Der Stand der Verkehrsentwicklung in Indonesien
Wer sich zum ersten Mal in den indonesischen Straßenverkehr wagt, wird schnell feststellen, dass hier ganz eigene Regeln gelten. Die Infrastruktur in diesem riesigen Inselreich ist so vielfältig wie seine Kultur. Während man auf Java, der am dichtesten besiedelten Insel, auf moderne, mehrspurige Mautstraßen trifft, die die großen Metropolen wie Jakarta, Surabaya und Yogyakarta miteinander verbinden, sieht die Welt auf den kleineren Inseln oft ganz anders aus. Die Regierung hat in den letzten Jahren massiv in das Projekt Trans-Java und Trans-Sumatra investiert, was das Reisen mit einem Mietwagen deutlich erleichtert hat. Dennoch muss man sich darüber im Klaren sein, dass die Verkehrsdichte in den Städten enorm ist. In Jakarta ist der Stau, den die Einheimischen liebevoll Macet nennen, ein fester Bestandteil des Lebensstils. Hier gibt es sogar spezielle Regelungen wie das Ganjil-Genap-System, bei dem Fahrzeuge je nach Endziffer ihres Kennzeichens nur an geraden oder ungeraden Tagen bestimmte Hauptverkehrsstraßen befahren dürfen.
Abseits der großen Autobahnen verändert sich das Bild der Autovermietung und des Fahrens drastisch. In touristisch erschlossenen Gebieten wie Bali sind die Straßen oft schmal und winden sich durch Reisfelder und kleine Dörfer. Hier ist die Dichte an Motorrollern überwältigend. Es erfordert höchste Konzentration, da sich die Zweiräder oft durch die kleinsten Lücken schlängeln. Die Qualität der Straßenbeläge variiert stark. Während die Hauptwege meist gut asphaltiert sind, können Nebenstraßen Schlaglöcher aufweisen oder nach heftigen Regenfällen teilweise weggespült sein. Trotzdem ist der Fortschritt unübersehbar. Viele Brücken wurden neu gebaut und Küstenstraßen erweitert, um den Tourismus zu fördern. Wer ein Auto mieten möchte, sollte wissen, dass in Indonesien Linksverkehr herrscht. Das Lenkrad befindet sich also auf der rechten Seite, was für viele Europäer erst einmal eine Umstellung bedeutet. Die Beschilderung ist in der Regel gut, wobei die wichtigsten Hinweise oft sowohl auf Indonesisch als auch mit international verständlichen Symbolen versehen sind.
Die Tankstelleninfrastruktur ist vor allem auf den Hauptinseln hervorragend ausgebaut. Der staatliche Anbieter Pertamina ist überall präsent. Man findet verschiedene Kraftstoffarten wie Pertalite oder Pertamax. In abgelegenen Regionen wie im Landesinneren von Kalimantan oder Papua kann die Versorgung jedoch dünner werden. Dort sieht man oft kleine Verkaufsstände am Straßenrand, die Benzin in Glasflaschen anbieten – das sogenannte Pertamini. Davon sollte man bei einem modernen Mietwagen jedoch lieber die Finger lassen, um den Motor nicht zu schädigen. Parkplätze sind in den Städten meist kostenpflichtig, wobei oft inoffizielle Parkplatzwächter, die Tukang Parkir, beim Rangieren helfen und dafür ein paar tausend Rupiah erwarten. Insgesamt bietet Indonesien eine spannende Mischung aus moderner Konnektivität und abenteuerlichen Pisten, die den Reiz einer individuellen Reise mit dem PKW-Verleih ausmachen.
Ein wichtiger Aspekt für Reisende ist die Kommunikation auf der Straße. Hupen wird hier nicht als Beleidigung verstanden, sondern als freundlicher Hinweis nach dem Motto: Achtung, ich überhole jetzt oder ich bin in der unübersichtlichen Kurve. Das Miteinander funktioniert trotz des scheinbaren Chaos erstaunlich gut, solange man sich dem fließenden Rhythmus anpasst. Wer eine Autovermietung nutzt, sollte sich also nicht von der schieren Masse an Fahrzeugen abschrecken lassen. Mit der Zeit versteht man die ungeschriebenen Gesetze, wie das Reißverschlussverfahren an Engstellen oder die Vorfahrt der Größeren. Die Entwicklung geht ständig weiter, und gerade der Ausbau des öffentlichen Verkehrs in den Städten entlastet langsam auch die Straßen für diejenigen, die lieber mit einem Mietwagen unterwegs sind.
