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Libyen

Information about Libyen

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Geographie und Geschichte Libyen

Libyen ist ein riesiges Land im Norden Afrikas und hat wirklich beeindruckende Ausmaße. Es teilt sich seine Grenzen mit insgesamt sechs Nachbarstaaten, was die Lage recht spannend macht. Im Westen liegt Algerien, während sich im Nordwesten Tunesien anschließt. Schaut man nach Süden, findet man den Tschad und Niger, im Südosten grenzt der Sudan an und im Osten liegt das geschichtsträchtige Ägypten. Die gesamte Nordküste wird vom glitzernden Mittelmeer gesäumt, was einen tollen Kontrast zum Rest des Landes bildet.

Fast das gesamte Staatsgebiet, also mehr als neunzig Prozent der Fläche, besteht aus der Libyschen Wüste. Das ist eine der trockensten Gegenden der Welt, in der Sand und Steine das Sagen haben. Der Rest des Landes ist etwas abwechslungsreicher gestaltet. Dort findet man hohe Plateaus und massive Gebirgsketten, in denen sogar einige erloschene Vulkane stehen. Diese Gegenden wirken oft wie von einem anderen Stern und zeigen, wie gewaltig die Natur sein kann.

Die Hauptstadt heißt Tripolis und liegt direkt an der Küste. Sie ist nicht nur das politische Zentrum, sondern auch die größte Stadt des Landes. Tripolis fungiert als wichtiger Handelsplatz und industrielles Herzstück, wobei der Hafen eine zentrale Rolle spielt. Wenn man durch die Stadt geht, spürt man die Verbindung zum Meer an jeder Ecke. Es ist der Ort, an dem alles zusammenläuft, vom Export bis hin zum täglichen Markttreiben.

Interessanterweise gibt es in Libyen überhaupt keine dauerhaften Flüsse an der Erdoberfläche. Das klingt erst einmal problematisch, aber unter dem Wüstensand verbergen sich riesige Mengen an Grundwasser. Man findet dort auch ausgetrocknete Flussbetten, die sogenannten Wadis, die sich bei seltenen heftigen Regenfällen blitzschnell mit Wasser füllen. Um die trockenen Gebiete bewohnbar zu machen, haben die Menschen den Großen Künstlichen Fluss gebaut. Das ist ein gigantisches Leitungssystem, das Wasser aus der Tiefe der Wüste in den Norden pumpt.

Durch dieses Wasserprojekt ist es den Einheimischen möglich, Landwirtschaft zu betreiben, wo vorher nur Sand war. Sie bauen viele verschiedene Kulturen an und können oft eine erstaunlich reiche Ernte einfahren. Es ist ein echtes Wunder der Technik, das das Überleben in dieser extremen Hitze sichert. Ohne dieses System wäre das Leben in vielen Teilen des Landes heute kaum vorstellbar.

Die Geschichte der Region reicht weit zurück bis in die Antike. Schon im zweiten Jahrtausend vor Christus ließen sich Berbersämme im Norden nieder. Einer dieser Stämme hieß Libu, und genau von diesem Namen leitet sich auch die heutige Bezeichnung des Landes ab. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten die Herrscher ständig. Libyen war mal eine Kolonie des Römischen Reiches, gehörte zu Byzanz und stand später unter arabischer sowie türkischer Herrschaft.

Später kamen dann die Italiener als Kolonialmacht ins Spiel, was die Architektur und Kultur bis heute ein wenig prägt. Erst im Jahr 1951 erlangte Libyen schließlich seine Unabhängigkeit und wurde zu einem eigenen Staat. Zuerst war das Land ein Königreich mit einem König an der Spitze. Das änderte sich jedoch 1969 schlagartig, als die Monarchie gestürzt und eine Republik ausgerufen wurde.

Danach folgten weitere politische Experimente und Umbrüche im Staatsaufbau. Für einige Jahre gab es sogar einen Zusammenschluss mit Ägypten. Ab 1977 nannte sich das Land dann offiziell Große Sozialistische Volks-Libysch-Arabische Dschamahirija. Das war ein ganz eigenes System, bei dem die Macht theoretisch bei örtlichen Volkskomitees liegen sollte. Im Jahr 2011 brach dann ein schwerer Bürgerkrieg aus, der das alte System komplett zerstörte.

Seit diesem Konflikt kommt das Land leider nicht mehr richtig zur Ruhe. Die politische Lage ist instabil und es fällt den verschiedenen Gruppen schwer, eine gemeinsame Regierung zu bilden. Eigentlich sollten Ende 2021 zum ersten Mal in der Geschichte richtige Präsidentschaftswahlen stattfinden. Diese mussten aber kurzfristig abgesagt werden, weil die Sicherheit nicht garantiert werden konnte. Ein neuer Termin für die Wahlen steht bisher noch nicht fest, was die Zukunft des Landes ungewiss macht.

Regionen und Resorts Libyen

Natur Libyen

In der libyschen Wüste herrschen ganz eigene Gesetze, an die sich alles Leben anpassen muss. Da es so wenig Wasser gibt, ist die Natur dort nicht besonders üppig oder vielfältig. Auf den riesigen Sandflächen wachsen meistens nur sehr widerstandsfähige Dinge wie dornige Sträucher oder Pflanzen, die gut mit Salz im Boden klarkommen. Es ist faszinierend zu sehen, wie diese Gewächse in der extremen Hitze überhaupt überleben können.

Ganz anders sieht es in den Oasen aus, die wie kleine grüne Inseln im Sandmeer wirken. Dort wachsen Granatapfelbäume, Apfelsinen und Olivenbäume direkt neben stolzen Dattelpalmen. In diesen grünen Flecken ist es oft viel kühler und angenehmer als in der kahlen Wüste drumherum. Die Menschen nutzen diese Orte seit jeher, um Obst anzubauen und sich im Schatten der Bäume auszuruhen.

An der Küste und in einigen Bergregionen gibt es sogar richtige Wälder, die das ganze Jahr über grün bleiben. Dort duftet es herrlich nach Eukalyptus und Zitronen, und man findet Akazien oder Tamarisken. Auch Myrten, Oleander und Zypressen gehören zum Landschaftsbild in diesen feuchteren Zonen. In den Bergen wachsen zudem Pistazienbäume und Wacholder, was eine ganz andere Atmosphäre schafft als im flachen Land.

