Der Stand des Straßenverkehrs in Kolumbien
Wer sich dazu entschließt, Kolumbien mit einem Mietwagen zu erkunden, begibt sich auf eine Reise durch ein Land, das in den letzten Jahren einen massiven Sprung in seiner Infrastruktur gemacht hat. Wenn man an Kolumbien denkt, haben viele oft noch Bilder von unwegsamen Dschungelpfaden im Kopf, doch die Realität auf den Hauptverkehrsadern sieht heute ganz anders aus. Die Regierung hat Milliarden in das sogenannte 4G-Programm investiert, was bedeutet, dass viele der wichtigsten Verbindungswege zwischen den großen Metropolen wie Bogotá, Medellín und Cali mittlerweile modernisierte, mehrspurige Autobahnen sind. Trotzdem bleibt das Autofahren hier ein Abenteuer, das man nicht unterschätzen sollte. Die Geografie Kolumbiens ist durch die drei massiven Kordilleren der Anden geprägt, was bedeutet, dass eine Mietwagenfahrt oft über unzählige Kurven, steile Anstiege und tiefe Täler führt. Wer hier ein Auto mieten möchte, muss sich darauf einstellen, dass die Durchschnittsgeschwindigkeit aufgrund der Topografie oft viel niedriger ist, als man es aus Europa gewohnt ist. Eine Strecke von 200 Kilometern kann hier gut und gerne mal fünf Stunden dauern, besonders wenn man hinter einem schweren Lastwagen feststeckt, der sich mühsam den Berg hinaufquält.
Die Straßenqualität variiert stark je nach Region. In den touristisch gut erschlossenen Gebieten wie dem Kaffeedreieck oder entlang der Karibikküste sind die Straßen meist in einem hervorragenden Zustand. Hier macht die Autovermietung richtig Spaß, da man auf gut asphaltierten Wegen an Bananenplantagen und bunten Dörfern vorbeigleitet. Sobald man jedoch die Hauptstraßen verlässt, um versteckte Juwelen zu finden, kann der Mietwagen schnell auf Schotterpisten oder Wege mit Schlaglöchern treffen. Ein wichtiger Aspekt für jeden, der in Kolumbien ein Auto mieten will, sind die Mautstationen, die sogenannten Peajes. Diese finden sich in regelmäßigen Abständen auf fast allen gut ausgebauten Straßen. Die Gebühren liegen meist zwischen 3 und 5 Euro pro Station und müssen fast immer in bar in der Landeswährung bezahlt werden. Es ist also unerlässlich, immer genug Bargeld im Handschuhfach zu haben, wenn man mit dem Mietauto unterwegs ist. Die Beschilderung hat sich zwar verbessert, aber ohne eine verlässliche Navigations-App wie Waze ist man oft aufgeschmissen, da Baustellen oder Erdrutsche nach starken Regenfällen die Route spontan ändern können.
Ein ganz besonderes Phänomen in den kolumbianischen Städten ist das System Pico y Placa. Um den enormen Verkehr in Städten wie Bogotá oder Medellín in den Griff zu bekommen, dürfen Fahrzeuge an bestimmten Wochentagen zu bestimmten Uhrzeiten nicht fahren, basierend auf der Endnummer ihres Nummernschilds. Wer eine Autovermietung nutzt, sollte unbedingt den Vermieter fragen, welche Regeln für den spezifischen Mietwagen gelten, um saftige Bußgelder oder gar das Abschleppen des Wagens zu vermeiden. Die Tankstellen-Infrastruktur ist glücklicherweise sehr dicht. An den meisten Stationen wird man noch bedient, man muss also nicht einmal aus dem Mietauto aussteigen. Benzin ist im Vergleich zu europäischen Preisen recht günstig, was die Mietwagenpreise in der Gesamtkalkulation der Reisekasse etwas attraktiver macht. Insgesamt lässt sich sagen, dass die Autovermietung in Kolumbien eine Freiheit bietet, die man mit Bussen niemals erreichen könnte, solange man Geduld für die Berge und Respekt vor dem temperamentvollen Fahrstil der Einheimischen mitbringt.
