Natur Argentinien
Bevor die Europäer ihre Segel setzten, war das Gebiet des heutigen Argentiniens die Heimat vieler verschiedener Stämme, die das Land auf ganz unterschiedliche Weise prägten. Ein entscheidender Wendepunkt in der Geschichte war das Jahr 1480, als das Inkareich seine Fühler nach Süden ausstreckte und Teile des Territoriums unterwarf. Während sich einige Völker im Norden in das Reich integrierten, gab es in anderen Regionen heftigen Widerstand gegen die neuen Herrscher aus den Bergen.
Die spanische Geschichte des Landes begann offiziell im Jahr 1516, als der Seefahrer Juan Díaz de Solís an den Küsten auftauchte. Es dauerte jedoch noch eine Weile, bis die Spanier mit Buenos Aires ihre erste feste Kolonie gründeten, die später zu einem der wichtigsten Häfen der Region werden sollte. Über die Jahrzehnte bauten die Kolonialherren ihren Einfluss immer weiter aus und schufen 1776 schließlich das Vizekönigreich des Río de la Plata, um die Verwaltung der wertvollen Gebiete zu festigen.
Doch der Drang nach Freiheit war stärker als die Bindung an die spanische Krone, und so begann der Kampf um die Selbstbestimmung. Unter der Führung von José de San Martín, der heute als Nationalheld verehrt wird, erklärten die Argentinier am 9. Juli 1816 mutig ihre Unabhängigkeit. Diese Geschichte des Aufbruchs und der Veränderung spiegelt sich auch heute noch im Stolz der Menschen wider, die ihre Freiheit über alles schätzen und ihre Traditionen pflegen.
Die gewaltige Größe Argentiniens bringt eine Natur hervor, die so vielfältig ist, dass man sie kaum in Worte fassen kann. Von den tropischen Wäldern im Norden bis zu den Gletschern im Süden bietet jeder Landstrich ein völlig anderes Ökosystem. Wer die Natur liebt, findet hier alles, was das Herz begehrt: tosende Wasserfälle, einsame Gebirgspässe und eine Tierwelt, die in dieser Kombination wohl einzigartig auf dem Planeten ist.
Im feuchtwarmen Nordosten des Landes wächst eine üppige Flora, zu der neben Palmen und Rosenhölzern auch der Jacaranda-Baum gehört, der mit seinen lila Blüten ganze Straßenzüge in ein Farbenmeer verwandelt. Ganz anders sieht es in den trockenen Gebieten Patagoniens aus, wo Bäume eher Seltenheitswert haben. Dort dominieren harte Gräser, niedrige Sträucher und Brombeerbüschen die Landschaft, die dem ständigen Wind trotzen und sich an die kargen Bedingungen angepasst haben.
In den kühleren Regionen am Fuße der Anden und auf Feuerland sieht die Welt wiederum ganz anders aus, denn dort gedeihen Nadelhölzer wie Zypressen, Kiefern und riesige Zedern. In den trockenen Hochlandsteppen des Nordwestens beherrschen dagegen Kakteen das Bild, allen voran der Cardón-Kaktus, der wie ein riesiger Kandelaber in den Himmel ragt. Auch die Tierwelt ist beeindruckend: Während im Norden Pumas und Jaguare durch den Dschungel streifen, kann man an den Küsten Patagoniens Pinguine, See-Elefanten und Wale beobachten.
Klima Argentinien
Das Klima in Argentinien ist ein echtes Wechselbad der Gefühle, da es sich über so viele Breitengrade erstreckt. Während man im hohen Norden fast schon tropische Hitze und eine hohe Luftfeuchtigkeit erlebt, ist das Wetter in Buenos Aires und der Pampa eher gemäßigt und angenehm. Wenn man weiter Richtung Süden reist, schlägt das Wetter um und wird in Patagonien oft rau, windig und deutlich kühler, bis man schließlich im subpolaren Feuerland ankommt, wo der Winter das Sagen hat.