Um die großen Städte herum haben die Bewohner viele Gärten und Plantagen angelegt. Dort kann man Bananenstauden, Mandelbäume und Lorbeerbüsche sehen, aber auch Aprikosen und Weintrauben gedeihen dort prächtig. Es ist eine richtige kleine Kulturlandschaft entstanden, die zeigt, was man mit etwas Pflege aus dem Boden herausholen kann. Das Grün bildet einen wunderschönen Kontrast zu den staubigen Straßen.

Was die Tierwelt angeht, gibt es in Libyen etwa achtzig verschiedene Säugetierarten zu entdecken. Davon sind fünf Arten so speziell, dass man sie wirklich nur in dieser Region findet. In der freien Natur leben unter anderem Wildschweine, Schakale und Hyänen, die nachts auf Nahrungssuche gehen. Auch verschiedene Fuchsarten wie der niedliche Wüstenfuchs mit seinen riesigen Ohren sind hier zu Hause.

Wer Glück hat, kann in abgelegenen Gebieten sogar Geparden oder verschiedene Antilopenarten beobachten. Gazellen huschen oft flink über den Wüstensand, während Wüsten-Gundis sich in den Felsen verstecken. Man muss allerdings auch vorsichtig sein, denn es gibt viele Spinnen, Skorpione und giftige Schlangen. Auch Echsen sieht man ständig über die Steine flitzen, wenn sie sich in der Sonne aufwärmen.

Das Meer vor der Küste ist ebenfalls voller Leben und bietet eine bunte Unterwasserwelt. In den Küstengewässern tummeln sich Delfine und manchmal sogar Pottwale, was für Beobachter ein echtes Highlight ist. Fischer fangen dort Makrelen, Sardellen, Thunfisch und Stöcker, die eine wichtige Rolle für die Ernährung der Menschen spielen. Das Mittelmeer ist hier noch an vielen Stellen sehr ursprünglich und sauber.

Für Vogelliebhaber ist Libyen ein wahres Paradies, denn hier leben rund zweihundert verschiedene Vogelarten. Neben riesigen Straußen kann man auch bunte Bienenfresser oder Wiedehopfe mit ihren markanten Hauben sehen. Besonders beeindruckend sind die rosafarbenen Flamingos und die Störche, die hier oft rasten. Auch Greifvögel wie Adler, Falken und Geier ziehen majestätisch ihre Kreise über der weiten Landschaft.

Die meisten dieser Vögel halten sich bevorzugt in den Oasen auf, wo sie ausreichend Futter und Wasser finden. Viele Zugvögel aus Europa verbringen hier den Winter, weil das Klima viel milder ist als im Norden. Das macht die Region zu einem wichtigen Knotenpunkt für die globale Vogelwanderung. Man kann stundenlang im Schatten sitzen und das Gezwitscher und Flattern der vielen bunten Federfreunde beobachten.

Um diese einzigartige Natur zu bewahren, wurden in Libyen sieben Nationalparks eingerichtet. Einer der bekanntesten ist der Kuf-Nationalpark, der direkt am Mittelmeer liegt und bereits 1975 eröffnet wurde. Dort wachsen fast alle Pflanzenarten, die für Libyen typisch sind, an einem Ort. Es ist ein herrlicher Ort zum Wandern, an dem man den Duft von Eukalyptus und Zypressen tief einatmen kann.

In diesem Park leben auch viele Tiere wie Stachelschweine und Füchse ganz ungestört in ihrem natürlichen Lebensraum. Für Wasservögel ist das Gebiet ideal, weshalb dort oft Enten, Reiher und Störche ihre Nester bauen. Es ist ein wichtiges Rückzugsgebiet, das zeigt, wie vielfältig das Land abseits der Sanddünen sein kann. Die Kombination aus Wald, Küste und Tierwelt ist dort wirklich einmalig.

Nicht weit von der Hauptstadt entfernt liegt ein weiterer schöner Ort namens Algarabolli-Nationalpark. Er ist berühmt für seine tollen Strände, die steilen Klippen und die riesigen Sanddünen, durch die kleine Süßwasserbäche fließen. Hier leben über tausend verschiedene Tierarten, was den Park zu einem echten Naturschatz macht. Auch andere Parks wie Sabratha oder Surman bieten vielen Tieren wie Damhirschen oder Wildkatzen ein sicheres Zuhause.

Klima Libyen

Das Wetter in Libyen wird fast überall von den Tropen bestimmt, außer ganz oben an der Küste. Am schmalen Streifen entlang des Mittelmeers herrscht nämlich ein subtropisches Klima, das viel angenehmer ist. Im restlichen Teil des Landes ist es jedoch das ganze Jahr über am Tag extrem heiß. Sobald die Sonne untergeht, ändert sich das aber schlagartig und es wird empfindlich kalt, manchmal sogar frostig.

Regen ist in der Wüste ein extrem seltenes Ereignis, auf das man manchmal jahrelang warten muss. Wenn es dann doch mal regnet, sind es oft kurze, heftige Schauer, die den Boden kaum durchdringen können. An der Küste sieht das im Winter allerdings ganz anders aus. Da weht oft ein kräftiger Wind und es regnet regelmäßig, was die Natur dort erst richtig zum Blühen bringt.

Auch in den Gebirgszügen fällt ab und zu etwas Niederschlag, was für die dortige Vegetation lebenswichtig ist. Im Sommer klettern die Temperaturen im Norden des Landes meistens auf etwa dreißig Grad. Weiter unten im Süden wird es noch heißer, da sind Werte zwischen zweiunddreißig und fünfunddreißig Grad völlig normal. Die Hitze ist trocken, aber für Menschen, die das nicht gewohnt sind, trotzdem sehr anstrengend.

Mitten in der Wüste kann das Thermometer am Nachmittag sogar die Marke von fünfzig Grad knacken. Ein absoluter Weltrekord wurde übrigens 1922 in der Stadt El-Asisija aufgestellt. Dort wurden unglaubliche 57,8 Grad im Schatten gemessen, was bis heute die höchste jemals registrierte Temperatur auf der Erde ist. In der Nacht kühlt es dort dann oft bis auf null Grad oder sogar darunter ab.

Wenn man im Januar nach Libyen reist, muss man sich auf eher kühle Temperaturen einstellen. Im Norden ist es dann mit elf bis zwölf Grad fast schon herbstlich frisch. Im Süden ist es mit etwa zwanzig Grad zwar deutlich wärmer, aber man braucht trotzdem einen Pullover für die Abende. Es ist die Zeit, in der man das Land am besten erkunden kann, ohne sofort ins Schwitzen zu kommen.