Die Kosten für einen Mietwagen in Kolumbien
Wenn man die Planung für den Urlaub angeht, ist die Frage nach dem Budget für den Mietwagen oft zentral. Die Mietwagenpreise in Kolumbien hängen stark von der Saison, der Vorlaufzeit der Buchung und natürlich dem Fahrzeugtyp ab. In der Hochsaison, also rund um Weihnachten, Neujahr und die Karwoche (Semana Santa), können die Preise für eine Autovermietung deutlich in die Höhe schießen. Wer ein Auto mieten möchte, sollte also so früh wie möglich reservieren. Im Durchschnitt muss man für einen einfachen Kleinwagen mit Kosten ab etwa 35 Euro pro Tag rechnen, wobei darin meist nur eine Basisversicherung enthalten ist. Für anspruchsvollere Strecken in den Bergen oder an die abgelegenen Strände der Pazikküste ist ein robusteres Fahrzeug oft die bessere Wahl, was sich natürlich im Preis widerspiegelt. Hier ist eine detaillierte Übersicht über die ungefähren Mietwagenpreise pro Tag für verschiedene Fahrzeugklassen:
- Kleinstwagen (z.B. Kia Picanto) – ideal für die Stadt: ca. 32 € bis 40 €
- Economy-Klasse (z.B. Renault Logan) – ausreichend für zwei Personen: ca. 38 € bis 48 €
- Kompaktklasse (z.B. Chevrolet Onix) – guter Komfort für längere Strecken: ca. 45 € bis 55 €
- Mittelklasse-Limousine (z.B. Volkswagen Jetta) – für Geschäftsreisende: ca. 60 € bis 75 €
- Kompakt-SUV (z.B. Renault Duster) – der Favorit für Kolumbien: ca. 65 € bis 85 €
- Standard-SUV (z.B. Mazda CX-5) – viel Platz und Sicherheit: ca. 85 € bis 110 €
- Großer Geländewagen 4x4 (z.B. Toyota Fortuner) – für echtes Gelände: ca. 130 € bis 170 €
- Pick-up Truck (z.B. Nissan Frontier) – praktisch für viel Gepäck: ca. 110 € bis 145 €
- Premium-SUV (z.B. BMW X3 oder Audi Q5) – für Luxusliebhaber: ca. 180 € bis 250 €
- Minivan für 7 Personen (z.B. Dodge Journey) – für Familien: ca. 95 € bis 130 €
- Großer Personen-Van (z.B. Mercedes Sprinter) – für Gruppen: ca. 150 € bis 210 €
- Spezialfahrzeuge wie Offroad-Jeeps (z.B. Suzuki Jimny): ca. 70 € bis 95 €
Zusätzlich zu den reinen Mietkosten für den Mietwagen kommen oft noch Gebühren für Zusatzfahrer hinzu, die meist um die 5 bis 8 Euro pro Tag liegen. Ein sehr wichtiger Punkt bei der Autovermietung in Kolumbien ist die Kaution. Diese wird auf der Kreditkarte blockiert und kann bei größeren Fahrzeugen oder SUVs schnell zwischen 1.000 und 2.500 Euro liegen. Man sollte also sicherstellen, dass das Kreditkartenlimit hoch genug ist, bevor man das Auto mieten geht. Ein weiterer Kostenfaktor ist die Einweggebühr. Wenn man den Mietwagen in Bogotá abholt und in Cartagena wieder abgeben möchte, können hierfür Gebühren zwischen 150 und 300 Euro anfallen, da das Fahrzeug meist per Transporter zurückgebracht werden muss. Trotz dieser Kosten bleibt die Fahrzeugmiete oft die wirtschaftlichste Lösung für Gruppen oder Familien, da man sich die teuren Inlandsflüge und die oft komplizierten Transfers spart. Wer geschickt vergleicht und lokale Feiertage meidet, kann bei der Autovermietung in Kolumbien durchaus faire Deals finden, die den Geldbeutel nicht sprengen.