In den Anden spielt die Höhe die entscheidende Rolle für die Temperaturen. Im nördlichen Teil der Gebirgskette ist es meist trocken und steinig, während der Süden der Anden oft unter einer dicken Schneedecke verschwindet und deutlich mehr Niederschlag abbekommt. Überhaupt ist die Verteilung des Regens sehr ungleichmäßig: Der Nordosten wird regelmäßig geduscht, während im Zentrum und im Süden weite Flächen als extrem trocken gelten und fast schon Wüstencharakter haben.
Ein wichtiger Punkt für Reisende aus Europa oder Nordamerika ist die Tatsache, dass die Jahreszeiten in Argentinien genau spiegelverkehrt verlaufen. Wenn bei uns der Winter einzieht, beginnt auf der Südhalbkugel gerade der Hochsommer mit langen, sonnigen Tagen. Das bedeutet, dass man dem heimischen Schmuddelwetter perfekt entfliehen kann, um in Südamerika Sonne zu tanken, wobei man die regionalen Unterschiede bei der Reiseplanung immer im Blick behalten sollte.
In der Gegend rund um Buenos Aires ist das Wetter meistens ziemlich ausgeglichen und freundlich. Die Winter sind mild und die Sommer können richtig heiß werden, wobei es das ganze Jahr über immer mal wieder zu Regenschauern kommen kann, die für Abkühlung sorgen. In den Sommermonaten von Dezember bis März klettern die Temperaturen oft auf 26 bis 30 Grad, während es im Juni und August mit etwa 7 Grad deutlich frischer wird und der Himmel öfter mal grau ist.
Wer die Seenregion rund um Bariloche besuchen möchte, sollte die Zeit zwischen Oktober und April wählen, wenn das Bergklima mit etwa 15 Grad ideal für Wanderungen ist. Die imposanten Iguazú-Wasserfälle im Norden kann man eigentlich das ganze Jahr über besuchen, da es dort immer warm ist. Die Hochlagen im Nordwesten, wie etwa in Salta, sind dagegen besonders zwischen Mai und September ein Traum, weil die Tage dort trocken sind und man fast eine Garantie auf einen strahlend blauen Himmel hat.
Die absolut beste Zeit für eine Rundreise durch das ganze Land sind die Monate Oktober bis März. Der Januar ist dabei meist der heißeste Monat des Jahres, was man besonders im Norden bei Temperaturen um die 30 Grad merkt. Im Frühling, also im Oktober und November, zeigt sich Buenos Aires von seiner schönsten Seite mit milden 20 bis 25 Grad. Je weiter man sich in den Süden vorwagt, desto dicker sollte die Kleidung werden, denn selbst im Frühling erreichen die Temperaturen auf der Halbinsel Valdés oft nur noch 15 bis 20 Grad.
Transport in Argentinien
Sich in Argentinien fortzubewegen ist erstaunlich unkompliziert, da das Land über eine sehr solide Verkehrsinfrastruktur verfügt, die ständig modernisiert wird. Das Rückgrat des Reisens bilden ohne Zweifel die Busse, die in wirklich jeder noch so kleinen Stadt Station machen. Sie sind für die Einheimischen das wichtigste Transportmittel und bieten einen Komfort, der oft weit über dem liegt, was man aus anderen Teilen der Welt kennt, besonders wenn man auf langen Strecken unterwegs ist.
Es gibt ein riesiges Netz an Fernbussen, die nicht nur die Provinzen untereinander verbinden, sondern auch über die Grenzen hinweg nach Brasilien, Chile oder Bolivien fahren. Diese Busse werden meist von privaten Unternehmen betrieben und sind extrem zuverlässig. Wenn man innerhalb der großen Metropolen unterwegs ist, empfiehlt sich oft die Nutzung der U-Bahn, die in Buenos Aires Subte genannt wird. Das ist meistens deutlich schneller und stressfreier, als sich mit dem Bus durch den dichten Stadtverkehr zu kämpfen.
Auch die Schiene spielt eine Rolle, wenn auch nicht mehr so stark wie früher. Die großen Städte sind teilweise noch durch Eisenbahnlinien verbunden, und von den drei Hauptbahnhöfen in Buenos Aires starten Züge in entferntere Regionen wie Tucumán oder Córdoba. Für Touristen gibt es zudem einige ganz spezielle Bahnstrecken, die durch besonders malerische Landschaften führen und eher als Erlebnis statt als reines Transportmittel gedacht sind, was eine tolle Abwechslung zum Straßenverkehr bietet.