Ein ganz besonderes Phänomen in der libyschen Wüste sind die starken Winde, die riesige Sandstürme mit sich bringen. Die Einheimischen nennen diese Winde Ghibli oder Chamsin, und sie können wirklich beängstigend sein. In der warmen Jahreszeit halten diese Stürme oft zwischen einem und vier Tagen am Stück an. Sie wirbeln so viel Staub auf, dass die Sicht fast bei Null liegt und alles in ein braunes Licht getaucht wird.

Diese Stürme tragen die heiße Luft aus dem Landesinneren bis vor an die Küste und bringen Unmengen an feinem Sand mit. Früher waren diese Wetterereignisse für die Karawanen in der Wüste lebensgefährlich, weil man die Orientierung verlor und unter dem Sand begraben werden konnte. Wenn so eine Wand aus Sand am Horizont auftaucht, bleibt einem meistens nichts anderes übrig, als Schutz zu suchen. Es wirkt fast so, als würde eine massive braune Mauer mit hoher Geschwindigkeit auf einen zurollen.

Wenn man eine Reise nach Libyen plant, sollte man sich am besten die Monate von November bis März aussuchen. In dieser Zeit ist die Hitze nicht so extrem und man kann sich draußen bewegen, ohne körperliche Probleme zu bekommen. Natürlich hängt der beste Zeitpunkt auch immer davon ab, was genau man im Urlaub eigentlich machen möchte. Wer ans Meer will, sollte vorher genau schauen, ob das Wasser schon warm genug ist.

Für Abenteurer, die die gesamte Wüste durchqueren wollen, ist das Winterhalbjahr eigentlich die einzige Option. Fernab der Oasen und der Küste ist es dann einfach viel erträglicher und man riskiert keinen Hitzschlag. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, die unendliche Weite bei klarem, kühlem Wetter zu sehen. Die Farben der Dünen kommen bei tiefstehender Wintersonne auch viel schöner zur Geltung als im flirrenden Sommerlicht.

Man sollte das Klima hier niemals unterschätzen, denn die Sonne hat eine enorme Kraft. Selbst im Winter kann man sich leicht einen Sonnenbrand holen, wenn man nicht aufpasst. Auch die extremen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht belasten den Kreislauf ziemlich stark. Aber gerade diese Gegensätze machen den Charme einer Reise in diese Region aus, wenn man sich darauf einlässt.

Libyen ist ein Land der Extreme, und das merkt man beim Wetter am allerdeutlichsten. Wer die Hitze liebt und die Stille der Wüste sucht, wird hier beeindruckende Momente erleben. Man muss nur respektvoll mit der Natur umgehen und sich den Bedingungen anpassen. Dann zeigt das Land seine raue Schönheit auf eine Weise, die man so schnell nicht wieder vergisst.

Transport in Libyen

Das Verkehrsnetz in Libyen ist eigentlich recht gut ausgebaut, auch wenn man das vielleicht nicht sofort vermuten würde. Es gibt über fünfzigtausend Kilometer asphaltierte Straßen, auf denen man zwischen den Orten hin- und herfahren kann. Fast genauso viele Wege sind allerdings reine Schotterpisten oder Sandwege, die vor allem im Landesinneren zu finden sind. Da muss man dann schon ein passendes Fahrzeug haben, um nicht steckenzubleiben.

Fast jeder zweite Einwohner besitzt hier ein eigenes Auto, was im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern eine ziemlich hohe Quote ist. Allerdings muss man sagen, dass viele dieser Fahrzeuge schon ein beachtliches Alter erreicht haben. Es ist ganz normal, dass man auf den Straßen viele alte Modelle sieht, die mit viel Liebe und Geschick am Laufen gehalten werden. Das verleiht dem Straßenbild einen ganz eigenen, etwas nostalgischen Charakter.

Wer kein eigenes Auto hat, nutzt oft die Linienbusse, die regelmäßig zwischen den größeren Städten verkehren. Es gibt verschiedene Unternehmen, wobei sich manche auf internationale Routen in die Nachbarländer spezialisiert haben. Die Inlandsbusse sind meistens recht komfortabel und haben sogar Klimaanlagen, was bei der Hitze natürlich ein riesiger Vorteil ist. Der Service an Bord ist oft besser, als man es von einfachen Fernbussen erwarten würde.

In den Städten selbst sind Taxis das gängigste Transportmittel für Menschen, die schnell von A nach B kommen wollen. Man erkennt sie sehr leicht an ihrer markanten schwarz-weißen Lackierung, die sie aus der Masse der Autos hervorhebt. Ein wichtiger Tipp für Reisende ist es, den Preis für die Fahrt schon vor dem Einsteigen fest auszuhandeln. Die meisten Fahrer benutzen ihre Taxameter nämlich nicht, auch wenn welche eingebaut sind.

Es gibt eine wichtige Regel für Ausländer, die man unbedingt beachten sollte: Man darf offiziell nicht ohne Begleitung durch das Land reisen. Das hat vor allem Sicherheitsgründe, da man sich in der unendlichen Weite der Wüste sehr leicht verirren kann. Ohne jemanden, der sich auskennt, wird so ein Ausflug schnell gefährlich. Die Behörden wollen einfach sichergehen, dass niemandem etwas passiert.

Auch das Fliegen spielt eine große Rolle, wenn man in Libyen weite Strecken zurücklegen will. Für die Touristen und auch für die Einheimischen ist das Flugzeug oft der einzige Weg, um entlegene Orte in vertretbarer Zeit zu erreichen. Insgesamt gibt es im ganzen Land fast einhundertfünfzig Flughäfen und Landeplätze. Die drei wichtigsten internationalen Flughäfen befinden sich in der Hauptstadt Tripolis sowie in Sirte und Bengasi.

Das Meer ist für den Transport von Waren natürlich ebenso wichtig, da Libyen eine sehr lange Küste besitzt. Der Hafen von Tripolis ist dabei der absolute Dreh- und Angelpunkt für den gesamten Seehandel des Landes. Von hier aus werden Güter in die ganze Welt verschifft und wichtige Importwaren kommen hier an. Die Seefahrt ist schon seit Jahrhunderten ein fester Bestandteil der libyschen Wirtschaft.

In Zukunft soll es in Libyen auch eine moderne Eisenbahn geben, was ein wirklich großes Projekt ist. Der Plan sieht vor, eine Schiene quer entlang der gesamten Küste zu verlegen, um alle großen Städte miteinander zu verbinden. Das wäre eine enorme Erleichterung für den Personen- und Güterverkehr. Die Bahn soll dann später sogar Teil eines riesigen internationalen Schienennetzes werden, das Nordafrika verbindet.