Beliebte Marken und Modelle für den Mietwagen in Kolumbien
Der Automarkt in Kolumbien hat seine ganz eigenen Favoriten, was sich auch eins zu eins in den Flotten der Autovermietung widerspiegelt. Wer ein Auto mieten will, wird feststellen, dass Marken wie Renault, Chevrolet und Toyota das Straßenbild dominieren. Das liegt vor allem an der Verfügbarkeit von Ersatzteilen und der Robustheit der Motoren, die mit der dünnen Bergluft und den teils steilen Steigungen gut zurechtkommen müssen. Besonders Renault hat in Kolumbien eine lange Tradition und wird oft als die Nationalmarke angesehen, da viele Modelle vor Ort montiert werden. Ein Mietwagen dieser Marke ist in der Regel zuverlässig und gut an die lokalen Bedingungen angepasst. Hier ist eine Liste der 15 gängigsten Modelle, die man bei einer Autovermietung in Kolumbien finden kann, inklusive ihrer spezifischen Vorteile:
- Renault Logan: Ein sehr geräumiger Sedan der Economy-Klasse, der für ca. 40 € pro Tag zu haben ist. Sein Vorteil ist der riesige Kofferraum und das unkomplizierte Fahrverhalten.
- Chevrolet Onix: Ein moderner Kompaktwagen, der oft über eine gute Ausstattung verfügt und ca. 45 € kostet. Er ist spritzig und ideal für die Küstenregionen.
- Renault Duster: Der wohl beliebteste Mietwagen für Touristen. Für etwa 70 € bekommt man ein Fahrzeug mit hoher Bodenfreiheit, das perfekt für die holprigen Straßen im Kaffeedreieck ist.
- Toyota Hilux: Der Inbegriff von Stärke. Wer diesen Pick-up für ca. 140 € mietet, kommt überall durch, egal wie schlammig die Straße nach einem Tropenregen ist.
- Kia Picanto: Der König der Großstadt. Für ca. 35 € ist er der günstigste Mietwagen und passt in jede noch so kleine Parklücke in Bogotá.
- Suzuki Swift: Ein sehr sparsamer Kleinwagen für ca. 42 €, der sich besonders für Alleinreisende oder Paare eignet, die auf das Budget achten.
- Nissan Frontier: Ein robuster Pick-up für ca. 120 €, der oft als Alternative zum Hilux angeboten wird und exzellenten Komfort auf langen Strecken bietet.
- Ford Explorer: Wer Luxus und Platz sucht, findet diesen SUV oft für ca. 190 €. Er ist ideal für lange Fahrten auf den neuen Autobahnen.
- Mitsubishi Montero: Ein klassischer Geländewagen für ca. 135 €, der besonders in den bergigen Regionen von Antioquia sehr geschätzt wird.
- Mazda CX-5: Ein eleganter SUV für ca. 100 €, der Fahrspaß und Design kombiniert und sich auf den kurvigen Bergstraßen sehr stabil anfühlt.
- Hyundai Tucson: Ein zuverlässiger Allrounder für ca. 90 €, der oft bei der Autovermietung als Standard-SUV in der Flotte steht.
- Volkswagen Gol: Ein solider Kleinwagen für ca. 38 €, der für seine Langlebigkeit bekannt ist und ein vertrautes europäisches Fahrgefühl vermittelt.
- Toyota Land Cruiser: Das Luxus-Biest für ca. 220 €. Wer diesen Mietwagen wählt, genießt höchstes Prestige und ultimative Geländegängigkeit.
- Chevrolet Tracker: Ein kleinerer SUV für ca. 75 €, der die Vorteile eines kompakten Autos mit der erhöhten Sitzposition verbindet.
- Suzuki Jimny: Der Kult-Offroader für ca. 85 €. Er ist klein, wendig und kommt dank echtem Allradantrieb auch dort weiter, wo andere Mietwagen aufgeben.