Die Kosten für eine Autovermietung in Indonesien
Die Preise für einen Leihwagen in Indonesien hängen stark von der Region, der Mietdauer und natürlich dem Fahrzeugtyp ab. Im Vergleich zu europäischen Standards sind die Kosten für die Autovermietung oft recht moderat, vor allem wenn man bedenkt, dass man oft ein robustes Fahrzeug für anspruchsvolle Bedingungen erhält. Man muss jedoch beachten, dass die Preise während der Hauptsaison, wie etwa zum Zuckerfest Lebaran oder zur Ferienzeit auf Bali im Juli und August, spürbar ansteigen können. In der Regel ist es günstiger, das Fahrzeug für einen längeren Zeitraum zu buchen, da viele Anbieter attraktive Wochenrabatte gewähren. Hier ist eine Übersicht über die ungefähren Tagespreise für verschiedene Fahrzeugkategorien, um die Reisekasse besser planen zu können:
- Kleinwagen (z.B. Toyota Agya oder Daihatsu Ayla): ca. 25 - 35 Euro pro Tag
- Kompaktklasse (z.B. Honda Brio): ca. 30 - 40 Euro pro Tag
- Mittelklasse-Limousine (z.B. Toyota Vios): ca. 45 - 60 Euro pro Tag
- Standard-MPV (z.B. Toyota Avanza) - der Klassiker: ca. 35 - 50 Euro pro Tag
- Premium-MPV (z.B. Toyota Innova): ca. 60 - 80 Euro pro Tag
- Kompakt-SUV (z.B. Honda HR-V): ca. 55 - 75 Euro pro Tag
- Großer SUV (z.B. Toyota Fortuner): ca. 90 - 120 Euro pro Tag
- Allradfahrzeug (4x4) für Touren: ca. 110 - 150 Euro pro Tag
- Luxus-Van (z.B. Toyota Alphard): ca. 180 - 250 Euro pro Tag
- Minibus (z.B. Toyota Hiace) für Gruppen: ca. 80 - 110 Euro pro Tag
- Elektroauto (z.B. Hyundai Ioniq 5, vor allem auf Bali): ca. 95 - 130 Euro pro Tag
- Pickup (z.B. Mitsubishi Triton): ca. 85 - 115 Euro pro Tag
Es ist wichtig zu prüfen, ob die Versicherung im Preis enthalten ist. Viele lokale Anbieter bieten eine Grundversicherung mit einer Selbstbeteiligung an, die oft zwischen 300 und 500 Euro liegt. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann oft eine Zusatzversicherung abschließen, um diese Selbstbeteiligung zu reduzieren. Ein weiterer Kostenfaktor ist der Kraftstoff. Benzin ist in Indonesien staatlich subventioniert und im Vergleich zu Europa sehr günstig, was die Gesamtkosten für das Auto mieten attraktiv macht. Ein Liter Treibstoff kostet meist unter einem Euro. Wer jedoch in ländlichen Regionen unterwegs ist, sollte immer genug Bargeld dabei haben, da nicht alle kleinen Tankstellen Kreditkarten akzeptieren.
Zusätzlich zu den reinen Mietkosten sollte man Gebühren für Mautstraßen einkalkulieren. In Indonesien wird die Maut fast ausschließlich elektronisch bezahlt. Dafür benötigt man eine sogenannte E-Toll-Karte, die man an vielen Kiosken kaufen und aufladen kann. Manche Vermieter stellen diese Karten bereits mit einem kleinen Guthaben zur Verfügung. Auch Parkgebühren läppern sich. In Einkaufszentren oder an touristischen Hotspots zahlt man oft pro Stunde, während man auf öffentlichen Parkplätzen meist einen Pauschalbetrag an den Wächter entrichtet. Insgesamt bleibt der PKW-Verleih eine der kosteneffizientesten Möglichkeiten, um die Inseln flexibel zu erkunden, besonders wenn man in einer Gruppe oder mit der Familie reist.