Ein Mietwagen ist eine fantastische Option, wenn man die Freiheit liebt und das Land in seinem eigenen Tempo entdecken möchte. Es gibt nichts Schöneres, als spontan für ein Picknick am Straßenrand anzuhalten oder ein Foto von einer spektakulären Bergkulisse zu machen, ohne auf den Fahrplan eines Busses angewiesen zu sein. Gerade die Nebenstraßen bieten oft die besten Ausblicke, die man vom Fenster eines Linienbusses aus gar nicht so richtig einfangen könnte.
In den Städten sind Taxis allgegenwärtig und eine sehr bequeme Art, von A nach B zu kommen. Wer lieber sein Smartphone nutzt, kann problemlos auf bekannte Apps wie Uber oder lokale Varianten wie Easy Taxi und BA Taxi zurückgreifen, was die Bezahlung und die Zielsuche oft vereinfacht. Man bekommt so schnell eine Fahrt und muss nicht lange an der Straßenecke warten, was besonders abends sehr praktisch und sicher ist.
Aufgrund der gigantischen Distanzen in Argentinien ist das Flugzeug oft die einzige vernünftige Wahl, wenn man nicht tagelang im Bus sitzen möchte. Mit über 100 Flughäfen, die sowohl internationale als auch viele kleine Inlandsziele bedienen, kommt man schnell von den Gletschern im Süden zu den Wasserfällen im Norden. Wer einen Abstecher ins Nachbarland Uruguay plant, kann zudem eine der vielen Fähren nutzen, die regelmäßig über den Río de la Plata pendeln. Besonders in der Gegend von Tigre ist das Boot sowieso das Verkehrsmittel Nummer eins, da man dort die vielen kleinen Inseln nur über das Wasser erreicht.
Geld und Einkaufen in Argentinien
Wenn es ums Bezahlen geht, ist der Argentinische Peso das Maß der Dinge im Land. In den großen Städten, in gehobenen Hotels und schicken Geschäften ist die Zahlung mit Kreditkarte heute Standard und völlig problemlos. Trotzdem sollte man immer einen gewissen Betrag an Bargeld in der Tasche haben, denn kleinere Läden, Cafés oder Märkte in abgelegenen Regionen bevorzugen oft noch die klassische Barzahlung. Geldautomaten findet man an fast jeder Ecke, sie sind rund um die Uhr zugänglich und akzeptieren die gängigen internationalen Karten.
Buenos Aires hat den Ruf, die modebewussteste Stadt in ganz Südamerika zu sein, und das merkt man sofort. Die Einheimischen lieben es, durch die Einkaufsstraßen zu flanieren und nach neuen Trends Ausschau zu halten. Viele Besucher kommen gezielt hierher, um hochwertige Lederwaren, einzigartigen Schmuck oder einen der weltberühmten Weine zu erstehen. Jedes Viertel hat dabei seinen eigenen Stil, von den schicken Boutiquen in Palermo bis hin zu den edlen Geschäften im vornehmen Stadtteil Recoleta.
Ein ganz besonderes Erlebnis sind die vielen Straßenmärkte und kleinen Läden, die man überall im Land findet. Hier zeigt sich die handwerkliche Tradition Argentiniens von ihrer besten Seite. Besonders Silberschmuck hat einen hohen Stellenwert und basiert auf alten kreolischen Techniken. Oft wird dieses Silber mit dem sogenannten Rhodochrosit kombiniert, einem wunderschönen rosafarbenen Stein, der als Nationalstein Argentiniens gilt und ein perfektes Souvenir für die Liebsten zu Hause ist.
Wer ein Faible für alte Dinge hat, wird sich in San Telmo wie im Paradies fühlen. Dieser Stadtteil von Buenos Aires ist berühmt für seine Antiquitätenläden und den wöchentlichen Markt, auf dem man fast alles finden kann. Von alten Zeitschriften und gebrauchten Büchern über klassische Schallplatten bis hin zu Vintage-Kleidung und antiken Möbeln ist die Auswahl riesig. Es macht einfach Spaß, dort zu stöbern und ein Stück argentinische Geschichte für das eigene Wohnzimmer zu finden.