Man möchte so eine direkte Verbindung zwischen Ägypten und Tunesien schaffen, was den Handel in der ganzen Region ankurbeln würde. Momentan steht der Bau zwar vor einigen Herausforderungen, aber die Vision bleibt bestehen. Es würde das Reisen durch das Land noch einmal komplett verändern und viel entspannter machen. Bis dahin bleiben aber das Auto und der Bus die wichtigsten Mittel, um voranzukommen.

Reisen in Libyen erfordert also ein bisschen Planung, ist aber dank des vorhandenen Netzes machbar. Man muss sich einfach auf das Tempo und die Gepflogenheiten vor Ort einstellen. Wer sich darauf einlässt, kann das Land auf sehr authentische Weise erleben. Ob mit dem alten Taxi durch die Stadt oder im klimatisierten Bus über die Fernstraßen, man kommt immer irgendwie an sein Ziel.

Geld und Einkaufen in Libyen

Die offizielle Währung in Libyen ist der Dinar, mit dem man überall im Alltag bezahlt. Es gibt Scheine im Wert von einem bis zu fünfzig Dinar, die oft sehr farbenfroh gestaltet sind. Für kleinere Beträge nutzt man Münzen, wobei der Dinar in tausend Dirham unterteilt ist. Der Wert des Geldes hängt stark davon ab, wie teuer das Öl gerade auf dem Weltmarkt verkauft wird. Da Öl das wichtigste Exportgut des Landes ist, spürt man Schwankungen sofort im Geldbeutel.

Mit Kreditkarten kommt man in Libyen leider nicht besonders weit, das sollte man bei der Planung wissen. Nur an den großen Flughäfen oder in teuren Hotels in der Hauptstadt werden sie zuverlässig akzeptiert. Ansonsten ist Bargeld hier immer noch die Nummer eins. Wer Geld wechseln möchte, geht am besten zu einer Bank oder in eine offizielle Wechselstube, um sicherzugehen.

Es gibt zwar auch einen Schwarzmarkt für Devisen, auf dem man oft andere Kurse bekommt, aber das ist natürlich mit Risiken verbunden. Geldautomaten sind im Land eher selten gesät, man sollte sich also immer rechtzeitig mit genug Bargeld eindecken. Eine kuriose Regel ist übrigens, dass man eigentlich kein ausländisches Bargeld offen mit sich herumtragen darf. Es ist also besser, sein Geld direkt nach der Ankunft in die lokale Währung umzutauschen.

Wenn man als Tourist unterwegs ist, möchte man natürlich auch ein paar Souvenirs als Erinnerung mit nach Hause nehmen. Besonders beliebt sind handgemachte Keramiksachen, die man in kleinen Läden oder auf den traditionellen Märkten findet. In speziellen Handwerksbetrieben kann man sogar zuschauen, wie die Stücke geformt und bemalt werden. Manche Handwerker fertigen Schalen oder Krüge sogar ganz nach den persönlichen Wünschen der Kunden an.

Ein echtes Zentrum für Töpferwaren ist die kleine Stadt Gharyan, die man auf der Durchreise unbedingt besuchen sollte. Die dortigen Meister stellen alles von Hand her und verkaufen ihre Waren in urigen Läden direkt an der Straße. Es ist faszinierend zu sehen, wie aus einfachem Ton wunderschöne Kunstwerke entstehen. Man findet dort alles von einfachen Bechern bis hin zu riesigen, prachtvoll verzierten Vasen.

Wer gerne liest, sollte in der Hauptstadt in den großen Buchladen gehen, der ein riesiges Sortiment hat. Dort findet man Bücher in vielen Sprachen, darunter Englisch, Französisch und sogar Italienisch. Das Besondere sind die handgefertigten Ledereinbände, die nach einer ganz alten Methode geprägt werden. Diese Bücher sehen im Regal nicht nur toll aus, sondern duften auch ganz charakteristisch nach echtem Leder.

In demselben Laden kann man oft auch seltene Briefmarken entdecken, die für Sammler ein echtes Highlight sind. Auf den Marken sind meistens berühmte Bauwerke des Landes oder wichtige Persönlichkeiten der Geschichte abgebildet. Es sind kleine Kunstwerke, die viel über die Kultur und den Stolz Libyens aussagen. Solche Marken sind ein leichtes und schönes Andenken, das man problemlos im Koffer verstauen kann.

Besonders hochwertig sind die Sachen, die von den Tuareg hergestellt werden, einem stolzen Volk aus der Gruppe der Berber. Die Tuareg sind berühmt für ihr handwerkliches Geschick bei der Herstellung von Schmuck und Metallarbeiten. In ihren Werkstätten entstehen filigrane Figuren, kleine Schachteln oder sogar traditionelle Messer und Dolche. Jedes Teil ist ein Unikat und erzählt seine eigene kleine Geschichte über das Leben in der Wüste.

Auch Lederwaren gehören zu ihrem Repertoire, wie zum Beispiel robuste Gürtel, bequeme Sandalen oder handliche Geldbörsen. Beim Schmuck verwenden sie vor allem Silber und verzichten meist auf Gold, was typisch für ihre Kultur ist. Sie verarbeiten aber gerne edle Steine in ihre Ringe, Halsketten und Armbänder. Solche Amulette oder Ketten sind bei Reisenden extrem beliebt, weil sie so authentisch wirken.

Um die besten Schnäppchen zu machen, sollte man unbedingt die lokalen Märkte besuchen, die man hier Souks nennt. Dort herrscht ein unglaubliches Treiben, und man kann alles von Goldschmuck bis hin zu Teppichen aus Kamelhaar finden. Ein wichtiger Teil des Einkaufs ist das Feilschen mit den Händlern. Wer geschickt verhandelt, kann den Preis oft ordentlich drücken und geht am Ende mit einem guten Gefühl nach Hause.

Man sollte das Handeln als ein freundliches Gespräch ansehen, das einfach dazugehört. Es wird fast erwartet, dass man nicht sofort den ersten Preis akzeptiert, den der Verkäufer nennt. So bekommt man nicht nur ein schönes Souvenir, sondern hat auch gleich ein echtes lokales Erlebnis gehabt. Und am Ende kann man sich als ganz einfaches, kostenloses Mitbringsel auch ein bisschen Wüstensand einpacken – davon gibt es in Libyen ja mehr als genug.

