Natur Irland
Irland trägt den Beinamen die grüne Insel völlig zu Recht, denn die sattgrünen Wiesen machen einen riesigen Teil des Landes aus. Neben diesen endlosen Weiden gibt es aber auch wunderschöne Misch- und Laubwälder, die zum Wandern einladen. Man findet hier fast 4000 verschiedene Pflanzenarten, was für eine Insel dieser Größe wirklich beachtlich ist. Die meisten davon sind typisch für das gemäßigte Klima, aber man entdeckt überraschenderweise auch einige subtropische Gewächse.
Was Botaniker besonders freut, ist die Tatsache, dass allein 2000 Arten zu den blühenden Pflanzen gehören. Es ist ein echtes Schauspiel, wenn direkt neben kargen Blumen aus der arktischen Tundra plötzlich zarte Veilchen oder sogar Orchideen blühen. Im Frühjahr erwacht die Natur mit unzähligen Primeln, während im Sommer Disteln, Kornblumen und Hahnenfuß die Landschaft bunt färben. Das milde Klima bietet zudem die perfekten Bedingungen für Rhododendren und eine riesige Vielfalt an Moosen.
Wer durch die Moore streift, wird feststellen, dass dort fast 800 Moosarten und fast 80 verschiedene Farne zu Hause sind. Die Wälder bedecken zwar nur etwa 12 % der Inselfläche, aber sie sind sehr abwechslungsreich mit Eichen, Kiefern und Ebereschen bewachsen. Auch Birken, Haselnusssträucher und Weiden prägen das Bild der irischen Forste. In den sumpfigen Gebieten findet man typische Vertreter wie Heidekraut, fleischfressenden Sonnentau und natürlich jede Menge köstliche Preiselbeeren.
In den höheren Bergregionen gibt es im Spätsommer Blaubeeren und die seltene schwarze Krähenbeere im Überfluss. Besonders faszinierend ist ein bestimmter Ort an der Westküste, wo auf engstem Raum fast 900 verschiedene Pflanzenarten vorkommen. Das zeigt, wie einzigartig das Ökosystem der Insel eigentlich ist. Man kann dort Stunden verbringen, ohne dass es langweilig wird, weil es ständig etwas Neues zu entdecken gibt.
Wenn man über den Reichtum der Insel spricht, darf man die Gewässer natürlich nicht vergessen. In den Meeren rund um Irland tummeln sich riesige Schwärme von Kabeljau, Hering, Scholle und Makrelen. Auch die Flüsse und Seen sind keineswegs leer, denn dort findet man vor allem Saiblinge und Forellen. Was die Tierwelt an Land betrifft, so gibt es etwa 26 verschiedene Arten von Säugetieren, die hier heimisch sind.
An der Spitze der Nahrungskette stehen hier der Rotfuchs und der flinke Hermelin, die sich durch die Unterholz schleichen. Das größte Tier, das man in der freien Wildbahn beobachten kann, ist jedoch der majestätische Hirsch. Aber auch Feldhasen, Marder, Igel und Fischotter sind auf der Insel weit verbreitet. Wer Glück hat, kann diese Tiere bei einem Spaziergang in der Dämmerung in ihrem natürlichen Lebensraum entdecken.
Wer den Blick auf das Meer richtet, wird oft mit dem Anblick von Walen, Robben oder verspielten Delfinen belohnt. Sogar Schwertwale und hin und wieder ein verirrter Walross werden vor der Küste gesichtet. Zudem besuchen fünf verschiedene Arten von Meeresschildkröten regelmäßig die irischen Gewässer. Die Vogelwelt ist mit 400 Arten ebenfalls extrem vielfältig, auch wenn viele davon nur auf der Durchreise sind.
Einige Vögel, wie die grönländischen Blässgänse, nutzen Irland jedoch als ihr festes Winterquartier. Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, wie sich die riesigen Vogelschwärme am Himmel formieren. Bei den Reptilien sieht es dagegen eher mau aus, da gibt es nur eine einzige Art. Die kleine, lebendgebärende Waldeidechse ist die einzige ihrer Art, die man in der irischen Natur antreffen kann.
Klima Irland
Das Wetter in Irland passt eigentlich genau zu seiner Lage im Ozean und wird als klassisch gemäßigt bezeichnet. Es ist dort allerdings viel milder, als man es für diese Breitengrade auf dem Festland erwarten würde. Das liegt vor allem daran, dass der warme Golfstrom wie eine riesige Heizung direkt an der Insel vorbeifließt. Diese warme Meeresströmung bringt viel Energie aus südlicheren Regionen mit und prägt das gesamte Klima der Insel.
Die Winter sind deshalb in Irland meistens recht gnädig und bei weitem nicht so eisig wie bei uns. Tagsüber fallen die Temperaturen fast nie unter den Gefrierpunkt, auch wenn es nachts mal einen leichten Frost geben kann. Im Sommer sorgt der Atlantik dafür, dass es nie unangenehm heiß wird, sondern meistens angenehm kühl bleibt. Die Durchschnittstemperaturen im Sommer liegen oft bei etwa 15 Grad, was für Wanderungen ideal ist.