Beliebte Marken und Modelle für den Mietwagen in Indonesien
Der indonesische Automarkt wird massiv von japanischen Herstellern dominiert, was sich auch direkt im Angebot der Autovermietung widerspiegelt. Diese Fahrzeuge sind für ihre Zuverlässigkeit und einfache Wartung bekannt, was in einem tropischen Klima von unschätzbarem Wert ist. Wer ein Auto mieten möchte, wird feststellen, dass der Fokus oft auf Fahrzeugen mit viel Platz liegt, da indonesische Familien gerne gemeinsam reisen. Hier sind 15 beliebte Modelle, die man häufig bei einem Fahrzeugverleih findet, inklusive ihrer Vorteile und ungefähren Preise:
- Toyota Avanza: Das meistverkaufte Auto. Bietet Platz für bis zu 7 Personen, sehr sparsam und robust. Kostet ca. 38 Euro pro Tag.
- Daihatsu Xenia: Fast baugleich zum Avanza, oft etwas günstiger in der Miete, ideal für Familienausflüge. Kostet ca. 35 Euro pro Tag.
- Honda Brio: Ein kleiner Flitzer, perfekt für den dichten Stadtverkehr in Jakarta oder Denpasar. Leicht zu parken. Kostet ca. 32 Euro pro Tag.
- Toyota Innova: Der Standard für komfortables Reisen. Mehr Beinfreiheit und bessere Federung als der Avanza. Kostet ca. 65 Euro pro Tag.
- Mitsubishi Xpander: Ein moderner Crossover mit futuristischem Design und sehr bequemem Innenraum für lange Strecken. Kostet ca. 50 Euro pro Tag.
- Toyota Fortuner: Ein mächtiger SUV. Ideal für Bergstraßen oder schlechte Wege, bietet ein hohes Maß an Sicherheit. Kostet ca. 100 Euro pro Tag.
- Mitsubishi Pajero Sport: Der direkte Konkurrent zum Fortuner, sehr geländegängig und mit viel Power unter der Haube. Kostet ca. 105 Euro pro Tag.
- Suzuki Ertiga: Eine komfortable Alternative im MPV-Segment mit sehr gutem Kraftstoffverbrauch. Kostet ca. 42 Euro pro Tag.
- Toyota Hiace: Der klassische Minibus für Reisegruppen bis zu 12 Personen, sehr geräumig und zuverlässig. Kostet ca. 90 Euro pro Tag.
- Honda HR-V: Ein schicker Kompakt-SUV, der Stil mit Funktionalität verbindet. Sehr beliebt bei jüngeren Reisenden. Kostet ca. 60 Euro pro Tag.
- Toyota Agya: Ein Kleinstwagen für das schmale Budget. Unkompliziert und extrem wendig. Kostet ca. 28 Euro pro Tag.
- Hyundai Stargazer: Ein neuerer Spieler auf dem Markt mit auffälligem Design und viel moderner Technik im Inneren. Kostet ca. 48 Euro pro Tag.
- Wuling Air EV: Ein kleines Elektroauto, das man immer häufiger auf Bali sieht. Perfekt für kurze Strecken. Kostet ca. 45 Euro pro Tag.
- Toyota Alphard: Die Luxusklasse. Wird oft für Geschäftsreisen oder exklusive Touren genutzt, bietet Liegesitze. Kostet ca. 220 Euro pro Tag.
- Isuzu Traga: Oft als kleiner Transporter oder Pickup für Abenteuertouren mit viel Equipment gemietet. Kostet ca. 55 Euro pro Tag.
Die Wahl des richtigen Modells beim Mietwagen hängt stark von den geplanten Aktivitäten ab. Für eine reine Stadttour reicht ein Honda Brio völlig aus. Wenn man jedoch plant, die Vulkane auf Java zu besuchen oder die Serpentinen auf Flores zu befahren, ist ein Fahrzeug mit mehr Bodenfreiheit wie der Mitsubishi Xpander oder gar ein Toyota Fortuner absolut empfehlenswert. Die meisten dieser Fahrzeuge sind mit Automatikgetrieben ausgestattet, was das Fahren im Stop-and-Go-Verkehr erheblich erleichtert. Es lohnt sich auch, auf eine gute Klimaanlage zu achten, da die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen in Indonesien ganzjährig hoch sind. Wer ein Auto mieten will, sollte zudem prüfen, ob das Modell über Apple CarPlay oder Android Auto verfügt, um die Navigation zu erleichtern.