Hauptattraktionen Libyen

Obwohl ein riesiger Teil Libyens aus scheinbar endloser Wüste besteht, hat dieses Land für Reisende unglaublich viel zu bieten. Es gibt dort so viele malerische Oasen und tief beeindruckende historische Denkmäler, dass Besucher aus der ganzen Welt angelockt werden. Man findet hier Spuren vergangener Zivilisationen, die man so kaum an einem anderen Ort der Welt in dieser Ursprünglichkeit erleben kann.

Eine der bekanntesten historischen Stätten sind die Ruinen von Kyrene, die man oben auf dem Hochplateau des Dschebel Achdar findet. In der Antike war diese Stadt ein echtes kulturelles Zentrum der gesamten Region und strahlte weit über ihre Grenzen hinaus. Die Griechen haben sie damals mühsam aufgebaut, aber später wurde sie durch die Araber leider fast vollständig zerstört. Heutzutage wird dort immer noch fleißig gegraben, und Archäologen bringen ständig neue Geheimnisse ans Licht.

Unter den dicken Sandschichten haben die Forscher bereits beeindruckende Tempel entdeckt, die den griechischen Göttern Apollon, Demeter und Zeus gewidmet waren. Ganz in der Nähe von Kyrene liegt auch eine antike Totenstadt, eine sogenannte Nekropole, in der man heute noch alte Sarkophage bestaunen kann. Archäologen gehen davon aus, dass diese Fundstücke sowie die Malereien an den Wänden etwa aus dem Jahr 600 vor Christus stammen. Wegen dieser enormen historischen Bedeutung gehört die Anlage heute zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Eine weitere faszinierende Stadt namens Sabratha liegt direkt an der Mittelmeerküste am Golf von Syrte. Die Phönizier gründeten sie bereits im 7. oder 6. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung als wichtigen Außenposten. Während der Zeit des Römischen Reiches entwickelte sich Sabratha zu einem extrem wichtigen Handelsplatz für Waren aller Art. Später wurde die Stadt jedoch immer wieder von umherziehenden Stämmen angegriffen und schwer verwüstet. Auch Naturkatastrophen setzten dem Ort so stark zu, dass die Menschen ihn schließlich im 8. Jahrhundert komplett verließen.

In Sabratha kann man heute noch die Überreste von Tempeln sehen, die den ägyptischen Gottheiten Isis und Serapis gewidmet waren. Besonders beeindruckend sind das römische Theater und die Basilika des Kaisers Justinian mit ihren wunderschönen, bunten Mosaiken. Die antike Stadt gilt heute als ein historisches Denkmal von weltweiter Bedeutung und zieht Geschichtsinteressierte magisch an. Man spürt dort förmlich den Hauch der Geschichte, wenn man zwischen den alten Säulen am Meer spazieren geht.

Auch die Ruinen von Leptis Magna sollte man sich auf keinen Fall entgehen lassen, wenn man in Libyen unterwegs ist. Diese Sehenswürdigkeit liegt etwa 130 Kilometer von der Hauptstadt Tripolis entfernt und ist gut zu erreichen. In der Antike war Leptis Magna ein stolzer Teil der römischen Provinz und ein Symbol für Macht und Reichtum. Mit seinen belebten Märkten und großen öffentlichen Plätzen war die Stadt ein Magnet für Händler aus der ganzen Umgebung. Wegen ihrer prachtvollen Architektur und der durchdachten Planung wurde sie oft als das Rom Afrikas bezeichnet.

Heutzutage kann man dort noch die Ruinen des römischen Theaters, den imposanten Bogen des Septimius Severus und eine frühchristliche Basilika bewundern. Bei Ausgrabungen haben Archäologen unter den Trümmern fantastische farbige Mosaike gefunden, die spannende Szenen aus dem Leben der Gladiatoren zeigen. Es ist wirklich faszinierend zu sehen, wie detailliert diese Kunstwerke nach all den Jahrhunderten noch immer sind. Die Weitläufigkeit der Anlage lässt einen erahnen, wie prächtig das Leben dort früher gewesen sein muss.

Ein antikes Theater direkt am Meeresufer oder die Überreste byzantinischer Kirchen findet man auch in der ehemaligen griechischen Kolonie Apollonia. Es ist ein ganz besonderes Erlebnis, diese Ruinen zu erkunden, während die Meeresbrise um die alten Steine weht. Viele der dort gefundenen Schätze und Artefakte sind heute im Archäologischen Museum von Tripolis sicher untergebracht. Die Sammlung dort umfasst Stücke aus der prähistorischen Zeit, der römischen Ära und der islamischen Periode.

Sogar Fundstücke aus dem Zweiten Weltkrieg und Dokumente aus dem Unabhängigkeitskampf des libyschen Volkes werden im Museum ausgestellt. Es ist ein Ort, der das nationale Erbe des Landes bewahrt und die bewegte Geschichte Libyens für jeden greifbar macht. Mitten im Zentrum der Hauptstadt steht außerdem das Hausmuseum Karamanli, das ebenfalls einen Besuch wert ist. In diesem prächtigen zweistöckigen Herrenhaus lebte einst die Dynastie, die Tripolis während der Zeit des Osmanischen Reiches regierte.

Alle Ausstellungsstücke in diesem Museum haben einen direkten Bezug zu dieser einflussreichen Familie und ihrem damaligen Alltag. Wer sich für die Kombination aus Geschichte und Abenteuer interessiert, wird in Libyen definitiv fündig. Die Mischung aus antiken Städten und der weiten, einsamen Wüste macht den ganz besonderen Charme dieses Landes aus. Es ist ein Reiseziel, das einen so schnell nicht wieder loslässt und viele bleibende Eindrücke hinterlässt.

Tourismus in Libyen

Wenn man nach Libyen reist, sind Safaris durch die unendliche Wüste und Ausflüge in die antiken Städte wohl die beliebtesten Freizeitaktivitäten. Für eine Tour durch die libysche Wüste kann man sich zwar ein Auto mieten, aber auf eigene Faust sollte man das lieber nicht riskieren. Es ist schlichtweg zu gefährlich, sich ohne erfahrenen Guide in die Dünen zu wagen. Zudem schreibt das Gesetz vor, dass Touristen immer von einem Einheimischen begleitet werden müssen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Überall im Land gibt es Zollposten und Kontrollpunkte, an denen Reisende registriert werden, bevor sie weiterziehen dürfen. Als Führer durch die riesigen Sandberge arbeiten meist Nachfahren der Ureinwohner der Sahara, die Tuareg. Diese Menschen kennen die Wüste wie ihre Westentasche und wissen genau, wie man sich in diesem extremen Gelände zurechtfindet. Sie lesen die Spuren im Sand und finden den Weg auch dann, wenn für uns alles gleich aussieht.