In der Gegend rund um Dublin kann es im Hochsommer aber auch mal richtig warm werden, wobei das Thermometer bis auf 30 Grad klettert. Man sollte sich aber immer auf den Wind einstellen, der meistens aus Westen oder Südwesten über die Insel fegt. An den Küsten im Westen und Norden regnet es deutlich häufiger als im Landesinneren oder im Osten. Das ist der Grund, warum dort alles so unglaublich grün und saftig bewachsen ist.
Übers Jahr gesehen kann da schon eine ordentliche Menge an Niederschlag zusammenkommen, manchmal bis zu 2000 Millimeter. Schnee sieht man in Irland eher selten, meistens bleibt es bei nasskaltem Wind und dichten Nebelfeldern, die über das Land ziehen. Wenn es doch mal schneit, dann meistens nur kurz, und eine richtig dicke Schneedecke ist eher die Ausnahme. Solche richtigen Wintereinbrüche gibt es statistisch gesehen vielleicht alle zehn Jahre einmal.
Es gab aber auch Zeiten, in denen es anders war, denn vor etwa hundert Jahren wurden noch meterhohe Schneeverwehungen gemessen. Wenn der März vor der Tür steht, wird es meistens schon deutlich milder, auch wenn es dann oft kräftige Regengüsse gibt. Im Sommer stabilisieren sich die Temperaturen tagsüber oft bei angenehmen 25 Grad Celsius. Eine echte Besonderheit sind die weißen Nächte, die man in Irland vor allem im August erleben kann.
Zu dieser Zeit bleibt es bis fast Mitternacht hell, was die Abende draußen besonders lang und schön macht. Was man über das irische Wetter unbedingt wissen muss, ist seine extreme Unbeständigkeit. Es kann passieren, dass sich Regen und strahlender Sonnenschein innerhalb weniger Stunden mehrmals abwechseln. Die Iren sagen oft, dass man alle vier Jahreszeiten an einem einzigen Tag erleben kann, was meistens auch stimmt.
Schuld daran ist die direkte Nähe zum Atlantik, der ständig neue Wolken und Wetterfronten heranschickt. Auf dem Meer stürmt es oft heftig, aber die Berge an der Küste schützen das Landesinnere meistens vor den schlimmsten Ausläufern. In Nordirland ist das Klima noch ein kleines bisschen rauer als im restlichen Teil der Insel. Dort herrscht fast das ganze Jahr über ein niedriger Luftdruck, was zu weniger Sonnenstunden führt.
Stürme und heftige Regenfälle gehören im Norden quasi zum Alltag dazu, weshalb man dort immer eine wetterfeste Jacke dabei haben sollte. Dort wurden auch schon extreme Windgeschwindigkeiten von über 300 Kilometern pro Stunde gemessen, was wirklich gewaltig ist. Trotzdem hat dieses wechselhafte Wetter seinen ganz eigenen Charme und gehört einfach zum irischen Lebensgefühl dazu. Man lernt schnell, die sonnigen Momente spontan zu genießen, wann immer sie auftauchen.
Transport in Irland
Obwohl Irland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern eher klein ist, findet man dort eigentlich alles, was man an Transportmitteln braucht. Man kommt problemlos mit dem Flugzeug, der Bahn oder dem Bus von einer Stadt in die nächste. Für so einen kleinen Inselstaat ist der Flugverkehr erstaunlich gut ausgebaut und modern organisiert. Es gibt insgesamt zehn internationale Flughäfen, die Verbindungen in fast die ganze Welt anbieten.
Egal ob aus Europa, Nordamerika oder anderen Kontinenten, die Anreise aus der Luft ist super unkompliziert. Nur wer aus Südamerika oder Australien kommt, muss meistens irgendwo zwischenlanden. Auch im Land selbst gibt es Flugverbindungen zwischen den größeren Städten, was Zeit spart, wenn man es eilig hat. Das Schienennetz ist ebenfalls gut entwickelt und die Züge sind heutzutage modern und angenehm schnell unterwegs.
Interessanterweise haben die Iren das gute Schienennetz zum Teil den Engländern zu verdanken, die die Infrastruktur während ihrer Herrschaft massiv ausgebaut hatten. Heute verbinden die Gleise alle wichtigen Städte und größeren Orte auf der ganzen Insel miteinander. Wer mit der Bahn reist, kann zwischen der ersten und zweiten Klasse wählen und die vorbeiziehende Landschaft genießen. Die Züge sind meistens pünktlich und bieten eine sehr entspannte Art des Reisens.
Da Irland eine Insel ist, spielt der Verkehr auf dem Wasser natürlich eine riesige Rolle für die Bewohner und Besucher. Es gibt regelmäßige Fährverbindungen nach Großbritannien, Frankreich und auch zur kleinen Isle of Man. Die großen Schiffe legen meistens in Dublin oder anderen bedeutenden Häfen an der Küste ab. Aber es geht nicht nur um große Entfernungen, denn es gibt auch viele kleine Ausflugsboote für Touristen.