Neben dem Silber ist Leder das Material, das Argentinien weltweit bekannt gemacht hat. Die Qualität ist herausragend und die Verarbeitung oft noch echtes Handwerk. Ob es nun ein handgefertigter Gürtel, eine elegante Handtasche oder eine maßgeschneiderte Jacke sein soll, die Auswahl ist gigantisch. In Buenos Aires gibt es in der Gegend von Murillo sogar ein ganzes Viertel, in dem sich ein Ledergeschäft an das nächste reiht, sodass man garantiert das passende Stück findet.
Ein Einkaufsbummel in Argentinien ist also weit mehr als nur das Besorgen von Dingen, es ist ein Eintauchen in die Kultur des Landes. Man kommt mit den Verkäufern ins Gespräch, erfährt oft etwas über die Herstellung der Produkte und spürt die Leidenschaft, die in den handwerklichen Arbeiten steckt. Egal ob man ein kleines Mitbringsel oder ein luxuriöses Designerstück sucht, die Mischung aus Tradition und moderner Mode macht das Shoppen hier zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Hauptattraktionen Argentinien
Wer an Argentinien denkt, dem kommen sofort bunte Bilder in den Kopf. Dieses Land ist so riesig und vielfältig, dass man das Gefühl hat, gleich mehrere Welten auf einmal zu besuchen. Man findet hier wirklich alles, was das Herz begehrt, angefangen bei pulsierenden Metropolen voller spannender Museen bis hin zu einer Kulturszene, die einen einfach mitreißt. Der Tango ist natürlich allgegenwärtig und man spürt diese ganz besondere Leidenschaft an jeder Straßenecke. Dazu kommt eine wilde Natur, die so einzigartig ist, dass man sie kaum in Worte fassen kann. Man steht vor gigantischen Gletschern, wandert durch einsame Gebirgsketten oder beobachtet Tiere, die man sonst nur aus Dokumentationen kennt. Die Menschen dort sind unglaublich herzlich und strahlen eine Lebensfreude aus, die sofort ansteckt. Und dann ist da noch das Essen und der Wein, was allein schon eine Reise wert wäre.
Es gibt Orte in Argentinien, die man einfach gesehen haben muss, weil sie so tief in der Geschichte und Natur des Landes verwurzelt sind. Die Quebrada de Humahuaca zum Beispiel beeindruckt mit ihren farbenprächtigen Felsformationen. In Buenos Aires sollte man unbedingt die Manzana de las Luces besuchen, ein historisches Viertel, das viel über die Vergangenheit erzählt. Ein absolutes Highlight sind aber die Iguazu-Wasserfälle, die als das größte System dieser Art auf unserem Planeten gelten. Sie liegen versteckt inmitten eines dichten Regenwaldes direkt an der Grenze zu Brasilien. Wenn man dort im Nationalpark in der Provinz Misiones steht und das Tosen des Wassers hört, merkt man erst, wie klein der Mensch eigentlich ist. Es ist ein wildes Naturschauspiel, das man nie wieder vergisst.
Ein ganz anderes Flair bietet die Stadt Córdoba, die idyllisch am Fuße der Sierras Chicas liegt. Der Fluss Suquía schlängelt sich durch die Stadt, die vor allem für ihre wunderschöne spanische Kolonialarchitektur bekannt ist. Es ist ein Ort, an dem Geschichte auf ein sehr lebendiges, modernes Kulturleben trifft. Wer sich eher für die Tierwelt interessiert, kommt an der Halbinsel Valdés nicht vorbei. Dieses Naturreservat ist ein echtes Paradies für Entdecker. Entlang der Küste kann man Seelöwen, riesige See-Elefanten und ganze Pinguinkolonien beobachten, die dort in ihrem natürlichen Lebensraum friedlich zusammenleben. Es ist faszinierend zu sehen, wie unberührt die Natur hier an vielen Stellen noch geblieben ist.