In der libyschen Wüste sucht man vergeblich nach Hinweisschildern oder Wegweisern, und auch Internet oder Mobilfunkempfang gibt es dort nicht. Für viele Menschen ist genau das der Reiz, denn man kann dort einmal völlig abschalten und den Alltagsstress vergessen. Wer eine Pause von sozialen Netzwerken und ständigen Anrufen braucht, ist hier genau richtig. Man muss sich allerdings auf die Naturgewalten einstellen, denn der Wind kann tagsüber sehr heftig sein und nachts wird es oft bitterkalt.

Für so eine exotische Reise sollte man auf jeden Fall gut vorbereitet sein und die richtige Ausrüstung im Gepäck haben. Ein stabiles Zelt, ein warmer Schlafsack und bequeme, warme Kleidung sind absolut notwendig für die Übernachtungen im Freien. Auch andere Dinge des täglichen Bedarfs sollte man in ausreichender Menge mitnehmen, da es unterwegs keine Einkaufsmöglichkeiten gibt. Es ist ein echtes Abenteuer, bei dem man auf den gewohnten Luxus verzichten muss.

Auch die Tierwelt der Wüste ist ziemlich faszinierend, wenn auch manchmal etwas gewöhnungsbedürftig für Besucher. Man sieht Adler am Himmel kreisen und muss am Boden auf Schlangen, Skarabäus-Käfer oder Skorpione achten. Im Winter halten die Skorpione zum Glück Winterschlaf und sind kaum zu sehen. Im Sommer hingegen sind sie sehr aktiv und man sollte zu jeder Tageszeit vorsichtig sein, wo man hintritt oder hingreift.

Inmitten der riesigen Sanddünen gibt es wunderschöne Seen, die oft von grünen Palmhainen umgeben sind und wie eine Fata Morgana wirken. In diesen Gewässern kann man sogar schwimmen, was mitten in der Wüste ein ganz besonderes Gefühl ist. Das Wasser ist meist angenehm warm, aber sehr salzhaltig, was einen gut über Wasser hält. Zum Glück gibt es oft Brunnen mit frischem Süßwasser in der Nähe, an denen man seinen Durst löschen kann.

Interessanterweise leben in einigen dieser Wüstenseen sogar kleine Garnelen, die man essen kann. Die Einheimischen nutzen die Nähe zu den Seen oft aus, um an die Touristen kleine Souvenirs oder handgemachte Dinge zu verkaufen. Sie positionieren sich meist direkt dort, wo die Reisenden ihre Pausen einlegen. Es ist eine der wenigen Möglichkeiten, mitten in der Einöde ein kleines Andenken an die Reise zu erwerben.

Um die abgelegenen historischen Stätten zu erreichen, ist ein Mietwagen oder ein organisiertes Fahrzeug eigentlich die einzige Option. Es gibt einige spezialisierte Reiseunternehmen, die solche Safaris anbieten und oft kleine Büros in den größeren Oasen haben. Man kann dort Touren buchen, die perfekt auf die eigenen Wünsche abgestimmt sind. So kommt man sicher zu den Orten, die man sonst niemals finden würde.

Abenteurer werden es lieben, durch die Ruinen alter Städte zu wandern und die Denkmäler aus der Römerzeit oder dem Osmanischen Reich zu bestaunen. Libyen hat eine ganz eigene, sehr ursprüngliche Art, die selbst erfahrene Weltreisende immer wieder überrascht. Wer sich auf das Land einlässt, wird mit unglaublichen Landschaften und einer tiefen Stille belohnt. Es ist eine Welt, die sich völlig von unserem modernen Alltag unterscheidet.

Allerdings muss man dazu sagen, dass der klassische Strandtourismus in Libyen noch nicht wirklich entwickelt ist. Wer nach professionellen Tauchschulen oder Surfmöglichkeiten sucht, wird hier eher enttäuscht werden. Es gibt an der langen Mittelmeerküste nur sehr wenige Strände, die speziell für Touristen ausgestattet sind. Die meisten Abschnitte sind naturbelassen und werden eher von Einheimischen genutzt. Libyen ist also eher ein Ziel für Entdecker und Geschichtsliebhaber als für einen reinen Badeurlaub.

Unterkunft in Libyen

In der libyschen Hauptstadt Tripolis gibt es mittlerweile eine recht ordentliche Auswahl an verschiedenen Hotels. Sie sind sowohl für Geschäftsreisende als auch für Leute geeignet, die auf eigene Faust durch dieses afrikanische Land reisen möchten. Man kann sein Zimmer ganz nach dem eigenen Geschmack und dem verfügbaren Budget auswählen. Die Unterkünfte sind in verschiedene Klassen eingeteilt, sodass es vom luxuriösen Fünf-Sterne-Haus bis zur einfachen Drei-Sterne-Unterkunft alles gibt.

Das Design in den Zimmern ist oft eine interessante Mischung aus traditionellem afrikanischem Stil und modernen europäischen Elementen. In den meisten Stadthotels hat man Zugang zu kabellosem Internet, und es gibt Restaurants, Parkplätze sowie Konferenzräume für geschäftliche Termine. Viele der größeren Häuser bieten auch Pools und einen praktischen Flughafentransfer an. Wer sich etwas gönnen möchte, kann oft Massagekabinen, Wellnessbereiche oder sogar Dampfbäder direkt im Hotel nutzen.

In den Hotelbars werden natürlich keine alkoholischen Getränke serviert, stattdessen gibt es eine große Auswahl an alkoholfreien Erfrischungen und Tees. Für Reisende stehen in Libyen auch viele Gästehäuser zur Verfügung, die oft eine familiärere Atmosphäre bieten. Die Preise in diesen Unterkünften sind meistens sehr fair und die Ausstattung ist oft vergleichbar mit dem Standard von Drei-Sterne-Hotels. Ein großer Vorteil dieser Gästehäuser ist ihre Lage, durch die man oft sehr schnell die wichtigsten historischen Orte erreichen kann.