Diese Schiffe schippern oft an der Küste entlang und bieten einen tollen Blick auf die Klippen und Buchten. In den Städten selbst hat man die Wahl zwischen Bussen, Straßenbahnen und Nahverkehrszügen, die einen schnell ans Ziel bringen. Die Busse sind besonders wichtig, weil sie auch ländliche Gegenden erschließen, in die keine Schienen führen. Wenn man es ganz bequem mag, kann man natürlich auch auf ein Taxi zurückgreifen.
Allerdings muss man wissen, dass Taxifahren in Irland ein ziemlich teurer Spaß ist, da jeder Kilometer ordentlich kostet. Dazu kommt meistens noch eine Grundgebühr für die Anfahrt, wenn man den Wagen vorbestellt hat. Für Leute mit einem internationalen Führerschein ist es oft sinnvoller, sich einfach selbst ein Auto zu mieten. Man braucht dafür eigentlich nur eine Versicherung, Kreditkarten und muss meistens eine Kaution hinterlegen.
Man sollte aber nicht vergessen, dass in Irland Linksverkehr herrscht, was am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig sein kann. Die Straßenschilder sind oft zweifach beschriftet und zeigen die Entfernungen sowohl in Meilen als auch in Kilometern an. Wenn man es etwas abenteuerlicher mag, kann man sich auch ein ganzes Hausboot mieten. Damit kann man dann in aller Ruhe über die vielen Flüsse und Seen der Insel schippern.
Fahrräder sind bei den Einheimischen ebenfalls total beliebt und man kann sie fast überall für kleine Touren ausleihen. Und wer es ganz traditionell mag, kann bestimmte Routen sogar auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Es gibt also wirklich für jeden Geschmack und jedes Tempo die passende Möglichkeit, dieses wunderschöne Land zu durchqueren. Langweilig wird es unterwegs garantiert nicht, egal für welches Verkehrsmittel man sich am Ende entscheidet.
Geld und Einkaufen in Irland
Da die Republik Irland festes Mitglied der Europäischen Union ist, muss man sich über das Geld keine großen Gedanken machen. Bezahlt wird ganz einfach mit dem Euro, was das Reisen für uns natürlich sehr unkompliziert macht. Überall im Land kann man problemlos mit den gängigen Kreditkarten wie Visa oder Mastercard bezahlen. Nur mit American Express könnte es hin und wieder mal schwierig werden, da diese Karte nicht überall akzeptiert wird.
Es ist oft eine gute Idee, schon vorab etwas Bargeld abzuheben, da man so manchmal Gebühren sparen kann. Was die Preise angeht, so liegt Irland auf einem ähnlichen Niveau wie Großbritannien, was bedeutet, dass es nicht gerade billig ist. Ein schneller Snack zwischendurch kostet oft schon um die zehn Euro, während man für ein richtiges Abendessen locker zwanzig Euro oder mehr einplanen muss. Auch Getränke wie Wasser oder Kaffee schlagen mit ein paar Euro zu Buche.
Natürlich möchte jeder, der Irland besucht, auch ein schönes Andenken mit nach Hause nehmen. Man kann sich natürlich mit den üblichen Kleinigkeiten wie Schlüsselanhängern mit Kleeblättern oder Leprechaun-Figuren eindecken. Aber es gibt auch Dinge, die viel hochwertiger und langlebiger sind, wie zum Beispiel die berühmten handgestrickten Pullover. Diese Kleidungsstücke haben ganz besondere Muster, die eigentlich eine tiefere Bedeutung haben.
Die verschiedenen Strickmuster stehen traditionell für Dinge wie Fischerknechte, Netze oder sogar Algen aus dem Meer. Früher galten die Zöpfe auf den Pullovern sogar als Glücksbringer für die Fischer, die auf stürmischer See unterwegs waren. Man bekommt diese Pullover zwar auch günstig aus der Fabrik, aber ein echtes handgemachtes Stück ist etwas ganz anderes. Besonders die Frauen von den Aran-Inseln sind für ihre Handwerkskunst weltberühmt.
Solche handgestrickten Unikate aus reiner Wolle sind zwar teuer, halten aber ein Leben lang und wärmen im kältesten Winter. Wer lieber etwas für die heimische Bar sucht, der kommt an einer Flasche irischem Whiskey kaum vorbei. Die Iren verstehen ihr Handwerk in Sachen Spirituosen wirklich gut und sind stolz auf ihre Brennereien. Früher wurde Whiskey in Apotheken sogar als Mittel gegen Erkältungen verkauft, was die Iren heute noch schmunzeln lässt.
Es heißt, der gute Tropfen hilft zumindest gegen schlechte Laune und vielleicht auch ein bisschen bei Schnupfen. Als Mitbringsel für die Liebsten eignet sich auch der cremige Baileys-Likör hervorragend oder für Bierfans ein Sixpack Guinness. Ein sehr romantisches Geschenk ist das Claddagh-Ring-Symbol, das für Liebe, Treue und Freundschaft steht. Hinter diesem besonderen Ring steckt eine rührende Geschichte über einen Iren namens Joyce, der einst in Gefangenschaft geriet.
