Infrastruktur und Stand des Straßenverkehrs in Großbritannien
Wer sich dazu entschließt, ein Auto mieten zu wollen, um die britische Insel zu erkunden, wird schnell feststellen, dass das Straßennetz in Großbritannien eines der dichtesten und am besten ausgebauten in ganz Europa ist. Die Infrastruktur ist tief verwurzelt in der Geschichte des Landes, was man an den oft sehr schmalen, von Hecken gesäumten Landstraßen in Südengland ebenso merkt wie an den hochmodernen, mehrspurigen Autobahnen, die die großen Metropolen miteinander verbinden. Das Herzstück des Verkehrs bilden die sogenannten Motorways, die mit einem M gekennzeichnet sind. Diese Autobahnen sind in der Regel hervorragend instand gehalten, bieten zahlreiche Raststätten und sind für Reisende, die eine Autovermietung nutzen, die schnellste Art, große Distanzen zwischen London, Birmingham, Manchester oder Edinburgh zu überbrücken. Man sollte jedoch bedenken, dass das Verkehrsaufkommen besonders rund um die Ballungsräume extrem hoch sein kann. Der M25-Ring um London gilt beispielsweise oft als der größte Parkplatz des Landes, weshalb man bei der Fahrzeugmiete genügend Pufferzeit einplanen sollte.
Abseits der großen Autobahnen gibt es die A-Roads und B-Roads. Während A-Roads oft gut ausgebaute Hauptverkehrsstraßen sind, führen B-Roads durch das malerische Hinterland. Hier zeigt sich der wahre Charme einer Reise mit dem Leihwagen. Die Straßenqualität ist auch hier meist gut, allerdings sind die Wege oft kurvenreich und eng. Eine Besonderheit in Großbritannien ist das Fehlen von Mautgebühren auf den meisten Autobahnen. Es gibt jedoch Ausnahmen wie den Dartford Crossing östlich von London oder die M6 Toll nördlich von Birmingham. Wer einen Mietwagen nutzt, muss sich zudem auf das System der Congestion Charge in London einstellen, eine Gebühr für das Befahren der Innenstadt, die elektronisch erfasst wird. Auch die ULEZ-Zonen, in denen ältere, schadstoffreiche Fahrzeuge eine Gebühr zahlen müssen, breiten sich in vielen Städten aus. Wenn Sie ein Auto mieten, sind moderne Fahrzeuge meist von diesen Gebühren befreit, aber eine Prüfung vorab ist immer ratsam.
Die Beschilderung im Land ist vorbildlich und sehr intuitiv gestaltet. Man findet sich auch ohne Navigationssystem relativ gut zurecht, da die Richtungsweiser klar und rechtzeitig auf Kreuzungen und Abzweigungen hinweisen. Eine große Rolle im britischen Straßenbild spielen die Kreisverkehre, die sogenannten Roundabouts. Sie ersetzen oft Ampelkreuzungen und sorgen für einen flüssigen Verkehrsfluss, können aber für Besucher, die zum ersten Mal eine PKW-Miete in einem Linksverkehr-Land in Anspruch nehmen, anfangs gewöhnungsbedürftig sein. Die Tankstelleninfrastruktur ist exzellent. Neben den großen Marken finden sich oft günstigere Tankstellen bei Supermärkten wie Tesco oder ASDA. Auch die Elektromobilität macht riesige Fortschritte. Ladestationen für Elektroautos sind mittlerweile an fast jeder Autobahnraststätte und in vielen Parkhäusern vorhanden, was die Fahrzeugmiete von E-Autos immer attraktiver macht.
