Warum wir die Schlösser Transsilvaniens gegen die nebligen Berge des Nordens tauschten
Die Idee, nach Rumänien zu reisen, kam ganz spontan, als meine Frau und ich merkten, dass wir genug von den typischen europäischen Hauptstädten und überlaufenen Ferienorten hatten. Wir sehnten uns nach etwas Echtem, ein wenig Wildem, das gleichzeitig kinderfreundlich ist. Transsilvanien mit seinem Draculaschloss schien uns zu touristisch, daher fiel mein Blick auf die nördliche Region — die Maramuresch. Dieser Ort wird oft als lebendiges Freilichtmuseum bezeichnet, in dem die Zeit stillzustehen scheint. Wir wählten den März für unsere Reise, wohlwissend, dass das Wetter launisch sein könnte. Doch genau darin lag der Reiz: das Erwachen der Natur ohne Touristenmassen zu erleben.
Die Vorbereitung war gründlich. Ich verbrachte Stunden damit, den Zustand der Straßen im Rodna-Gebirge zu recherchieren und nach Unterkünften zu suchen, die kein gewöhnliches Hotel, sondern traditionelle Gästehäuser waren. Bewusst verzichteten wir darauf, im Galopp durch das ganze Land zu hetzen, und konzentrierten uns stattdessen auf eine einzige Region. Das Hauptziel waren die Nationalparks und authentische Dörfer, in denen die Menschen ihre traditionelle Kleidung nicht für Touristen tragen, sondern weil es ihr Alltag ist. Die Kinder waren voller Vorfreude: Ihnen wurden echte Berge, eine Dampfeisenbahn und ein Leben versprochen, das sie sonst nur aus Büchern kannten.
Die Stimmung vor dem Start war gemischt — eine leichte Nervosität wegen des unberechenbaren Frühlingswetters paarte sich mit dem Eifer von Entdeckern. Wir packten wasserfeste Schuhe, Thermounterwäsche und eine Liste lokaler Bauernmärkte ein. Der Plan war simpel: In Vișeu de Sus zu wohnen und von dort aus Sternfahrten in die Berge und benachbarten Täler zu unternehmen. Wir wollten Stille, den Geruch von nassem Wald und die echte rumänische Gastfreundschaft spüren, über die in Blogs für Individualreisende so viel geschrieben wird.
Tag 1. Der Duft von Holz und das erste Abendessen am Kamin
Unsere Reise begann mit der Ankunft in der kleinen Stadt Vișeu de Sus, die für die nächsten neun Tage unsere Basis sein sollte. Die Stadt empfing uns mit feuchter Luft und tief hängenden Wolken, die sich an den Hügelkuppen festbissen. Wir hatten ein Apartment im Gästehaus Casa de sub munte gebucht — ein traditioneller Holzbau, in dem es nach frischen Spänen und getrockneten Kräutern duftete. Der Gastgeber, der herzliche Ion, empfing uns so, als wären wir entfernte Verwandte, die er seit zehn Jahren nicht mehr gesehen hatte.
Nach dem Einzug machten wir uns auf den Weg, um das Stadtzentrum zu erkunden. Der erste Eindruck: Es ist hier sehr friedlich. Die Kinder bewunderten sofort die lokale Architektur, insbesondere die massiven, geschnitzten Holztore, die in der Maramuresch ein Statussymbol für die Familien sind. Wir besuchten eine kleine Bäckerei, wo wir noch warmes Brot und lokale Salzbrezeln — Covrigi — kauften. Das Essen in Rumänien erwies sich als sehr preiswert und qualitativ hochwertig, was bei einem Familienbudget natürlich erfreulich ist.
Zu Mittag aßen wir im Restaurant des Hotels Gabriela. Ich bestellte die berühmte Ciorbă de burtă (Kuttelsuppe), während meine Frau und die Kinder die bekanntere Ciorbă rădăuțeană wählten — eine sämige Hühnersuppe mit Sauerrahm und Knoblauch. Die Portionen waren gewaltig. Zum Nachtisch gab es Papanași — Quarkkrapfen mit Blaubeermarmelade und Schmand. Die Kinder waren begeistert, auch wenn es schwer war, eine Portion zu zweit zu bewältigen. Den Abend verbrachten wir gemütlich in unserem Haus und besprachen beim Knistern des Kaminfeuers die Pläne für den nächsten Tag.