Er arbeitete jahrelang als Sklave bei einem Goldschmied und fertigte vor lauter Sehnsucht nach seiner Heimat und seiner Geliebten diesen Ring an. Das Herz steht dabei für die Liebe, die Hände für das Vertrauen und die Krone für die ewige Treue. Als er endlich frei kam, kehrte er zurück und schenkte den Ring seiner großen Liebe, die all die Jahre auf ihn gewartet hatte. Diese Geschichte macht den Ring zu einem der beliebtesten Souvenirs des ganzen Landes.
Wer es lieber etwas klassischer mag, kann auch nach stilvollen Bierkrügen aus Zinn Ausschau halten. Oder man entscheidet sich für das weltberühmte Waterford-Kristallglas, das für seine extrem hohe Qualität bekannt ist. Es gibt also jede Menge Möglichkeiten, sich ein Stück irisches Lebensgefühl in den Koffer zu packen. Am Ende sind es aber vor allem die Erinnerungen an die freundlichen Menschen und die Natur, die man mit nach Hause nimmt.
Hauptattraktionen Irland
Irland ist ein Ort, der schon seit einer Ewigkeit von Menschen bewohnt wird und dessen Boden förmlich von Geschichten durchtränkt ist. Wenn man über die Insel reist, stößt man an jeder Ecke auf alte Sagen über Wunder und ungelöste Rätsel, die sich mit der rauen Natur vermischen. Es gibt dort so viele prachtvolle Herrenhäuser und zerfallene Burgen, dass man das Gefühl bekommt, die Zeit sei irgendwann einfach stehen geblieben.
Mitten in Dublin steht ein Bauwerk, das besonders hervorsticht und die Handschrift des englischen Königs Johann Ohneland trägt. Diese Festung aus dem 13. Jahrhundert sieht von außen fast noch genauso aus wie zu der Zeit, als sie errichtet wurde, und zeigt eindrucksvoll, wie die Engländer damals ihre Macht in Stein meißelten. Heute nutzt die irische Regierung die alten Hallen für wichtige Konferenzen und Staatsempfänge, aber das Beste daran ist, dass man als Besucher einfach hineinspazieren kann.
Für etwa zehn Euro bekommt man einen Einblick in die prunkvollen Räume und die dunkle Geschichte der Anlage. Wer nach dem ganzen Laufen eine Pause braucht, sollte unbedingt das kleine Café im Keller aufsuchen. Es ist ein ziemlich uriger Ort, um bei einem Heißgetränk die Atmosphäre der dicken Mauern auf sich wirken zu lassen.
Aber Dublin ist natürlich nicht der einzige Ort mit beeindruckenden Steinen, denn im County Waterford wartet die Rock of Cashel auf Entdecker. Diese Anlage ist noch viel älter und geht bis auf das vierte Jahrhundert nach Christus zurück, was in europäischen Maßstäben schon eine echte Hausnummer ist. Man erzählt sich, dass sogar der heilige Patrick selbst dort gepredigt und die Menschen bekehrt haben soll.
Die gesamte Festung besteht aus einer massiven Burg, mehreren Kathedralen und verschiedenen Wohngebäuden, die alle eng miteinander verwoben sind. Es gibt dort auch ein Museum, das gegen eine Gebühr besichtigt werden kann und viele Details über das Leben im Mittelalter verrät. Wer sich für die flüssige Geschichte des Landes interessiert, findet in der Hauptstadt zudem ein Museum, das sich voll und ganz dem irischen Whiskey widmet.
Dort lernt man nicht nur, wie das flüssige Gold destilliert wird, sondern darf am Ende natürlich auch mal nippen, um den Unterschied zu verstehen. Ein ganz anderes Erlebnis bieten die Cliffs of Moher im County Clare, zu denen man am besten mit einem Tourbus fährt. Die Aussicht dort oben ist einfach atemberaubend, aber die Klippen verstecken auch alte Höhlen und Gräber, die von der frühen Besiedlung Zeugnis ablegen.
Ein Ausflug dorthin kostet meistens um die 50 Euro, was sich angesichts der dramatischen Landschaft absolut auszahlt. Zurück in Dublin sollte man sich die St. Patrick’s Cathedral nicht entgehen lassen, ein gotisches Meisterwerk aus dem 13. Jahrhundert. Obwohl die beeindruckende Orgel und viele Verzierungen im Inneren erst viel später hinzugefügt wurden, wirkt alles wie aus einem Guss.
Man kann die Kathedrale von außen und innen bewundern, wobei geführte Touren durch das Kirchenschiff kostenpflichtig sind. Wer es noch etwas abgelegener mag, sollte zum Kloster Cong aus dem 11. Jahrhundert fahren, das eher wie eine uneinnehmbare Festung wirkt. Es gibt dort keine offiziellen Führungen, aber die Stille und die Erhabenheit der Ruinen sind Grund genug für einen Besuch.
Am flexibelsten ist man hier mit einem Mietwagen unterwegs, um die engen Straßen der Umgebung zu erkunden. Ganz umsonst ist hingegen der Besuch im Burren Nationalpark an der Westküste, einer bizarren Kalksteinlandschaft. Es ist faszinierend, dass auf so engem Raum über 800 verschiedene Pflanzenarten gedeihen, die man hier im rauen Klima eigentlich gar nicht vermuten würde.