Bei der Wahl des Modells sollte man immer bedenken, wohin die Reise geht. In den Anden ist ein Motor mit etwas mehr Hubraum oder ein Turbo sinnvoll, da man sonst an den langen Steigungen schnell an Kraft verliert. Wer nur die Strecke zwischen Cartagena und Santa Marta an der Küste fährt, kommt hingegen wunderbar mit einem normalen Sedan oder Kompaktwagen aus. Die Autovermietung vor Ort berät meist gut, welches Auto für die geplante Route am besten geeignet ist. Ein weiterer Tipp: Achten Sie beim Auto mieten darauf, ob das Fahrzeug über eine Klimaanlage verfügt, was in den heißen Tiefebenen und an der Küste absolut überlebensnotwendig ist, während man in Bogotá oder Pasto eher eine Heizung gebrauchen könnte.
Spannende Routen für die Reise mit dem Mietwagen in Kolumbien
Kolumbien ist ein Land, das förmlich danach schreit, mit dem Mietwagen erkundet zu werden, denn die schönsten Orte liegen oft abseits der großen Busrouten. Wenn man ein Auto mieten und die Freiheit genießen möchte, bieten sich Routen an, die durch völlig unterschiedliche Klimazonen führen. Von der tropischen Karibikküste bis hinauf in die nebligen Hochanden gibt es unzählige Möglichkeiten. Hier sind 10 der populärsten Routen für eine Tour mit dem Mietwagen:
- Die Kaffeeroute (Eje Cafetero): Start in Pereira oder Armenia, Fahrt durch Salento, Filandia und das Cocora-Tal. Diese Route bietet atemberaubende Ausblicke auf grüne Hügel und riesige Wachspalmen, wobei die Straßen kurvig, aber gut befahrbar sind.
- Die Karibikküste: Von Cartagena über Barranquilla bis nach Santa Marta und weiter zum Tayrona Nationalpark. Diese Strecke ist meist flach, sehr heiß und bietet fantastische Stopps an einsamen Stränden und in historischen Städten.
- Die koloniale Route: Von Bogotá nach Villa de Leyva. Ein kurzer, aber wunderschöner Roadtrip durch die Boyacá-Region, vorbei an charmanten Dörfern mit Kopfsteinpflaster und weißen Häusern, die zum Verweilen einladen.
- Der Santander-Loop: Von Bucaramanga nach Barichara und zum Chicamocha-Canyon. Diese Route für den Mietwagen ist spektakulär und bietet einige der tiefsten Schluchten der Welt sowie extrem kurvige, aber gut ausgebaute Straßen.
- Die Süd-Route: Von Cali über Popayán bis nach San Agustín. Diese Strecke führt tief in das kulturelle Herz Kolumbiens zu den berühmten archäologischen Stätten, wobei man hier unbedingt ein SUV mieten sollte.
- Die Tatacoa-Wüste: Von Neiva aus erreicht man in kurzer Zeit diese surreale Landschaft aus roten und grauen Felsformationen, die besonders bei Sonnenuntergang magisch wirkt.
- Antioquias Berge: Von Medellín nach Guatapé und zum Piedra del Peñol. Eine kurze Fahrt durch saftig grüne Landschaften, die man mit einem Mietauto in nur zwei Stunden von der Stadt aus bewältigen kann.
- Die Route der Weißen Städte: Eine Fahrt durch den Südwesten, die in Popayán beginnt und durch die malerischen Täler der Zentralkordillere führt, ideal für Fotografen und Kulturliebhaber.
- Von Bogotá nach Honda: Ein Abstieg aus der Kälte der Hauptstadt in das heiße Tal des Magdalena-Flusses, wobei man auf dieser Strecke die klimatische Vielfalt des Landes auf nur 150 Kilometern erlebt.
- Die Pazifik-Abenteuer-Tour: Von Cali nach Buenaventura. Eine Route, die durch dichten Dschungel führt und den Mietwagen vor die Herausforderung hoher Luftfeuchtigkeit und dichter Vegetation stellt, bevor man das Meer erreicht.