Tag 2. Die Waldbahn und neblige Täler
Heute stand der Tag an, auf den sich die Kinder am meisten gefreut hatten — eine Fahrt mit der Mocănița. Es ist die letzte mit Dampflokomotiven betriebene Waldbahn in Europa, die noch heute im Einsatz ist. Wir hatten die Tickets vorab online gekauft, da der Andrang selbst in der Nebensaison groß ist. Am Morgen herrschte am Bahnhof reges Treiben; die Dampflok stieß dichte Dampfwolken aus und schuf eine Atmosphäre wie zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Märznebel verlieh der Szenerie eine mystische Note.
Der Zug schlich langsam mit seinen Waggons am Ufer des Flusses Wasser entlang, tief hinein in die wilden Wälder des Maramuresch-Nationalparks. Das Mobilfunknetz verschwand fast sofort, was wunderbar war. Wir blickten aus den Fenstern auf die steilen, fichtengekrönten Hänge und die reißenden Schmelzwasserströme im Fluss. An einem der Haltepunkte wurden uns heißer Tee und lokale Käsetaschen angeboten. Die Kinder beobachteten fasziniert, wie der Heizer Holz in den Kessel nachlegte, während ich versuchte, durch die beschlagenen Scheiben ein gutes Foto zu machen.
An der Endstation Paltin stiegen wir für einen Spaziergang aus. Der Wald im frühen Frühling wirkt rau: Moos, kahle Buchenzweige und die ersten Schneeglöckchen, die durch das alte Laub brechen. Die Luft war so rein, dass uns fast schwindelig wurde. Am späten Nachmittag kehrten wir in die Stadt zurück, kauften im Supermarkt lokalen Cașcaval-Käse und Schinken für ein leichtes Abendessen. Wir spürten eine angenehme Müdigkeit, und die Eindrücke von der Dampflok blieben als eines der Highlights der Reise in Erinnerung.
Tag 3. Holzkunst und die Stille des Iza-Tals
Am dritten Tag entschieden wir uns, die Umgebung zu erkunden, und fuhren in das Tal des Flusses Iza. Dies ist das Herz der Region, in der die meisten der alten Holzkirchen erhalten geblieben sind, die zum UNESCO-Welterbe gehören. Unser erster Anlaufpunkt war die Kirche im Dorf Ieud. Sie wurde im 14. Jahrhundert erbaut und wirkt, als wäre sie mit der Erde verwachsen. Im Inneren herrscht Halbdunkel, es duftet nach altem Holz, und man sieht einzigartige Malereien auf Leinwänden, die direkt an die Wände genagelt sind. Die Kinder waren ungewohnt leise, beeindruckt von der Atmosphäre des Ortes.
Anschließend fuhren wir zum Klosterkomplex Bârsana. Obwohl viele Gebäude dort modern sind, wurden sie streng nach den alten Traditionen errichtet. Die hohen, spitzen Kirchendächer vor dem Hintergrund der grauen Frühlingsberge sahen unglaublich fotogen aus. Wir spazierten fast zwei Stunden über das Gelände. Es waren kaum Menschen da, nur ein paar Nonnen kümmerten sich um den Garten. Es war ein Moment absoluter Ruhe.
Mittagessen gab es in einem Gästehaus im Dorf Onești. Die Gastgeberin bereitete uns Mămăligă (Maisbrei) mit Käse und hausgemachten Grieben zu. Für die Kinder gab es eine Variante mit Milch und Honig. Die rumänische Küche ist sehr einfach, sättigend und ehrlich. Zurück in Vișeu de Sus recherchierte ich abends lange über die Technik dieser Kirchen, die ohne einen einzigen Nagel gebaut wurden — es ist erstaunlich, wie Holz in diesem feuchten Klima Jahrhunderte überdauern kann. Wir schliefen wieder in unserem gemütlichen Haus und lauschten dem Regen auf dem Dach.
