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Abchasien

Information about Abchasien

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Geographie und Geschichte Abchasien

Abchasien wird oft als das Land der Seele bezeichnet, was eine direkte Übersetzung des einheimischen Namens Apsny ist. Wenn man dort ankommt, spürt man sofort, dass diese Bezeichnung nicht nur eine Floskel ist, sondern die tiefe Gastfreundschaft der Menschen widerspiegelt. Die Einheimischen empfangen Reisende mit einer Herzlichkeit, die man heutzutage nur noch selten findet.

In den alten Liedern der Region heißt es oft, dass die Berge das Land wie ein Kind an ihre starke Brust drücken, während das Meer es zärtlich mit seinen Wellen streichelt. Dieses Bild verdeutlicht die besondere geografische Lage dieses kleinen Fleckens Erde. Obwohl das Land im weltweiten Vergleich winzig ist, bietet es eine unglaubliche Vielfalt an Eindrücken auf engstem Raum.

Es ist kaum zu glauben, dass das gesamte Staatsgebiet nur etwa ein Fünftel der Fläche der Region Moskau einnimmt. Dennoch erstreckt es sich majestätisch entlang der Küste des Schwarzen Meeres, sicher behütet durch die massiven Ausläufer des Kaukasus. Die Grenzen werden dabei lediglich von Russland und Georgien gebildet, was die Abgeschiedenheit unterstreicht.

Fast drei Viertel des gesamten Gebiets bestehen aus beeindruckenden Gebirgszügen. Hier ragen Gipfel wie der Dombai-Ulgen über viertausend Meter in den Himmel und wirken wie ewige Wächter über dem Tal. Auch der Ertsachu und der Marychu sind imposante Erscheinungen, die Bergsteiger und Naturfreunde gleichermaßen in ihren Bann ziehen.

Von diesen schneebedeckten Spitzen senkt sich das Gelände allmählich hinab bis zur Küste. Dort verwandelt sich die schroffe Felslandschaft in eine weite Linie aus malerischen Kieselstränden. Diese Kontraste zwischen der alpinen Welt und dem maritimen Flair machen den besonderen Reiz der Landschaft aus.

Die zerklüftete Natur ist geprägt von unzähligen Bergseen, reißenden Flüssen und tosenden Wasserfällen, die sich durch die Täler schlängeln. Jede Kurve auf den Straßen offenbart einen neuen, fast schon kitschig schönen Ausblick. Auch die Küstenlinie ist alles andere als langweilig, da sie immer wieder von kleinen Buchten und Vorsprüngen unterbrochen wird.

Eine Besonderheit sind die vielen Mineral- und Thermalquellen, die ein Erbe der einstigen tektonischen Aktivitäten in dieser Region sind. Schon vor Jahrhunderten wussten die Menschen hier, wie man die heilende Kraft des Wassers nutzt. In alten Legenden wird oft von den Quellen in Dörfern wie Tskuara oder Pskhu berichtet, deren alkalisches Wasser wahre Wunder bewirken soll.

Diese Tradition der Naturheilkunde ist tief in der Kultur des westlichen Transkaukasiens verwurzelt. Wer heute dorthin reist, kann diese Quellen immer noch besuchen und die wohltuende Wirkung am eigenen Leib erfahren. Es ist eine faszinierende Mischung aus uraltem Wissen und unberührter Natur, die Abchasien so einzigartig macht.

Das Land lädt dazu ein, die Zeit zu vergessen und sich ganz auf die Umgebung einzulassen. Man hat das Gefühl, dass hier die Uhren ein wenig langsamer ticken als im Rest der Welt. Wer Ruhe sucht und gleichzeitig die raue Schönheit der Berge liebt, wird von diesem Seelenland sicherlich nicht enttäuscht werden.

Regionen und Resorts Abchasien

Natur Abchasien

Wie viele kleine Völker mussten auch die Abchasen über Jahrhunderte hinweg ihre Identität gegen mächtige Nachbarn verteidigen. Weder das Römische noch das Byzantinische oder das Osmanische Reich schafften es, diesen stolzen Schlag Menschen dauerhaft in ihr Herrschaftsgebiet einzugliedern. Die Unabhängigkeit und die eigenen Wurzeln standen für sie immer an oberster Stelle.

Bereits im siebten Jahrhundert bildete sich mit dem Abchasischen Königreich der erste eigenständige Staat in dieser Region. Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder wechselnde Bündnisse, mal mit Georgien, mal mit dem Russischen Kaiserreich. Während der Zeit der Sowjetunion erlangte das Gebiet als die Kurregion der Nation Berühmtheit, bevor es nach deren Zerfall den Weg in die Unabhängigkeit suchte.

Dieser Weg war keineswegs friedlich und forderte der Bevölkerung viel ab, doch heute zeigt sich das Land als offener und herzlicher Gastgeber. Wer die Natur liebt, kommt hier voll auf seine Kosten, denn die Flora ist an Üppigkeit kaum zu übertreffen. Besonders die Küstenregion besticht durch riesige Palmenwedel, die an heißen Tagen willkommenen Schatten spenden.

In den höheren Lagen verwandelt sich die Vegetation in dichte Wälder aus Eichen, Tannen und Buchsbaum. Ab einer Höhe von etwa zweitausend Metern beginnen die berühmten alpinen Matten, die im Sommer in allen Farben leuchten. In den abgelegenen Bergwäldern der mittleren Höhenlagen streifen sogar noch Braunbären, Wildschweine und Rehe durch das Unterholz.