Wenn man tiefer ins Land reist, findet man in den Oasen in der Nähe der Wüstenseen einfache Herbergen oder kleine Gaststätten. In diesen Gebäuden haben früher oft die Ureinwohner der Region gelebt, bevor sie in modernere Siedlungen umgezogen sind. Diese Unterkünfte sind zwar schlicht, bieten aber einen sehr authentischen Einblick in die Lebensweise der Menschen vor Ort. Man sollte hier allerdings keinen großen Luxus erwarten, sondern sich auf das Wesentliche konzentrieren.

Wer sich für eine Reise direkt durch die Wüste entscheidet, muss sich darauf einstellen, in Zelten zu übernachten. In der weiten Sandwüste gibt es schlichtweg keine anderen Möglichkeiten oder festen Gebäude. Deshalb ist es extrem wichtig, alle notwendigen Dinge für die tägliche Hygiene und den persönlichen Bedarf selbst mitzunehmen. Es ist ein einfaches Leben unter dem Sternenhimmel, das aber einen ganz besonderen Reiz hat.

Interessanterweise schlafen die einheimischen Führer im Winter oft sogar ohne Zelt direkt unter dem freien Himmel in der Wüste. Das ist in dieser Jahreszeit möglich, weil die gefährlichen Tiere wie Schlangen oder Skorpione ihren Winterschlaf halten und die Menschen nicht stören. Für Touristen wird das jedoch meist nicht empfohlen, da es nachts extrem kalt werden kann. Ein gutes Zelt bietet da doch einen deutlich besseren Schutz vor dem beißenden Wind.

In einigen Gegenden wurden spezielle Plätze für Camping eingerichtet, die zumindest ein Minimum an Komfort bieten. Dort gibt es manchmal die Möglichkeit, sich unter einer einfachen Dusche zu waschen oder in einem kleinen Café eine Kleinigkeit zu essen. Auch hier ist ein eigenes Zelt oft die beste Wahl für die Nachtruhe. Mancherorts kann man in diesen Camps auch kleine Hütten aus Palmzweigen oder Lehmhäuser mit Dächern aus Palmenholz mieten.

Diese traditionellen kleinen Häuschen sind meist für zwei Personen ausgelegt und bieten Schutz vor der Hitze des Tages. Wer es noch authentischer mag, kann manchmal sogar versuchen, bei Einheimischen unterzukommen und dort zu übernachten. Manche Menschen in den ländlichen Regionen bauen ihre Wohnungen auch heute noch direkt in den Boden hinein, um sich vor dem extremen Klima zu schützen. Diese Höhlenwohnungen sind erstaunlich kühl, wenn es draußen heiß ist.

Insgesamt ist das Angebot an Unterkünften in Libyen sehr vielfältig, wenn auch nicht immer mit dem europäischen Standard vergleichbar. Man findet aber immer einen Platz zum Schlafen, egal ob man den Komfort der Stadt oder die Abgeschiedenheit der Wüste sucht. Es gehört einfach zum Abenteuer dazu, sich auf die Gegebenheiten des Landes einzulassen. Am Ende sind es oft gerade die einfachen Übernachtungen, an die man sich am längsten erinnert.

Küche und Geschirr Libyen

Die nationale Küche Libyens ist ein spannender Mix aus den verschiedenen Einflüssen der Völker, die das Land im Laufe der Zeit geprägt haben. Man schmeckt deutlich heraus, dass Araber, Türken und sogar Italiener ihre Spuren in den Töpfen der Region hinterlassen haben. Eines der bekanntesten und beliebtesten Gerichte der Einheimischen nennt sich Bazin. Das ist ein spezielles Brot, das aus Gerstenmehl, Wasser und einer Prise Salz hergestellt wird.

Die Zubereitung ist gar nicht so einfach, wie sie klingt, denn das Mehl wird zuerst in Wasser gekocht und dann mit einem Holzstab kräftig geschlagen. Dieser Stab wird Magrafa genannt und hilft dabei, die Masse so lange zu bearbeiten, bis ein fester Teig entsteht. Gegessen wird Bazin traditionell mit den Händen, wobei man sich kleine Stücke abricht und diese in eine würzige Sauce tunkt. Die Sauce besteht meistens aus Fleisch, Zwiebeln, Tomatenmark und einer ganzen Reihe von Gewürzen wie Kurkuma und Pfeffer.

Oft kommen in diese Sauce auch Kartoffeln, gekochte Eier und scharfe Chilischoten, um dem Ganzen mehr Substanz zu geben. Ein Spritzer Zitrone darf am Ende meistens auch nicht fehlen, um den Geschmack abzurunden. Ein weiteres Highlight der libyschen Küche sind gefüllte Kartoffeln, die man dort unter dem Namen Batata Mubattana kennt. Dieses Gericht wird besonders gerne zu festlichen Anlässen serviert und ist bei Jung und Alt sehr beliebt.

Im Grunde handelt es sich dabei um eine Art Kartoffel-Sandwich, bei dem zwei dünne Kartoffelscheiben als Hülle dienen. Zwischen diese Scheiben wird eine würzige Füllung aus Hackfleisch und Kräutern gestrichen, bevor das Ganze in Teig gewendet und frittiert wird. Es ist ein herzhafter Snack, der durch die Gewürze eine ganz besondere Note bekommt. Auch zum Frühstück gibt es in Libyen traditionelle Gerichte, die oft in Form von Getreidebrei serviert werden.

Ein Beispiel dafür ist Asida, ein süßer Weizenbrei, der meist mit viel Butter und Honig oder Sirup gegessen wird. Ein ähnliches Gericht ist Zumita, das aus Gersten- oder Weizenmehl und Wasser zu einer teigähnlichen Konsistenz angerührt wird. Auch hier ist es üblich, die Speise mit den Fingern zu essen und sie in Olivenöl oder eine scharfe Sauce zu dippen. Es ist faszinierend zu sehen, wie wichtig diese alten Traditionen beim Essen auch heute noch sind.

Wenn man in den Städten unterwegs ist, findet man an fast jeder Ecke libysches Streetfood. Sehr beliebt ist zum Beispiel Brot, das mit Thunfisch gefüllt ist, was man dort Hubz bi Tun nennt. Es ist ein schneller, leckerer Snack für zwischendurch, den man fast überall bekommt. Auch hausgemachte Würste aus Reis, Fleischstücken, Leber und vielen frischen Kräutern gehören zum Standardangebot der lokalen Garküchen und schmecken wirklich fantastisch.