Sicherheit wird auf britischen Straßen großgeschrieben. Die Geschwindigkeitsüberwachung durch Kameras ist sehr präsent, sowohl durch fest installierte Blitzer als auch durch mobile Einheiten und die immer beliebter werdenden Average Speed Cameras, die die Durchschnittsgeschwindigkeit über einen längeren Abschnitt messen. Wer einen Mietwagen fährt, sollte sich strikt an die Limits halten, da Bußgelder oft direkt an die Autovermietung weitergeleitet und dann der Kreditkarte belastet werden. Insgesamt ist das Fahren in Großbritannien ein entspanntes Erlebnis, da die britischen Autofahrer meist als sehr höflich und geduldig gelten. Das Einfädeln nach dem Reißverschlussprinzip funktioniert fast immer reibungslos, und ein kurzes Handzeichen als Dankeschön gehört zum guten Ton auf der Straße.
Preise für Mietwagen in Großbritannien
Die Kosten für eine PKW-Miete in Großbritannien können je nach Saison, Region und Buchungszeitpunkt stark schwanken. Wer frühzeitig plant und eine Autovermietung online bucht, kann oft erhebliche Rabatte erzielen. In der Regel beinhalten die Preise die Mehrwertsteuer sowie eine Basisversicherung, doch man sollte immer das Kleingedruckte lesen. Hier ist eine detaillierte Übersicht über die ungefähren Tagespreise für verschiedene Fahrzeugkategorien, basierend auf dem Durchschnittsniveau im Land. Die Preise beziehen sich auf eine Anmietung von etwa einer Woche, da Tagesraten bei Kurzzeitmieten oft höher ausfallen.
- Kleinstwagen (z.B. Fiat 500 oder Toyota Aygo): Diese flinken Stadtautos sind ideal für Paare und kosten etwa 25 bis 40 Euro pro Tag.
- Economy-Klasse (z.B. Ford Fiesta oder Opel Corsa): Ein Standard für Reisende, die günstig ein Auto mieten wollen, liegt preislich bei 30 bis 50 Euro.
- Kompaktklasse (z.B. VW Golf oder Ford Focus): Mehr Platz und Komfort für kleine Familien, kalkulieren Sie hier mit 45 bis 70 Euro.
- Mittelklasse-Limousinen (z.B. Skoda Octavia oder VW Passat): Ideal für längere Autobahnfahrten, die Kosten liegen bei etwa 60 bis 90 Euro.
- Obere Mittelklasse (z.B. BMW 3er oder Audi A4): Für Reisende mit gehobenen Ansprüchen an die Fahrzeugmiete, Preise ab 85 bis 130 Euro.
- Luxusfahrzeuge (z.B. Mercedes E-Klasse oder Jaguar XF): Exklusives Fahrgefühl für etwa 120 bis 200 Euro pro Tag.
- Kompakt-SUVs (z.B. Nissan Qashqai oder Kia Sportage): Sehr beliebt für ländliche Regionen, preislich bei 55 bis 85 Euro angesiedelt.
- Große SUVs (z.B. Volvo XC90 oder Land Rover Discovery): Viel Platz und Allradantrieb kosten zwischen 110 und 180 Euro.
- Minivans / 7-Sitzer (z.B. Ford Galaxy oder VW Sharan): Notwendig für größere Gruppen, die Preise liegen bei 90 bis 150 Euro.
- Cabrios (z.B. Mini Convertible oder Mazda MX-5): Perfekt für sonnige Tage an der Küste, kosten etwa 80 bis 140 Euro.
- Elektroautos (z.B. Tesla Model 3 oder Hyundai Kona Electric): Die Preise für diese moderne Form der PKW-Miete liegen bei 65 bis 120 Euro.
- Kombis (Estate) (z.B. Ford Focus Estate oder BMW 3er Touring): Viel Stauraum für Gepäck, preislich meist zwischen 55 und 95 Euro.