Die Landschaft wirkt fast wie von einem anderen Stern, wild und ungezähmt, aber es gibt gut markierte Wanderwege für alle Schwierigkeitsgrade. Man sollte sich allerdings dick einpacken, da der Wind hier unerbittlich pfeifen kann, und die Wanderungen sind vor allem in der warmen Jahreszeit zu empfehlen. Ein weiteres kostenloses Highlight ist der Botanische Garten in Dublin, der mitten im Stadtgetümmel liegt.
Auf 25 Hektar findet man dort Pflanzen aus aller Welt, und das Beste ist, dass man dort sowohl unter der Woche als auch am Wochenende entspannen kann. Die Hauptstadt hat aber noch mehr zu bieten, wie das etwas skurrile Leprechaun-Museum oder den Garten der Erinnerung. Auch die Statue der Molly Malone und der riesige Phoenix Park mit seinem Zoo gehören einfach zum Pflichtprogramm.
Überall in der Stadt und im Umland begegnet man maritimen Museen, mittelalterlichen Kirchen und den dazugehörigen Legenden. Es sind genau diese Geschichten, die Irland so besonders machen und dafür sorgen, dass man sich nie sattsehen kann. Jedes alte Gebäude und jeder Küstenstreifen scheint darauf zu warten, dass man seine ganz persönliche Geschichte entdeckt.
Tourismus in Irland
Irland ist vielleicht nicht das erste Ziel, das einem einfällt, wenn man an klassischen Urlaub denkt, aber genau das macht seinen Reiz aus. Wer hierher kommt, sucht keinen feinen Sandstrand oder die pralle Mittagssonne, denn dafür ist das Wetter viel zu launisch. Der Atlantik ist hier eher ein Ort für Robben und Walrosse als für Menschen, die stundenlang im Wasser planschen wollen.
Das Land zieht vor allem Individualisten an, die keine Lust auf ausgetretene Touristenpfade haben und lieber das echte Leben spüren wollen. Man kommt hierher, um in die lokale Kultur einzutauchen, den eigentümlichen Geschichten der Einheimischen zu lauschen und das Land so zu erleben, wie es wirklich ist. Die Iren selbst sind ein ganz besonderer Schlag Mensch, sehr eigenwillig, aber unglaublich herzlich und offen.
Was die Bürokratie angeht, ist Irland erstaunlich unkompliziert, was die Einreise für viele Besucher sehr angenehm macht. Oft lässt sich alles Notwendige direkt über ein Reisebüro regeln, ohne dass man persönlich bei einer Botschaft erscheinen muss. Auch komplizierte Übersetzungen von Dokumenten oder endlose Nachweise fallen meistens weg, was den Stress vor der Reise deutlich reduziert.
Ein großer Vorteil ist natürlich die Sprache, denn fast jeder auf der Insel spricht fließendes Englisch. Es ist die Hauptsprache im Alltag, egal ob man sich mit dem Busfahrer unterhält oder den Gesprächen der Einheimischen im Pub lauscht. Man merkt schnell, dass die Kommunikation hier keine Hürde darstellt, was das Reisen durch die Provinzen sehr entspannt macht.
Wer gerne Bier trinkt, wird sich in Irland wie im Paradies fühlen, denn das berühmte Guinness kommt hier quasi direkt aus der Quelle. Die Brauerei liegt mitten im Herzen von Dublin, und frischer kann man dieses dunkle Gebräu nirgendwo auf der Welt bekommen. Aber auch wer mit dem herben Stout nichts anfangen kann, muss nicht verdursten, da viele internationale Marken in jedem Laden zu finden sind.
Sehr beliebt ist auch der lokale Cidre, der oft aus Äpfeln der Region hergestellt wird und besonders im Sommer erfrischend schmeckt. Eine kleine Besonderheit ist die Maßeinheit, denn Bier und Cidre werden hier fast immer in Pints bestellt. Ein Pint ist etwas mehr als ein halber Liter, was man im Hinterkopf behalten sollte, wenn man mehrere Runden bestellt.
Doch das Trinken ist eigentlich nur eine schöne Nebensache, denn die wahren Schätze Irlands sind die Landschaften und die Architektur. Grob gesagt lässt sich das Land in drei große Zonen einteilen: die Hauptstadt Dublin, die raue Westküste und den lieblichen Süden. Dublin bietet eine Mischung aus geschichtsträchtigen Orten und einem Nachtleben, das seinesgleichen sucht, mit unzähligen Bars und Theatern.
An der Westküste wird es dann deutlich wilder, dort stehen die meisten alten Burgen und einsamen Klöster einsam in der Landschaft. In Galway kann man tagsüber Geschichte atmen und nachts in den Clubs und Pubs die Puppen tanzen lassen, bevor man zu den Cliffs of Moher weiterzieht. Auch die Aran-Inseln sind einen Abstecher wert, weil dort die alten Traditionen noch viel stärker im Alltag verankert sind als auf dem Festland.