Jede dieser Routen hat ihren eigenen Charme. Während die Karibikküste eher entspanntes Fahren bei Meeresbrise bietet, verlangt die Fahrt durch die Anden volle Konzentration und gute Fahrkenntnisse. Wer ein Auto mieten will, sollte sich für jede Route genug Zeit nehmen, da man hinter jeder Kurve anhalten möchte, um Fotos zu machen oder an einem der vielen Straßenstände eine Arepa oder einen frischen Saft zu probieren. Der Mietwagen ermöglicht es auch, in kleinen Gasthäusern (Fincas) zu übernachten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum zu erreichen sind, was das Reiseerlebnis in Kolumbien auf ein ganz neues Level hebt. Die Autovermietung in den großen Städten bietet oft Kartenmaterial an, aber eine digitale Karte ist aufgrund der häufigen Straßensperrungen durch Bauarbeiten unerlässlich.
Besonderheiten bei der Fahrzeugmiete in Kolumbien
Die Entscheidung für einen Mietwagen in Kolumbien bringt einige spezifische Besonderheiten mit sich, die man kennen sollte, um die Reise vollends zu genießen. Zunächst einmal ist die Autovermietung in diesem Land ein sehr persönlicher Prozess. Oft wird man am Flughafen von einem Mitarbeiter empfangen, der einen zum Fahrzeug führt und alles im Detail erklärt. Man sollte sich für die Übergabe des Mietautos Zeit nehmen und jeden noch so kleinen Kratzer im Protokoll vermerken lassen. In Kolumbien nehmen es die Anbieter sehr genau mit dem Zustand der Fahrzeuge bei der Rückgabe, und da die Straßenbedingungen manchmal hart sein können, ist eine gründliche Dokumentation der beste Schutz für den eigenen Geldbeutel.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist das Thema Versicherung. Wenn Sie ein Auto mieten, werden Sie feststellen, dass es verschiedene Stufen der Absicherung gibt. Die Haftpflichtversicherung (SOAT) ist obligatorisch und im Preis enthalten, deckt aber oft nur minimale Schäden ab. Es wird dringend empfohlen, eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung abzuschließen, auch wenn dies die Mietwagenpreise pro Tag nach oben treibt. Die Gefahr von Steinschlägen auf den Bergstraßen oder kleineren Parkremplern in den engen Städten ist einfach zu groß, um das Risiko selbst zu tragen. Viele Autovermietungen bieten auch einen Schutz gegen Diebstahl an, was in Kolumbien durchaus sinnvoll sein kann, obwohl die Sicherheitslage sich massiv verbessert hat.
Das Mindestalter für die Autovermietung liegt in Kolumbien meist bei 21 oder sogar 23 Jahren. Junge Fahrer unter 25 müssen oft mit einer zusätzlichen Gebühr rechnen. Zudem ist ein internationaler Führerschein zwar offiziell nicht immer zwingend erforderlich, wenn der nationale Führerschein in lateinischer Schrift ausgestellt ist, aber er schadet definitiv nicht, besonders bei Polizeikontrollen auf dem Land. Polizisten in Kolumbien sind meist sehr freundlich zu Touristen, schätzen es aber sehr, wenn alle Dokumente ordentlich und übersichtlich präsentiert werden. Wenn man mit dem Mietwagen in eine Kontrolle kommt, sollte man ruhig bleiben, die Papiere zeigen und ein kurzes Gespräch über das Reiseziel führen – das lockert die Stimmung meist sofort auf.