Zusätzliche Kosten können durch Extras entstehen. Ein Kindersitz schlägt oft mit 10 bis 15 Euro pro Tag zu Buche, während ein zusätzlicher Fahrer zwischen 8 und 15 Euro kosten kann. Besonders wichtig ist das Thema Versicherung. Die Basis-Haftpflicht ist immer dabei, aber die Selbstbeteiligung im Schadensfall kann bei einem Leihwagen oft zwischen 1.000 und 2.500 Euro liegen. Viele Kunden entscheiden sich daher für eine Zusatzversicherung zur Reduzierung der Selbstbeteiligung auf Null, was etwa 15 bis 30 Euro pro Tag zusätzlich kosten kann. Wer unter 25 Jahre alt ist, muss zudem fast immer eine Jungfahrergebühr bezahlen, die das Budget merklich belasten kann. Dennoch bleibt der Mietwagen die flexibelste Art, das Land zu erkunden, besonders wenn man die Kosten durch mehrere Personen teilt.
Ein weiterer Faktor für den Preis ist der Ort der Abholung. Ein Auto mieten an großen Flughäfen wie Heathrow oder Manchester ist oft teurer aufgrund von Standortgebühren, bietet aber die größte Auswahl an Fahrzeugen. Stadtbüros einer Autovermietung können günstiger sein, erfordern aber oft eine Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln vom Flughafen aus. Wer im Winter reist, findet oft Schnäppchen für unter 20 Euro pro Tag, während im August die Preise für eine PKW-Miete aufgrund der hohen Nachfrage in den Highlands oder in Cornwall massiv ansteigen können. Es lohnt sich also, die Preise regelmäßig zu vergleichen und flexibel bei den Reisedaten zu sein.
Marken und Modelle für den Leihwagen in Großbritannien
Die Auswahl an Fahrzeugen bei einer Autovermietung in Großbritannien ist beeindruckend und spiegelt den vielfältigen Geschmack der britischen Autofahrer wider. Hier findet man alles von traditionellen britischen Marken bis hin zu zuverlässigen deutschen und asiatischen Herstellern. Wenn Sie ein Auto mieten, haben Sie die Qual der Wahl. Hier sind 15 beliebte Modelle, die man häufig in den Flotten findet.
- Ford Fiesta: Der Klassiker in der Economy-Klasse. Er ist wendig, leicht zu parken und ideal für die engen Straßen in den Cotswolds. Kosten: ca. 35 Euro.
- Volkswagen Golf: Das Sinnbild der Kompaktklasse. Er bietet deutsche Wertarbeit und viel Komfort für längere Reisen. Kosten: ca. 55 Euro.
- Vauxhall Corsa: In Deutschland als Opel bekannt, ist er in Großbritannien extrem verbreitet und ein zuverlässiger Begleiter für die Stadt. Kosten: ca. 32 Euro.
- Nissan Qashqai: Ein Pionier der Crossover-Modelle. Er bietet eine erhöhte Sitzposition, was die Orientierung im Linksverkehr erleichtert. Kosten: ca. 65 Euro.
- BMW 3er: Für Geschäftsreisende oder Urlauber, die Dynamik schätzen. Die sportliche Limousine überzeugt auf Autobahnen. Kosten: ca. 95 Euro.
- Fiat 500: Das perfekte Auto für London oder schmale Küstenorte. Klein, stylish und sehr sparsam im Verbrauch. Kosten: ca. 28 Euro.
- Mercedes-Benz C-Klasse: Luxus und Prestige pur. Ideal für besondere Anlässe oder komfortable Langstreckenfahrten. Kosten: ca. 110 Euro.
- Land Rover Defender: Wer die schottischen Highlands abseits befestigter Wege erkunden will, kommt an dieser Ikone nicht vorbei. Kosten: ca. 160 Euro.
- Mini Cooper: Ein britisches Original. Er macht auf den kurvigen Straßen von Wales besonders viel Spaß und ist ein echter Hingucker. Kosten: ca. 50 Euro.
- Toyota Corolla Hybrid: Eine hervorragende Wahl für Umweltbewusste. Die Fahrzeugmiete eines Hybrids spart besonders in Städten Sprit. Kosten: ca. 60 Euro.
- Hyundai Tucson: Ein moderner SUV mit viel Platz für die ganze Familie und deren Reisegepäck. Sehr sicher und komfortabel. Kosten: ca. 75 Euro.