Bemerkenswert ist, dass rund zehn Prozent der Landesfläche unter strengem Naturschutz stehen. Ein echtes Highlight ist das Pizunda-Mussera-Reservat, das direkt an der Küste liegt. Hier kann man seltene Pflanzen wie den iberischen Eichenbaum oder den Erdbeerbaum bestaunen, die es sonst kaum noch irgendwo auf der Welt gibt.

Besonders stolz sind die Menschen auch auf die uralten Kiefernhaine von Pizunda, deren Duft sich mit der salzigen Meeresbrise vermischt. Weiter im Landesinneren befindet sich das Pschu-Gumista-Reservat, das vor allem für seine unberührten Buchen- und Tannenwälder bekannt ist. Manche der Bäume dort sind weit über hundert Jahre alt und erreichen schwindelerregende Höhen von fast achtzig Metern.

Ein weiteres Juwel ist der Riza-Nationalpark, der sich über eine riesige Fläche erstreckt und fast alle Klimazonen des Landes umfasst. Hier liegt auch der berühmte Riza-See sowie der Blaue See, der durch seine intensive Farbe fast wie ein Stück vom Himmel wirkt. Wer abseits der ausgetretenen Pfade wandert, kann mit etwas Glück sogar einen Edelhirsch beobachten.

Wanderer sollten sich jedoch nicht allein in die tiefsten Wälder wagen, da die Pfade oft nicht gut markiert sind. Es empfiehlt sich, einen einheimischen Bergführer mitzunehmen, der die alten Wege kennt und spannende Geschichten erzählen kann. So wird eine Wanderung nicht nur zu einer sportlichen Herausforderung, sondern auch zu einer Reise in die Geschichte des Landes.

Die Naturparks sind das Herzstück der Region und zeigen, wie wichtig den Menschen der Erhalt ihrer Umwelt ist. Es ist ein Ort, an dem man die Wildnis noch in ihrer reinsten Form erleben kann. Wer hierher kommt, sollte Respekt vor der Kraft der Berge mitbringen und sich auf die Stille der Wälder freuen.

Klima Abchasien

Wenn man Lust auf eine ordentliche Wandertour hat, ist der Berg Mamdsyschka eigentlich ein absolutes Muss. Er liegt nur ein paar Kilometer von Gagra entfernt und bietet einen perfekten Einstieg in das Arabika-Massiv. Mit einer stolzen Höhe von fast 1900 Metern markiert er sozusagen die Grenze zwischen der Zivilisation und der völlig wilden Natur.

Das Praktische an diesem Berg ist, dass man ihn auf verschiedene Arten bezwingen kann. Wer es bequem mag, nimmt einfach das Auto oder schließt sich einer Jeep-Safari an, die über die lange Serpentinenstraße nach oben führt. Unterwegs gibt es mehrere Aussichtspunkte, an denen man unbedingt anhalten sollte, um den Blick über die Küste schweifen zu lassen.

Die letzten Kilometer bis ganz nach oben muss man allerdings zu Fuß zurücklegen, da dort keine befestigte Straße mehr hinführt. Es gibt auch schmale Pfade, die zu tiefen Karsthöhlen abzweigen, aber dorthin trauen sich wirklich nur die wenigsten Besucher. Man braucht schon ein bisschen Abenteuerlust und festes Schuhwerk, um diese abgelegenen Ecken zu erkunden.

Was mich dort oben besonders beeindruckt hat, ist die Begegnung mit den Hirten, die dort ihre Herden hüten. Ihre einfachen Häuser, die dort Balagane genannt werden, stehen jedem Wanderer offen. Die Leute sind wahnsinnig gastfreundlich und freuen sich immer über ein kurzes Gespräch über Gott und die Welt oder eine kleine Aufmerksamkeit wie frisches Brot.

Im Gegenzug bekommt man oft selbstgemachten Käse oder frische Milch angeboten, was nach so einem Aufstieg einfach herrlich schmeckt. Die Herzlichkeit dieser Menschen ist entwaffnend und macht die Wanderung zu einem ganz persönlichen Erlebnis. Man fühlt sich dort oben nicht wie ein Tourist, sondern eher wie ein willkommener Gast.

Der Ausblick vom Gipfel ist dann die Krönung des Ganzen und lässt einen die Anstrengung sofort vergessen. Auf der einen Seite sieht man die unendliche Weite des Meeres, während sich auf der anderen Seite die schneebedeckten Gipfel des Kaukasus erstrecken. Die Farben dort oben sind so intensiv, dass man fast meint, jemand hätte einen Filter über die Landschaft gelegt.

Im Frühling und Sommer verwandelt sich der Berg in ein einziges Blumenmeer aus Enzian, Edelweiß und sogar schwarzen Tulpen. Manchmal ziehen dichte Wolken am Gipfel auf und hüllen alles in einen mystischen Nebel, was die Atmosphäre noch besonderer macht. Man hat dann das Gefühl, über den Dingen zu schweben und die Welt unter sich zu lassen.

Interessant ist auch, dass der Schnee dort oben oft acht Monate im Jahr liegen bleibt. Das bedeutet, dass man für eine Wanderung eigentlich nur ein kurzes Zeitfenster im Hochsommer hat, wenn man nicht gerade im Tiefschnee stapfen will. Aber genau diese Kontraste machen den Reiz aus, wenn man unten am Strand schwitzt und oben noch Schneefelder sieht.