Naschkatzen kommen in Libyen ebenfalls voll auf ihre Kosten, denn die Desserts sind oft sehr süß und gehaltvoll. Zum Tee servieren die Einheimischen gerne Kekse wie Ghorayeba, die ein wenig an Mürbegebäck erinnern und oft mit einer Mandel verziert sind. Ein weiteres bekanntes Dessert ist Knafeh, das ursprünglich aus der arabischen Küche stammt und auch in Libyen sehr geschätzt wird. Es besteht aus ganz dünnen Teigfäden, die mit süßem Sirup, Käse und Nüssen geschichtet werden.

Milchprodukte spielen in der täglichen Ernährung der Menschen ebenfalls eine sehr große Rolle. Die Libyer trinken gerne frische Milch und essen dazu Datteln und Brot, was eine sehr einfache, aber nahrhafte Mahlzeit ist. Aus der Milch stellen sie auch Kefir, Joghurt, Butter und verschiedene Käsesorten selbst her. Diese Produkte schmecken oft viel intensiver als das, was man bei uns im Supermarkt kaufen kann, weil sie handwerklich hergestellt werden.

Sogar kleine Teigtaschen, die sogenannten Bureks, gibt es in Libyen in vielen verschiedenen Varianten. Sie werden meist mit einer Mischung aus Gemüse, Käse oder Eiern gefüllt und dann knusprig gebacken oder frittiert. Man sollte jedoch wissen, dass man Schweinefleisch und Alkohol in Libyen vergeblich suchen wird. Da das Land streng islamisch geprägt ist, sind diese Dinge aus religiösen Gründen verboten und werden nirgendwo angeboten.

Kultur und Traditionen Libyen

Die Kultur und die vielen Traditionen Libyens sind eng mit der langen und bewegten Geschichte dieses afrikanischen Landes verknüpft. Vor allem die Religion hat einen enormen Einfluss auf das tägliche Leben und das Miteinander der Menschen vor Ort. Die allermeisten Libyer sind sunnitische Muslime und sprechen im Alltag fast ausschließlich Arabisch. Eine Ausnahme bilden die Berber, die ihre eigenen Sprachen wie Tamazight oder Tamahaq pflegen und so ihre Identität bewahren.

Trotzdem kommt man in den Städten oft auch mit Englisch oder Italienisch ganz gut durch, da diese Sprachen aufgrund der Geschichte verbreitet sind. Das kulturelle Erbe ist ein bunter Teppich aus arabischen, italienischen und berberischen Einflüssen, was man in der Kunst und Musik deutlich spürt. Arabische Klänge hört man fast überall, aber besonders die Musik der Tuareg-Gemeinschaften hat einen ganz eigenen, fast schon mystischen Charakter. Sie spielen oft auf der Anzad, einer Art Geige mit nur einer einzigen Saite, die sehr klagend und schön klingt.

Begleitet wird dieses Instrument meist von rhythmischen Trommelklängen, die einen sofort in ihren Bann ziehen. Es gibt noch viele andere traditionelle Instrumente wie die Zokra, eine Art Dudelsack, oder verschiedene Flöten und Lauten. Ein ganz besonderes Erlebnis ist es, wenn die Beduinen ihre traditionellen Huda-Gesänge anstimmen. Das sind Lieder, die ursprünglich von Kamelreitern gesungen wurden, um sich die Zeit auf den langen Ritten durch die Wüste zu vertreiben.

Die meisten Menschen in den ländlichen Gebieten leben auch heute noch von der Viehzucht, der Landwirtschaft oder dem Fischfang an der Küste. Auch das Handwerk hat eine lange Tradition und wird von Generation zu Generation weitergegeben. Aus den Fasern von Palmblättern werden zum Beispiel wunderschöne Teppiche gewebt, und aus Kupfer stellen die Handwerker kunstvolles Geschirr her. Da Libyen über riesige Erdölvorkommen verfügt, arbeiten heute aber auch sehr viele Menschen in der Ölindustrie und in den großen Raffinerien.

Die libysche Gesellschaft ist immer noch sehr patriarchalisch geprägt, was man im Alltag an vielen Stellen bemerken kann. Die Frauen kümmern sich meistens um den Haushalt und die Erziehung der Kinder, was eine zentrale Rolle in der Familie spielt. In der Öffentlichkeit sieht man Frauen oft nur mit bedecktem Gesicht, da dies den lokalen Traditionen und religiösen Vorstellungen entspricht. Familien in Libyen sind meistens sehr groß, und Kinder werden als ein großer Segen angesehen.

Interessanterweise ist das bei den Tuareg ganz anders organisiert, denn dort haben die Frauen eine viel stärkere und unabhängigere Stellung. Bei ihnen können sich die Frauen ihre Ehemänner oft selbst aussuchen und haben sogar das Recht, eine Ehe wieder aufzulösen, wenn es nicht passt. Die Frauen der Tuareg sind sehr angesehen, beherrschen oft Musikinstrumente und können meist lesen und schreiben. Dieser Kontrast innerhalb eines Landes ist für Besucher oft sehr überraschend und zeigt die kulturelle Vielfalt Libyens.

Für Touristen ist es wichtig zu wissen, dass man sich aus Respekt vor der lokalen Kultur eher zurückhaltend kleiden sollte. Zu viel nackte Haut wird nicht gerne gesehen und kann zu unangenehmen Situationen führen, besonders in abgelegenen Regionen. Auch der Verzehr von Schweinefleisch oder der Konsum von Alkohol ist im ganzen Land tabu und sollte unbedingt vermieden werden. Wenn man sich an diese einfachen Regeln hält, begegnen einem die Menschen meist mit großer Gastfreundschaft.

Ein wichtiger Punkt bei der Reiseplanung ist auch der Reisepass und die darin enthaltenen Visa. Wenn man bereits einen Stempel oder ein Visum aus Israel im Pass hat, wird einem die Einreise nach Libyen verweigert. Das liegt an den politisch extrem angespannten Beziehungen zwischen den beiden Staaten, die schon seit langer Zeit bestehen. Es ist also ratsam, dies vorab zu prüfen, damit es an der Grenze keine bösen Überraschungen gibt.

Wer sich jedoch auf das Land und seine Regeln einlässt, wird eine unglaubliche Gastfreundschaft erleben, die man so schnell nicht vergisst. Die Menschen teilen gerne das Wenige, was sie haben, und sind stolz darauf, Besuchern ihre Heimat zu zeigen. Es ist eine Reise in eine Welt, die nach ganz eigenen Gesetzen funktioniert und gerade deshalb so faszinierend ist. Libyen ist ein Ort für Entdecker, die bereit sind, hinter die Kulissen der Nachrichten zu blicken.

Wetter in Libyen

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