Im Süden des Landes findet man Nationalparks, deren Schönheit locker mit den berühmten Klippen mithalten kann, aber oft viel ruhiger sind. Wer sich gerne bewegt, kommt in Irland voll auf seine Kosten, denn das Angebot an Aktivitäten ist riesig. Man kann das Land wunderbar auf dem Rücken eines Pferdes erkunden oder lange Wanderungen durch die Moore unternehmen.
Radfahren ist ebenfalls eine tolle Möglichkeit, um das Land entweder in einer Gruppe oder ganz auf eigene Faust zu entdecken. Für die ganz Mutigen gibt es an den Küsten fantastische Wellen zum Surfen, auch wenn das Wasser ziemlich frisch ist. Sogar Taucher finden hier ihr Glück, besonders in den Fjorden, wo unter der Wasseroberfläche alte Schiffswracks auf ihre Entdeckung warten.
Insgesamt ist Irland ein Land für Entdecker, die gerne draußen sind und kein Problem damit haben, wenn der Wind mal etwas kräftiger weht. Die Mischung aus alter Geschichte, lebendiger Gegenwart und der unbändigen Natur macht jede Reise zu einem kleinen Abenteuer. Es ist ein Ort, an dem man den Alltag komplett vergessen und in eine ganz andere Welt abtauchen kann.
Unterkunft in Irland
In Irland sucht man vergeblich nach den riesigen Fünf-Sterne-Palästen, wie man sie aus anderen Metropolen kennt. Hier ist alles eine Nummer kleiner und persönlicher, wobei die meisten Unterkünfte in die Kategorien von einem bis vier Sternen fallen. Das ist aber kein Nachteil, denn alle Häuser werden jedes Jahr von der Hotelvereinigung unter die Lupe genommen, damit die Qualität stimmt.
Die meisten Reisenden landen früher oder später in einem kleinen Familienhotel oder einer Pension, was oft die charmanteste Art ist, unterzukommen. Solche Häuser findet man eigentlich überall, selbst in den kleinsten Dörfern am Ende der Welt. Man bekommt dort nicht nur ein Bett für die Nacht, sondern meistens auch einen tiefen Einblick in das irische Familienleben und die lokale Küche.
Wenn man dort übernachtet, ist das Frühstück oft ein echtes Highlight, bei dem man sich für den ganzen Tag stärken kann. Es gibt meistens nicht nur ein trockenes Brötchen, sondern eine warme Mahlzeit mit Würstchen, Eiern, Salaten und oft auch etwas Süßem hinterher. Manchmal wird das Ganze sogar als Buffet aufgebaut, sodass man sich richtig satt essen kann, bevor es wieder raus in die Natur geht.
Man sieht an vielen Häusern das Symbol eines Kleeblatts, was aber nicht automatisch bedeutet, dass es dort besser ist als in anderen Unterkünften. Dieses Zeichen zeigt lediglich an, dass das Haus staatlich geprüft wurde und bestimmte Standards bei den Dienstleistungen erfüllt. Es ist also eher eine formale Sache als ein Garant für den persönlichen Wohlfühlfaktor, der oft überall hoch ist.
Wer aufs Budget schauen muss oder gerne Leute aus aller Welt trifft, sollte sich die Hostels und Jugendherbergen genauer ansehen. Der Name schreckt ältere Semester manchmal ab, aber völlig zu Unrecht, denn dort ist jeder willkommen, egal wie alt er ist. Besonders für Familien sind diese Häuser eine tolle Option, da man oft private Zimmer buchen kann, die weit weg vom Massenschlafsaal-Image sind.
Diese Familienzimmer sind zwar einfach, aber oft sehr gemütlich eingerichtet und kosten nur einen Bruchteil dessen, was man in einem normalen Hotel zahlen würde. Wer es hingegen etwas luxuriöser und romantischer mag, kann in einem der alten Schlösser auf dem Land übernachten. Das ist zwar nicht ganz billig, bietet aber ein Erlebnis, das man so schnell nicht wieder vergisst.
In diesen herrschaftlichen Anlagen gibt es oft Extras wie eigene Golfplätze, riesige Parks zum Spazierengehen oder kleine Spa-Bereiche zum Entspannen. Aber egal wie viel man bezahlt, eines haben fast alle Unterkünfte gemeinsam: ein eigenes Bad mit fließend heißem Wasser ist Standard. Dabei sollte man sich nicht wundern, wenn es am Waschbecken zwei getrennte Wasserhähne gibt, einen für eiskaltes und einen für kochend heißes Wasser.
Das Mischen des Wassers direkt im Becken ist eine irische Eigenheit, an die man sich als Gast erst einmal gewöhnen muss. Wenn man nach einem langen Tag Hunger bekommt, muss man meistens gar nicht weit laufen, denn fast jedes Hotel hat seinen eigenen Pub. Dort kann man in lockerer Atmosphäre essen und direkt miterleben, wie sich die Einheimischen bei einem Feierabendbier austauschen.