Die Region um den Mamdsyschka ist ein Ort, an dem man die Seele baumeln lassen kann. Es gibt dort keinen Lärm, keine Hektik und keine festen Termine. Nur man selbst, die frische Bergluft und das Läuten der Kuhglocken in der Ferne bestimmen den Rhythmus des Tages. Wer das einmal erlebt hat, kommt garantiert irgendwann wieder zurück.

Transport in Abchasien

Das Klima in dieser Region ist wirklich etwas ganz Besonderes, da man hier fast alle Klimazonen auf kleinstem Raum findet. Von subtropischer Hitze am Strand bis hin zum ewigen Eis auf den höchsten Gipfeln ist alles dabei. Das liegt vor allem an den extremen Höhenunterschieden, die von Meereshöhe bis hinauf auf viertausend Meter reichen.

Die Küste zieht sich über zweihundert Kilometer hin und bietet das ganze Jahr über ein sehr mildes Klima. Hier wachsen Palmen und exotische Pflanzen, die man sonst eher in südlicheren Gefilden vermuten würde. Die Sommer sind meist heiß und trocken, während die Winter so mild ausfallen, dass man kaum eine dicke Jacke braucht.

Die Badesaison geht offiziell Ende Mai los und man kann eigentlich bis weit in den Oktober hinein ins Wasser springen. Im Hochsommer klettern die Temperaturen oft über die Dreißig-Grad-Marke, aber durch die Meeresbrise ist das meistens gut auszuhalten. Regenschauer sind in dieser Zeit eher selten und meistens nur von kurzer Dauer.

Anfang Juni ist das Meer mit etwa einundzwanzig Grad noch recht erfrischend, was an heißen Tagen eine tolle Abkühlung bietet. Bis zum August heizt sich das Wasser dann ordentlich auf und erreicht oft angenehme dreißig Grad. Dann beginnt der sogenannte Samtherbst im September, der für viele die absolut beste Reisezeit ist.

Der Frühling an der Küste kommt meistens sehr plötzlich und mit einer unglaublichen Wucht an Blütenpracht. Schon im März blüht an jeder Ecke etwas und die Luft ist erfüllt von einem süßen Duft. Der Winter hingegen ist kurz und wird oft vom Aroma der reifen Mandarinen geprägt, die in dieser Zeit geerntet werden.

Schnee sieht man direkt am Meer eigentlich so gut wie nie, und wenn doch mal eine Flocke fällt, schmilzt sie meistens sofort wieder weg. Die Sonne scheint hier an fast dreihundert Tagen im Jahr, was die Region zu einem echten Paradies für Sonnenanbeter macht. Die meisten Niederschläge fallen erst im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr.

Eine wichtige Rolle spielen die hohen Berge des Kaukasus, die wie eine Schutzmauer gegen kalte Winde vom Festland wirken. Sie sorgen auch dafür, dass die Feuchtigkeit vom Meer in den Küstenorten hängen bleibt. In Gagra, wo die Berge direkt ans Wasser grenzen, ist die Luftfeuchtigkeit deshalb oft spürbar höher als in flacheren Gebieten.

Wenn man sich von der Küste weg in die Berge begibt, ändert sich das Wetter spürbar schnell. Schon auf wenigen hundert Metern Höhe ist es meist ein paar Grad kühler als unten am Strand. Das sollte man unbedingt beachten, wenn man einen Tagesausflug zu den Wasserfällen oder in die tiefen Schluchten plant.

Eine leichte Jacke oder ein Pullover gehören also immer ins Gepäck, auch wenn man unten im Tal bei strahlendem Sonnenschein startet. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich die Vegetation mit jedem Höhenmeter verändert. Man fährt im T-Shirt los und steht eine Stunde später in einer kühlen Berglandschaft, die an die Alpen erinnert.

Geld und Einkaufen in Abchasien

Wenn es ums Bezahlen geht, ist man hier mit russischen Rubeln am besten beraten, da dies die gängige Währung im Land ist. Man sollte auf jeden Fall immer genug Bargeld dabei haben, denn Kartenzahlung ist nur in größeren Städten oder teuren Hotels möglich. In den Banken vor Ort kann man aber problemlos Geld abheben oder Devisen tauschen.

Insgesamt ist das Preisniveau etwas niedriger als in den bekannten russischen Urlaubsorten wie Sotschi. Das merkt man zum Beispiel bei der Miete für Liegestühle am Strand oder beim Tanken, was hier deutlich günstiger ist. Wer sparen will, geht am besten auf die lokalen Märkte, statt an den Ständen direkt an der Strandpromenade zu kaufen.

Ab August biegen sich die Tische auf den Märkten unter der Last der frischen Früchte wie Feigen, Pfirsiche und Weintrauben. Aber auch im Frühjahr gibt es schon tolle Sachen wie Erdbeeren, Kirschen oder die süße Mispel zu entdecken. Im Winter bekommt man für wenig Geld kiloweise Mandarinen, die hier an fast jedem Baum wachsen.

Was das Essen angeht, kann man hier sehr günstig und vor allem lecker durchkommen. Ein ordentliches Mittagessen in einem kleinen Restaurant ist schon für ein paar Euro zu haben, und auch die Fleischgerichte vom Grill sind preiswert. Besonders günstig sind lokale Produkte wie frisch gebackenes Brot, das traditionelle Weinangebot oder das berühmte Mineralwasser.