Ganz tief im Süden, im Herzen von Feuerland, wartet der Beagle-Kanal auf Abenteurer. Er ist wild, rau und gleichzeitig wunderschön, da er die beiden großen Ozeane der Welt miteinander verbindet. Eine Bootsfahrt von Ushuaia aus ist ein Erlebnis, das einen wirklich bewegt, wenn man in diese endlose Weite blickt. Nicht weniger beeindruckend ist der Monte Fitz Roy, ein markanter Bergriese, der an der Grenze zwischen Argentinien und Chile thront. Seine außergewöhnliche, fast schon trotzige Form zieht Wanderer magisch an und ist für jeden Fotografen eine echte Herausforderung. Es sind diese extremen Landschaften, die Argentinien so unverwechselbar machen und die Sehnsucht nach Freiheit wecken.
Natürlich darf man Mendoza nicht vergessen, wenn man über die Highlights des Landes spricht. Die Region ist weltweit berühmt für ihren Weinbau und bietet Landschaften, die fast schon malerisch wirken. Die riesigen, gepflegten Weinfelder vor der Kulisse der Berge sind ein Anblick, den man bei einer Verkostung der edlen Tropfen in Ruhe genießen sollte. Aber das eigentliche Herz des Landes schlägt in Buenos Aires, das oft als das Paris des Südens bezeichnet wird. Die Stadt ist weltbekannt für ihre prachtvollen Boulevards, die gemütlichen Straßencafés und die historischen Fassaden, die an alte europäische Zeiten erinnern. Wenn man durch die kopfsteingepflasterten Gassen schlendert oder in kleinen Boutiquen stöbert, spürt man diesen ganz besonderen Charme der alten Welt.
Tourismus in Argentinien
Argentinien ist ein Spielplatz für alle, die gerne draußen sind und das Abenteuer suchen. Die Möglichkeiten sind hier fast grenzenlos, egal ob man sich für klassisches Trekking, ausgiebige Wanderungen oder rasanten Wintersport interessiert. Man kann sich beim Rafting in wilde Fluten stürzen, ganz entspannt beim Fliegenfischen die Ruhe genießen oder das Land auf dem Rücken eines Pferdes erkunden, wie es die Einheimischen schon seit Jahrhunderten tun. Wer den besonderen Kick sucht, schnappt sich ein Mountainbike oder versucht sich an der Besteigung von schneebedeckten Vulkanen. Es ist diese Mischung aus körperlicher Herausforderung und der gewaltigen Naturkulisse, die jeden Ausflug zu etwas ganz Besonderem macht.
Für diejenigen, die es lieber ein wenig ruhiger angehen lassen möchten, gibt es ebenso wunderbare Optionen. Man kann ganz entspannt mit einem Schiff an riesigen Gletschern vorbeifahren und die blaue Eispracht aus nächster Nähe bewundern. Ein Besuch auf einer echten Estancia, einem traditionellen Landgut, gibt einem zudem das Gefühl, tief in das ursprüngliche Leben der Gauchos einzutauchen. Argentinien ist als Reiseziel einfach perfekt für jedes Alter, ganz egal ob man das wilde Nachtleben der Städte sucht oder lieber in die Stille der Berge flüchtet. Die Vielfalt der Flora und Fauna ist so groß, dass man hinter jeder Kurve etwas Neues entdecken kann, was einen zum Staunen bringt.
Zwei Orte, die man sich rot im Kalender markieren sollte, sind Bariloche und El Chaltén. Bariloche ist der Treffpunkt schlechthin für alle, die Wintersport lieben, aber auch im Sommer ist es ideal für Wanderungen oder Angeltouren. Und nach einem langen Tag in der Natur gibt es nichts Besseres als die berühmte Schokolade der Region zu probieren. El Chaltén hingegen gilt als die Hauptstadt des Trekkings. Wanderer und Bergsteiger aus der ganzen Welt pilgern hierher, um die atemberaubende Kulisse des Cerro Fitz Roy zu erleben. Wer mutig genug ist, kann sich dort sogar an echten Kletterpartien versuchen, aber allein der Anblick der Gipfel reicht oft schon aus, um vollkommen zufrieden zu sein.