Tag 4. Nationale Küche und die Suche nach den Wisenten
Den vierten Tag widmeten wir einem Ausflug in Richtung des Naturparks Vânători-Neamț, auch wenn dieser etwas weiter entfernt lag, als wir ursprünglich geplant hatten. Das Hauptziel war es, Wisente zu sehen. Der Frühling ist eine gute Zeit für Beobachtungen, da die Tiere oft auf freie Flächen kommen, um das erste frische Grün zu suchen. Wir hatten Glück: In den Gehegen des Akklimatisierungszentrums sahen wir mehrere dieser majestätischen Bullen. Die Kinder waren tief beeindruckt von der Größe dieser Tiere.
Auf dem Rückweg hielten wir am Straßenrestaurant „Hanul Ancuței“. Dies ist ein geschichtsträchtiger Ort, der sogar in der rumänischen Literatur beschrieben wird. Das Interieur ist im Stil einer alten Poststation gehalten. Wir bestellten Plăcinte — Fladenbrot mit verschiedenen Füllungen (Quark, Kräuter, Äpfel). Ich probierte den lokalen Schnaps, Țuică, der ziemlich stark war, aber nach dem windigen Spaziergang hervorragend wärmte. Die Kinder ließen sich die Fleischklößchensuppe (Ciorbă de perișoare) schmecken.
Den Abend verbrachten wir mit Spaziergängen durch Vișeu de Sus. Wir landeten in Wohnvierteln, wo die Menschen ihrem Alltag nachgingen: Jemand reparierte einen Zaun, jemand anderes trieb Schafe zusammen. Die Maramuresch ist keine Kulisse, es ist das echte Leben. Ich suchte nach lokalen Rezepten, um zu verstehen, wie sie diesen köstlichen Schafskäse herstellen. Es stellte sich heraus, dass das Geheimnis in einer speziellen Räuchermethode liegt. Wir gingen früh schlafen, da für den nächsten Tag eine größere Wanderung in den Rodna-Bergen geplant war.
Tag 5. Die Schneegipfel der Rodna-Berge
Der Morgen des fünften Tages war sonnig, und wir entschieden, dass dies der perfekte Moment für eine Fahrt nach Borșa sei, um höher in die Rodna-Berge hinaufzusteigen. Dies ist eine der schönsten Gebirgsketten Rumäniens. Wir fuhren zur Talstation des Sessellifts, der das ganze Jahr über in Betrieb ist. Die Fahrt mit dem Sessellift war ein Abenteuer für sich, besonders im Frühling, wenn unten bereits das Gras grünt, während oben noch Schneemassen liegen. Die Kinder waren begeistert vom Wechsel der Jahreszeiten innerhalb von zehn Minuten.
Oben angekommen machten wir uns auf den Weg zum Wasserfall Cailor (Pferdefall). Der Pfad war rutschig und stellenweise lag noch dichter Schnee, aber wir trugen unsere Trekkingschuhe. Im Frühling führt der Wasserfall besonders viel Wasser aufgrund der Schneeschmelze. Ein gewaltiger Anblick: Das Wasser stürzt aus einer Höhe von etwa 90 Metern in mehreren Kaskaden herab. Wir machten ein kleines Picknick direkt am Fuße des Falls mit unseren Thermoskannen und Sandwiches. Die Luft war kühl, aber die Sonne brannte schon richtig warm.
Beim Abstieg trafen wir eine Gruppe lokaler Bergretter, die die Routen kontrollierten. Sie gaben uns Tipps, welche Wege wir wegen kleinerer Lawinengefahren an steilen Abschnitten meiden sollten. Unser Mittagessen nahmen wir spät in einem kleinen Café im Tal ein. Wir aßen heiße Bohnen im Brotlaib mit Geräuchertem. Das war genau das Richtige nach der körperlichen Anstrengung. Den Abend verbrachten wir in Vișeu, sortierten träge die Fotos und genossen die Stille in unserem Hof.