Viele Urlauber nehmen sich als Mitbringsel gerne eine Flasche der bekannten Weinsorten wie Lykhny oder Apsny mit nach Hause. Auch kleine Souvenirs wie Magnete oder handgefertigte Kleinigkeiten sind überall zu finden und kosten nicht die Welt. Es gibt aber auch viele kulinarische Geschenke, die bei Freunden und Verwandten gut ankommen.

Besonders beliebt ist die Tschurtschchela, eine Süßigkeit aus Nüssen und Traubensaft, oder getrocknete Früchte wie Kaki. Auch der Honig der abchasischen Bergbienen ist etwas ganz Besonderes und hat ein Aroma, das man so schnell nicht vergisst. Interessant ist, dass viele Imker hier noch ganz traditionell in ausgehöhlten Baumstämmen arbeiten.

Wer Käse mag, sollte unbedingt den einheimischen Suluguni probieren oder nach Käse aus Büffelmilch Ausschau halten. Solche handgemachten Spezialitäten findet man am besten direkt bei den Bauern oder auf den kleinen Märkten im Hinterland. Auch der schwarze Tee von den hiesigen Plantagen ist ein tolles Geschenk, das an den Urlaub erinnert.

Ein absolutes Muss für jede Küche ist ein Glas Adschika, die würzige Paste, die hier fast zu jedem Gericht gereicht wird. Sie ist das Herzstück der lokalen Küche und bringt eine ordentliche Portion Schärfe und Aroma mit. Wenn man über den Markt schlendert, steigen einem diese ganzen Gerüche in die Nase und man möchte am liebsten alles einpacken.

Die Menschen hier sind stolz auf ihre Erzeugnisse und lassen einen oft probieren, bevor man etwas kauft. Es lohnt sich, ein bisschen Zeit einzuplanen und sich einfach treiben zu lassen. Am Ende hat man meistens nicht nur tolle Souvenirs im Koffer, sondern auch viele schöne Erinnerungen an Begegnungen mit den Einheimischen.

Hauptattraktionen Abchasien

Abchasien ist ein Ort, an dem die Zeit scheinbar langsamer vergeht und man hinter jeder Kurve ein neues kleines Wunder entdecken kann. Wer hierher kommt, sucht meistens nicht den perfekten Luxus, sondern diese ganz besondere Mischung aus wilder Natur und Geschichte, die man fast mit Händen greifen kann. Man kann hier wunderbar in die Vergangenheit eintauchen oder sich einfach in den Bergen verlieren, um den Alltag mal so richtig weit hinter sich zu lassen. Die lokalen Bräuche sind hier noch sehr lebendig und die Menschen freuen sich ehrlich, wenn man Interesse an ihrem Land zeigt.

Wenn man sich fragt, wo die Reise eigentlich losgehen soll, landet man fast automatisch in Alt-Gagra. Das ist ein Ort, der schon zu kaiserlichen Zeiten und später in der Sowjetunion der absolute Renner war und diesen nostalgischen Charme bis heute behalten hat. Es macht unheimlich Spaß, dort an der Strandpromenade entlangzuspazieren und die alten Villen zu bewundern, die teilweise etwas eingewachsen sind. Ein Foto vor der berühmten Kolonnade mit den Palmen im Hintergrund gehört einfach dazu, und abends sollte man unbedingt im Restaurant Gagripsch einkehren, das ganz ohne Metallnägel gebaut wurde.

Ein echtes Highlight, das man auf keinen Fall verpassen darf, ist der Riza-See hoch oben in den Bergen. Das Wasser dort ist so klar und blau, dass man es kaum glauben kann, und ringsherum ragen die schneebedeckten Gipfel der Dreitausender in den Himmel. Die Luft dort oben ist so frisch, dass sie fast in der Lunge prickelt, und man möchte diesen Anblick am liebsten für immer im Kopf abspeichern. Es ist einer dieser Orte, an denen man einfach nur dasteht und merkt, wie klein man eigentlich ist.

Nicht weniger beeindruckend ist Neu-Athos, das vor allem für sein prächtiges Kloster aus dem 19. Jahrhundert bekannt ist. Die Anlage im neobyzantinischen Stil leuchtet mit ihren goldenen Kuppeln schon von weitem aus dem satten Grün der Wälder hervor. Innen sind die Wände von Meistern aus Wladimir kunstvoll bemalt worden, und die alte Uhr am Turm war sogar ein persönliches Geschenk von Kaiser Alexander III. Es herrscht dort eine ganz friedliche Atmosphäre, die einen sofort runterbringt.

Ganz in der Nähe gibt es aber auch noch die Unterwelt zu entdecken, nämlich die riesige Höhle von Neu-Athos. Man fährt mit einer kleinen Bahn tief in den Berg hinein und läuft dann über gut ausgebaute Wege an bizarren Tropfsteinen und unterirdischen Seen vorbei. Die Akustik in diesen riesigen steinernen Hallen ist einfach wahnsinnig gut, fast schon ein bisschen unheimlich. Es ist ein faszinierendes Labyrinth aus Stalaktiten und Stalagmiten, das die Natur über Jahrtausende geformt hat.