- Tesla Model 3: Das Flaggschiff der Elektro-Leihwagen. Dank des dichten Supercharger-Netzes ist das Reisen völlig unkompliziert. Kosten: ca. 90 Euro.
- Skoda Octavia Kombi: Ein Raumwunder. Wenn man viel Gepäck hat, ist dieser Leihwagen die wohl vernünftigste und beste Wahl. Kosten: ca. 65 Euro.
- Jaguar F-Pace: Britische Eleganz kombiniert mit der Kraft eines SUVs. Ein exklusives Fahrzeug für anspruchsvolle Touren. Kosten: ca. 140 Euro.
- Kia Sportage: Ein sehr beliebter Allrounder bei jeder Autovermietung, der durch gute Ausstattung und einfache Bedienung punktet. Kosten: ca. 70 Euro.
Diese Fahrzeuge decken fast jeden Bedarf ab. Während der Ford Fiesta oder der Vauxhall Corsa perfekt für preisbewusste Alleinreisende sind, bieten Modelle wie der Land Rover Defender oder der Jaguar F-Pace ein authentisch britisches Fahrgefühl. Die meisten Anbieter für Autovermietung halten ihre Flotten sehr jung, sodass die Fahrzeuge meist weniger als zwei Jahre alt sind und über moderne Assistenzsysteme verfügen. Wer ein Auto mieten möchte, sollte jedoch beachten, dass in Großbritannien Schaltgetriebe immer noch sehr verbreitet sind. Wer ein Automatikgetriebe bevorzugt, sollte dies bei der Fahrzeugmiete explizit angeben, da diese Modelle oft etwas teurer sind und in kleineren Kategorien seltener zur Verfügung stehen.
Beliebte Routen für Reisen mit dem Mietwagen in Großbritannien
Ein Leihwagen eröffnet Möglichkeiten, die man mit dem Zug oder Bus niemals hätte. Das Land ist gespickt mit Panoramastraßen, die zu den schönsten der Welt zählen. Hier sind zehn der spektakulärsten Routen für Ihren nächsten Roadtrip.
- North Coast 500 (Schottland): Diese 500 Meilen lange Route beginnt und endet in Inverness. Sie führt entlang der dramatischen Nordküste der Highlands, vorbei an einsamen Schlössern, weißen Sandstränden und schroffen Klippen. Ein absolutes Muss für jeden, der ein Auto mieten möchte, um Wildnis pur zu erleben.
- The Cotswolds (England): Eine Fahrt durch honigfarbene Steindörfer wie Castle Combe und Bourton-on-the-Water. Die sanften Hügel und engen Gassen sind perfekt für einen kleinen, wendigen Mietwagen. Hier fühlt man sich wie in einem Roman von Jane Austen.
- Lake District (England): Der Nationalpark im Nordwesten bietet steile Pässe wie den Hardknott Pass, der selbst erfahrene Fahrer fordert. Die Aussichten auf die Seen Windermere und Ullswater sind atemberaubend und rechtfertigen jede Fahrzeugmiete.
- Atlantic Highway (Devon & Cornwall): Die A39 führt entlang der Südwestküste Englands. Surferorte wie Newquay und mystische Orte wie Tintagel Castle liegen direkt am Weg, während man immer das blaue Meer im Blick hat.
- Isle of Skye (Schottland): Über die Skye Bridge erreicht man diese magische Insel. Die Fahrt zum Old Man of Storr oder zum Neist Point Lighthouse gehört zu den beeindruckendsten Erlebnissen, die man mit einem Leihwagen haben kann.
- Snowdonia / Eryri (Wales): Die Fahrt durch den Llanberis Pass im Herzen des Nationalparks bietet eine dramatische Bergkulisse. Die Straßen sind gut ausgebaut und führen zu historischen Burgen wie Caernarfon.
- Peak District (England): Zwischen Manchester und Sheffield gelegen, bietet dieser Park wilde Moore und tiefe Täler. Besonders die Straße durch den Winnats Pass ist ein optisches Highlight jeder Autovermietung-Tour.