Bekannte Routen für Fahrten mit dem Mietauto in Indonesien
Indonesien bietet einige der spektakulärsten Fahrstrecken der Welt. Mit einem Mietwagen hat man die Freiheit, dort anzuhalten, wo es am schönsten ist, und Orte zu entdecken, die kein Bus erreicht. Hier sind zehn der beliebtesten Routen für eine Erkundungstour:
- Die Bali-Küstenstraße: Von Denpasar aus geht es entlang der Ostküste bis nach Amed. Unterwegs passiert man den Pura Luhur Lempuyang und genießt atemberaubende Ausblicke auf den Ozean und den Vulkan Agung.
- Die Trans-Java-Tour: Eine Fahrt von Jakarta nach Yogyakarta. Diese Route führt durch das Herz der Insel Java, vorbei an endlosen Reisfeldern und bietet die Möglichkeit, die Tempel Borobudur und Prambanan flexibel zu besuchen.
- Süd-Lombok-Loop: Eine wunderbare Strecke für den PKW-Verleih, die von Mataram aus zu den unberührten Stränden von Kuta Lombok und weiter zu den versteckten Buchten im Westen führt.
- Von Medan zum Tobasee: Auf Sumatra führt diese Route durch dichten Dschungel und Hochlandgebiete bis zum größten Kratersee der Welt. Die Straßen sind hier anspruchsvoll, aber die Aussicht auf Samosir ist jede Mühe wert.
- Der Flores-Highway: Eine mehrtägige Reise von Labuan Bajo nach Maumere. Diese Strecke ist bekannt für ihre unzähligen Kurven, führt aber zu den berühmten dreifarbigen Kelimutu-Seen und traditionellen Dörfern.
- West-Java-Rundreise: Von Bandung aus fährt man durch die Teeplantagen von Ciwidey und besucht den Krater des Tangkuban Perahu. Eine kühle Brise und grüne Landschaften sind hier garantiert.
- Die Bukit-Halbinsel auf Bali: Ein kurzer, aber lohnenswerter Trip zu den Surfer-Stränden von Uluwatu und dem berühmten Tempel auf den Klippen, ideal für einen Mietwagen-Tag.
- Ost-Java-Abenteuer: Von Surabaya aus geht es zum Bromo-Tengger-Semeru-Nationalpark. Man kann mit dem eigenen Wagen bis zum Rand des Sandmeeres fahren, was ein unvergessliches Erlebnis ist.
- Sumba-Erkundung: Eine Route für echte Individualisten, die von Tambolaka aus durch die raue Landschaft der Insel führt, um die megalithischen Gräber und einsamen Buchten zu entdecken.
- West-Sumatra-Loop: Von Padang aus führt die Reise durch das wunderschöne Harau-Tal und zum Maninjau-See, wobei man die beeindruckende Architektur der Minangkabau bewundern kann.
Jede dieser Routen hat ihren eigenen Charme. Während man auf Bali oft nur kurze Distanzen zurücklegt, erfordern Strecken auf Sumatra oder Flores eine gute Zeitplanung. Man sollte die Entfernungen nicht unterschätzen, da die Durchschnittsgeschwindigkeit aufgrund der Straßenverhältnisse oft nur bei 30 bis 40 km/h liegt. Ein Mietwagen gibt einem die Möglichkeit, spontan in kleinen Garküchen, den Warungs, zu essen oder Fotos von Sonnenuntergängen zu machen, die man sonst verpassen würde. Wer ein Fahrzeug mieten möchte, sollte sich für diese Strecken vorab eine Offline-Karte herunterladen, da das GPS-Signal in tiefen Tälern manchmal schwächeln kann.
Die Besonderheiten beim Auto mieten in Indonesien
Wer sich für eine Autovermietung in Indonesien entscheidet, sollte einige kulturelle und rechtliche Besonderheiten im Hinterkopf behalten. Zunächst einmal ist das Konzept der Selbstbeteiligung und Versicherung hier oft weniger streng geregelt als in Europa. Viele lokale Vermieter arbeiten auf Vertrauensbasis, was zwar sympathisch ist, aber bei einem Unfall zu Unklarheiten führen kann. Es ist daher ratsam, den Zustand des Wagens bei der Übergabe genauestens zu dokumentieren. Fotos und kleine Videos vom Äußeren und Inneren des Fahrzeugs sind absolute Pflicht, um später keine Diskussionen über bereits vorhandene Kratzer führen zu müssen. In Indonesien ist es zudem völlig normal, dass Mietwagen eine gewisse Anzahl an kleinen Beulen haben – das gehört zum harten Alltag auf den Straßen einfach dazu.