Entlang der gesamten Andenkette findet man in Argentinien etwa 14 Skigebiete, die sich auf drei große Regionen verteilen. Da wären zum einen die Pisten in der Nähe von Mendoza, die mit tollen Abfahrten locken. Dann gibt es das wunderschöne Seengebiet und die Skiareale in Patagonien weiter südlich. Und wer wirklich bis ans Ende der Welt will, fährt nach Ushuaia, um dort Ski zu laufen. Jede dieser Regionen hat ihren ganz eigenen Reiz und bietet für jeden Schwierigkeitsgrad die passende Piste. Das Besondere ist oft die Kombination aus erstklassigem Sport und der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen, die einen in den Berghütten empfangen.
Eine der besten Seiten am Rafting in Argentinien ist, dass man den Sport perfekt mit anderen Ausflügen verknüpfen kann. Nach einer wilden Fahrt auf dem Fluss bietet es sich an, die kulturellen Schätze der umliegenden Regionen zu erkunden. Und für Angler ist das Land sowieso ein Traum auf Erden. Man kann in den tropischen Sümpfen auf die Jagd nach dem Golden Dorado gehen oder in den klaren Gewässern Patagoniens auf Forellenfang gehen. In Feuerland warten sogar kapitale Meerforellen darauf, an den Haken zu gehen. Diese unglaubliche Vielfalt an Angelplätzen sorgt dafür, dass einem garantiert nie langweilig wird, weil jedes Gewässer seine ganz eigenen Herausforderungen bereithält.
Unterkunft in Argentinien
Wenn es um die Unterkunft geht, bietet Argentinien eine Auswahl, die wirklich jeden Reisenden glücklich macht. In den großen Zentren wie Buenos Aires, Córdoba oder Mendoza findet man einen bunten Mix aus allem. Es gibt luxuriöse Hotels für den gehobenen Anspruch, aber auch schicke Apartments, die man für sich allein haben kann. Wer mit kleinerem Budget reist, findet in den zahlreichen Hostels und gemütlichen Pensionen immer ein schönes Plätzchen. In ländlicheren Gegenden oder in der malerischen Seenplatte geht es oft etwas persönlicher zu. Dort dominieren charmante Boutique-Hotels oder man bekommt die Gelegenheit, direkt auf einem historischen Landgut unterzukommen.
Ein ganz besonderes Erlebnis ist der Aufenthalt auf einer sogenannten Estancia. Diese argentinischen Ranches sind meist noch aktive Bauernhöfe mit riesigen Ländereien. Wer dort übernachtet, bekommt einen tiefen Einblick in das traditionelle Leben der Gauchos, die argentinischen Cowboys. Es ist die perfekte Art, die ländliche Kultur und die typische Lebensweise der Einheimischen hautnah mitzuerleben. Die Unterkünfte dort reichen von rustikal und gemütlich bis hin zu sehr exklusiv und gehoben. Es ist ein Ort der Ruhe, an dem man abends am Kamin sitzt und die Weite des Landes spürt, die man in der Stadt so niemals finden würde.
Abgesehen von den Ranches gibt es auch viele Wildnis-Lodges, die vor allem in den abgelegenen Teilen des Landes zu finden sind. Diese Lodges sind ideal für Leute, die der Zivilisation ein Stück weit entfliehen wollen, ohne auf einen gewissen Komfort zu verzichten. In Patagonien liegen viele dieser Unterkünfte direkt an glasklaren Seen. Man wacht morgens auf, blickt auf das stille Wasser und die majestätischen Berge und fühlt sich sofort eins mit der Natur. Es ist eine wunderbare Möglichkeit, die raue Schönheit dieser Region zu genießen und trotzdem alle Annehmlichkeiten zu haben, die man für einen erholsamen Urlaub braucht.
Für junge Leute oder Rucksacktouristen ist Argentinien ein wahres Mekka, denn es gibt im ganzen Land unzählige Hostels. Diese Unterkünfte haben oft einen sehr hohen Standard und sind die beste Wahl, wenn man den Geldbeutel ein wenig schonen möchte. Aber es geht nicht nur ums Geld, sondern vor allem um die Atmosphäre. In den Gemeinschaftsräumen trifft man Reisende aus aller Welt, tauscht Tipps aus und schließt oft Freundschaften, die ein Leben lang halten. Diese Begegnungen machen eine Reise durch Argentinien erst richtig lebendig und sorgen für Erinnerungen, die man so in keinem anonymen Hotel sammeln könnte.