- Yorkshire Dales (England): Bekannt für seine Trockenmauern und grünen Wiesen. Die kurvigen Straßen führen zu Wasserfällen wie den Aysgarth Falls und sind ideal für gemütliches Cruisen mit dem PKW-Miete-Fahrzeug.
- Norfolk Coast (England): Für Liebhaber von flachen Landschaften und weiten Horizonten. Die Küstenstraße führt durch charmante Badeorte und vorbei an riesigen Naturreservaten mit Robbenkolonien.
- Kent & Sussex Heritage Coast (Südengland): Von den weißen Klippen von Dover bis zu den Seven Sisters. Diese Route bietet Geschichte pur, mit Stopps in Canterbury und den mittelalterlichen Gassen von Rye.
Jede dieser Routen hat ihren eigenen Charakter. Während man im Norden Schottlands oft stundenlang keinem anderen Auto begegnet, sind die Straßen in den Cotswolds oder in Kent besonders im Sommer sehr belebt. Eine gute Planung ist daher das A und O. Wer ein Auto mieten will, sollte auch die Fahrzeiten nicht unterschätzen. Auf den schmalen Straßen in Wales oder Cornwall kommt man deutlich langsamer voran als auf der Autobahn. Oft sind es gerade die ungeplanten Stopps an einem kleinen Pub oder einem Aussichtspunkt, die den Reiz einer Reise mit dem Mietwagen ausmachen. Großbritannien ist ein Land, das förmlich dazu einlädt, sich treiben zu lassen und die Hauptstraßen zu verlassen, um das wahre Gesicht der Insel zu entdecken.
Besonderheiten der Autovermietung in Großbritannien
Wer in Großbritannien ein Auto mieten möchte, sollte sich im Klaren darüber sein, dass der Linksverkehr die offensichtlichste, aber bei weitem nicht die einzige Besonderheit ist. Die gesamte Mietwagen-Branche ist sehr professionell organisiert, dennoch gibt es einige spezifische Regeln und Gepflogenheiten, die man kennen sollte. Zunächst einmal ist die Frage des Führerscheins wichtig. Für EU-Bürger reicht der nationale Führerschein in der Regel aus, ein internationaler Führerschein ist nicht zwingend erforderlich, kann aber bei der Autovermietung die Abwicklung beschleunigen. Ein entscheidender Punkt bei der Fahrzeugmiete ist das Mindestalter. Offiziell kann man oft ab 21 Jahren einen Wagen mieten, doch für Fahrer unter 25 Jahren fallen fast immer saftige Zusatzgebühren an, und die Auswahl an Fahrzeugmodellen ist oft auf die kleinsten Kategorien beschränkt. Sogar Fahrer bis 30 Jahre müssen bei sehr leistungsstarken Fahrzeugen mit Einschränkungen rechnen.
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Kreditkarte. In Großbritannien ist es fast unmöglich, einen Mietwagen ohne eine auf den Namen des Hauptfahrers ausgestellte Kreditkarte zu erhalten. Debitkarten werden von einigen großen Anbietern mittlerweile akzeptiert, aber oft unter strengen Auflagen wie dem Abschluss einer teuren Zusatzversicherung oder der Hinterlegung einer sehr hohen Kaution. Apropos Kaution: Diese wird beim Auto mieten auf der Karte blockiert und kann je nach Fahrzeugklasse zwischen 500 und 2.000 Euro liegen. Es ist ratsam, das Limit der Karte vor der Reise zu prüfen, damit nach der Fahrzeugmiete noch genügend Spielraum für Hotels und Restaurantbesuche bleibt. Die Rückerstattung der Kaution nach der Rückgabe des Leihwagen kann manchmal bis zu zehn Werktage dauern, was man bei der Reiseplanung berücksichtigen sollte.