Ein weiterer Punkt ist die Fahrerlaubnis. Offiziell benötigt man einen internationalen Führerschein in Kombination mit dem nationalen Dokument. Auch wenn manche kleine Autovermietung diesen nicht immer sehen will, ist er bei Polizeikontrollen unerlässlich. Die Polizei führt gelegentlich Kontrollen durch, insbesondere in touristischen Gebieten wie Kuta oder Ubud. Hier sollte man immer alle Dokumente griffbereit haben und stets freundlich bleiben. Korruption ist leider noch ein Thema, aber wer sich an die Regeln hält und seine Papiere vorweisen kann, hat meist keine Probleme. Interessanterweise ist es in Indonesien auch sehr verbreitet, einen Wagen mit Fahrer zu mieten. Oft ist der Preisunterschied zum Selbstfahren so gering, dass viele Touristen diese Option wählen, um den Stress des Verkehrs zu umgehen. Wenn man jedoch die Freiheit liebt, selbst am Steuer zu sitzen, ist der PKW-Verleih für Selbstfahrer durchaus machbar, solange man über eine gewisse Erfahrung verfügt.
Die Fahrweise der Einheimischen mag auf den ersten Blick chaotisch wirken, folgt aber einer inneren Logik. Man hupt viel, aber selten aggressiv. Es ist eher eine Form der Kommunikation. Wer in Indonesien ein Auto mieten möchte, sollte sich schnell an das ständige Gewusel gewöhnen. Ein wichtiger Sicherheitshinweis: Nachtfahrten sollten außerhalb der Städte nach Möglichkeit vermieden werden. Viele Straßen sind nicht beleuchtet, und es befinden sich oft unbeleuchtete Fahrzeuge, Haustiere oder Menschen am Fahrbahnrand. Zudem sind die Entfernungen in Indonesien tückisch. Was auf der Karte nach einer kurzen Strecke aussieht, kann aufgrund von Serpentinen, Steigungen oder dem berüchtigten Macet doppelt so lange dauern wie erwartet. Zeitmanagement ist also das A und O bei jeder Reise mit dem Mietwagen.
Auch das Thema Parken ist eine eigene Wissenschaft. Überall sieht man Männer mit Warnwesten oder improvisierter Kleidung, die Fahrzeuge einweisen. Das sind die Tukang Parkir. Es ist üblich, ihnen beim Verlassen des Parkplatzes eine kleine Gebühr von etwa 2.000 bis 5.000 Rupiah zu geben. Im Gegenzug passen sie auf das Auto auf und helfen beim Ausparken, indem sie den fließenden Verkehr kurzzeitig stoppen. Das ist ein praktischer Service, den man schätzen lernt. Was die Tankstellen angeht, sollte man immer darauf achten, rechtzeitig nachzufüllen, besonders bevor man in abgelegene Bergregionen aufbricht. Das Personal an den Tankstellen übernimmt das Tanken für einen – man sagt einfach, für wie viel Geld oder wie viele Liter man tanken möchte. In Indonesien ist es zudem üblich, dass die Autovermietung das Fahrzeug nicht unbedingt vollgetankt übergibt. Oft gilt die Regel: So viel drin war, so viel muss bei der Rückgabe auch wieder drin sein.
Wertvolle Tipps für die Reise mit dem Fahrzeugverleih in Indonesien
Eine Reise mit dem Mietwagen durch Indonesien ist ein echtes Erlebnis, das jedoch ein wenig Vorbereitung erfordert. Um den Urlaub stressfrei zu genießen, sollte man sich vorab mit den lokalen Gegebenheiten vertraut machen. Hier sind einige detaillierte Tipps, die jedem Reisenden helfen werden, sich im indonesischen Verkehrsdschungel zurechtzufinden und die Zeit auf der Straße optimal zu nutzen:
- Besorgen Sie sich rechtzeitig einen internationalen Führerschein. Ohne dieses Dokument riskieren Sie bei Polizeikontrollen hohe Bußgelder oder Probleme bei der Schadensregulierung durch die Versicherung. Es muss das Modell nach dem Abkommen von 1949 oder 1968 sein, je nachdem, was in Ihrem Heimatland ausgestellt wird.