Beim Thema Kraftstoff sollte man wissen, dass in Kolumbien fast ausschließlich Benzin (Gasolina) getankt wird, Diesel (ACPM) ist eher für schwere Lastwagen und Busse reserviert. Es gibt zwei Sorten Benzin: Corriente (Normal) und Extra (Super). Die meisten Mietwagen laufen problemlos mit Corriente, was die Kosten für den Urlaub niedrig hält. Wenn man jedoch einen modernen Turbo-SUV mietet, kann die Verwendung von Extra-Benzin die Leistung in den Bergen spürbar verbessern. Fragen Sie bei der Autovermietung nach, welcher Kraftstoff für Ihr spezielles Modell empfohlen wird. Achten Sie auch darauf, den Tank nie ganz leer zu fahren, besonders wenn Sie in abgelegene Regionen wie die Guajira-Wüste oder tief in den Süden reisen, da die Abstände zwischen den Tankstellen dort deutlich größer werden können.
Ein Aspekt, der viele Reisende überrascht, ist die Parkplatzsituation. In den Städten sollte man den Mietwagen niemals über Nacht auf der Straße stehen lassen. Es gibt überall bewachte Parkplätze, sogenannte Parqueaderos, die nur wenige Euro pro Nacht kosten. Diese Investition lohnt sich immer, da sie nicht nur Schutz vor Diebstahl, sondern auch vor Vandalismus bietet. Viele Hotels haben eigene Parkmöglichkeiten, was man bei der Buchung der Unterkunft vorab prüfen sollte. Wer ein Auto mieten möchte, sollte auch bedenken, dass die Navigation in den Städten durch viele Einbahnstraßen und oft fehlende Straßenschilder kompliziert sein kann, weshalb ein Beifahrer mit Navigations-App Gold wert ist.
Schließlich sollte man die Fahrkultur in Kolumbien erwähnen. Es wird viel gehupt, aber selten aus Aggression. Die Hupe dient eher als Signal beim Überholen oder um in unübersichtlichen Kurven in den Bergen auf sich aufmerksam zu machen. Man gewöhnt sich schnell an diesen Rhythmus. Wenn man mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte man defensiv fahren und immer damit rechnen, dass ein Motorradfahrer plötzlich ausschert oder ein Hund die Straße kreuzt. Wer sich darauf einlässt und die kolumbianische Gelassenheit übernimmt, wird feststellen, dass der Mietwagen der Schlüssel zu den authentischsten Erlebnissen im ganzen Land ist, da man dort anhalten kann, wo kein Reisebus jemals stoppen würde.
Praktische Tipps für Touristen mit dem Mietwagen in Kolumbien
Wer plant, in Kolumbien ein Auto mieten zu gehen, sollte sich gut vorbereiten, um böse Überraschungen zu vermeiden. Das Fahren in diesem südamerikanischen Land ist eine wunderbare Erfahrung, sofern man ein paar goldene Regeln beachtet. Der wichtigste Rat überhaupt: Vermeiden Sie Fahrten bei Dunkelheit. Sobald die Sonne untergeht, was in Äquatornähe sehr schnell gegen 18 Uhr passiert, werden die Straßen gefährlich. Es gibt oft keine Straßenbeleuchtung, Schlaglöcher sind nicht mehr zu sehen, und viele Fahrzeuge oder Fahrräder sind ohne Licht unterwegs. Zudem können Tiere auf die Fahrbahn laufen, und in manchen ländlichen Regionen ist die Sicherheitslage nachts schwerer einzuschätzen als am Tag. Planen Sie Ihre Routen mit dem Mietwagen so, dass Sie spätestens am späten Nachmittag an Ihrem Ziel ankommen.
Ein weiterer wichtiger Tipp betrifft die Navigation. Laden Sie sich Offline-Karten herunter, da das Handysignal in den tiefen Tälern der Anden oft komplett verschwindet. Apps wie Waze sind in den Städten und auf Hauptstraßen genial, da sie Echtzeit-Informationen über Staus und Polizeikontrollen liefern, aber im Hinterland ist man auf GPS-Daten angewiesen, die auch ohne Internet funktionieren. Wenn Sie eine Autovermietung nutzen, fragen Sie nach, ob das Fahrzeug über ein eingebautes System verfügt, aber verlassen Sie sich nicht allein darauf. Nehmen Sie immer ein Ladekabel für das Smartphone mit, da die Nutzung von Navigations-Apps den Akku schnell leert, besonders wenn das Handy ständig nach einem Signal sucht.