Das Thema Versicherung ist bei der PKW-Miete in Großbritannien oft ein Grund für Diskussionen am Schalter. Die Standardverträge enthalten meist eine Kaskoversicherung mit einer hohen Selbstbeteiligung. Die Mitarbeiter der Autovermietung versuchen oft sehr engagiert, Zusatzpakete zu verkaufen, die diese Selbstbeteiligung auf Null reduzieren. Hier muss man abwägen: Wer sich im Linksverkehr unsicher fühlt, für den ist dieser Rundum-Schutz durchaus sinnvoll, um entspannt reisen zu können. Es gibt jedoch auch externe Anbieter für solche Zusatzversicherungen, die oft deutlich günstiger sind. In diesem Fall muss man im Schadensfall die Kosten erst selbst tragen und bekommt sie später erstattet. Wichtig ist auch die Tankregelung. Die fairste Variante ist "Full-to-Full", bei der man den Wagen vollgetankt übernimmt und auch vollgetankt wieder zurückgibt. So zahlt man nur den Sprit, den man tatsächlich verbraucht hat.
Die Technik der Fahrzeuge unterscheidet sich kaum von der auf dem Festland, außer dass das Lenkrad auf der rechten Seite ist. Das bedeutet auch, dass man mit der linken Hand schaltet, sofern man keinen Automatikwagen gewählt hat. Die Pedale sind jedoch in der gleichen Anordnung wie gewohnt (Gas rechts, Bremse Mitte, Kupplung links). Viele Reisende empfinden es als große Erleichterung, für die Fahrzeugmiete ein Modell mit Automatikgetriebe zu wählen, damit man sich voll und ganz auf den Verkehr und das Halten der Spur konzentrieren kann. Auch die Maßeinheiten sind eine britische Besonderheit: Entfernungen und Geschwindigkeiten werden in Meilen angegeben. Ein Mietwagen in Großbritannien zeigt auf dem Tacho meist beide Einheiten an, aber die Straßenschilder nennen nur Meilen (1 Meile entspricht ca. 1,6 km). Das kann anfangs verwirrend sein, man gewöhnt sich aber schnell an das neue Tempogefühl.
Tipps für Touristen zum Reisen mit dem Leihwagen in Großbritannien
Eine Reise mit dem Mietwagen durch Großbritannien ist ein unvergessliches Abenteuer, wenn man ein paar einfache Tipps beherzigt. Der wichtigste Rat lautet: Ruhe bewahren. Der Linksverkehr ist halb so wild, wie man es sich vorstellt, da man meist einfach dem fließenden Verkehr folgt. Kritisch wird es oft nur auf leeren Landstraßen nach einer Pause – hier muss man sich aktiv daran erinnern, auf der linken Seite zu bleiben. Ein kleiner Aufkleber am Armaturenbrett mit dem Wort "Links" kann Wunder wirken. Wer ein Auto mieten möchte, sollte zudem immer ein aktuelles Navigationssystem oder eine gute Karten-App nutzen, die auch Offline-Karten bietet, da der Empfang in den Highlands oder in den Tälern von Wales oft lückenhaft sein kann.
Beim Parken muss man in Großbritannien sehr aufmerksam sein. Gelbe Linien am Straßenrand bedeuten Parkverbot zu bestimmten Zeiten, doppelte gelbe Linien bedeuten absolutes Parkverbot rund um die Uhr. Rote Linien weisen auf sogenannte Red Routes hin, wo man nicht einmal kurz halten darf, um jemanden aussteigen zu lassen. Verstöße werden gnadenlos mit Kameras erfasst und führen bei einem Leihwagen zu hohen Bußgeldern, die die Autovermietung zusätzlich mit einer Bearbeitungsgebühr belastet. Nutzen Sie lieber offizielle Parkplätze (Car Parks) oder achten Sie auf die Beschilderung "Pay and Display", bei der man am Automaten ein Ticket löst. Viele Parkplätze akzeptieren heute nur noch Zahlungen per App wie RingGo oder JustPark, weshalb es sinnvoll ist, diese Apps vorab auf dem Smartphone zu installieren.