Wer es etwas wilder mag, sollte zum Geg-Wasserfall fahren, der mit einer gewaltigen Wucht aus einer Felsspalte schießt. Das Wasser stürzt dort aus über 500 Metern Höhe herab und sprüht so fein, dass man in der Nähe sofort klatschnass wird. Der Weg dorthin ist schon ein kleines Abenteuer für sich, aber die Kulisse entschädigt für jede Holperstrecke. Die Natur zeigt sich hier von ihrer kraftvollsten Seite, was wirklich jeden beeindruckt, der davor steht.

Für Geschichtsinteressierte sind die ehemaligen Datschen von Stalin ein spannendes Ziel, denn der „Vater der Völker“ wusste ganz genau, wo es am schönsten ist. Es gibt insgesamt fünf solcher Anwesen in Abchasien, die alle an besonders malerischen Plätzen liegen. Bei einer Führung erfährt man viele schräge Geschichten über seine Marotten, seine Ängste und wie er dort seinen Urlaub verbracht hat. Es ist ein Blick hinter die Kulissen einer Epoche, die das Land bis heute prägt.

Ein Stück weiter oben bei Suchum kann man die Ruinen der Festung von Bagrat III. besuchen, der eine wichtige Figur in der abchasischen Geschichte war. Von der einst stolzen Burg stehen heute zwar nur noch moosbewachsene Steine aus dem 10. Jahrhundert, aber der Ort strahlt immer noch etwas Erhabenes aus. Man hat von dort einen tollen Blick über die Gegend und kann sich gut vorstellen, wie die Wachen früher Ausschau gehalten haben.

Zum Abschluss muss man unbedingt durch den Jupschara-Canyon fahren, den die Einheimischen auch gerne mal als Steinsack bezeichnen. Das ist eine riesige Felsspalte, die durch ein Erdbeben entstanden ist und an manchen Stellen so eng wird, dass man oben nur noch einen ganz schmalen Streifen Himmel sieht. Unten plätschert der kleine Fluss Jupschara gemütlich vor sich hin, während links und rechts die massiven Wände hunderte Meter in die Höhe ragen. Das ist ein Anblick, der einen wirklich ehrfürchtig werden lässt.

Tourismus in Abchasien

Für viele Leute ist Abchasien erst einmal das klassische Ziel für einen entspannten Strandurlaub am Meer. Und das stimmt auch, denn das Schwarze Meer zeigt sich hier von seiner allerbesten Seite: Das Wasser ist glasklar, angenehm warm und meistens ganz ruhig. Man hat die Wahl zwischen feinen Kiesstränden und ein paar Sandabschnitten, wobei in den Buchten kaum Wellengang herrscht. In den Ferienorten kann man sich ganz bequem Liegen und Schirme leihen und einfach mal gar nichts tun.

Die Sonne meint es im Sommer besonders gut mit den Urlaubern und scheint gefühlt jeden Tag von morgens bis abends durch. Selbst wenn in der Hochsaison viele Leute kommen, findet man an den weitläufigen Stränden eigentlich immer noch ein ruhiges Plätzchen für sich. Es gibt nicht diesen extremen Stress wie an manchen überlaufenen Mittelmeerstränden, was den Urlaub hier so angenehm macht. Man kann einfach in den Tag hineinleben und die salzige Luft genießen.

Gagra ist wahrscheinlich der bekannteste Ort an der Küste und gilt als die wärmste Ecke an der gesamten kaukasischen Riviera. Die Stadt teilt sich in zwei Bereiche, wobei Alt-Gagra mit seinem schmalen Strand und den historischen Gebäuden eher was für Nostalgiker ist. Neu-Gagra hingegen ist moderner und lebhafter, fast schon ein bisschen wie ein kleines Sotschi, mit mehr Unterhaltung und Action. Hier ist eigentlich immer was los, egal ob am Tag oder in den späten Abendstunden.

Wer es lieber etwas urwüchsiger mag, der fährt nach Pizunda, das berühmt für seine riesigen, uralten Kiefernwälder ist. Diese Bäume wachsen dort direkt bis an den Strand heran, was nicht nur toll aussieht, sondern auch für einen fantastischen Duft sorgt. Das Meer ist hier oft so glatt wie ein Spiegel und besonders sauber, was Pizunda zum perfekten Ort für Familien macht. Es ist dort insgesamt ein Stück ruhiger und entspannter als in den größeren Zentren.

Neu-Athos ist hingegen der perfekte Spot für alle, die ihren Strandtag gerne mit ein bisschen Kultur und Bewegung verknüpfen wollen. Hier liegen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten fast direkt neben dem Wasser, sodass man morgens wandern und nachmittags schwimmen gehen kann. Es ist eine tolle Mischung für Leute, die nicht den ganzen Tag nur auf der faulen Haut liegen wollen. Man hat dort alles auf engem Raum zusammen, was sehr praktisch ist.

Suchum ist die Hauptstadt der Republik und bietet ein ganz eigenes, fast schon mondänes Flair mit seinen langen Promenaden. Überall blühen Magnolien und die riesigen Eukalyptusbäume verbreiten ihren ganz typischen Geruch in der Stadt. In der Umgebung der Stadt gibt es fast 20 Kilometer Strand, der hauptsächlich aus Kieselsteinen besteht. Hier hat man den Vorteil, dass man direkt alle Annehmlichkeiten einer Stadt wie Restaurants, Banken und schöne Cafés in der Nähe hat.

