht nur das Essen ist speziell, auch die Menschen hier haben ihren ganz eigenen Charme. Die Malteser gelten als sehr freundlich und hilfsbereit, haben aber auch ein feuriges Temperament.
Wenn es um die eigene Meinung geht, können sie schon mal ziemlich leidenschaftlich werden. Eine tolle Eigenschaft ist jedoch, dass sie sich meistens aus dem Privatleben anderer heraushalten. Klatsch und Tratsch über Freunde wird man hier eher selten hören.
Es gibt ein paar Regeln, die man als Gast beachten sollte, um nicht ins Fettnäpfchen zu treten. In öffentlichen Gebäuden ist das Rauchen verboten und am Strand sollte man das Oberteil lieber anlassen. Oben ohne wird hier gar nicht gerne gesehen und ist teilweise verboten.
Wenn ein Malteser euch zum Tee oder Essen einlädt, solltet ihr auf keinen Fall ablehnen. Das würde oft als direkte Beleidigung empfunden werden. In den Wohngebieten geht man ab 22 Uhr zur Ruhe, da die Leute hier oft früh schlafen gehen.
In Kirchen darf man meistens nur fotografieren, wenn man vorher kurz um Erlaubnis gefragt hat. Eine lustige Geste gibt es beim Nein-Sagen: Wenn ein Malteser seinen Kopf leicht nach hinten wirft oder das Kinn berührt, meint er Nein. In der Stadt sollte man auch nicht in Badekleidung herumlaufen.
Jedes Dorf auf Malta hat seinen eigenen Schutzpatron, dem im Sommer eine riesige Festa gewidmet wird. Dann gibt es Umzüge, Feuerwerk, Live-Musik und alle feiern gemeinsam auf den Straßen. Das größte Fest ist aber der Tag der Heiligen Peter und Paul.
Die Ritter des Johanniterordens sind übrigens nicht nur Geschichte, der Orden existiert noch heute. Sein Hauptsitz ist mittlerweile in Rom, und die Ritter engagieren sich heute weltweit in der humanitären Hilfe. Religion spielt für fast alle Malteser eine große Rolle im Alltag.
Die meisten Menschen hier sind streng katholisch und nehmen alle kirchlichen Zeremonien sehr ernst. Es gibt aber auch eine kleine muslimische Gemeinde auf der Insel. Wer studieren will, kann das an der renommierten Universität von Malta tun oder geht meistens aufs europäische Festland.