Tag 6. Handwerkswerkstätten und der Fröhliche Friedhof
Am sechsten Tag fuhren wir in Richtung der Grenze zur Ukraine, in das Dorf Săpânța. Dieser Ort ist berühmt für seinen „Fröhlichen Friedhof“ (Cimitirul Vesel). Es klingt merkwürdig, aber es ist ein absolut einzigartiger Ort. Anstatt düsterer Grabsteine stehen hier leuchtend blaue Holzkreuze mit naiven Malereien und humorvollen Versen über das Leben der Verstorbenen. Mit Hilfe eines Online-Übersetzers lasen wir einige der Epitaphe — es ist ein erstaunlicher Umgang mit dem Tod, ohne Pathos, dafür mit einer Portion Ironie und Dankbarkeit für das gelebte Leben.
Danach besuchten wir einen lokalen Holzschnitzer, den uns unser Gastgeber Ion empfohlen hatte. Der Meister zeigte uns, wie die berühmten Maramuresch-Tore geschnitzt werden. Die Kinder durften sogar versuchen, das Schnitzmesser zu halten. Das war keine Touristenattraktion, sondern einfach ein Mann, der in seiner Werkstatt arbeitete und uns freundlich empfing. Das ist das Schöne an dieser Region: Die Menschen sind offen und nicht vom Massentourismus verdorben. Wir kauften bei ihm einen kleinen Holzlöffel mit traditionellem Muster als Souvenir.
Zu Mittag aßen wir in Sighetu Marmației, einer Grenzstadt mit sehr interessanter Architektur. Wir besuchten das Restaurant „Casa Iurca“, das für seine Küche bekannt ist. Ich probierte Hirschgulasch mit Mămăligă, während meine Frau gebackene Forelle wählte. Der Fisch hier ist fangfrisch und stammt aus den zahlreichen Gebirgszuchten. Nach dem Essen schlenderten wir durch die Straßen von Sighet, betrachteten die alten Gebäude und sogen die Atmosphäre der Stadt auf, in der rumänische, ungarische und jüdische Kulturen verschmelzen. Die Nacht verbrachten wir wieder friedlich in unserem liebgewonnenen Haus in Vișeu.
Tag 7. Seen und Waldpfade
Den siebten Tag wollten wir so aktiv wie möglich in der Natur verbringen. Wir fuhren in Richtung des Nationalparks Maramuresch-Gebirge und wählten eine einfachere Route, damit die Kinder nicht zu sehr ermüdeten. Es war ein Tag der Waldwege. Der Wald im Vorfrühling wirkt sehr grafisch: dunkle Baumstämme, leuchtend grünes Moos und eine glasklare Luft. Wir suchten nach Tierspuren und bestimmten die Vögel, deren Gesang uns umgab. Die Kinder veranstalteten einen Wettbewerb, wer die ungewöhnlichsten Steine im Bach finden würde.
Das Mittagessen organisierten wir als Picknick am Ufer eines kleinen Waldsees, dessen Namen ich mir nicht einmal gemerkt habe — er war auf der Karte einfach als Aussichtspunkt markiert. Das Wasser im See war eiskalt und kristallklar. Wir saßen auf einem alten umgestürzten Baumstamm, aßen lokalen Käse und Äpfel und hörten dem Rauschen des Waldes zu. In solchen Momenten wird einem klar, dass man genau deshalb weit weg von den Städten reisen sollte.
Auf dem Rückweg hielten wir an einer kleinen Käserei. Dort kauften wir frischen Urda (ein weicher Molkenkäse) und einen Laib gereiften Käse, der in Fichtenrinde gewickelt war. Am Abend veranstalteten wir zu Hause eine Verkostung. Es stellte sich heraus, dass der Käse in der Rinde ein sehr spezifisches, harziges Aroma hat, das perfekt mit dem lokalen Rotwein harmoniert. Wir saßen noch lange auf der Veranda, in Decken gehüllt, und schauten in die Sterne, die in den Bergen riesig wirken.