Es ist übrigens überhaupt nicht schwer, in Argentinien eine passende Bleibe zu finden, egal ob man nur ein paar Tage bleiben will oder eine langfristige Unterkunft sucht. Wer die totale Freiheit liebt, kann auch auf das Campen setzen, wofür es im Land viele tolle Plätze gibt. Die schönsten und außergewöhnlichsten Campingstellen liegen oft tief im Landesinneren versteckt. Man erreicht sie am besten mit dem eigenen Auto oder dem Motorrad. Argentinien ist geradezu prädestiniert für einen Roadtrip mit dem eigenen Fahrzeug, da man so an Orte gelangt, die kein Bus jemals ansteuert. So kann man sein Lager genau dort aufschlagen, wo die Aussicht am schönsten ist.
Küche und Geschirr Argentinien
Die argentinische Küche ist ein faszinierender Spiegel der Geschichte des Landes und zeigt ganz deutlich die europäischen Wurzeln. Man schmeckt den spanischen Einfluss bei vielen Gerichten, findet aber genauso häufig italienische Pasta und Pizza auf den Speisekarten. Auch die feine französische Backkunst hat ihre Spuren hinterlassen. Aber die Argentinier wären nicht sie selbst, wenn sie diese Rezepte nicht auf ihre ganz eigene Art verfeinert hätten. Das kulinarische Angebot reicht von rustikalen Mahlzeiten auf dem Land bis hin zur absoluten Spitzenküche in den Städten. In Buenos Aires kann man in Gourmetrestaurants schlemmen, die Gerichte aus aller Welt auf höchstem Niveau servieren, während es in den Provinzen traditioneller zugeht.
Eines der absoluten Standardgerichte, das man fast überall findet, sind die Milanesas. Dabei handelt es sich meist um dünne Scheiben vom Rind oder Huhn, die paniert und gebraten werden. In manchen spezialisierten Restaurants gibt es sie sogar mit Fisch, aber das Fleisch bleibt der Klassiker. Ein weiterer Snack, den man einfach probiert haben muss, sind Empanadas. Das sind kleine Teigtaschen, die von Hand gefüllt werden. Die Füllungen bestehen oft aus Fleisch, Gemüse, Käse oder Bohnen und werden in einen leicht süßlichen Teig gehüllt. Sie sind der perfekte Begleiter für unterwegs und schmecken an jeder Ecke ein bisschen anders.
Ein sehr interessantes Gericht ist der Pastel de Papa, was im Grunde die argentinische Antwort auf den Shepherds Pie ist. Der große Unterschied ist hier, dass man oft Süßkartoffeln verwendet und das Ganze vor dem Überbacken manchmal mit Zimt und Zucker bestreut. Die würzige Füllung aus Hackfleisch wird mit grünen Oliven, roter Paprika und hartgekochten Eiern verfeinert. Wenn man dazu noch die klassische Chimichurri-Sauce reicht, ist das Geschmackserlebnis perfekt. Diese grüne Sauce mit viel Knoblauch und Petersilie gehört in Argentinien einfach dazu und gibt vielen Speisen erst die richtige Würze.
Für den schnellen Hunger zwischendurch gibt es kaum etwas Beliebteres als den Choripán. Der Name setzt sich aus den Wörtern für Chorizo und Brot zusammen und ist sozusagen der argentinische Hotdog. Es ist das typischste Straßenessen des Landes und besteht aus einer würzigen Wurst, die in einem weichen Brötchen serviert wird. Dazu gibt es meist ordentlich Chimichurri oder eine Salsa Criollo. Es ist einfach, ehrlich und unglaublich lecker. Man findet diese Stände an fast jedem Fußballstadion oder auf öffentlichen Plätzen, und der Duft des gegrillten Fleisches ist einfach unwiderstehlich.