Wenn man dem Trubel komplett entfliehen will, ist Ochamchira genau das Richtige, denn dort sind die Strände oft menschenleer. Es ist ein sehr stiller Ort, an dem man sich fast wie ein Einheimischer fühlt und das echte, ungeschminkte Abchasien kennenlernt. Es gibt dort keinen großen Luxus, aber dafür jede Menge Ruhe und ehrliche Gastfreundschaft. Wer einfach nur seine Ruhe sucht und auf Animation verzichten kann, wird diesen Ort lieben.

Gudauta ist ebenfalls ein recht beschauliches Städtchen, das eigentlich nur aus einer Hauptstraße und vielen kleinen Privathäusern besteht. Die Ferienheime liegen hier etwas abseits vom Schuss, sodass man wirklich ungestört entspannen kann. Es ist ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge ins Hinterland, wenn man keine Lust auf die großen Bettenburgen hat. Hier geht alles noch ein bisschen gemächlicher zu, was nach ein paar Tagen Großstadtstress richtig gut tut.

Am Ende ist es genau diese Vielfalt, die den Reiz der abchasischen Küste ausmacht, denn jeder Ort hat seinen eigenen Charakter. Man kann sich jeden Tag einen neuen Strand suchen oder einfach an seinem Lieblingsplatz hängen bleiben. Das Beste ist aber immer das Gefühl, wenn man abends bei einem Glas lokalem Wein den Sonnenuntergang über dem Meer beobachtet. Es sind diese einfachen Momente, die einen Urlaub in dieser Region so besonders und unvergesslich machen.

Unterkunft in Abchasien

Abchasien ist aber nicht nur Strand und Meer, sondern vor allem auch eine gewaltige Bergwelt mit tiefen Schluchten und reißenden Flüssen. Wer einmal den Blick über die grünen Hänge und die schneebedeckten Gipfel hat schweifen lassen, der versteht sofort, warum die Gegend so beliebt ist. Besonders die Kombination aus den hohen Bergen und dem glitzernden Meer direkt daneben ist ein Anblick, an dem man sich nie sattsehen kann. Für Naturfreunde ist die Region ein absolutes Paradies, das man am besten zu Fuß oder mit dem Geländewagen erkundet.

Schon zu Sowjetzeiten wussten die hohen Tiere aus der Politik genau, warum sie ihren Urlaub am liebsten hier verbracht haben. Das Klima ist einfach unschlagbar mild und die Landschaften wirken oft wie gemalt, was einen sofort den Alltagsstress vergessen lässt. Die alten Sanatorien und Kurheime, von denen viele heute noch in Betrieb sind, haben damals tausende Gäste empfangen. Auch heute kommen die Menschen zur Erholung hierher, um einfach mal wieder richtig tief durchzuatmen.

Die Luft hier oben ist nämlich etwas ganz Besonderes, da sie mit den ätherischen Ölen der Eukalyptusbäume und Kiefern angereichert ist. Wer Probleme mit den Atemwegen hat oder einfach nur mal sein Immunsystem boosten will, für den ist dieser Natur-Mix ideal. Wenn man durch die Wälder streift, riecht es überall nach Harz und frischem Grün, was fast wie eine Therapie wirkt. Man fühlt sich nach ein paar Tagen in dieser Umgebung wie neu geboren und voller Energie.

Am schönsten ist die Natur in den Bergen übrigens im Frühling, wenn unten am Meer schon alles blüht und oben noch der letzte Schnee liegt. Zu dieser Zeit sind auch noch nicht so viele Touristen unterwegs, was die ganze Erfahrung viel intensiver und persönlicher macht. Man kann tolle Fotos schießen, ohne dass ständig jemand durchs Bild läuft, und auch die Preise für Unterkünfte sind dann meistens deutlich niedriger. Es ist die beste Zeit für Entdecker, die das Land ganz authentisch erleben wollen.

Ein weiterer großer Pluspunkt Abchasiens sind die vielen heißen Schwefelquellen, die über das ganze Land verteilt sind. Diese Thermalbäder kann man das ganze Jahr über besuchen, und das Wasser ist vollgepackt mit gesunden Mineralien. Es soll Wunder wirken bei Hautproblemen oder Gelenkschmerzen und beruhigt ganz nebenbei auch noch die strapazierten Nerven. Viele Stammgäste kommen extra im Winter für eine Woche zu den Thermen, weil der Kontrast zwischen heißem Wasser und kühler Bergluft einfach herrlich ist.

Es ist ein ganz besonderes Gefühl, in einem dampfenden Außenbecken zu sitzen, während man auf die verschneiten Bergspitzen schaut. Im Gegensatz zur Sommerhitze ist das im Winter eine richtig wohltuende Abwechslung, die den Körper so richtig entspannt. Man merkt richtig, wie die Wärme in die Knochen zieht und der Kopf frei wird. Solche Erlebnisse sind es, die einen Urlaub in dieser Region so abwechslungsreich machen und immer wieder neue Facetten zeigen.

In letzter Zeit sieht man in Abchasien auch immer öfter Blogger und Fotografen, die auf der Jagd nach ganz besonderen Motiven sind. Sie suchen nach den vielen verlassenen Orten, die es hier leider auch gibt, wie leere Fabriken oder stillgelegte Kraftwerke. Diese Ruinen haben eine ganz eigene Ästhetik, wenn die Natur sie sich langsam wieder zurückholt und alles mit Efeu und Büschen überwuchert wird. Es wirkt manchmal fast wie in einem Endzeitfilm, was eine ganz faszinierende, wenn auch etwas melancholische Stimmung erzeugt.