- Nutzen Sie Google Maps oder Waze für die Navigation, aber verlassen Sie sich nicht blind darauf. In Indonesien führen diese Apps einen manchmal über extrem steile oder schmale Pfade, die für einen normalen PKW-Verleih kaum passierbar sind. Prüfen Sie die Route vorab grob auf ihre Plausibilität.
- Kaufen Sie direkt nach der Landung eine lokale SIM-Karte mit ausreichend Datenvolumen. Eine stabile Internetverbindung ist für die Navigation und die Suche nach Unterkünften oder Restaurants während der Fahrt unerlässlich.
- Halten Sie immer eine E-Toll-Karte bereit, wenn Sie auf Java oder Bali unterwegs sind. Ohne diese Karte können Sie die Mautstellen nicht passieren, und Barzahlung ist an den meisten Autobahnen nicht mehr möglich.
- Planen Sie Ihre Fahrten so, dass Sie vor Einbruch der Dunkelheit an Ihrem Ziel ankommen. Die Sichtverhältnisse verschlechtern sich rapide, und die Gefahr durch Schlaglöcher oder unbeleuchtete Hindernisse steigt massiv an.
- Fahren Sie defensiv und passen Sie sich dem Tempo der Einheimischen an. Drängeln oder aggressives Fahren bringt Sie in Indonesien nicht schneller voran und erhöht lediglich das Unfallrisiko in dem dichten Verkehr.
- Achten Sie auf die Kraftstoffanzeige und tanken Sie bevorzugt bei den großen Pertamina-Stationen. Meiden Sie dubiose Verkaufsstellen am Straßenrand, um Verunreinigungen im Tank zu vermeiden, die bei einem Mietauto teure Reparaturen nach sich ziehen können.
- Schließen Sie immer eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung ab, falls dies möglich ist. Angesichts des regen Treibens und der engen Straßen sind kleine Parkrempler oder Kratzer fast vorprogrammiert.
- Nehmen Sie immer etwas Kleingeld in Landeswährung (Rupiah) für die Parkwächter mit. Ein paar Münzen oder kleine Scheine in der Mittelkonsole ersparen Ihnen langes Suchen, wenn Sie kurz anhalten möchten.
- Überprüfen Sie bei der Übernahme des Wagens die Funktion der Klimaanlage. In der tropischen Hitze Indonesiens wird eine Fahrt ohne kühlenden Luftstrom schnell zur Qual und kann die Konzentration erheblich beeinträchtigen.
- Seien Sie besonders vorsichtig in der Nähe von Märkten oder Schulen. Hier herrscht oft ein unvorhersehbares Durcheinander von Fußgängern und Fahrzeugen, und man sollte stets bremsbereit sein.
- Lassen Sie niemals Wertsachen sichtbar im Auto liegen. Auch wenn Indonesien ein relativ sicheres Reiseland ist, ziehen offen liegende Taschen oder Kameras Gelegenheitsdiebe an, besonders in touristischen Zentren.
- Trinken Sie während langer Fahrten ausreichend Wasser. Die Kombination aus Hitze und hoher Konzentration beim Fahren führt schneller zur Erschöpfung, als man denkt.
- Informieren Sie sich über lokale Feiertage. Zu Festen wie Idul Fitri sind die Straßen oft hoffnungslos verstopft, da Millionen von Menschen ihre Heimatdörfer besuchen, was die Fahrzeit vervielfachen kann.
- Genießen Sie die Flexibilität, die Ihnen die Autovermietung bietet. Halten Sie an kleinen Obstständen an, probieren Sie frische Durian oder Mangostane und lassen Sie sich auf das Abenteuer ein, das Indonesien abseits der Touristenpfade bereithält.
Wenn man diese Ratschläge beherzigt, wird das Auto mieten in Indonesien zu einer der besten Entscheidungen der gesamten Reise. Es erlaubt einem, den eigenen Rhythmus zu finden und das Land in all seiner Vielfalt zu erleben. Ob man nun die nebligen Hochländer von Java durchquert oder die Traumstrände von Bali ansteuert – mit dem eigenen Mietwagen wird der Weg zum Ziel. Die Freundlichkeit der Menschen, die man unterwegs trifft, und die spektakulären Landschaften entschädigen für jede Minute, die man vielleicht doch einmal im Stau gestanden hat. Indonesien ist bereit, entdeckt zu werden, und am besten geht das hinter dem Steuer eines zuverlässigen Wagens.