Tag 8. Letzte Einkäufe und ein Kochkurs
Den vorletzten Tag ließen wir entspannter angehen. Am Morgen besuchten wir den lokalen Markt in Vișeu de Sus. Das war ein echtes Eintauchen in den Alltag: Omas mit Kopftüchern verkauften Eier vom eigenen Hof, Milch in Plastikflaschen, Bündel mit erstem Grünzeug und gestrickte Socken aus grober Wolle. Wir kauften mehrere Paare dieser Socken — das beste Geschenk für Freunde zu Hause. Außerdem nahmen wir einige Gläser hausgemachte Waldbeermarmelade und Honig mit Nüssen mit.
Am Nachmittag bot uns unsere Gastgeberin einen kleinen Kochkurs für Sarmale (rumänische Kohlrouladen) an. Es stellte sich heraus, dass sie hier in sehr kleine Blätter von milchsauer vergorenem Kohl gewickelt werden, sodass sie winzig klein sind — nur ein Bissen. Die Kinder wickelten eifrig ihre ersten Sarmale, und danach aßen wir sie alle gemeinsam. Das war das herzlichste Mittagessen der ganzen Reise. Der Geschmack von hausgemachtem Essen, das mit Liebe zubereitet wurde, ist durch nichts zu ersetzen.
Den Abend widmeten wir dem Packen und einem letzten Spaziergang durch Vișeu. Wir besuchten die lokale Kirche während des Gottesdienstes, um einfach dazustehen und den Gesängen zu lauschen. Auch ohne religiös zu sein, spürten wir die besondere Energie dieses Ortes. Die Stadt versank bereits in der Dämmerung, in den Fenstern leuchteten warme Lichter auf. Wir fühlten uns nach diesen neun Tagen ein wenig heimisch. Ein letztes Mal schliefen wir in unserem Holzhaus, mit einer leichten Wehmut im Herzen angesichts der bevorstehenden Abreise.
Tag 9. Abschied von den Bergen und das Resümee
Der Morgen des neunten Tages begrüßte uns mit strahlendem Sonnenschein, fast als wolle er sagen, dass es Zeit sei zu gehen, aber dass die Maramuresch uns immer wieder willkommen heißen wird. Wir frühstückten in aller Ruhe, verbrauchten die letzten Vorräte der lokalen Produkte und verabschiedeten uns herzlich von Ion. Er schenkte den Kindern zum Abschied kleine hölzerne Schutzamulette. Der Rückweg über die Pässe war unglaublich schön: In dieser Woche war der Schnee an den Hängen sichtlich geschmolzen, und überall plätscherten Bäche.
Was kann ich über Rumänien und speziell die Maramuresch sagen? Dieses Ziel hat unsere Erwartungen übertroffen. Wir hatten Angst vor schlechten Straßen, aber sie erwiesen sich als völlig in Ordnung, zumindest die Hauptverkehrswege. Wir hatten Angst vor der Sprachbarriere, aber die Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen lösten jedes Problem. Für die Kinder war es eine großartige Lektion, dass die Welt viel vielfältiger ist als ein Smartphone-Display. Sie sahen, wie Lebensmittel wachsen, wie Häuser aus Holz gebaut werden und wie man sich an einfachen Dingen erfreuen kann.
Am meisten in Erinnerung geblieben ist die Stille und das Fehlen jeglicher Hast. In der Maramuresch rennt man nicht von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit, man lebt einfach in diesem Rhythmus. Als einziger Minuspunkt ließe sich das unberechenbare Wetter nennen, aber darauf waren wir vorbereitet. Das nächste Mal würde ich gerne im Sommer wiederkommen, um für ein paar Tage mit Zelten in die Rodna-Berge zu ziehen. Rumänien ist ein Land, in das man sich nicht sofort verliebt, aber dafür für immer — wegen seiner Ehrlichkeit, dem Duft von Holzfeuer aus den Öfen und den endlosen Wäldern, die sich wahrhaft lebendig anfühlen.