Wer es süß mag, wird Argentinien lieben. Das Eis dort ist unglaublich cremig und dickflüssig, was viele an das klassische italienische Gelato erinnert. Ein absolutes Muss ist die Kombination mit Dulce de Leche, einer karamellisierten Milchcreme, die süchtig machen kann. In solchen Momenten sollte man seine Diätpläne am besten ganz weit weg schieben. Auch die Alfajores, das sind mürbe Kekse mit einer Füllung aus Marmelade, Mousse oder eben Dulce de Leche, sind ein Traum. Und was die Pizza angeht, darf man nicht die italienische Variante erwarten. In Argentinien ist der Boden viel dicker und erinnert eher an einen herzhaften Kuchen, der mit massenhaft Mozzarella belegt wird.
Kultur und Traditionen Argentinien
Die Menschen in Argentinien haben einen ganz eigenen Schlag. Sie gelten als extrem schlagfertig und witzig, können aber auch einen gewissen Stolz und einen Hang zur Übertreibung an den Tag legen. Es gibt diese typisch argentinische Melancholie, die man oft im Tango wiederfindet. Die Leidenschaft für den Fußball ist hier fast schon eine Religion, und nirgendwo spürt man das deutlicher als bei einem Spiel von Boca Juniors in ihrem legendären Stadion. Die Familie steht über allem und bildet das feste Fundament der Gesellschaft. Argentinier sind in ihrer Kommunikation oft sehr direkt, ausdrucksstark und benutzen beim Reden viel Körpersprache und ausladende Gesten.
Die offizielle Landessprache ist Spanisch, und es ist immer eine gute Idee, ein paar Brocken davon zu beherrschen. Selbst wenn man nicht perfekt spricht, freuen sich die Einheimischen riesig über den Versuch und begegnen einem sofort mit noch mehr Herzlichkeit. Man kommt aber auch mit Englisch, Italienisch oder manchmal sogar Deutsch ganz gut durch, da das Land viele Einwanderer aus diesen Regionen hat. Der Tango selbst hat seine Wurzeln im Künstlerviertel San Telmo in Buenos Aires. Er ist viel mehr als nur ein Tanz, er ist ein ganzer Lebensentwurf, der von Leidenschaft und Temperament erzählt und erst Ende des 19. Jahrhunderts seinen Siegeszug um die Welt antrat.
Wer den Tango hautnah erleben will, sollte die Milongas besuchen. Das sind Tanzabende, die in speziellen Schulen oder ganz ungezwungen in kleinen Cafés stattfinden. Jeden August verwandelt sich Buenos Aires dann in ein wahres Mekka für Tänzer, wenn das weltgrößte Tango-Festival stattfindet. Paare trainieren monatelang für die Wettbewerbe, und die ganze Stadt vibriert förmlich vor Energie. Profis aus aller Welt kämpfen um Trophäen, während Anfänger die Chance haben, von den Besten zu lernen. Es ist ein riesiges Spektakel, das die Straßen der Hauptstadt in eine einzige große Bühne verwandelt und jeden in seinen Bann zieht.
Aber nicht nur der Tango sorgt für Feierstimmung. Im Januar und Februar gibt es in der Stadt Gualeguaychú einen riesigen, farbenfrohen Karneval. Es gibt massive Paraden, Live-Musik und Tanzgruppen, die die ganze Nacht durchfeiern. Ein ganz anderes Fest findet man in der Nähe von Córdoba, in der Villa General Belgrano. Dort wird jedes Jahr im Oktober das Oktoberfest gefeiert. Es ist eine fünf Tage lange Party nach bayrischer Art, die von Einwanderern im letzten Jahrhundert ins Leben gerufen wurde. Heute zieht es riesige Menschenmassen an, die wegen der deutschen Musik, dem Essen und natürlich dem Bier kommen.
Am Ende kommt man in Argentinien aber immer wieder zum Fußball zurück. Britische Soldaten haben den Sport im 19. Jahrhundert ins Land gebracht, und seitdem ist er der unangefochtene Favorit der Massen. Die Erfolge der Nationalmannschaft, vor allem die Weltmeistertitel von 1978 und 1986, haben den Sport tief in der nationalen Identität verankert. Auch wenn es mal nicht so gut läuft, stehen die Fans felsenfest hinter ihrem Team. Diese emotionale Bindung zum Sport und zu den eigenen Traditionen ist es, was die argentinische Kultur so lebendig und greifbar macht. Man fühlt sich hier schnell als Teil einer großen, leidenschaftlichen Gemeinschaft.