Hier sind weitere nützliche Tipps für Ihre Fahrzeugmiete:
- Achten Sie in Städten auf die Busspuren (Bus Lanes). Diese dürfen oft nur von Bussen und Taxis befahren werden und werden streng per Kamera überwacht.
- In ländlichen Gebieten, besonders in Schottland, gibt es viele einspurige Straßen mit Ausweichstellen (Passing Places). Wenn Ihnen ein Fahrzeug entgegenkommt, fahren Sie in die Ausweichstelle auf Ihrer linken Seite oder warten Sie gegenüber einer Stelle auf der rechten Seite.
- Die Promillegrenze ist in Schottland niedriger als im Rest des Vereinigten Königreichs. Am sichersten ist es, bei der Fahrzeugmiete komplett auf Alkohol zu verzichten, wenn man noch fahren muss.
- Tanken Sie rechtzeitig. In abgelegenen Regionen können die Abstände zwischen Tankstellen sehr groß sein und viele schließen bereits am frühen Abend.
- Nutzen Sie Kreisverkehre korrekt: Wer die erste Ausfahrt links nimmt, blinkt links. Wer geradeaus fährt, blinkt erst beim Verlassen des Kreises. Wer rechts abbiegt (dritte Ausfahrt oder mehr), blinkt beim Einfahren rechts und vor dem Verlassen links.
- Seien Sie vorsichtig mit Schafen und Wildtieren. Besonders in Wales und den Highlands laufen Tiere oft frei auf der Straße herum.
- Buchen Sie Fähren (z.B. zur Isle of Wight oder nach Nordirland) frühzeitig, da die Mitnahme von einem Leihwagen teuer sein kann und Plätze begrenzt sind.
- Überprüfen Sie bei der Übernahme des Mietwagen das Fahrzeug gründlich auf Kratzer und Dellen und lassen Sie alles protokollieren, um späteren Ärger mit der Autovermietung zu vermeiden.
- Wenn Sie nach London fahren, registrieren Sie Ihren Wagen vorab für die Congestion Charge oder prüfen Sie, ob Ihre Autovermietung dies automatisch abwickelt.
- Nutzen Sie Supermarkt-Tankstellen für günstigere Spritpreise im Vergleich zu Autobahnraststätten.
- Achten Sie auf die "Yellow Box Junctions" an Kreuzungen. Man darf nur in diese gelb markierten Kästen einfahren, wenn der Weg dahinter frei ist.
- Halten Sie immer etwas Kleingeld bereit, auch wenn fast alles mit Karte geht – manche alten Parkautomaten in kleinen Dörfern nehmen nur Münzen.
- Unterschätzen Sie niemals das Wetter. Plötzlicher Nebel oder Starkregen kann die Sicht und die Straßenverhältnisse in den Bergen sofort verschlechtern.
- Genießen Sie die Höflichkeit. Wenn Ihnen jemand Platz macht, bedanken Sie sich mit einem kurzen Handheben oder einem kurzen Aufleuchten der Warnblinkanlage.
- Planen Sie Pausen an den "Service Stations" ein. Sie sind meist sehr gut ausgestattet und bieten alles für eine entspannte Weiterfahrt.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine PKW-Miete in Großbritannien der Schlüssel zu den verborgenen Schätzen des Landes ist. Von den dramatischen Küsten Cornwalls bis zu den nebelverhangenen Gipfeln Schottlands bietet das Land eine Vielfalt, die man nur auf vier Rädern voll ausschöpfen kann. Wenn man sich an die Regeln hält, den Linksverkehr mit Respekt, aber ohne Angst angeht und sich auf die britische Gelassenheit einlässt, wird der Roadtrip mit dem Mietwagen garantiert zu einem der schönsten Reiseerlebnisse überhaupt. Die Freiheit, dort anzuhalten, wo es am schönsten ist, und die Route spontan anzupassen, macht die Autovermietung zur besten Wahl für Individualreisende.