Diese Orte sind meistens frei zugänglich und laden zu kleinen Erkundungstouren ein, bei denen man die Geschichte des Landes auf eine ganz andere Weise spürt. Man findet dort alte Mosaike oder verlassene Bahnhöfe, die von einer glanzvolleren Zeit erzählen. Es ist dieser Kontrast zwischen dem wilden Grün und dem zerfallenden Beton, der so viele Menschen anzieht. Abchasien ist eben ein Land der Gegensätze, das an jeder Ecke eine neue Geschichte bereithält, wenn man genau hinschaut.

Küche und Geschirr Abchasien

Was die Unterkünfte in Abchasien angeht, findet eigentlich jeder genau das, was zu seinem Geldbeutel und seinen Vorstellungen passt. In den großen Ferienorten gibt es mittlerweile auch richtig schicke 4-Sterne-Hotels, die mit modernen Standards überzeugen können. Zwar ist die Auswahl an echtem Luxus noch nicht riesig, aber man merkt deutlich, dass gerade viel Geld in die Hand genommen wird, um die Infrastruktur zu verbessern. Es entstehen immer mehr coole Bungalow-Anlagen und gemütliche Chalets in den Bergen für Leute, die es etwas individueller mögen.

Viele der alten Hotels aus der Sowjetzeit wurden in den letzten Jahren komplett auf links gedreht und modernisiert, damit sie wieder mitspielen können. Bei den neueren Häusern merkt man sofort, dass sie sich an dem orientieren, was Reisende heute so erwarten. Es gibt mehr Komfort, schöneres Design und einen besseren Service als früher. Trotzdem hat das Ganze oft noch diesen ganz eigenen, charmanten abchasischen Touch, der nicht so glattgebügelt wirkt wie in großen Hotelketten.

Bei den 3-Sterne-Häusern hat man die größte Auswahl und kann die Preise und Leistungen gut miteinander vergleichen. Es gibt auch unzählige einfache Unterkünfte für den kleinen Geldbeutel, wo man nach dem Prinzip Preis-Leistung entscheiden muss. Wichtig zu wissen ist, dass es in Abchasien kein offizielles System für die Sterne-Vergabe gibt, wie man es vielleicht aus Europa kennt. Die Kategorien werden eher nach eigenem Ermessen festgelegt, weshalb ein Hotel auf verschiedenen Portalen mal zwei und mal drei Sterne haben kann.

Am besten schaut man sich vor der Buchung aktuelle Fotos an oder liest sich durch, was andere Gäste in letzter Zeit so geschrieben haben. Nur ein kleiner Teil der Hotels liegt direkt am Wasser, die meisten sind durch eine Straße vom Strand getrennt, was aber meistens kein Problem ist. Die größeren Häuser haben oft einen eigenen Pool und bieten manchmal sogar kleine Wellness-Bereiche an. Man sollte aber genau hinschauen, ob das Frühstück im Preis drin ist oder ob man lieber gleich Vollpension bucht.

Es gibt auch noch einige Sanatorien, die sich auf klassische Kuranwendungen spezialisiert haben und spezielle Programme für die Gesundheit anbieten. Da geht es dann oft um Probleme mit dem Rücken, den Bronchien oder dem Herzen, was dort sehr professionell angegangen wird. Wer es weniger medizinisch mag, ist in den vielen Pensionen gut aufgehoben, die oft wie normale Hotels funktionieren. Manche haben ein eigenes abgeschlossenes Gelände mit Garten, was besonders für Familien mit Kindern sehr entspannt ist.

In letzter Zeit werden auch moderne Ferienanlagen mit einem Fokus auf Natur und Ökologie immer beliebter, die oft aus Holz gebaut sind. Daneben gibt es massenhaft kleine Mini-Hotels und Gästehäuser, die von Familien geführt werden und sehr persönlich sind. Man kommt dort schnell mit den Einheimischen ins Gespräch und bekommt oft die besten Tipps für die Umgebung. Es ist eine sehr herzliche Art zu wohnen, die man in einem anonymen Hotelkasten so natürlich nicht findet.

Wer sich für eine private Wohnung oder ein Ferienhäuschen entscheidet, spart nicht unbedingt immer Geld im Vergleich zu einem Hotel. Oft liegen diese Unterkünfte auch ein Stück vom Strand entfernt, sodass man einen kleinen Spaziergang einplanen muss. Und auf dem Rückweg geht es in Abchasien oft bergauf, was man bei der Hitze nicht unterschätzen sollte. Aber dafür hat man seine Ruhe und kann sich selbst versorgen, wenn man mal keine Lust auf Restaurantessen hat.

Kultur und Traditionen Abchasien

Die echte abchasische Küche zu beschreiben ist gar nicht so einfach, man muss sie einfach selbst probieren, um den Geschmack zu verstehen. Das Geheimnis liegt eigentlich nur in zwei Dingen: absolut frische Zutaten und ein Koch, der mit diesen traditionellen Gerichten aufgewachsen ist. Das Essen hier ist bodenständig, ohne viel Schnickschnack, aber dafür unglaublich sättigend und lecker. Es passt perfekt zum Klima und zum Temperament der Menschen in den Bergen, die gerne und viel essen.