Für Familien, die mit Kindern reisen, lohnt es sich, bei der Buchung darauf zu achten, ob es einen Spielplatz oder ein Spielzimmer gibt. Viele irische Gastgeber sind extrem kinderfreundlich und haben ihre Häuser entsprechend ausgestattet, damit die Kleinen sich austoben können. Das macht den Urlaub für die Eltern natürlich deutlich entspannter und sorgt für gute Laune bei der ganzen Truppe.
Letztendlich ist die Wahl der Unterkunft in Irland immer auch eine Entscheidung für ein bestimmtes Lebensgefühl. Ob man nun im günstigen Hostel übernachtet, im gemütlichen Familienhotel oder im prunkvollen Schloss, die Gastfreundschaft ist fast überall gleich groß. Es sind die Begegnungen mit den Gastgebern, die oft mehr in Erinnerung bleiben als die eigentliche Zimmerausstattung.
Küche und Geschirr Irland
Die irische Küche ist wie das Land selbst: ehrlich, unkompliziert und vor allem extrem sättigend. Die Menschen hier lieben Fleisch, verschiedene Gemüsesorten und vor allem ihr Brot, das bei keiner Mahlzeit fehlen darf. Kartoffeln und Kohl sind dabei die absoluten Grundnahrungsmittel, die man auf fast jedem Teller in irgendeiner Form wiederfindet.
Man merkt dem Essen an, dass es früher vor allem darum ging, die Leute bei dem oft nasskalten Wetter bei Kräften zu halten. Deshalb ist die Küche eher rustikal als fein, aber genau das macht ihren Charme aus und sorgt für dieses wohlige Gefühl im Bauch. Neben Fleisch spielt auch fetter Fisch eine große Rolle, da die Insel ja vom Meer umschlossen ist und die Fischer seit jeher für Nachschub sorgen.
Ein irischer Tag fängt meistens schon mit einer ordentlichen Kalorienbombe an, dem typischen Frühstück. Da kommen Eier, Speck, verschiedene Würstchen und manchmal sogar Bohnen auf den Tisch, was zusammen mit getoastetem Brot serviert wird. Eine echte Spezialität ist der Black Pudding, was im Grunde eine Art Blutwurst ist, die mit Getreide oder Grütze verfeinert wurde.
Wer es etwas moderner mag, findet den Pudding heute auch mit Kräutern oder Käse gefüllt, was geschmacklich mal etwas anderes ist. Auch Pilze gehören fest zum Speiseplan und werden in fast jedem Café als Beilage angeboten, egal zu welcher Tageszeit. Interessanterweise waren Meeresfrüchte wie Hummer oder Austern früher das Essen der armen Leute, weil man sie einfach an der Küste einsammeln konnte.
Heute gelten sie eher als Delikatesse, sind aber bei Festen immer noch ein beliebter Snack zum kühlen Bier. Fleisch war dagegen lange Zeit ein Luxusgut, das sich nur die wohlhabende Schicht leisten konnte, während der Rest mit Innereien vorliebnehmen musste. Wenn früher mal ein Hase oder ein Vogel gefangen wurde, hat man das Tier oft einfach mit Lehm umhüllt und direkt im Feuer gegart.
Das bekannteste Fleischgericht ist aber ohne Zweifel der Irish Stew, ein herzhafter Eintopf, den wirklich jede Familie nach ihrem eigenen Geheimrezept kocht. Klassischerweise nimmt man dafür Lammfleisch, Kartoffeln, Zwiebeln und Möhren, die dann stundenlang vor sich hin köcheln. Besonders im Winter gibt es nichts Besseres, um sich nach einem Spaziergang im Wind wieder richtig aufzuwärmen.
Die Kartoffel hat seit dem 16. Jahrhundert einen festen Platz im Herzen der Iren, auch wenn Missernten in der Geschichte oft zu großen Hungersnöten geführt haben. Es gibt unzählige Arten, wie man die Knolle zubereiten kann, zum Beispiel als Boxty, was eine Art Kartoffelpfannkuchen ist. Sehr beliebt sind auch Champ, ein mit Milch verfeinertes Püree, oder Colcannon, bei dem Stampfkartoffeln mit Kohl gemischt werden.
Wenn es mal schnell gehen muss, greifen viele zum Klassiker Fish and Chips, also frittiertem Fisch mit dicken Pommes. Wer etwas wirklich Außergewöhnliches probieren möchte, sollte nach Gerichten mit Algen Ausschau halten, die man roh essen oder auch braten kann. Beim Brot setzen die Iren auf Soda Bread, das ohne Hefe gebacken wird und deshalb eine ganz eigene, dichte Textur hat.
Sogar beim Nachtisch wird es manchmal bierig, denn es gibt saftige Kuchen, die auf der Basis von dunklem Stout gebacken werden. Das Bier wird mit Sahne, Whiskey und Orangensaft gemischt, was dem Kuchen ein ganz tiefes, würziges Aroma verleiht. Oft wird so ein Kuchen in Pergament gewickelt und eine ganze Woche lang gelagert, damit er richtig durchziehen kann.