Hier sind weitere wertvolle Tipps für Ihre Reise mit dem Mietauto in Kolumbien:
- Tanken Sie immer rechtzeitig: In den Bergen verbraucht Ihr Mietwagen deutlich mehr Kraftstoff als im Flachland, planen Sie also Reserven ein.
- Halten Sie Kleingeld bereit: Für die vielen Mautstationen (Peajes) benötigen Sie kolumbianische Pesos in bar, da Karten dort oft nicht akzeptiert werden.
- Nutzen Sie bewachte Parkplätze: Lassen Sie Ihr Mietauto niemals unbeaufsichtigt an einsamen Orten oder über Nacht am Straßenrand stehen.
- Seien Sie vorsichtig bei Regen: In der Regenzeit können Erdrutsche (Derrumbes) Straßen blockieren, checken Sie morgens die aktuelle Lage bei den lokalen Nachrichten.
- Dokumente immer griffbereit: Führen Sie Führerschein, Passkopie und den Mietvertrag der Autovermietung immer im Auto mit.
- Achten Sie auf Motorräder: In Kolumbien gibt es Millionen von Motorrädern, die sich oft durch kleinste Lücken schlängeln, schauen Sie also doppelt in die Spiegel.
- Hupe als Kommunikationsmittel: Nutzen Sie die Hupe vor engen Kurven in den Bergen, um entgegenkommende Fahrzeuge zu warnen.
- Notfallnummern speichern: Notieren Sie sich die Nummer der Pannenhilfe Ihrer Autovermietung sowie die allgemeine Notrufnummer 123.
- Vorsicht bei Lkw: Die Lastwagen in Kolumbien sind oft schwer beladen und langsam, überholen Sie nur an übersichtlichen Stellen.
- Geben Sie keine "Papaya": In Kolumbien sagt man "No dar papaya", was bedeutet, dass man keine Gelegenheiten für Diebstahl bieten soll – lassen Sie also keine Wertsachen sichtbar im Mietwagen liegen.
- Prüfen Sie den Reserverreifen: Bevor Sie die Autovermietung verlassen, stellen Sie sicher, dass ein Ersatzrad und das nötige Werkzeug an Bord sind.
- Passen Sie sich dem Verkehr an: In Städten geht es chaotisch zu, bleiben Sie ruhig und fließen Sie einfach mit dem Verkehr mit.
- Höhenkrankheit beachten: Wenn Sie von der Küste direkt in die Anden fahren, kann das auch Auswirkungen auf Ihre Konzentration haben, machen Sie Pausen.
- Informieren Sie sich über Pico y Placa: Prüfen Sie täglich, ob Ihr Mietwagen aufgrund der Endnummer des Kennzeichens Fahrverbote in der jeweiligen Stadt hat.
- Genießen Sie die Aussicht: Halten Sie an den vielen Aussichtspunkten (Miradores) an, aber parken Sie das Fahrzeug immer sicher abseits der Fahrbahn.
Wenn man diese Ratschläge befolgt, wird die Fahrt mit dem Mietwagen zu einem der absoluten Highlights der Kolumbienreise. Die Flexibilität, die man durch die Autovermietung gewinnt, ist unbezahlbar. Man kann spontan an einem kleinen Café anhalten, das beste Foto der Reise schießen oder einen Umweg zu einem versteckten Wasserfall machen. Das Auto mieten in Kolumbien erfordert zwar etwas mehr Aufmerksamkeit als in Deutschland, aber die Belohnung sind unvergessliche Panoramen und die Begegnung mit der herzlichen Gastfreundschaft der Menschen, die man am Straßenrand trifft. Bereiten Sie sich gut vor, fahren Sie umsichtig und lassen Sie sich von der Schönheit dieses Landes verzaubern, das man am besten vom Fahrersitz eines eigenen Wagens aus entdeckt.