Fast alles wird hier mit Adjika gewürzt, einer scharfen Paste aus rotem Pfeffer, Knoblauch und vielen Kräutern, die fast überall mit reingemischt wird. Man könnte fast sagen, dass Adjika für die Abchasen das ist, was für andere der Ketchup ist, nur eben viel besser. Die Grundpfeiler der nationalen Küche sind Fleisch, würziger Käse, Fladen aus Maismehl und natürlich der Wein. Ohne diese Sachen ist ein Tisch in Abchasien eigentlich nicht richtig gedeckt und es würde etwas Wichtiges fehlen.

Es gibt ein paar Klassiker, die man unbedingt mal gegessen haben muss, wie zum Beispiel Abysta, eine Art fester Maisbrei. Man isst ihn oft zusammen mit gebratenem Suluguni-Käse und einer Beilage aus grünen Bohnen, was eine super Kombination ist. Ein weiteres Highlight ist der Schaschlik aus frischem Lamm- oder Kalbfleisch, der beim Grillen mit Granatapfelsaft beträufelt wird. Dazu gibt es dann frisches Gemüse und natürlich wieder eine ordentliche Portion der scharfen Adjika-Paste.

Auch das abchasische Huhn, das über dem offenen Feuer gebraten wird, ist ein echter Genuss und wird besonders von den älteren Männern geschätzt. Wer lieber Fisch mag, sollte die Flussforelle probieren, die meistens ganz schlicht über Kohlen gebacken wird. Es gibt auch tolle vegetarische Sachen wie rote Bohnen mit Walnüssen und speziellen Gewürzen oder gefüllte Auberginen. Ein absolutes Muss ist auch der Atschash, eine abchasische Variante des Chatschapuri, die mit Unmengen an frischem Käse gefüllt ist.

Zum Essen gehört immer ein Krug mit lokalem Wein, der meistens eher leicht und sehr süffig ist. Erst zusammen mit dem Wein entfalten die würzigen Gerichte ihren vollen Geschmack und das Ganze wird zu einer runden Sache. Wer es etwas härter mag, trinkt nach dem Essen ein kleines Gläschen Tschatscha, das ist der lokale Traubenschnaps. Der Wein in Abchasien ist sowieso eine Wissenschaft für sich, weil die Trauben je nach Höhenlage ganz unterschiedlich schmecken.

Es lohnt sich wirklich, verschiedene Weine zu probieren, egal ob trocken oder eher süßlich, rot oder weiß. Man bekommt oft hausgemachten Wein angeboten, aber es gibt auch sehr gute Flaschen aus den großen Kellereien des Landes. Wichtig ist bei der ganzen Gastfreundschaft nur, dass man sein eigenes Maß kennt, denn der Wein geht schneller in den Kopf als man denkt. Der hausgemachte Käse ist übrigens auch eine Wucht, egal ob er frisch, geräuchert oder im Gebäck verarbeitet ist.

Am besten schmeckt das alles in einer sogenannten Apatscha, das sind traditionelle Restaurants, die oft wie kleine geflochtene Häuschen aussehen. Dort wird noch ganz klassisch über einer offenen Feuerstelle gekocht, was dem Essen ein tolles Raucharoma verleiht. Die Einrichtung ist meistens ganz schlicht, aber die Stimmung ist dafür umso herzlicher und gemütlicher. Vor allem in den kleinen Dörfern findet man diese authentischen Orte, wo man das echte Leben der Leute spürt.

Natürlich gibt es auch schickere Restaurants wie das historische Gagripsch in Gagra, wo man etwas eleganter speisen kann. Dort wird der Wein dann aus feinen Gläsern getrunken und die Gerichte sind etwas hübscher angerichtet. Solche Orte sind perfekt, wenn man mal etwas Besonderes zu feiern hat oder sich einfach mal etwas gönnen will. An der Küste findet man zudem überall kleine Cafés mit Meerblick, wo man die Brise genießen kann.

Die Kultur der Abchasen ist sehr stark von ihrem ungeschriebenen Ehrenkodex namens Apsuara geprägt, der alles regelt. Dabei geht es vor allem um Mut, Gastfreundschaft und einen riesigen Respekt vor den älteren Generationen. In den Familien gibt es eine klare Hierarchie und das Wort des Familienoberhaupts ist Gesetz, woran auch nicht gerüttelt wird. Die Verwandtschaftsverhältnisse sind extrem eng, sodass es in Abchasien zum Beispiel so gut wie keine Altersheime gibt, weil sich die Familie kümmert.

Interessant ist auch, dass es nur relativ wenige verschiedene Nachnamen gibt und alle Leute mit dem gleichen Namen als verwandt gelten. Deshalb ist es auch streng verboten, jemanden mit dem gleichen Nachnamen zu heiraten, selbst wenn man sich vorher gar nicht kannte. Ein Gast ist in Abchasien immer die wichtigste Person im Haus und wird fast schon wie ein König behandelt. Wenn ein Gast reinkommt, stehen alle auf, und man setzt sich erst wieder, wenn die Unterhaltung es zulässt.

Es gibt auch ganz strenge Regeln für Tischreden und Toasts, die man als Ausländer erst mal lernen muss. Zum Beispiel sind Toasts über die Liebe bei offiziellen Essen absolut tabu, weil das als reine Privatsache gilt. In der Öffentlichkeit zeigt man seine Zuneigung zwischen Mann und Frau eher nicht, das gehört sich einfach nicht. In manchen Dörfern entscheiden die Männer auch heute noch wichtige Dinge auf großen Volksversammlungen, um die alten Traditionen am Leben zu erhalten.

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