Besonders zum Jahreswechsel kommt diese Spezialität gerne auf den Tisch und wird in aller Ruhe genossen. Was die Getränke angeht, bleibt man meist beim Bewährten: Ein kühles Bier, ein guter Whiskey oder ein cremiger Irish Coffee runden jede Mahlzeit ab. Die irische Esskultur ist vielleicht nicht die komplizierteste der Welt, aber sie hat Seele und schmeckt nach Heimat.
Kultur und Traditionen Irland
In alten Büchern wurden die Iren oft als ziemlich hitzköpfige und aufbrausende Leute beschrieben, aber dieses Bild passt heute überhaupt nicht mehr. Wenn man heute durch das Land reist, trifft man auf ein sehr gebildetes und höfliches Volk, das extrem viel Wert auf Manieren legt. Die Gastfreundschaft dort ist legendär, und oft hat man das Gefühl, eher wie ein alter Freund als wie ein fremder Tourist behandelt zu werden.
Die Menschen sind in weiten Teilen noch sehr gläubig, weshalb man sich Witze über die Kirche oder Religion lieber verkneifen sollte, um niemanden zu kränken. Eine Sache, die man im Hinterkopf behalten sollte, ist das angespannte Verhältnis zu den Engländern, das historisch tief verwurzelt ist. Ansonsten sind die Iren aber extrem offen und lieben es, ihre Kultur mit anderen zu teilen, besonders wenn es um ihre Tänze geht.
Diese berühmten Tänze, die viele von großen Shows kennen, sind in Irland ein echtes Volksgut und werden bei fast jeder größeren Feier ausgepackt. Überhaupt wird auf der Insel gerne und ausgiebig gefeiert, egal was der Anlass ist, Hauptsache die Stimmung stimmt. Ein großes Highlight im sozialen Leben sind die vielen Jahrmärkte, auf denen es von Musikern und Schauspielern nur so wimmelt.
Dort wird oft bis tief in die Nacht getanzt, gelacht und das Leben genossen, was eine ganz eigene Dynamik entwickelt. Ähnlich wie bei uns ist Silvester ein riesiges Ding, wobei es in Irland einen schönen Brauch gibt: Vor Mitternacht lässt man die Haustüren oft unverschlossen. Das soll signalisieren, dass jeder, der vorbeikommt, willkommen ist und mitfeiern darf, was die Offenheit der Menschen unterstreicht.
Bei Geburtstagen läuft es allerdings etwas anders ab, als man es vielleicht gewohnt ist, denn dort zahlt nicht das Geburtstagskind die Zeche. Stattdessen übernehmen die Gäste die Rechnung, um denjenigen zu ehren, der seinen Ehrentag feiert. Überhaupt spielt sich das soziale Leben fast ausschließlich im Pub ab, der viel mehr ist als nur eine einfache Kneipe.
Der Pub ist für einen Iren wie ein verlängertes Wohnzimmer, wo man wichtige Verträge unterschreibt, Geburtstage feiert oder einfach nur den neuesten Klatsch austauscht. Es gibt dort ein ungeschriebenes Gesetz beim Trinken: Wenn man in einer Gruppe ist, gibt jeder nacheinander eine Runde für alle aus. Wenn man mit jemandem ins Gespräch kommt, kann man eigentlich über alles reden, solange man Religion und die englische Geschichte ausspart.
Körperliche Nähe wie Umarmungen sind bei Fremden eher unüblich und werden oft als etwas unangenehm empfunden, da man hier eher auf Distanz achtet. Iren sind auch dafür bekannt, dass sie ihre Meinung sehr leidenschaftlich vertreten können, selbst wenn es nur um Kleinigkeiten geht. Das sollte man nicht als Aggressivität missverstehen, sondern als Ausdruck ihrer Begeisterungsfähigkeit und ihres Temperaments.
Was die Kleidung angeht, sieht man heute oft Männer in Kilts, was dem schottischen Stil sehr ähnelt, aber meistens in grün gehalten ist. Eigentlich bestand die traditionelle Tracht aber eher aus langen Leinenhemden und schweren Wollmänteln mit Kapuzen, die gegen das Wetter schützten. Wenn ein Ire einen zur Begrüßung kurz zunickt und dabei den Zeigefinger hebt, ist das ein ganz normales Hallo.
Man sollte auch darauf vorbereitet sein, dass Iren liebend gerne Witze machen und andere Leute auf den Arm nehmen. Das ist eigentlich ein Kompliment, denn je mehr man jemanden mag, desto mehr wird er geneckt und bekommt lustige Sprüche ab. Wer da beleidigt reagiert, erntet meistens nur Unverständnis, weil Humor hier einfach zum guten Ton gehört.
Es ist übrigens keine gute Idee, jeden Iren zu fragen, ob er schon mal einen Leprechaun gesehen hat, da dieser Witz schon ziemlich alt ist. Genauso wenig sollte man ein Getränk mit der Begründung ablehnen, dass man seine Leber schonen will, da das oft als unhöflich empfunden wird. Am wichtigsten ist aber: Selbst wenn Iren über ihr eigenes Land schimpfen, sollte man als Gast niemals mit einstimmen, denn das ist allein ihr Vorrecht.